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Eigenes

Überstanden

Ich hab ja mit dem schlimms­ten gerech­net, als in der 90. Minu­te Deutsch­land das 3:2 schoss. Aber es hall­te kein Maschi­nen­ge­wehr­feu­er aus der City, kei­ne bren­nen­den Autos erhell­ten den Hori­zont. Aber gut, machen wir uns nichts vor, ich woh­ne in Wol­fen­büt­tel. Andern­orts mag es viel­leicht doch eher in die pro­gnos­ti­zier­te Rich­tung gelau­fen sein.

Erstaun­lich fin­de ich viel­mehr, ohne mich gleich als Spiel­ver­der­ber abstem­peln las­sen zu wol­len, dass ich allein akus­tisch nach Spie­len­de meh­re­ren Straf­ta­ten habe lau­schen dür­fen. So haben Anwoh­ner der Gegend in der ich woh­ne Feu­er­werks­kör­per gezün­det. Auto­kor­sos sind wild hupend durch die Gegend gefah­ren. Bei­des ist ille­gal, letz­te­res sogar dop­pelt. Dop­pelt, da es sich um eine Demons­tra­ti­on han­delt und unbe­grün­de­tes hupen sowie­so ver­bo­ten ist.

Ich freu mich ja für die Fans, “ihre” Mann­schaft hat gewon­nen, das muss natür­lich gefei­ert wer­den. Ok. 10, viel­leicht 20 Minu­ten hupend durch die Gegend fah­ren, auch wenn ich den Sinn dahin­ter nicht ver­ste­he, wäre ja voll­kom­men akzep­ta­bel. Bei Spie­len­de war es ja gera­de mal kurz nach 22 Uhr. Auch für die arbei­ten­de Bevöl­ke­rung sicher­lich noch eine akzep­ta­ble Zeit, wenn man auf­grund von Hup­ge­räu­schen nicht schla­fen kann. Aber wie­so müs­sen eini­ge Dep­pen noch um 1 Uhr mit der Hand auf der Hupe durch die Gegend eiern?

Wie­so tut die Poli­zei in die­sen Fäl­len nichts? Viel­leicht, weil sie, mit ihren Pri­vat­fahr­zeu­gen, an die­sen Jubel­kor­sos teil­neh­men? Nach § 16 der StVO sind sol­che Hup­kon­zer­te ver­bo­ten, Demons­tra­tio­nen sind anmel­de­pflich­tig. Aber trotz­dem tun unse­re Freun­de und Hel­fer in ihren schi­cken blau­en Uni­for­men nichts. In mei­ner Gegend war der Lärm noch erträg­lich, an Schlaf war trotz­dem vor 1 Uhr nicht zu den­ken, in der Innen­stadt muss aber die Höl­le los gewe­sen sein. Zumal die “Tür­ken­kon­zen­tra­ti­on” dort beson­ders hoch ist. Wie ich ges­tern einem Arti­kel im Netz, von dem ich lei­der ver­ges­sen hab, wo ich ihn gefun­den hab, ent­neh­men konn­te, hof­fen gera­de rechts­ra­di­ka­le Grup­pie­run­gen auf “vie­le Tote” nach dem Spiel. Da ich unter den Huplau­ten auch eini­ge Kran­ken­wa­gen- und Poli­zei­si­re­nen habe ver­neh­men kön­nen, schät­ze ich mal, dass das auch auf die Wol­fen­bütt­ler Rech­ten­sze­ne zutraf. Aber irgend­wel­che Dep­pen, die nur nach einem Grund suchen, Schlä­ge­rei­en anzu­zet­teln wird es sicher­lich immer geben. Was wohl für bei­de Sei­ten gilt.

Zusam­men­fas­send freue ich mich natür­lich für die Fuss­ball­fans, dass “ihre” Mann­schaft gewon­nen hat, ein wenig mehr Rück­sicht­nah­me auf die “Nicht-Fans” wäre trotz­dem ange­bracht und hupend, gröh­lend und feu­er­werks­kör­per­schmeis­send durch die Gegend zu fah­ren mag ja unheim­lich spas­sig sein, soll­te aber kei­ne vier Stun­den am Stück prak­ti­ziert wer­den.

Also, lie­be Fuss­ball­fans und EM-Mit­läu­fer, freut euch, fahrt hupend, in Kor­sos orga­ni­siert, durch die Gegend. Aber tut das bit­te nicht die hal­be Nacht. Dan­ke für euer Ent­ge­gen­kom­men.

Abschlies­send möch­te ich noch die­sen Arti­kel ver­lin­ken.