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Ich habe mich in den letz­ten Mona­ten echt zurück gehal­ten und woll­te damit auf­hö­ren, über Win­dows oder Micro­soft her­zu­zie­hen. Aber heu­te ist das Fass ein­fach über­ge­lau­fen, ich kann nicht mehr anders.

Vor eini­gen Tagen habe ich das Note­book mei­ner Mut­ter zur Behand­lung in mei­ne vier Wän­de geholt. Sym­pto­me: Update­instal­la­ti­on bei jedem Neu­start, die aber unend­lich lau­fen und auch nach meh­re­ren Stun­den War­te­zeit nicht fer­tig wer­den. Ein­zig und allein ein kom­plet­tes Aus­schal­ten des Note­books half noch. Das Ding kam also in mei­ne Pra­xis und auf der Lie­ge hat sich dann nach meh­re­ren Ope­ra­ti­ons­ver­su­chen (ein Hot­fix von MS, der spe­zi­ell die­ses Pro­blem behe­ben soll) Micro­softs Hil­fe­sei­te mit der viel­sa­gen­den Aus­sa­ge dazwi­schen gedrückt, dass die Instal­la­ti­on des SP1 nicht erfolg­reich war und man doch bit­te… Win­dows 7 neu instal­lie­ren möge. Ja, rich­tig, NEU INSTALLIEREN. So kom­plett und so. Die Jungs ver­ste­hen es echt, einem die Freu­de an der Com­pu­ter­be­nut­zung zu ver­mas­seln. Ich habe noch nie, noch nie ein Linux oder Mac OS wegen eines fehl­ge­schla­ge­nen Updates neu instal­lie­ren müs­sen.

Nächs­te Lach­num­mer: Vor eini­gen Tagen erschien das Spiel “Age of Empi­res Online”. Ich habe sei­ner­zeit des­sen Vor­gän­ger geliebt und woll­te mir nun anschau­en, was Micro­soft mit die­ser Online-Ver­si­on genau ver­zapft hat. Gesagt, getan. Down­load ange­wor­fen, kei­ne 60 MB spä­ter war der Grund­stein des Spiels auf mei­ner Fest­plat­te. Super, Cli­ent star­ten und spie­len… Jaha, da hab ich die Rech­nung aber ohne Micro­soft gemacht. Nach dem Start des Star­ters (welch Wort­kom­bi­na­ti­on), bekam ich nur ein mehr oder min­der hüb­sches Fens­ter­chen mit einem Start-But­ton und… der viel­sa­gen­den Aus­sa­ge, dass das Spiel bereits gestar­tet wur­de. Was macht der erfah­re­ne Win­dows-Benut­zerGeplag­te? Rich­tig, er durch­sucht den Task-Mana­ger nach dem Pro­ban­den und schiesst ihn ab. Es gab aber kei­nen Task. Das Spiel war also nicht gestar­tet. Als zwei­tes ver­sucht man dann ja unter Win­dows ein­fach einen Neu­start, soll ja auch gele­gent­lich mal gehol­fen haben. Fehl­an­zei­ge. Nach wie vor kein Erfolg. Erfolg hat man erst, wenn… ja, wenn man den Spiel-Star­ter ALS ADMINISTRATOR STARTET. Ich dach­te, ich les nicht recht. Kann die­ses däm­li­che Pro­gramm nicht selbst fest­stel­len, dass es Updates braucht und die Admi­nis­tra­tor­rech­te tem­po­rär für genau die­sen Pro­zess anfor­dern? Rein rhe­to­ri­sche Fra­ge, kann es näm­lich nicht. Aber glaubt man das? Das Spiel ist nie­gel­na­gel­neu und nicht in der Lage, die UAC zu trig­gern? Es stammt immer­hin direkt von Micro­soft. Ein Armuts­zeug­nis son­der­glei­chen. So was pas­siert einem wirk­lich nur im Hau­se Micro­soft.

Ich habe mich ja in den letz­ten Tagen immer wie­der ein wenig über Lion, App­les neu­es­tem Wurf geär­gert, aber ver­gli­chen mit dem, was ich in der Micro­soft-Welt vor die Nase gesetzt bekom­me, sind das alles abso­lu­te Lapa­li­en und ich erin­ne­re mich wie­der dar­an, wie­so ich seit 2005 nichts ande­res mehr auf mei­nen Schreib­tisch las­se als Com­pu­ter aus dem Hau­se Apple… die kochen zwar auch nur mit Was­ser, aber immer­hin ist deren Was­ser (meis­tens) sau­ber.

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Ubuntu auf dem Desktop

Teaser

In die­sem Arti­kel möch­te ich kurz beschrei­ben, wie es aus mei­ner Sicht um den Ubun­tu-Desk­top bestellt ist und ob er in der Lage ist, kom­mer­zi­el­le Betriebs­sys­te­me zu erset­zen. Dies soll kei­ne reprä­sen­ta­ti­ve Stu­die wer­den, nur ein per­sön­li­cher Ein­druck des aktu­el­len Stands, auf dem sich Ubun­tu befin­det, im mehr oder min­der direk­ten Ver­gleich mit der kom­mer­zi­el­len Kon­kur­renz.

1. Instal­la­ti­on

Die Instal­la­ti­on eines Ubun­tu auf einer lee­ren Fest­plat­te könn­te nicht ein­fa­cher sein. Der Benut­zer muss kaum eine Ent­schei­dung tref­fen, bis auf die obli­ga­to­ri­sche Kom­bi­na­ti­on aus Benut­zer­na­men und Kenn­wort. Wäh­rend der Instal­la­ti­on ist es rat­sam, den Rech­ner an einer akti­ven Inter­net­ver­bin­dung zu betrei­ben, damit so eini­ge Updates schon wäh­rend der Instal­la­ti­on ein­ge­spielt wer­den kön­nen. Nichts­des­to­trotz folgt direkt nach dem ers­ten Neu­start erst mal eine Updateor­gie. Die­se hält sich im direk­ten Ver­gleich zu Win­dows oder gar Mac OS X aber erfreu­lich in Gren­zen. Nach einem Schub bestehend aus Down­load und Instal­la­ti­on sind alle Updates ein­ge­spielt. Befand sich ein Ker­ne­l­up­date unter den Down­loads, muss der Rech­ner zum Abschluss neu gestar­tet wer­den. Instal­liert man ein Mac OS X Snow Leo­pard, müs­sen die Updates in zwei „Schich­ten“ ein­ge­spielt wer­den, ein Neu­start ist auch hier auf jeden Fall erfor­der­lich. Bei Win­dows 7 sind es gar drei Durch­läu­fe gepaart mit zwei recht zeit­fres­sen­den Neu­starts. Zugu­te­hal­ten muss man hier natür­lich Win­dows 7 und Snow Leo­pard, dass sie schon ein Weil­chen län­ger auf dem Markt sind und so natur­ge­mäß mehr Updates ange­fal­len sind. Auf der ande­ren Sei­te aktua­li­siert Ubun­tu nicht nur sich, son­dern auch gleich noch jede Anwen­dung, die vor­in­stal­liert ist. Die Instal­la­ti­ons­as­sis­ten­ten von OS X und Win­dows 7 ver­lan­gen dem Benut­zer aber auch kaum noch Fach­kennt­nis­se ab, sodass sich Ubun­tu hier auf einer Stu­fe mit OS X befin­det, Win­dows aber nur knapp abge­schla­gen auf Platz 2 lan­det. Ein necki­sches Fea­ture des OS-X-Instal­lers: mit­tels der ein­ge­bau­ten Web­cam eines jeden Mac wird ein Fotos des Benut­zers gemacht und des­sen Benut­zer­pro­fil zuge­wie­sen. Braucht kei­ner, nett ist es trotz­dem.

2. Vor­in­stal­la­ti­on

Die stan­dard­mä­ßig vor­in­stal­lier­te Aus­wahl an Anwen­dun­gen ist nahe­zu vor­bild­lich. Bei­na­he jeder Anwen­der­typ kann sofort mit der Arbeit begin­nen und muss sich nicht erst müh­sam bei­spiels­wei­se ein Office-Paket orga­ni­sie­ren. Vor­in­stal­liert sind Stan­dard­an­wen­dun­gen wie ein Office-Paket (nament­lich OpenOffice.org), ein Per­so­nal-Infor­ma­ti­on-Man­an­ger à la Out­look (Evo­lu­ti­on), ein Brow­ser (Fire­fox), ein Instant-Mes­sen­ger (Empa­thy, kom­pa­ti­bel mit ICQ, MSN, Yahoo, GTalk, etc.), eine Bild­ver­wal­tung, eini­ge Spie­le, ein Text­edi­tor, ein Ter­mi­nal, eine Anwen­dung für Win­dows-RDP-Ver­bin­dun­gen und so wei­ter. Für den Nor­mal­an­wen­der blei­ben hier, wenigs­tens was die Aus­stat­tung angeht, kei­ner­lei Wün­sche offen. Der Ubun­tu-Desk­top sieht nach der Instal­la­ti­on sehr auf­ge­räumt aus, kei­ner­lei Icons auf dem Schreib­tisch blo­ckie­ren die Sicht, alle Anwen­dun­gen befin­den sich fein säu­ber­lich sor­tiert im Anwen­dun­gen-Menü oben links auf dem Bild­schirm. Hier müs­sen sich Mac OS X und Win­dows ein­deu­tig hin­ten anstel­len, mit deren Vor­in­stal­la­ti­on kann man nur bedingt arbei­ten. Unter Win­dows ist nicht mal ein zeit­ge­mä­ßer Brow­ser vor­in­stal­liert (was ulki­ger­wei­se auch für das neue Win­dows Pho­ne 7 gilt), eine brauch­ba­re E‑Mail-Anwen­dung fin­det man auch nicht vor. Unter OS X ist die Lage etwas bes­ser, aber Prei­se kann Apple hier­mit auch nicht gewin­nen. Etwas ver­bes­sern kann man die Lage, indem man das iLi­fe-Paket, wel­ches sich im Lie­fer­um­fang eines jeden Macs befin­det, instal­liert. Jetzt sind wenigs­tens Anwen­dun­gen für die Bild­ver­wal­tung, Audio­schnitt, Web­siteer­stel­lung, etc. instal­liert. Außer­dem muss man den ein­ge­bau­ten Tools von OS X im Schnitt einen deut­lich höhe­ren Funk­ti­ons­um­fang beschei­ni­gen. So kann der OS-X-Nut­zer (wie sein Ubun­tu-nut­zen­der Kol­le­ge auch) sofort nach der Instal­la­ti­on PDF-Datei­en öff­nen, Doku­men­te in PDF-Datei­en umwan­deln, Fotos rudi­men­tär nach­be­ar­bei­ten (beschnei­den, Sättigung/Helligkeit ver­än­dern, etc.), außer­dem ist der vor­in­stal­lier­te Brow­ser einer der moderns­ten der­zeit erhält­li­chen, hier kann der unter Ubun­tu instal­lier­te Fire­fox nicht mit­hal­ten. Win­dows steht hier mal wie­der ganz hin­ten an, die genann­ten Funk­tio­nen sucht man dort ver­ge­bens.

3. Soft­ware­su­che, ‑instal­la­ti­on und ‑pfle­ge

Hier schei­den sich die Geis­ter. Seit Ubun­tu 10.04 gibt es unter Ubun­tu das Soft­ware Cen­ter, seit ges­tern, also dem 06.01.2011, gibt es unter OS X den Mac App Store. Bei­de ver­fol­gen den glei­chen Ansatz: eine zen­tra­le Anlauf­stel­le für den Benut­zer zu schaf­fen, wo er sich sei­ne Soft­ware aus­su­chen, ggf. bezah­len und gleich instal­lie­ren kann, ohne stun­den­lang Goog­le quä­len zu müs­sen. Ich per­sön­lich fin­de die­sen Ansatz sehr gut, ande­re wie­der­um befürch­te, ins­be­son­de­re im Fal­le von OS X, dass die­ser Weg dazu führt, dass ande­re Wege der Soft­ware­instal­la­ti­on bald nicht mehr exis­tie­ren wer­den. Unter Win­dows gibt es (mei­nem Kennt­nis­stand nach) nichts ver­gleich­ba­res. Der Win­dows-User muss sich also nach wie vor als Jäger und Samm­ler betä­ti­gen und sich sei­ne Soft­ware müh­sam aus den Wei­ten des Inter­nets zusammenklau(b)en (sor­ry, das Wort­spiel konn­te ich mir nicht ver­knei­fen). Wäh­rend Ubun­tu- und Mac-User jetzt also eine zen­tra­le Anlauf­stel­le für ihre Soft­ware haben, sind Win­dows-Benut­zer wei­ter­hin auf dubio­se Heft-CDs oder, sofern vor­han­den, ihre Fähig­kei­ten in der Bedie­nung von Such­ma­schi­nen ange­wie­sen. Wäh­rend unter Ubun­tu der Gedan­ke kon­se­quent fort­ge­setzt wur­de und über das Soft­ware-Cen­ter instal­lier­te Soft­ware auch deinstal­liert wer­den kann, muss der Mac-User hier selbst Hand anle­gen. Nach wie vor aber gestal­tet sich die Instal­la­ti­on und Pfle­ge von Soft­ware unter Win­dows am schwie­rigs­ten: setup.exe suchen, her­un­ter­la­den, auf Viren prü­fen, Wei­ter, Lizenz­be­din­gun­gen akzep­tie­ren, Wei­ter, Wei­ter, Fer­tig­stel­len, Ver­knüp­fun­gen vom Desk­top löschen… umständ­lich. Unter OS X war es bis­her so, dass eine Instal­la­ti­on dar­in bestand, das DMG mit der Anwen­dung her­un­ter­zu­la­den und das Icon in den Anwen­dun­gen-Ord­ner zu zie­hen. Geni­al ein­fach, ein­fach geni­al. Aber suchen muss­te man die Soft­ware, bis ges­tern, noch selbst. Unter Linux hin­ge­gen ist die­ses zen­tra­le Soft­ware­ver­wal­tungs­sys­tem schon lan­ge Zeit gang und gäbe. Auch die Updates kom­men auf die­sem Wege. Am war­tungs­freund­lichs­ten ist somit der Ubun­tu-Desk­top, mehr oder min­der dicht gefolgt von OS X, Schluss­licht bil­det Win­dows. Wie ich ein­gangs schon erwähn­te, hier schei­den sich die Geis­ter. Man­che bevor­zu­gen den Win­dows-Weg, wie­so auch immer… objek­tiv betrach­tet ist es der schwie­rigs­te und feh­ler­an­fäl­ligs­te.

4. Inno­va­tio­nen

Tja, die sucht man unter Win­dows ver­ge­bens, machen wir uns nix vor. Damit möch­te ich jetzt nicht sagen, dass OS X und Ubun­tu vor Inno­va­tio­nen nur so strot­zen, Win­dows kann hier trotz­dem nicht Schritt hal­ten. In den letz­ten Jah­ren ist der Trend von „ gibt’s nur für Win­dows“ ein­deu­tig gekippt und vie­ler­orts in das Gegen­teil umge­schla­gen: „Gibt’s nur für OS X“. Vie­le klei­ne Hel­fer­lein, die es unter OS X schon län­ge­re Zeit gibt, schei­nen ihren Weg, auch in Form einer Kopie, nicht auf die Win­dows-Platt­form zu fin­den. Ich den­ke hier­bei kon­kret an Pro­jek­te wie Alfred App, CloudApp, Grab­Box, Litt­leS­nap­per, Growl, Drop­zo­ne und so wei­ter. Vom Poli­shing, also der opti­schen Fines­se der meis­ten Mac-Appli­ka­tio­nen, abge­se­hen, haben vie­le die­ser Ide­en mitt­ler­wei­le in Form von Open-Source-Pro­jek­ten ihren Weg zur Linux-Platt­form gefun­den, Alfred und Growl bei­spiels­wei­se wer­den mitt­ler­wei­le sehr ordent­lich unter Ubun­tu nach­emp­fun­den. Auch die ein­ge­bau­ten inno­va­ti­ven Hel­fer von OS X wie das Dock, der Datei­schnell­be­trach­ter Quick Look oder die äußerst prak­ti­sche Funk­ti­on Expo­sé haben mitt­ler­wei­le Pen­dants unter Linux. Wobei man zum Dock sagen muss, dass Micro­soft hier fast das bes­se­re Dock geschaf­fen hat. Das Grund­kon­zept von Dock und Tas­kleis­te unter­schei­det sich kaum noch, aber die ein­ge­bau­te Fens­ter­vor­schau unter Win­dows 7 ist ein Schritt, den man bei Apple schein­bar nicht gehen woll­te. Was ich bei sehr vie­len Fens­tern aber sogar ver­ste­hen kann. Unprak­tisch ist es trotz­dem nicht.

5. Gerä­te­trei­ber

Noch immer eines der größ­ten Pro­ble­me, wenn man auf das freie Betriebs­sys­tem set­zen möch­te. Wer kann, soll­te sich noch vor dem Kauf eines Neu­ge­räts, egal ob Desk­top-PC oder Note­book, erkun­di­gen, ob eine voll­stän­di­ge Kom­pa­ti­bi­li­tät zu Ubun­tu gewähr­leis­tet ist. Es ist lei­der auch heu­te noch nicht selbst­ver­ständ­lich, dass sofort alles Out-of-the-Box läuft und es kann durch­aus pas­sie­ren, dass man Trei­ber per Hand kom­pi­lie­ren oder wenigs­tens auf­wän­dig kon­fi­gu­rie­ren muss. Mei­ner Erfah­rung nach sind die Jungs beim Ubun­tu-Pro­jekt aber wirk­lich schnell. Kauft man kein nagel­neu­es Gerät, wel­ches erst seit Wochen auf dem Markt ist, ist die Wahr­schein­lich­keit recht groß, dass funk­tio­nie­ren­de Trei­ber für die Wunsch­hard­ware vor­lie­gen. Mac OS und Win­dows geht es hier deut­lich bes­ser, selbst für Mac OS lie­fert mitt­ler­wei­le nahe­zu jeder Her­stel­ler pas­sen­de Trei­ber mit. Eine Aus­nah­me bil­det hier die Situa­ti­on der Dru­cker­trei­ber: ich habe es gera­de in letz­ter Zeit immer häu­fi­ger erlebt, dass ich Dru­cker unter Ubun­tu mit weni­ger Auf­wand als unter Win­dows und sogar mit weni­ger Auf­wand als unter OS X instal­lie­ren konn­te, da gera­de der Bereich der Laser­dru­cker mitt­ler­wei­le schein­bar fast voll­stän­dig Linux-kom­pa­ti­bel ist. Der Assis­tent iden­ti­fi­ziert das Gerät, holt den Trei­ber aus dem Repo­sito­ry, instal­liert ihn und man kann dru­cken.

6. Zukunft

Wie ich sie sehe. Ubun­tu wird immer mehr zu einem OS-X-Clon, was nicht zwin­gend etwas schlech­tes ist. So kom­men auch die, die sich bis­her nichts von Apple leis­ten konn­ten oder woll­ten in den Genuss einer her­vor­ra­gen­den Usa­bi­li­ty und User Expe­ri­ence (Buz­zwords, jaja…). Mark Shut­tle­worth selbst war es schließ­lich, der sei­ne Ent­wick­ler offen dazu ansta­chel­te, bei Apple abzu­gu­cken. Was Micro­soft zwar auch tut, aber eben unter der Hand. Unbe­streit­bar ist der Fakt, dass sehr vie­le der Apple-Fea­tures der­zeit von der Kon­kur­renz imi­tiert wer­den, was aber wie gesagt nicht unbe­dingt was schlech­tes ist. Micro­soft soll­te aus mei­ner Sicht end­lich mal den not­wen­di­gen Schritt tun und die Basis des Sys­tems aus­tau­schen, um die gan­zen Alt­las­ten los­zu­wer­den. So, wie Apple es vor rund 10 Jah­ren getan hat. Zum Abschluss möch­te ich noch sagen, dass ich Win­dows nicht per se als schlecht bezeich­ne, bei­lei­be nicht, es ist nur ein­fach schlech­ter als die Kon­kur­renz. Dies allein aber macht es noch nicht zu einem schlech­ten Betriebs­sys­tem.

7. Fazit

Wer mit sei­nem Com­pu­ter nur Brie­fe und E‑Mails schreibt, dem kann es herz­lich egal sein, wel­ches OS er benutzt, glück­lich dürf­te er mit allen wer­den. Ubun­tu hat hier ganz klar den Kos­ten­vor­teil auf sei­ner Sei­te, Win­dows den Vor­teil des gewohn­ten. Wer ger­ne Com­pu­ter­spie­le spielt, soll­te nach wie vor zu Win­dows grei­fen, auch wenn sich in die­sem Bereich das Blatt bereits zu wen­den begon­nen hat. Immer mehr auch kom­mer­zi­el­le Titel fin­den ihren Weg auf den Mac oder in Ubun­tu (Linux im All­ge­mei­nen). Wer krea­tiv ist, mit vie­len Daten zu arbei­ten hat und gern inno­va­ti­ve Soft­ware-Ide­en vor­fin­den möch­te, soll­te der­zeit zum Mac grei­fen, der Work­flow ist auf dem Mac der­zeit ein­fach am flüs­sigs­ten. Ubun­tu holt aber stark auf und Win­dows hat seit Ver­si­on 7 auch wie­der an Tem­po zuge­legt, bil­det den­noch das Schluss­licht die­ses Tri­os. Die Arbeits­ge­schwin­dig­keit (Wech­sel von Anwen­dun­gen, Auf­fin­den von Daten, Star­ten von Pro­gram­men, zur Ver­fü­gung stel­len von Daten wie Screen­shots, etc.) die ich unter OS X errei­che, ken­ne ich der­zeit von kei­nem ande­ren Betriebs­sys­tem, was natür­lich eine gewis­se Pha­se der Ein­ge­wöh­nung vor­aus­setzt. In grö­ße­ren Betrie­ben ist Win­dows natür­lich nach wie vor nicht weg­zu­den­ken, zu vie­le Anwen­dun­gen, die es nur für Win­dows gibt und deren Por­tie­rung wahn­sin­nig teu­er wäre, ist dort instal­liert und im Ein­satz. Das ist hier aber eher weni­ger eine Fra­ge des Betriebs­sys­tems und des­sen Kom­fort oder Leis­tungs­fä­hig­keit, wie gern in den bekann­ten Fla­me-Wars ins Fel­de geführt wird, son­dern eher eine Geld­fra­ge.

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Versuch macht kluch, oder: Geht’s auch ohne Apple?

Ich habe vor eini­ger Zeit eine Art Selbst­ver­such gestar­tet: mein iMac und mein Mac­Book waren jeweils drei Jah­re alt, das Bedürf­nis nach neu­er Hard­ware war geweckt. Also wan­der­ten bei­de Gerä­te zur eBucht und fan­den dort auch für recht ordent­li­ches Geld einen neu­en Besit­zer.

Einen Nach­fol­ger für den iMac hat­te ich zu dem Zeit­punkt schon: ein iMac 27″. Ein tol­les Gerät, jeder Cent war wohl­in­ves­tiert.

Beim Mac­Book woll­te ich mir aber nicht so recht ent­schei­den. Ich habe das Mac­Book nicht son­der­lich inten­siv genutzt, stre­cken­wei­se lag es wochen­lang unge­nutzt in sei­ner Hül­le auf mei­nem Schreib­tisch rum. Per­len vor die Säue also, immer­hin kos­te­te das Gerät etwas über 800 €. Zum Rum­lie­gen­las­sen eigent­lich zu viel Geld. Das Mac­Book Air 11″ lacht mich seit sei­ner Ver­öf­fent­li­chung an, weil es eigent­lich genau auf mein Nut­zungs­pro­fil zuge­schnit­ten ist. Wäre da nicht der recht hap­pi­ge Preis von fast 1.000 €. Auch hier wie­der, zum Rum­lie­gen­las­sen viel zu viel Geld. Der Form­fak­tor reizt mich aber mas­siv, die Bild­schirm­auf­lö­sung genau so.

Ich schau­te mich also ein wenig bei der Kon­kur­renz um und wur­de auf das Leno­vo Think­Pad Edge auf­merk­sam, das es auch als Ver­si­on mit 11″-Display gibt. Und das schon für recht schlan­ke 330 € ohne Betriebs­sys­tem. In der jetzt bei mir ste­hen­den Ver­si­on mit Dual-Core-AMD-CPU und 4 GB RAM hat mich das gute Stück gera­de mal 380 Flo­cken gekos­tet, rund 500 € weni­ger, als ich im Apple-on-Cam­pus-Store für das Mac­Book Air hät­te zah­len müs­sen. Natür­lich, es fehlt die SSD, die Laut­lo­sig­keit, Mac OS X und ver­mut­lich auch ein wenig Rechen­power, bis auf die Laut­lo­sig­keit und Mac OS X aber durch­aus Din­ge, die mich nicht son­der­lich stö­ren, so sel­ten, wie ich das Gerät ein­set­ze. Wit­zi­ge Anek­do­te am Ran­de: die Dual-Core-Ver­si­on ist deut­lich lei­ser als die Ver­si­on mit der Sin­gle-Core-CPU. Wer also mit dem Gedan­ken spielt, sich die klei­ne Vari­an­te zu kau­fen, soll­te zum Dual-Core-AMD grei­fen. Das Feh­len von Mac OS X zu Ver­schmer­zen wiegt schon deut­lich schwe­rer, aber Mark Shut­tle­worth sei Dank gibt es eigent­lich ein Sys­tem, das ähn­lich toll funk­tio­niert und auch fast so toll aus­sieht wie das OS aus Cup­er­ti­no: Ubun­tu.

Aber eben auch nur fast. Auf der ver­bau­ten 320 GB gro­ßen Fest­plat­te befin­den sich nun Win­dows 7 Pro­fes­sio­nal und Ubun­tu 10.10. Auf­grund der recht hohen DPI-Zahl und der damit ver­bun­de­nen Auf­lö­sung von 1.366x768 Pixel lässt sich mit bei­den Sys­te­men sogar arbei­ten, im Gegen­satz zu Net­books, die auf­grund ihrer 1024x600 voll­stän­dig aus­fal­len. Bei­de Sys­te­me lau­fen halb­wegs annehm­bar flott auf der Maschi­ne, wobei Win­dows 7 deut­lich trä­ger zugan­ge ist als dies bei Ubun­tu der Fall ist. Aber arbei­ten lässt sich damit trotz­dem halb­wegs. Die Akku­lauf­zeit nimmt sich unter bei­den Sys­te­men nichts, je nach Anwen­dungs­art hält der Akku zwi­schen drei und vier Stun­den. Für den Preis des Note­books ein durch­aus akzep­ta­bler Wert.

Nun aber zu den Punk­ten, die mich das Gerät schon fast wie­der zurück­schi­cken und ein Mac­Book Air bestel­len las­sen:

1. Win­dows. Es ist und bleibt unbe­nutz­bar. Die zuge­kauf­te Blue­tooth-Maus funk­tio­niert nicht zuver­läs­sig. Nach dem Anmel­den bekom­me ich eine Feh­ler­mel­dung, die mit einer feh­len­den DLL zu tun hat, die zum Blue­tooth-Stack zu gehö­ren scheint. Ich muss also nach jeder Anmel­dung die Maus erneut ver­bin­den. Feh­ler­be­he­bung schei­ter­te bis­her. Der Feh­ler tritt aber auch erst ein, seit Win­dows ein Update für den Think­Pad-Blue­tooth-Stack ein­ge­spielt hat. Wohl­ge­merkt über das auto­ma­ti­sche Update, ich hab das Trei­ber­up­date nicht selbst von Leno­vo geholt, lief ja alles vor­her. Es scheint nach wie vor zu viel ver­langt zu sein, dass Stan­dard­hard­ware ein­fach funk­tio­niert. Von Nicht-Vor­han­den­sein mei­ner gan­zen gelieb­ten und erfor­der­li­chen CLI-Tools mal abge­se­hen, bleibt Win­dows für mich ein rotes Tuch.

2. Ubun­tu. Eigent­lich toll. Wirk­lich. Mit ein wenig Hand­ar­beit kann ich den von mir so gelieb­ten Work­flow, den ich unter OS X hab fast nach­bau­en. Expo­sé, Quick­look, Ter­mi­nal (samt scp, curl, wget, tail, grep, cat und ssh), alle mei­ne Freun­de sind da, die ich tag­täg­lich für die Arbeit nut­ze. Von dem gan­zen Schatz an frei­er Soft­ware mal abge­se­hen, die teil­wei­se wirk­lich phä­no­me­nal ist. Und alles bleibt so schön ein­fach Up-To-Date, der inte­grier­ten Paket­ver­wal­tung sei Dank. Aber lei­der hat die­se hei­le Welt in mei­nem Fal­le auch Schat­ten­sei­ten: Sus­pend to RAM und Mul­ti­touch funk­tio­nie­ren nicht. Das Gerät geht zwar schla­fen, wacht dann aber nicht wie­der auf. Und Mul­ti­touch funk­tio­niert ein­fach gar nicht. Für mich, als dies­bzgl. wirk­lich ver­wöhn­ten Mac-User ein abso­lu­tes No-Go.

Und nun ste­he ich da. Ich habe 500 € gespart, muss mich aber mit zwei Betriebs­sys­te­men rumär­gern, die zwar bei­de nicht wirk­lich schlecht sind, das eine aber für mei­ne nor­ma­len Ein­satz­zwe­cke nicht zu gebrau­chen ist und das zwei­te die Kom­fort­fea­tures, an die ich mich so gewöhnt hab, nament­lich Mul­ti­touch und Sus­pend-to-RAM, auf mei­ner Hard­ware nicht bie­tet. Win­dows so umzu­bau­en, dass es mei­nen Ansprü­chen genügt wür­de den Rah­men ein­deu­tig spren­gen, bei Ubun­tu bleibt mir noch zu hof­fen, dass die Ent­wick­ler ent­spre­chen­de Patches zeit­nah ver­öf­fent­li­chen wer­den. Aber ob all der Ärger 500 € wert ist, fra­ge ich mitt­ler­wei­le wirk­lich…

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Alles neu in Windows 7 und keiner nutzt es

Win­dows 7 ist nun nicht erst seit ges­tern auf dem Markt und trotz­dem, wenn ich mir die Benut­zer des Sys­tems anschaue, behan­deln sie es zumeist wie ein Win­dows XP oder 2000. Vie­le stel­len gleich als ers­tes die Aero-Ober­flä­che ab (häu­fig mit der ziem­lich frag­wür­di­gen Begrün­dung, sie sei zu bunt), wol­len die­se „furcht­ba­re neue Tas­kleis­te“ aus­schal­ten und ver­su­chen, ihr Start­me­nü wie­der ein­spal­tig zu bekom­men. Es grenzt schon fast an Iro­nie, wie die Kun­den Micro­softs sämt­li­che Bemü­hun­gen das Sys­tem benut­zer­freund­li­cher zu machen tor­pe­die­ren, indem sie alles deak­ti­vie­ren, was man nur deak­ti­vie­ren kann. Linux-Benut­zern wird ja häu­fig vor­ge­wor­fen, sie sei­en Frick­ler. Aus mei­ner Sicht trifft das eher auf den „fort­ge­schrit­te­nen“ Win­dows-Nut­zer zu. Die­se bie­gen sich näm­lich alles so zurecht, wie sie es vor 15 Jah­ren vor­ge­fun­den haben.

Was mir nach der ers­ten Instal­la­ti­on eines Win­dows 7 posi­tiv auf­fiel war, neben der im Ver­gleich zu Vis­ta deut­lich erhöh­ten Arbeits­ge­schwin­dig­keit, die neue Tas­kleis­te. Das zugrun­de­lie­gen­de Kon­zept, jede Anwen­dung bekommt genau ein Icon, kennt man schon län­ger, näm­lich aus der Apple-Welt, aber Micro­soft hat hier noch einen Schritt wei­ter gedacht: hovert man das Icon, sieht man eine Minia­turan­sicht sämt­li­cher Fens­ter, die zu dem Icon gehö­ren. Vor­bei sind die Zei­ten, in denen man dank der Tas­kleis­te nicht sinn­voll mit mehr als 10 Fens­tern hat arbei­ten kön­nen. Aber was pas­siert? Die alt­ein­ge­ses­se­nen Win­dows-Nut­zer beschwe­ren sich, weil sich etas geän­dert hat. Ich, als Unbe­tei­lig­ter, freue mich, dass sich end­lich mal was tut. Aber selbst die Nut­zer, die sich nicht beschwe­ren, zie­hen kei­nen Nut­zen aus die­ser tol­len Neue­rung, sie arbei­ten wei­ter wie gehabt. Aber wor­an liegt’s? Ver­mut­lich dar­an, dass Micro­soft nie­man­den auf die Mög­lich­kei­ten auf­merk­sam macht, die sich durch die­se neue Tas­kleis­te bie­ten. Wel­che das sein sol­len?

1. Ent­las­tung des Desk­tops

1.1 Und da soll man noch was fin­den?

Vie­le Win­dows-Nut­zer legen (aus Bequem­lich­keit?) ein­fach alles auf dem Desk­top ab, was ihnen gera­de so über den Weg läuft: Down­loads, neu erstell­te Doku­men­te, von Pro­gramm­in­stal­la­tio­nen ange­leg­te Ver­knüp­fun­gen, tem­po­rä­re Datei­en und so wei­ter. Bei sehr vie­len Anwen­dern ist wirk­lich kaum oder gar kein frei­er Platz mehr auf dem Desk­top aus­zu­ma­chen. Ähn­lich wie bei einem rea­len Schreib­tisch, des­sen Meta­pher der vir­tu­el­le Desk­top ja nun mal sein soll, fin­det man aber ob der vie­len Sym­bo­le rein gar nichts mehr wie­der. For­dert man sol­che Benut­zer aber zum Auf­räu­men auf, sind sie steif und fest der Mei­nung, das alles noch zu brau­chen. Und natür­lich genau dort, auf dem Desk­top, weil man es da ja am schnells­ten wie­der fin­det. Was natür­lich nicht der Fall ist, aber wenn man sich das erst mal in den Kopf gesetzt hat… Der Desk­top wird bei den meis­ten Win­dows-Nut­zern nach dem Start der ers­ten Anwen­dung voll­stän­dig über­deckt. Um jetzt an des­sen Inhalt zu kom­men, muss man also erst mal auf irgend­ei­ne Art und Wei­se für eine Mini­mie­rung der Fens­ter sor­gen. Das kos­tet Zeit und Mühe. Sind alle Fens­ter mini­miert, geht das gro­ße Gesu­che los. Ist es eines der weni­gen Sym­bo­le, das man wirk­lich stän­dig benö­tigt, geht das natür­lich schnell, ansons­ten braucht es eben eine Wei­le.

1.2 Der Schnell­start­be­reich ist obso­let

Auf­grund der Tat­sa­che, dass jedes Pro­gramm ohne­hin genau einen Platz­hal­ter in der Tas­kleis­te nach dem Start belegt, braucht die Schnell­start­leis­te mitt­ler­wei­le wirk­lich kein Mensch mehr. Denn auch hier habe ich Aus­wüch­se gese­hen, die mir mei­ne Nacken­haa­re haben zu Ber­ge ste­hen las­sen. 20 und mehr Icons in der Schnell­start­leis­te bei einer Sym­bolgrö­ße von 16x16(?) sind wohl reich­lich nutz­los. Auch hier wird man eini­ge weni­ge Icons sofort zuord­nen kön­nen, bei allen wei­te­ren muss wie­der gesucht wer­den. Der Zeit­vor­teil ist dahin. Aber man braucht all die­se Sym­bo­le ja stän­dig…

1.3 Mit der Maus star­ten ist out

Und mitt­ler­wei­le auch voll­stän­dig über­flüs­sig. Unter Win­dows 7 ist der Desk­top opti­ma­ler­wei­se voll­stän­dig leer, bis eben auf den Papier­korb und die Objek­te, mit denen man gera­de brand­ak­tu­ell arbei­tet. Pro­gram­me wer­den nicht über Ver­knüp­fun­gen auf dem Desk­top gestar­tet, son­dern über den Such­be­reich im Start­me­nü oder aber eben über Sym­bo­le in der Tas­kleis­te, die ohne­hin nach dem Pro­gramm­start auf­tau­chen wür­den. Das hal­be Dut­zend bis Dut­zend Pro­gram­me, wel­ches man am häu­figs­ten ver­wen­det, kann man mit einem Rechtsklick gefolgt von „An Tas­kleis­te anhef­ten“ dau­er­haft in die Tas­kleis­te ver­frach­ten, wo man es dann sofort star­ten kann, auch wenn schon 20 wei­te­re Fens­ter offen sind und den Blick auf den Desk­top ver­sper­ren. Soll­te man nun spon­tan ein Pro­gramm star­ten müs­sen, das sich nicht in der Tas­kleis­te befin­det, genügt ein Druck auf die Win­dows-Tas­te und der fol­gen­den Ein­ga­be der Anfangs­buch­sta­ben des gesuch­ten Objekts. Gera­de beim durch­schnitt­li­chen Benut­zer befin­den sich nicht so vie­le Objek­te auf der Fest­plat­te, dass ver­mut­lich schon der ers­te Tref­fer, kor­rek­te Ein­ga­be des Such­be­griffs vor­aus­ge­setzt, zum Erfolg führt. Ein Druck auf die Enter­tas­te, schon wird das Pro­gramm gestar­tet bzw. die Datei gela­den.

Die neue Tas­kleis­te ist ja nicht das ein­zig neue Fea­ture von Win­dows 7, des­we­gen soll­te auch über die fol­gen­den The­men mal nach­ge­dacht wer­den:

2. „Natür­li­chi­fi­zie­rung“ des Sys­tems

Durch die sanft ein- und aus­blen­den­den Fens­ter gewinnt das gesam­te Sys­tem einen deut­lich „natür­li­che­ren“ Ein­druck. Wir ken­nen sol­che Ansät­ze auch aus ande­ren Indus­trie­zwei­gen. Die Auto­in­dus­trie bei­spiels­wei­se ver­baut sol­che Tech­ni­ken in Innen­raum­be­leuch­tun­gen. In aktu­el­len Fahr­zeu­gen ist die­se nicht plötz­lich an und wie­der aus, son­dern wird lang­sam hel­ler bzw. dunk­ler. Auch der Ener­gie­spar­mo­dus mei­nes iMacs schal­tet das Dis­play nicht schlag­ar­tig dun­kel, son­dern ver­dun­kelt es vor­her lang­sam. Die Son­ne ist ja auch nicht plötz­lich da und weg. Genug der Bei­spie­le, die Poin­te soll­te klar gewor­den sein.

Auch die teil­trans­pa­ren­ten Titel­leis­ten der Fens­ter tra­gen ihren Teil dazu bei, da durch die­se der Unter­schied zwi­schen akti­ven und inak­ti­ven Fens­tern deut­lich ver­stärkt wird. Dies wie­der­um führt zu einer grö­ße­ren Über­sicht­lich­keit. Von den Fens­ter­schat­ten ganz zu schwei­gen, die­se kann ich gar nicht mehr weg­den­ken, sie erhö­hen mas­siv die Plas­ti­zi­tät der Sys­tem­op­tik. In ande­ren Berei­chen will auch nie­mand mehr fla­che, 2D-arti­ge Objek­te haben.

Die Welt ist nun mal drei­di­men­sio­nal, wie­so soll­ten Betriebs­sys­tem­ober­flä­chen nicht auch etwas mehr in Rich­tung Drei­di­men­sio­na­li­tät wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den?

3. Bes­se­re Nut­zung von Res­sour­cen

Ja, so para­dox es klingt, ohne Bench­marks ange­stellt zu haben, habe ich das Gefühl, dass die Akti­vie­rung der Aero-Ober­flä­che einen Geschwin­dig­keits­zu­wachs bringt. Das wäre auch nahe­lie­gend, immer­hin soll­te nach der Akti­vie­rung der 3D-Chip die Zeich­nung der Fens­ter über­neh­men und nicht mehr die CPU. Der Pro­zes­sor und auch der Arbeits­spei­cher soll­ten durch die Akti­vie­rung von Aero also ent­las­tet wer­den. Tat­säch­lich kommt mir Win­dows 7 ab einem bestimm­ten Leis­tungs­ni­veau auf glei­cher Hard­ware schnel­ler vor als Win­dows XP.

4. Ver­bes­ser­tes Fens­ter-Hand­ling

Micro­soft hat Win­dows 7 außer­dem eine sehr prak­ti­sche Fea­ture-Grup­pe zum ver­bes­ser­ten Hand­ling von Fens­tern spen­diert. Zieht man näm­lich ein belie­bi­ges Fens­ter gegen den obe­ren Bild­schirm­rand, mini­miert sich die­ses. Löst man es wie­der vom Bild­schirm­rand, nimmt es sei­ne ursprüng­li­che Grö­ße an. Glei­ches gilt, wenn man ein Fens­ter gegen den lin­ken
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spek­ti­ve rech­ten Bild­schirm­rand zieht. Nur wird das Fens­ter so nicht maxi­miert, son­dern in der hori­zon­ta­len geteilt, nimmt also genau die hal­be Bild­schirm­brei­te ein. Zu guter letzt gibt es noch das Schüt­teln, mit dem der Benut­zer dafür sorgt, dass alle Fens­ter außer dem geschüt­tel­ten mini­miert wer­den. Ein erneu­tes Schüt­teln stellt alle Fens­ter wie­der her.

Viel­leicht liest die­sen Arti­kel ja der eine oder ande­re Win­dows-7-Benut­zer und über­denkt sei­ne Arbeits­wei­se anhand der Denk­an­stös­se noch mal. Win­dows 7 macht das Arbei­ten deut­lich effi­zi­en­ter, wenn man es denn nur zulässt.

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Kurztest des Samsung N130

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Ich woll­te auch end­lich mal mit­re­den und nicht nur aus der Fer­ne ein Net­book betrach­tet haben. Ich habe mir also ein Sam­sung N130 orga­ni­siert um beur­tei­len zu kön­nen, ob die vie­len (Vor-)Urteile in Sachen Net­book wirk­lich zutref­fend sind. Ich woll­te prü­fen, ob man mit einem Net­book tat­säch­lich arbei­ten kann, oder ob es, wie mei­ne bis­he­ri­ge Mei­nung lau­tet, wirk­lich nur dafür gut ist, mal eine Web­site auf­zu­ru­fen oder eine E‑Mail zu schrei­ben.

Das Sam­sung N130 kos­tet der­zeit rund 240,- €, gehört also zu den güns­ti­ge­ren Gerä­ten die­ser Klas­se. Die Hard­ware­aus­stat­tung liegt im nor­ma­len Bereich mit 1 GB RAM, einer 160 GB gro­ßen Fest­plat­te und einem Intel Atom N270 mit 1,6 GHz, Blue­tooth ist lei­der nicht an Bord, dafür befin­det sich aber eine Web­cam im Dis­play­rah­men. All dies ver­spricht natür­lich kei­ne Höchst­leis­tung, aber dafür bekommt man ein äußerst trans­por­ta­bles Gerät mit lan­ger Akku­lauf­zeit und wenig Platz­be­darf.

Ich habe das Gerät also aus­ge­packt und den Akku erst mal durch­ge­la­den. Dann ging es schon gut los: ich habe den Schal­ter zum Ein­schal­ten des Geräts nicht gefun­den. Die­ser befin­det sich an der Vor­der­sei­te des Geräts und wird nicht aus­ge­zeich­net durch farb­li­che Her­vor­he­bung oder einen Sti­cker, der dar­auf hin­wei­sen könn­te. Es ist kein klas­si­scher Tas­ter, wie man ihn erwar­ten wür­de, son­dern ein Schie­ber, wie man ihn von Note­boo­kak­ku­fä­chern oder WLAN-/Blue­tooth-Schal­tern an Note­books kennt.

Vor­in­stal­liert ist Win­dows 7 Star­ter Edi­ti­on, wel­ches nach dem Erst­start glatt, noch bevor irgend­wel­che Benut­zer­ein­ga­ben statt­fan­den einen Neu­start benö­tig­te. Nach dem ers­ten Neu­start, vier Minu­ten sind bis hier­hin bereits ver­gan­gen, frag­te das Win­dows-7-Set­up eini­ge Benut­zer­da­ten wie Name und Kenn­wort ab und bat um einen WLAN-Schlüs­sel. Nach­dem wei­te­re drei Minu­ten ver­gan­gen waren (also mit­ter­wei­le rund sie­ben davon) star­te­te der sog. Chain­in­stal­ler, der eine Rei­he von Set­ups durch­führ­te. Die­ser Vor­gang dau­er­te weit über eine Stun­de, wäh­rend der das Sys­tem kei­ner­lei Rück­mel­dung über die ver­blei­ben­de Rest­zeit aus­gab. Aus mei­ner Sicht, und abge­se­hen von der Zeit, ein abso­lu­tes No-Go. Gera­de des­we­gen, weil viel­leicht nicht jeder Benut­zer die­se Anwen­dun­gen auch haben möch­te. Nega­tiv auf­ge­fal­len ist auch die Mischung der Spra­chen beim Set­up, hier sind eng­li­sche und deut­sche Tex­te auf mei­nem Bild­schirm auf­ge­taucht. Nach über einer Stun­de muss­te man dann noch einen Par­ti­tio­nie­rungs­vor­schlag abge­ben (ich habe hier den Stan­dard­wert ver­wen­det) und das Gerät erneut neu star­ten. Bis nach die­sem Neu­start sind sat­te 1:32 Stun­den ver­gan­gen. Vor­ge­fun­den habe ich nach erfolg­rei­cher Instal­la­ti­on den bereits ver­al­te­ten Ado­be Reader 9.1 (aktu­ell ist 9.3), eine Ver­suchs­ver­si­on des Micro­soft Office 2007 Home and Stu­dent, die Sam­sung-eige­ne Soft­ware AnyPC, Cyber­link You­Cam, McA­fee-Viren­scan­ner und noch eini­ge Sys­tem­pfle­ge­tools von Sam­sung. Feh­len durf­te natür­lich auch nicht ein Spie­le­pa­ket namens “Sam­sung Game­Pack” mit eini­gen mehr oder min­der wit­zi­gen Spiel­chen für zwi­schen­durch. Nach nun also mitt­ler­wei­le über 1,5 Stun­den durf­te erst mal das Sam­sung-Tool “Sam­sung Update Plus” gestar­tet wer­den, damit die wich­tigs­ten Updates für das Sys­tem her­un­ter­ge­la­den wer­den konn­ten. Nach dem Selbst­up­date der Soft­ware (die auch wie­der ohne Rück­mel­dung vom Sys­tem ablief) dau­er­te es wei­te­re 45 Minu­ten, bis auch die übri­gen von Sam­sung ange­bo­te­nen Updates instal­liert waren. Toll war auch, dass man immer nur ein Update zeit­gleich instal­lie­ren konn­te. Es wäre ja auch zu schön gewe­sen, wenn der Sam­sung-Updater die Instal­la­ti­on in der rich­ti­gen Rei­hen­fol­ge für einen vor­ge­nom­men hät­te. Wäh­rend ich die­se fünf Updates also instal­lier­te, muss­te ich das Sys­tem ins­ge­samt zwei Mal neu star­ten. Dau­er der gan­zen Akti­on, wie gesagt, rund eine Drei­vier­tel­stun­de. Hab ich schon erwähnt, dass das Win­dows Update noch nicht gelau­fen ist? Nicht? Na ja, das war­te­te auch noch auf mich. Bis ich dann über die Brow­ser­wahl einen rich­ti­gen Brow­ser (in die­sem Fal­le Goog­le Chro­me) und alle erfor­der­li­chen Updates instal­liert hat­te, sind dann wei­te­re 60 Minu­ten ins Land gezo­gen. Der Down­load der Updates nahm davon kei­ne fünf in Anspruch. Mitt­ler­wei­le sind wir also bei über drei Stun­den Vor­be­rei­tungs­zeit ange­langt. Natür­lich, die Updates hät­te man auch weg­las­sen kön­nen, aber wer geht frei­wil­lig mit einem nicht aktua­li­sier­ten Win­dows ins Inter­net? Also ich nicht.

Zusam­men­fas­send: der ers­te Ein­druck ist ver­nich­tend. Bis zur ers­ten Inbe­trieb­nah­me des Geräts ver­gin­gen weit über drei Stun­den. Ich habe mich nach die­ser Orgie ernst­haft gefragt, ob jemand aus dem Mar­ke­ting oder von den Inge­nieu­ren die­sen Pro­zess mehr als ein Mal hat über sich erge­hen las­sen. Der angeb­lich so unhör­bar lei­se Lüf­ter war wäh­rend des gan­zen Pro­zes­ses durch­aus hör­bar und am Schau­feln. Laut war das Gerät trotz allem nicht, mein Mac­Book mit einem Core2Duo ist unter Last aber kaum lau­ter und selbst mein bil­li­ges Zweit­note­book von Acer (330 € vor ca. zwei Jah­ren) ist nicht deut­lich lau­ter als die­ses Gerät.

Von den mit­ge­lie­fer­ten Anwen­dun­gen ist kaum etwas wirk­lich nutz­bar. Der Groß­teil der Sam­sung-Tools benö­tigt admi­nis­tra­ti­ve Rech­te, was in ner­vi­gen UAC-Orgi­en aus­ar­tet. Vor­in­stal­liert ist auch eine Soft­ware namens Fail­Safe, die einem das Remo­te-Löschen sei­ner Daten im Fal­le eines Dieb­stahls ermög­li­chen soll. Sehr gute Idee von Sam­sung, eine sol­che Soft­ware vor­zu­in­stal­lie­ren, lei­der han­delt es sich aber nur um eine 60-Tage-Ver­si­on, was auf­grund des Gerä­te­prei­ses aber durch­aus nach­voll­zieh­bar ist. Doof an die­ser Soft­ware ist nur, dass sie sich stän­dig in den Vor­der­grund drängt und gekauft wer­den möch­te. Äußerst ner­vig, wenn man die Soft­ware nun wirk­lich nicht haben will. Das zeit­auf­wän­dig vor­in­stal­lier­te Micro­soft Office 2007 kommt ohne Seri­en­num­mer daher, obwohl die auf dem Desk­top ange­leg­te Ver­knüp­fung erst gutes hof­fen lässt: Micro­soft Office 1‑Jahr-Pre­paid­ver­si­on-Online. Wenn man die­sen aber anklickt, kommt man auf die US-Down­load­sei­te für die 30-Tage-Tri­al. Beim Start von Word wird man um einen Pro­duct Key gebe­ten. Auch ver­patzt. Bevor ich nun mit der “Arbeit” begin­ne, woll­te ich noch die Sys­tem­soft­ware sichern. Umfang der Siche­rung etwa 969 MB, Dau­er des Kopier­vor­gangs auf mei­nen SafeStick Pro (Schreibra­te an mei­nem iMac ca. 20 — 25 MB pro Sekun­de) etwa eine Stun­de bei einer Kopier­ge­schwin­dig­keit von 0,2 — 0,3 MB pro Sekun­de. Ich ver­knei­fe mir wei­te­re Kom­men­ta­re.

Die Anwen­dungs­per­for­mance: You­Tube-Vide­os in Chro­me lau­fen nach eini­gen Sekun­den des Ein­pen­delns mit Aus­nah­me von weni­gen kur­zen Aus­set­zern flüs­sig. Das habe ich gleich als ers­tes aus­pro­biert, weil dies in den Rezen­sio­nen bei amazon.de immer wie­der bemän­gelt wur­de. Mit Chro­me konn­te ich die Kri­tik aller­dings nur teil­wei­se nach­voll­zie­hen. Auf­grund der gerin­gen Leis­tung eines Atom-Pro­zes­sors ist die Geschwin­dig­keit also durch­aus nach­voll­zieh­bar und zeigt erneut, was für ein Res­sour­cen­kil­ler Flash wirk­lich ist. Die instal­lier­te Ver­si­on des MS Office 2007 ist halb­wegs flüs­sig bedien­bar, das Abspei­chern und Öff­nen von Datei­en dau­ert aber auch eine gefühl­te Ewig­keit. Vie­le Rezen­sen­ten bei amazon.de berich­te­ten, dass ein Spei­che­rup­grade auf 2 GB den Groß­teil die­ser Sym­pto­me behe­ben konn­te, vie­le Net­book-Kun­den, so könn­te ich mir vor­stel­len, wis­sen aber gar nicht um die Mög­lich­keit, den Arbeits­spei­cher auf­zu­rüs­ten. Die Kos­ten hier­für sind mini­mal, sofern man das selbst machen kann. Alle ande­ren müs­sen auf den Preis des RAM-Moduls (2 GB DDR2 PC667) noch ca. 30 Minu­ten an Arbeits­wer­ten in der Com­pu­ter­werk­statt ihres Ver­trau­ens oben drauf schla­gen.

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Win­dows 7 Star­ter Edi­ti­on: Ein voll­stän­dig zuge­müll­ter Desk­top

Um es auf den Punkt zu brin­gen: wer mit der Maschi­ne wirk­lich arbei­ten möch­te, soll­te das Win­dows 7 Star­ter Edi­ti­on, wel­ches ohne­hin in vie­len Punk­ten gegen­über einer “Voll­ver­si­on” kas­triert ist, schnellst­mög­lich von der Fest­plat­te wer­fen. Ob man dann hier zum hoff­nungs­los ver­al­te­ten Win­dows XP greift oder lie­ber über den Tel­ler­rand schaut und ein Betriebs­sys­tem nimmt, das bes­ser auf den Ein­satz auf die­ser Gerä­te­klas­se ange­passt ist, muss man natür­lich selbst wis­sen. 

Ich habe hier zum brand­neu­en Ubun­tu 10.04 Net­book Edi­ti­on gegrif­fen, wel­ches vor weni­gen Tagen ver­öf­fent­licht wur­de. Da das Sam­sung über kein opti­sches Lauf­werk ver­fügt, muss­te ich zuerst ein start­fä­hi­ges USB-Medi­um mit dem Sys­tem erstel­len, was aber von einem bereits instal­lier­ten Ubun­tu 10.04 aus ein Kin­der­spiel war. Im Menü Sys­tem -> Sys­tem­ver­wal­tung gibt es den Start­me­di­en­er­stel­ler. Den füt­tert man mit dem ISO, wel­ches man unter ande­rem von mei­nem Ser­ver unter http://downloads.ulfklose.de/ubuntu-10.04-netbook-i386.iso her­un­ter­la­den kann, und stöp­selt einen aus­rei­chend gro­ßen (mind. 2 GB) USB-Stick ein, auf den nun das Live-Sys­tem, wel­ches man auch auf den CDs fin­det, instal­liert wird. Die­ser Vor­gang dau­ert bei einem halb­wegs flot­ten USB-Stick nur weni­ge Minu­ten. Danach kann man das Net­book von die­sem USB-Stick star­ten, wenn man vor­her im BIOS die Boot-Rei­hen­fol­ge ent­spre­chend geän­dert hat. Den Rezen­sio­nen auf amazon.de nach hat die Instal­la­ti­on von Ubun­tu auf die­ser Maschi­ne aber einen klei­nen Haken: man ver­liert damit nicht nur die Sys­tem­par­ti­ti­on mit Win­dows 7, son­dern über­flüs­si­ger­wei­se auch gleich sei­ne Reco­very-Par­ti­ti­on. Die­ser Schritt ist also ziem­lich end­gül­tig. Da ich mich zu die­sem Zeit­punkt schon dazu ent­schie­den hat­te, das Gerät zurück­zu­sen­den, habe ich dar­auf ver­zich­tet, das Sys­tem tat­säch­lich auf die Fest­plat­te auf­zu­spie­len. Das war aber glück­li­cher­wei­se auch gar nicht nötig, denn das Live-Sys­tem lief von mei­nem USB-Stick aus so der­ma­ßen schnell, dass man die Fest­plat­te auch hät­te aus­bau­en kön­nen. Der Sys­tem­start dau­er­te etwas län­ger als der von Win­dows 7 (zur Erin­ne­rung: Win­dows 7 von Fest­plat­te, Ubun­tu vom USB-Stick), danach war das Sys­tem aber so was von flott, dass die­ser Ärger schnell ver­ges­sen war. Die Ubun­tu Net­book Edi­ti­on ist her­vor­ra­gend auf die klei­nen Dis­plays der Net­books ange­passt, da hier kein regu­lä­res Sys­tem für die Ver­wal­tung der Anwen­dun­gen und Daten ver­wen­det wird, son­dern eine Art Kar­tei­kar­ten­rei­ter­sys­tem, die aber die glei­chen Namen tra­gen wie die Menüs in einem frisch instal­lier­ten regu­lä­ren Ubun­tu. You­Tube-Vide­os lie­fen in 480p flüs­sig, die vor­in­stal­lier­ten Anwen­dun­gen star­te­ten vom USB-Stick nor­ma­ler­wei­se bin­nen weni­ger Sekun­den, die ver­bau­te Hard­ware wur­de voll­stän­dig erkannt. So kam ich sofort in den Genuss von WLAN und der Gra­fik­chip wur­de schein­bar auch voll­stän­dig kor­rekt erkannt. Und, ich wie­der­ho­le mich, die Per­for­mance war echt beein­dru­ckend. Für mich steht fest: soll­te ich jemals ein Net­book kau­fen, wird die Ubun­tu Net­book Edi­ti­on instal­liert. Sie sieht nicht nur bes­ser aus als Win­dows 7 son­dern kommt auch mit dem Limi­tie­run­gen die­ser Gerä­te­klas­se deut­lich bes­ser zurecht als Win­dows. Geschwin­dig­keit und Über­sicht­lich­keit sind bei Ubun­tu Net­book Edi­ti­on gege­ben, von Win­dows 7 kann ich das nicht behaup­ten. Der Voll­stän­dig­keit hal­ber habe ich dann noch mal ein regu­lä­res Ubun­tu 10.04 LTS vom Stick gestar­tet. Selbst vom Live-Stick war das Sys­tem schnel­ler als Win­dows 7 von der Fest­plat­te. Ich wie­der­ho­le mei­ne Emp­feh­lung an die Besit­zer die­ses Geräts also noch mal: Win­dows 7 end­gül­tig ent­fer­nen, Ubun­tu (Net­book Edi­ti­on oder nicht) drauf und schon kann man mit dem Sys­tem im Aus­lie­fe­rungs­zu­stand ein­wand­frei arbei­ten. Die pro­gnos­ti­zier­te Akku­lauf­zeit beträgt im Übri­gen weit über sie­ben Stun­den unter der Ubun­tu Net­book Edi­ti­on.

Typisch für Net­books ist die Tas­ta­tur, auch für einen Men­schen wie mich, der Zehn-Fin­ger blind schreibt, etwas gewöh­nungs­be­dürf­tig, aber noch akzep­ta­bel. Ein­zig ner­vig ist die Anord­nung der Tas­te mit den <- und >-Sym­bo­len, die­se liegt auf der rech­ten Sei­te der Tas­ta­tur links neben der Umschalt­tas­te. Wie­so? Kei­ne Ahnung. die Umschalt­tas­te liegt dazu noch so weit rechts außen, dass ich als 10-Fin­ger-Tip­per damit mei­ne lie­be Mühe habe, die­se auch zu tref­fen. Das Touch­pad ist so der­ma­ßen win­zig, dass sich damit eigent­lich nicht arbei­ten lässt. Ohne es gemes­sen zu haben, wür­de ich sagen, dass die Maße ca. 5 cm x 2 cm betra­gen. Eine Maus ist also als stän­di­ger Beglei­ter unver­zicht­bar, wodurch man schon wie­der einen Teil der Mobi­li­tät ein­büsst. Im Park oder auf dem Bei­fah­rer­sitz eines Autos kann man nun mal kei­ne Maus unter­brin­gen. Immer­hin aber hat das Touch­pad Mul­ti­touch, scrol­len, ver­grö­ßern und kip­pen ist mit zwei Fin­gern mög­lich. Dar­über hin­aus hat Sam­sung das Net­book mit so schar­fen Kan­ten ver­se­hen, dass man die Hand­bal­len nicht son­der­lich lan­ge dar­auf lie­gen las­sen kann. Viel­schrei­ber wer­den also lie­ber zu einem ande­ren Gerät grei­fen.

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Aus­schnitts­bild der Tas­ta­tur mit der scharf­kan­ti­gen Ecke

Das Gerät ist für einen Preis von 240,- € ein abso­lu­tes Schnäpp­chen, gar kei­ne Fra­ge. Mit die­sem recht güns­ti­gen Preis erkauft man sich aber ein an allen Ecken und Enden lah­men­des Gerät, mit dem sich eigent­lich nicht ver­nünf­tig arbei­ten lässt. Sowohl Details der Hard­ware­ver­ar­bei­tung als auch der gesam­te Soft­ware­instal­la­ti­ons­pro­zess sind eine Zumu­tung und soll­ten heut­zu­ta­ge in die­ser Form ein­fach nicht mehr auf­tau­chen. Wenn man aller­dings Ubun­tu oder Ubun­tu Net­book Edi­ti­on instal­liert, ist das Gerät ein durch­aus attrak­ti­ver Beglei­ter für unter­wegs. Mit einem pas­sen­den UMTS-Stick kommt man damit auch mobil ins Inter­net, was Ubun­tu sei Dank auch ziem­lich flott geht. An den schar­fen Kan­ten und dem viel zu klei­nen Touch­pad sowie der etwas miss­ge­stal­te­ten Tas­ta­tur kann das Betriebs­sys­tem aber lei­der auch nichts ändern.

Die Taug­lich­keit für rich­ti­ges Arbei­ten möch­te ich zum Abschluss auch noch bewer­tet haben. Auf­grund des klei­nen Dis­plays, der merk­wür­dig gestal­te­ten Tas­ta­tur und der schar­fen Kan­ten des Geräts eig­net sich spe­zi­ell die­ses Net­book nicht für lan­ge Arbeits­sit­zun­gen. Bei ande­ren Net­books ent­fal­len die letz­ten bei­den Man­kos im All­ge­mei­nen, das klei­ne Dis­play bleibt aber. Ich habe test­hal­ber mit dem Gerät gesurft, einen kur­zen Text ver­fasst, Musik gehört, You­Tube-Vide­os geschaut, mit dem Ter­mi­nal gear­bei­tet, Twit­ter genutzt und ein wenig Quell­code bear­bei­tet. Unter Win­dows 7 war das, weil ich natür­lich vie­les davon par­al­lel lau­fen lies, uner­träg­lich lang­sam. Die ers­ten zwei gestar­te­ten Pro­gram­me kamen noch halb­wegs ver­nünf­tig mit­ein­an­der aus, danach wur­de es echt hake­lig. Unter Ubun­tu Net­book Edi­ti­on hat­te ich die­se Pro­ble­me glück­li­cher­wei­se nicht. Zum Sur­fen, E‑Mailen, etc. wür­de mir das Gerät von der Dis­play­grö­ße her sogar genü­gen, zum Bear­bei­ten von Quell­code eig­net sich das klei­ne Dis­play mit sei­nen 1024 x 600 Pixel lei­der nicht. Bear­bei­tet man den Quell­code in einem Text­edi­tor wie Gedit, mag das noch halb­wegs gut gehen, benö­tigt man eine IDE wie Eclip­se wird es wirk­lich eng. In der Stan­dard­auf­tei­lung habe ich viel­leicht noch acht Zei­len Code sehen kön­nen, der Rest war von ande­ren Ele­men­ten der Anwen­dung belegt. Text­ver­ar­bei­tung geht bei kur­zen Doku­men­ten noch gut, ein test­hal­ber gela­de­nes Doku­ment mit etwas über 30 Sei­ten Umfang lies sich natür­lich bear­bei­ten, die Über­sicht ging hier­bei aber voll­stän­dig flö­ten, da man nur am Scrol­len war. Als gro­ßes Smart­pho­ne eig­net sich ein Net­book aus mei­ner Sicht durch­aus, als Ersatz für ein Note­book hin­ge­gen scheint mir die­se Gerä­te­klas­se voll­stän­dig unge­eig­net.