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Versuch macht kluch, oder: Geht’s auch ohne Apple?

Ich habe vor eini­ger Zeit eine Art Selbst­ver­such gestar­tet: mein iMac und mein Mac­Book waren jeweils drei Jah­re alt, das Bedürf­nis nach neu­er Hard­ware war geweckt. Also wan­der­ten bei­de Gerä­te zur eBucht und fan­den dort auch für recht ordent­li­ches Geld einen neu­en Besit­zer.

Einen Nach­fol­ger für den iMac hat­te ich zu dem Zeit­punkt schon: ein iMac 27″. Ein tol­les Gerät, jeder Cent war wohl­in­ves­tiert.

Beim Mac­Book woll­te ich mir aber nicht so recht ent­schei­den. Ich habe das Mac­Book nicht son­der­lich inten­siv genutzt, stre­cken­wei­se lag es wochen­lang unge­nutzt in sei­ner Hül­le auf mei­nem Schreib­tisch rum. Per­len vor die Säue also, immer­hin kos­te­te das Gerät etwas über 800 €. Zum Rum­lie­gen­las­sen eigent­lich zu viel Geld. Das Mac­Book Air 11″ lacht mich seit sei­ner Ver­öf­fent­li­chung an, weil es eigent­lich genau auf mein Nut­zungs­pro­fil zuge­schnit­ten ist. Wäre da nicht der recht hap­pi­ge Preis von fast 1.000 €. Auch hier wie­der, zum Rum­lie­gen­las­sen viel zu viel Geld. Der Form­fak­tor reizt mich aber mas­siv, die Bild­schirm­auf­lö­sung genau so.

Ich schau­te mich also ein wenig bei der Kon­kur­renz um und wur­de auf das Leno­vo Think­Pad Edge auf­merk­sam, das es auch als Ver­si­on mit 11″-Display gibt. Und das schon für recht schlan­ke 330 € ohne Betriebs­sys­tem. In der jetzt bei mir ste­hen­den Ver­si­on mit Dual-Core-AMD-CPU und 4 GB RAM hat mich das gute Stück gera­de mal 380 Flo­cken gekos­tet, rund 500 € weni­ger, als ich im Apple-on-Cam­pus-Store für das Mac­Book Air hät­te zah­len müs­sen. Natür­lich, es fehlt die SSD, die Laut­lo­sig­keit, Mac OS X und ver­mut­lich auch ein wenig Rechen­power, bis auf die Laut­lo­sig­keit und Mac OS X aber durch­aus Din­ge, die mich nicht son­der­lich stö­ren, so sel­ten, wie ich das Gerät ein­set­ze. Wit­zi­ge Anek­do­te am Ran­de: die Dual-Core-Ver­si­on ist deut­lich lei­ser als die Ver­si­on mit der Sin­gle-Core-CPU. Wer also mit dem Gedan­ken spielt, sich die klei­ne Vari­an­te zu kau­fen, soll­te zum Dual-Core-AMD grei­fen. Das Feh­len von Mac OS X zu Ver­schmer­zen wiegt schon deut­lich schwe­rer, aber Mark Shut­tle­worth sei Dank gibt es eigent­lich ein Sys­tem, das ähn­lich toll funk­tio­niert und auch fast so toll aus­sieht wie das OS aus Cup­er­ti­no: Ubun­tu.

Aber eben auch nur fast. Auf der ver­bau­ten 320 GB gro­ßen Fest­plat­te befin­den sich nun Win­dows 7 Pro­fes­sio­nal und Ubun­tu 10.10. Auf­grund der recht hohen DPI-Zahl und der damit ver­bun­de­nen Auf­lö­sung von 1.366x768 Pixel lässt sich mit bei­den Sys­te­men sogar arbei­ten, im Gegen­satz zu Net­books, die auf­grund ihrer 1024x600 voll­stän­dig aus­fal­len. Bei­de Sys­te­me lau­fen halb­wegs annehm­bar flott auf der Maschi­ne, wobei Win­dows 7 deut­lich trä­ger zugan­ge ist als dies bei Ubun­tu der Fall ist. Aber arbei­ten lässt sich damit trotz­dem halb­wegs. Die Akku­lauf­zeit nimmt sich unter bei­den Sys­te­men nichts, je nach Anwen­dungs­art hält der Akku zwi­schen drei und vier Stun­den. Für den Preis des Note­books ein durch­aus akzep­ta­bler Wert.

Nun aber zu den Punk­ten, die mich das Gerät schon fast wie­der zurück­schi­cken und ein Mac­Book Air bestel­len las­sen:

1. Win­dows. Es ist und bleibt unbe­nutz­bar. Die zuge­kauf­te Blue­tooth-Maus funk­tio­niert nicht zuver­läs­sig. Nach dem Anmel­den bekom­me ich eine Feh­ler­mel­dung, die mit einer feh­len­den DLL zu tun hat, die zum Blue­tooth-Stack zu gehö­ren scheint. Ich muss also nach jeder Anmel­dung die Maus erneut ver­bin­den. Feh­ler­be­he­bung schei­ter­te bis­her. Der Feh­ler tritt aber auch erst ein, seit Win­dows ein Update für den Think­Pad-Blue­tooth-Stack ein­ge­spielt hat. Wohl­ge­merkt über das auto­ma­ti­sche Update, ich hab das Trei­ber­up­date nicht selbst von Leno­vo geholt, lief ja alles vor­her. Es scheint nach wie vor zu viel ver­langt zu sein, dass Stan­dard­hard­ware ein­fach funk­tio­niert. Von Nicht-Vor­han­den­sein mei­ner gan­zen gelieb­ten und erfor­der­li­chen CLI-Tools mal abge­se­hen, bleibt Win­dows für mich ein rotes Tuch.

2. Ubun­tu. Eigent­lich toll. Wirk­lich. Mit ein wenig Hand­ar­beit kann ich den von mir so gelieb­ten Work­flow, den ich unter OS X hab fast nach­bau­en. Expo­sé, Quick­look, Ter­mi­nal (samt scp, curl, wget, tail, grep, cat und ssh), alle mei­ne Freun­de sind da, die ich tag­täg­lich für die Arbeit nut­ze. Von dem gan­zen Schatz an frei­er Soft­ware mal abge­se­hen, die teil­wei­se wirk­lich phä­no­me­nal ist. Und alles bleibt so schön ein­fach Up-To-Date, der inte­grier­ten Paket­ver­wal­tung sei Dank. Aber lei­der hat die­se hei­le Welt in mei­nem Fal­le auch Schat­ten­sei­ten: Sus­pend to RAM und Mul­ti­touch funk­tio­nie­ren nicht. Das Gerät geht zwar schla­fen, wacht dann aber nicht wie­der auf. Und Mul­ti­touch funk­tio­niert ein­fach gar nicht. Für mich, als diesbzgl. wirk­lich ver­wöhn­ten Mac-User ein abso­lu­tes No-Go.

Und nun ste­he ich da. Ich habe 500 € gespart, muss mich aber mit zwei Betriebs­sys­te­men rumär­gern, die zwar bei­de nicht wirk­lich schlecht sind, das eine aber für mei­ne nor­ma­len Ein­satz­zwe­cke nicht zu gebrau­chen ist und das zwei­te die Kom­fort­fea­tures, an die ich mich so gewöhnt hab, nament­lich Mul­ti­touch und Sus­pend-to-RAM, auf mei­ner Hard­ware nicht bie­tet. Win­dows so umzu­bau­en, dass es mei­nen Ansprü­chen genügt wür­de den Rah­men ein­deu­tig spren­gen, bei Ubun­tu bleibt mir noch zu hof­fen, dass die Ent­wick­ler ent­spre­chen­de Patches zeit­nah ver­öf­fent­li­chen wer­den. Aber ob all der Ärger 500 € wert ist, fra­ge ich mitt­ler­wei­le wirk­lich…

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WLAN mit einem Lenovo ThinkPad Edge 11″ und Ubuntu 10.10 (Update am 24.04.2011)

Lenovo-thinkpad-edge-11-notebook

Die Think­Pad-Edge-Rei­he aus dem Hau­se Leno­vo ist eine optisch recht attrak­ti­ve und güns­ti­ge Mög­lich­keit, an ein Sub­note­book zu kom­men. Wun­der in Sachen Akku­lauf­zeit dür­fen hier natür­lich nicht erwar­tet wer­den. Aber das Note­book ist trotz des Sin­gle-Core-Pro­zes­sors von AMD, der in mei­nem Modell ver­baut ist recht zügig unter­wegs und deut­lich schnel­ler als jedes Atom-basie­ren­de Net­book. Das Dis­play ist auch als durch­aus ver­nünf­tig zu bezeich­nen, glei­ches gilt für die rest­li­che qua­li­ta­ti­ve Anmu­tung des Geräts. Ins­ge­samt für rund 330,- € ein wirk­lich schö­nes Gerät.

Unter Ubun­tu 10.10 haben sich aber zwei Pro­ble­me erge­ben:

  1. Der vom Sys­tem vor­ge­schla­ge­ne Trei­ber für den ver­bau­ten Gra­fik­chip (ATI Mobi­li­ty Rade­on HD 4225) scheint defekt zu sein. Sobald die­ser instal­liert ist, gibt es nur Gra­fik­feh­ler. Lasst also die Fin­ger von die­sem Trei­ber, nicht instal­lie­ren!
  2. WLAN geht nicht out-of-the-box. Das Pro­blem zu behe­ben ist aber kein The­ma, genau dar­um soll es hier gehen.

Als ers­tes benö­ti­gen wir den pas­sen­den Trei­ber. Lei­der scheint es für die­sen noch kein Paket in den Ubun­tu-Repo­si­to­rys zu geben. Lässt man mit­tels des Befehls lspci alle PCI-Gerä­te in dem Note­book aus­wer­fen, stösst man auf ein Gerät RTL8176, es han­delt sich also um einen Real­Tek-Chip. Nur scheint es kei­ne Trei­ber direkt für die­sen Chip zu geben. Wel­cher Trei­ber aber funk­tio­niert ist der für den RTL8192CE. Die­sen wie­der­um bie­tet Real­Tek auf sei­ner Home­page auch für Linux zum Down­load an.

UPDATE

Es gibt schein­bar mitt­ler­wei­le einen vor­kom­pi­lier­ten Trei­ber, den man mit­tels eines PPA auf ein­fa­che Art und Wei­se instal­lie­ren kann. Quel­le: https://answers.launchpad.net/ubuntu/+source/gnome-nettool/+question/132667

Gebt dazu ein­fach fol­gen­des in eure Ter­mi­nal ein:

sudo add-apt-repository ppa:lexical/hwe-wirelesssudo aptitude updatesudo aptitude install rtl8192ce-dkms

Ladet nun mit­tels wget den Trei­ber her­un­ter. Im Ter­mi­nal ist fol­gen­des ein­zu­ge­ben:

wget ftp://WebUser:[email protected]/cn/wlan/rtl8192ce_linux_2.6.0005.1116.2010.tar.gz

Ent­packt dann den Trei­ber:

tar xvfz rtl8192ce_linux_2.6.0005.1116.2010.tar.gz

Sofern noch nicht gesche­hen, soll­te jetzt das Ubun­tu-Paket build-essen­ti­al instal­liert wer­den.

sudo apt-get install build-essential

Jetzt muss der Trei­ber noch mit­tels

cd rtl8192ce_linux_2.6.0005.1116.2010/; sudo -s; make; make install

instal­liert wer­den. Nach einem Neu­start soll­te der WLAN-Chip aktiv und funk­ti­ons­tüch­tig sein. Wenn nicht, hin­ter­lasst bit­te einen Kom­men­tar.

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Jetzt weiß ich wieder, wieso ich keine PCs mehr kaufe

Ich habe in der letz­ten Woche zwei Note­books im Fami­li­en­kreis bespa­ßen dür­fen. Das eine Gerät ist ein Toshi­ba Qos­mio X500-121 Gamer, ein Mons­ter von einem Note­book mit 18,9″-Display und zwei Fest­plat­ten für rund 1.600 €. Das zwei­te Gerät ist ein Leno­vo G560 für schlap­pe 500 €. Ein Büro-Note­book mit 15″-Display, 4 GB RAM und einem Core i5, also auch ver­hält­nis­mä­ßig viel Power.

G465-565-2lHri_qosmio_x500

Im direk­ten Ver­gleich mit mei­nem bevor­zug­ten Her­stel­ler Apple bekommt man hier sowohl von Leno­vo als auch Toshi­ba ziem­lich viel Power, Dis­play­dia­go­na­le und Plat­ten­platz gebo­ten, gar kei­ne Fra­ge. Im direk­ten Bare-Metal-Ver­gleich wür­de Apple mit der Pro­dukt­pa­let­te ganz klar ver­lie­ren. Aber jetzt kom­men wir dazu, wie ich auf die Über­schrift die­ses Arti­kels gekom­men bin.

Das Toshi­ba war auf­grund der mise­ra­blen Vor­in­stal­la­ti­on von Toshi­ba qua­si nicht nutz­bar. Win­dows 7 brauch­te etwas über zwei Minu­ten zum Hoch­fah­ren. Zwei Minu­ten. In die­sem Mons­trum von einem Note­book ste­cken 8 GB DDR3-Spei­cher und ein Core i7 720QM von Intel. Das Ding hat vier Ker­ne und Hyper­threa­ding, macht also theo­re­tisch acht Pro­zes­se par­al­lel. Das Öff­nen der Sys­tem­steue­rung dau­er­te etwas über 30 Sekun­den, bis das Sys­tem nach der Anmel­dung end­lich auf­ge­hört hat, auf der Fest­plat­te rum­zu­rö­deln ver­gin­gen nach der Anmel­dung rund fünf Minu­ten. Muss ich noch mehr erzäh­len? Das Betriebs­sys­tem muss­te also drin­gend neu instal­liert wer­den. Und wie das nun mal so ist, lie­fert Toshi­ba bei einem Gerät für 1.600 € kei­ne phy­si­ka­li­schen Daten­trä­ger mit, nein, man muss sich sei­ne Reco­very-Daten­trä­ger selbst erstel­len. Und das sind dann natür­lich kei­ne regu­lä­ren Instal­la­ti­ons-Daten­trä­ger, mit denen man ein nack­tes Win­dows instal­lie­ren kann. Nein, das sind rei­ne Reco­very-Geschich­ten, ich hät­te damit also nur die ver­hunz­te Vor­in­stal­la­ti­on wie­der­ho­len kön­nen. Also muss­te ich mir noch eine DVD mit Win­dows 7 Home Pre­mi­um 64 Bit orga­ni­sie­ren. Nach der recht auf­wän­di­gen (vie­le Trei­ber, ein­zeln unter teil­wei­se merk­wür­di­gen Namen auf der Home­page von Toshi­ba her­un­ter­lad­bar) Instal­la­ti­on schnurrt das Baby wie ein Kätz­chen. Bis auf eine Sache, die Blue­tooth-Maus will noch nicht. Mor­gen werd ich ver­su­chen her­aus­zu­fin­den, wor­an das lie­gen mag.

Das Leno­vo kam wohl­weis­lich gleich ohne Betriebs­sys­tem, es soll­te ohne­hin ein Ubun­tu auf die Maschi­ne. Der neue Besit­zer ist Com­pu­ter­neu­ling, hat vor­her noch nie was mit der Mate­rie am Hut gehabt und ist ent­spre­chend unvor­be­las­tet, wird also mit Ubun­tu her­vor­ra­gend zurecht kom­men. Ubun­tu läuft auch ein­wand­frei auf der Maschi­ne, wenn man vom ziem­lich wacke­lig erschei­nen­den Sup­port des Ener­gie­ma­nage­ments mal absieht, das Sus­pend to RAM dau­ert mir etwas zu lan­ge mit ca. 30 Sekun­den. Aber gut, es funk­tio­niert prin­zi­pi­ell. Eigent­lich bin ich von dem Gerät wirk­lich ange­tan, den schlech­ten Ein­blick­win­kel des Dis­plays blen­de ich jetzt mal aus. Aber wie­so klap­pern die Tas­ten des Touch­pads? Das Gerät ist nagel­neu und die Tas­ten schep­pern regel­recht. Ich habe den Händ­ler nun kon­tak­tiert und ihn gefragt, ob das so gedacht ist oder nicht. Ich hof­fe ja nicht, sonst geht das ansons­ten recht schö­ne Gerät zurück. Denn selbst von einem Gerät in der 500-€-Klasse kann man hof­fent­lich eine ein­wand­freie Ver­ar­bei­tung erwar­ten.

Das waren die bei­den Fäl­le, die mich schon wie­der deut­lich dar­an erin­nert haben, wie­so ich sonst bei Apple kau­fe. Ich habe ein­fach kei­ne Lust, ein nagel­neu­es Sys­tem erst mal von Grund auf neu auf­set­zen zu müs­sen, Reco­very-Daten­trä­ger zu bren­nen und mir Fremd-DVDs lei­hen zu müs­sen, um über­haupt ein Betriebs­sys­tem auf mei­ne Kis­te zu bekom­men. Mit klap­pern­den Tas­ten ärge­re ich mich noch weni­ger gern rum. Und dafür zah­le ich auch gern ein paar Euro mehr, wenn es denn nötig ist.

Mei­nen neu­en iMac, den ich letz­te Woche käuf­lich erwarb, konn­te ich sofort nut­zen, ohne ihn neu instal­lie­ren zu müs­sen. Ich habe das Gerät ange­schlos­sen, ein­ge­schal­tet, mein Benut­zer­kon­to ange­legt und ange­fan­gen, mei­ne Daten zu migrie­ren. Kei­ne Neu­in­stal­la­ti­on, kein Bren­nen komi­scher Daten­trä­ger. Des­we­gen Apple, des­we­gen nichts ande­res mehr.