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Facebook- und VZ-Netzwerke-Chat im Messenger verwenden

Es geht schon eine gan­ze Wei­le, dass man den Face­book-Chat ohne merk­wür­di­ge Plugins für den favo­ri­sier­ten Mes­sen­ger über eben­die­sen ein­bin­den kann. Vor rund vier Wochen haben dann auch die VZ-Netz­wer­ke nach­ge­zo­gen, also, wie immer, mit gehö­ri­ger Ver­zö­ge­rung. Auch, wenn mein Unmut gegen­über bei­den Platt­for­men nach wie vor nicht ver­flo­gen ist, pfle­ge ich nach wie vor den Kon­takt zu vie­len über die­se bei­den Platt­for­men. Der inte­grier­te Chat bei­der eig­net sich her­vor­ra­gend für die­sen Zweck, bei­de Platt­for­men ohne Unter­bre­chung im Brow­ser geöff­net zu haben nervt aber nach wie vor. Außer­dem bekommt man kaum mit, wenn eine neue Nach­richt ein­ge­gan­gen ist. Die Ein­bin­dung in den bevor­zug­ten Instant-Messa­ging-Cli­ent bie­tet sich also an. Bei­de Platt­for­men nut­zen für die­sen Zweck das offe­ne Pro­to­koll XMPP.

Ich ver­wen­de den Mac-only-Mes­sen­ger Adi­um, aber auch ande­re Mul­ti­pro­to­koll-Mes­sen­ger wie iChat, Pidgin, Miran­da und wel­che es sonst noch so geben mag unter­stüt­zen XMPP.

Wer den Face­book-Chat ein­bin­den möch­te, soll­te die zu die­sem Zwe­cke erstell­te Hil­fe-Sei­te von Face­book besu­chen. In Kurz­form: legt einen neu­en Account in eurem Mes­sen­ger an und wählt XMPP als zu ver­wen­den­des Pro­to­koll. Der Benut­zer­na­me ist in euren Account-Ein­stel­lun­gen zu sehen, das Kenn­wort ist das, wel­ches ihr auch für den Log­in auf der Web­site ver­wen­det. Der Ser­ver­na­me lau­tet chat.facebook.com. Benut­zer- und Ser­ver­na­me las­sen sich auch kom­bi­niert in der Form [email protected] ein­ge­ben. Lei­der unter­stützt der Face­book-Ser­ver kei­ne ver­schlüs­sel­te Daten­über­tra­gung, was ich jetzt aber ein­fach mal als “typisch Face­book” abha­ke ;-).

Der Chat der VZ-Netz­wer­ke ist ähn­lich ein­fach ein­zu­bin­den. Das Log­in-Ver­fah­ren von Stu­di­VZ und MeinVZ unter­schei­det sich aber von dem des Schü­lerVZ. In Kurz­form fin­det man die not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen im Ent­wick­ler-Blog der VZ-Netz­wer­ke. Als Benut­zer­na­me ist hier die Log­in-E-Mail-Adres­se zu ver­wen­den, nur dass anstel­le des @ in der eige­nen E‑Mail-Adres­se die pas­sen­de Escape-Sequenz 40 ver­wen­det wird. An die eige­ne E‑Mail-Adres­se wird dann beim Stu­di­VZ und MeinVZ noch @vz.net (die­ses Mal wird das @-Symbol aus­ge­schrie­ben) gehängt, beim Schü­lerVZ ist es @schulervz.net. Noch ver­wen­det der Ser­ver der VZ-Grup­pe kein gül­ti­ges Zer­ti­fi­kat, sodass man die Ver­bin­dung manu­ell bestä­ti­gen muss. Außer­dem gibt es wohl mit eini­gen Cli­ents wie bspw. Pidgin noch Pro­ble­me. Bei einem Test stell­te sich her­aus, dass die Pro­ble­me unter ande­rem so aus­sa­hen, dass die VZ-Kon­tak­te nicht in der Kon­takt­lis­te von Pidgin auf­tauch­ten, eine Kon­takt­auf­nah­me von der ande­ren Sei­te funk­tio­nier­te aber tadel­los. Mir ist außer­dem auf­ge­fal­len, dass, obwohl ich den Plau­der­kas­ten aus­ge­stellt habe, die Kon­takt­auf­nah­me über XMPP trotz­dem funk­tio­nier­te. Aber gut, es ist ja noch die Beta-Pha­se…

An und für sich fin­de ich es wirk­lich gut, dass man bei bei­den Netz­wer­ken nun auf die Web­site ver­zich­ten und den Chat trotz­dem nut­zen kann. Wer meh­re­re IM-Pro­to­kol­le ver­wen­det, wird ohne­hin auf einen Mes­sen­ger set­zen, der sich nicht auf ein Pro­to­koll beschränkt. Wer das bis­her noch nicht getan haben soll­te, dem emp­feh­le ich für Mac OS ein­deu­tig Adi­um (ja, iChat ist nicht schlecht, aber die Unter­tei­lung der Kon­takt­lis­ten nervt mich per­sön­lich), unter Win­dows wür­de ich ver­mut­lich zu Miran­da, obwohl es unsag­bar häss­lich ist, oder Pidgin grei­fen und unter Linux zu Empa­thy (oder eben auch Pidgin), mit dem es aber bei den VZ-Netz­wer­ken auch noch Pro­ble­me geben soll.

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Meine Gedanken zum Thema Datenschutz

Unser aller Freund, Mark Zucker­berg, Chef von Face­book, gab vor gar nicht so lan­ger Zeit bekannt, dass das Zeit­al­ter der Pri­vat­sphä­re vor­bei sei. Ich habe mir zu die­ser Aus­sa­ge ein paar Gedan­ken gemacht, die ich an die­ser Stel­le kurz nie­der­schrei­ben möch­te.

Wenn wir der aktu­el­len Zeit ins Auge sehen, hat der Mann gar nicht so unrecht damit. Wir geben immer mehr von uns preis, ob frei­wil­lig oder unfrei­wil­lig. Unfrei­wil­lig beim Ein­kau­fen im Inter­net, beim Bezah­len mit der Kre­dit­kar­te, beim Ein­woh­ner­mel­de­amt, bei der Steu­er­erklä­rung, beim Benut­zen von Bank­au­to­ma­ten oder beim Tan­ken. Über­all wer­den wir über­wacht, sei es rein digi­tal oder in Ver­bin­dung mit Bild­erfas­sungs­ge­rä­ten wie Kame­ras. Frei­wil­lig geben wir Daten preis, wenn wir uns bewer­ben, an Gewinn­spie­len teil­neh­men, uns bei Inter­net­sei­ten (mit unge­fälsch­ten Daten) anmel­den, an sozia­len Netz­wer­ken teil­neh­men oder uns im Netz auf Part­ner­su­che bege­ben. Der Unter­schied ist aus mei­ner Sicht haupt­säch­lich psy­cho­lo­gi­scher Natur, denn häu­fig ist es so, dass umso ehr­li­cher und aus­führ­li­cher wir bei der Preis­ga­be unse­rer Daten sind, des­to bes­ser ist es für uns (bei Bewer­bun­gen bspw. oder bei Gewinn­spie­len, der Gewinn soll ja auch ankom­men).

Zu wel­chem Zweck die­nen Soci­al Net­works? Kon­takt­auf­bau und Pfle­ge. Wie ent­ste­hen Kon­tak­te? Ent­we­der, der Kon­takt bestand bereits ana­log oder er kommt digi­tal über viel­leicht ähn­li­che Inter­es­sens­ge­bie­te zustan­de. Damit eines von bei­dem funk­tio­niert, müs­sen die Daten im Pro­fil aber auch stim­men. Mit fal­schem Namen wird man nicht gefun­den, mit fal­schen oder gar kei­nen Anga­ben zu Hob­bys, etc. wird einen kein Gleich­ge­sinn­ter anschrei­ben kön­nen. Wenn man nun die bei­den Platz­hir­sche in Deutsch­land, die VZ-Netz­wer­ke und Face­book, nimmt und gegen­über stellt, fällt auf, dass die VZ-Netz­wer­ke typisch Deutsch sind: recht ver­schlos­sen und ver­al­tet. Face­book ist das Gegen­teil. Ist es denn nun gut, dass Face­book-Pro­fi­le auch von Goog­le erfasst wer­den kön­nen? Oder ist das Vor­bild der VZ-Netz­wer­ke mit der voll­stän­dig geschlos­se­nen Com­mu­ni­ty vor­zu­zie­hen? Das ist natür­lich wie­der eine Geschmacks­fra­ge, aber wenn man Soci­al Net­works als das nimmt, was sie eigent­lich sein sol­len, soll­te es schon mög­lich sein, dass mich jemand auch ein­fach per Goog­le fin­det. Hat man kei­nen Account bei den VZ-Netz­wer­ken, kann man auch nicht deren Daten­be­stand durch­su­chen. Und nur einen Account holen um einen Men­schen zu suchen, von dem man nicht mal weiß, ob er tat­säch­lich dort ange­mel­det ist? Mir per­sön­lich wäre das zu viel Auf­wand. Zumal ich bei Face­book auch bestim­men kann, dass mein Pro­fil nicht von Goog­le indi­ziert wird. Die­sen Weg hal­te ich für deut­lich sinn­vol­ler. Nicht müs­sen, aber kön­nen. (Und nein, mein Groll auf Face­book besteht wei­ter­hin.)

Und sonst? Wir haben das Pri­vi­leg in einer “frei­en Welt” zu leben. Wir kön­nen fast alles tun und las­sen, sofern wir gewis­se Gren­zen nicht über­schrei­ten. Ich könn­te jetzt durch die Stras­sen lau­fen und dabei rufen “Es gibt kei­nen Gott!” und ich wür­de nicht gleich fest­ge­nom­men oder von der wüten­den Meu­te gestei­nigt wer­den, in Nah­ost oder den USA könn­te das schon wie­der anders aus­ge­hen. Aber gut, bei die­sem The­ma… Aber über­le­gen wir doch mal, wie vie­le Daten allein schon unser Staat über uns sam­melt. Nach mei­ner Gewer­be­an­mel­dung im Jah­re 2001 hat es kei­ne zwei Mona­te gedau­ert, bis die ers­ten Wer­be­schrei­ben von Büro­ar­ti­kel­lie­fe­ran­ten bei mir ein­tru­del­ten. Wohl gemerkt mit mei­nem vol­len Namen und in der Schreib­wei­se, die nur auf mei­nem Per­so­nal­aus­weis und in mei­ner Gewer­be­an­mel­dung steht, den kennt also nie­mand, da ich ihn nir­gend­wo ange­be. Es war also klar, wer hier von wem die Adress­da­ten bekom­men hat. Oder die Daten­wei­ter­ga­be an die GEZ. Kon­ten­ein­sicht bei Hartz-IV-Emp­fän­gern. An Bank­au­to­ma­ten, Flug­hä­fen, Tank­stel­len, Super­märk­ten, Rast­stät­ten, Bahn­hö­fen… ihr merkt schon, wor­auf ich hin­aus will, hän­gen über­all Über­wa­chungs­ka­me­ras. Was mit dem Mate­ri­al, das auf­ge­nom­men wird pas­siert? Kei­ne Ahnung. Es wird wohl eine Art Auf­be­wah­rungs­pflicht geben.

Wenn wir uns die Deutsch­land­card, Pay­back-Kar­ten und sons­ti­ge Bonus­sys­tem­kar­ten holen, geben wir frei­wil­lig Daten wei­ter, für die wir dann ein paar Cent im Monat bekom­men. Geld regiert nun mal die Welt. Unse­rem Staat haben wir wohl zu ver­dan­ken, dass sol­che Daten nicht regu­lär gesam­melt wer­den dür­fen, obwohl er selbst ähn­li­che Prak­ti­ken betreibt.

Daten­schutz ist wich­tig. Oder? Ist er das? Prin­zi­pi­ell hal­te ich die Wei­ter­ga­be von Daten nicht für ver­werf­lich. Infor­ma­ti­ons­fluss ist der Grund, wie­so die Welt heut­zu­ta­ge rela­tiv fried­lich ist. Umso kom­mu­ni­ka­ti­ver eine Regi­on ist, des­to fried­li­cher ist sie, scheint mir wenigs­tens so. Nur durch die Wei­ter­ga­be von Infor­ma­tio­nen kann Wis­sen kon­ser­viert wer­den. Ich bewun­de­re Unter­neh­men, die ganz offen über Geschäfts­er­folg oder ‑miss­erfolg, über tech­ni­sche Knif­fe aus ihrem All­tag oder ande­re Tipps in ihren Blogs schrei­ben. In Deutsch­land sucht man nach sol­chen Unter­neh­men natür­lich lan­ge, in den USA aber hat sich die­ses Ver­hal­ten anschei­nend eta­bliert. Ich per­sön­lich wür­de hier ähn­lich vor­ge­hen und tue es auch immer wie­der, wenn ich tech­ni­sches an die­ser Stel­le blog­ge. Vie­le die­ser Arti­kel sind näm­lich durch Wis­sen ent­stan­den, was ich mir im Rah­men von Kun­den­pro­jek­ten ange­eig­net habe. Der Deut­sche wür­de im All­ge­mei­nen raten, die­se “Geheim­nis­se” zu bewah­ren, aber die Zeit der Geheim­nis­krä­me­rei ist vor­bei. Ich bin mir sicher, wür­den nicht vie­le Men­schen wei­ter­hin so den­ken, dass sie alles geheim hal­ten wol­len, wäre die Mensch­heit schon zwei Jahr­hun­der­te wei­ter. Viel­leicht hät­ten wir dann wirk­lich flie­gen­de Vehi­kel, die kei­ne fos­si­len Brenn­stof­fe benö­ti­gen. Wer der Mei­nung ist, durch die Bekannt­ga­be eines Kon­zepts der Kon­kur­renz die Mit­tel zu lie­fern, um einen aus­zu­ste­chen, dem ist aber sowie­so nicht mehr zu hel­fen. Oder kann ein 5‑S­ter­ne-Koch sei­nen Laden dicht machen, weil er sei­ne Rezep­te in einem Koch­buch bekannt gibt? Eher nicht. Wird ein Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor durch einen Stu­den­ten ersetzt, weil er die­sem sein Wis­sen wei­ter­ge­ge­ben hat? Wird ein Foto­graf arbeits­los, weil er über sei­ne Knif­fe und Tricks schreibt? Wohl auch nicht. Aber die­se Infor­ma­tio­nen hel­fen ande­ren, anders oder ähn­lich gear­te­te Pro­ble­me zu lösen.

Natür­lich gibt es aber auch Infor­ma­tio­nen, die nie­man­den etwas ange­hen. Fami­li­en­in­ter­na, sexu­el­le Vor­lie­ben, psy­cho­lo­gi­sche Pro­ble­me, all dies sind Infor­ma­tio­nen, die wei­ter­hin nicht in der Öffent­lich­keit breit­ge­tre­ten wer­den soll­ten. Schund­blät­ter wie die BILD aber ver­die­nen damit ihr Geld, weil der Durch­schnitts­bür­ger es schein­bar furcht­bar inter­es­sant fin­det dar­über zu lesen, dass Pro­mi XY mal wie­der sei­ne Frau betro­gen hat. Rea­li­ty­so­aps wie Big Bro­ther oder Germany’s Next Top Model sind abso­lu­te “Ver­kaufs­schla­ger”, hier erhal­ten wir wie­der eine Men­ge Ein­bli­cke in das Pri­vat­le­ben ande­rer. Häu­fig sind es aber genau die Leu­te, die sich ihre Frei­zeit mit die­sem Mist ver­trei­ben, die sich über die staat­li­che Über­wa­chung oder die Offen­heit sozia­ler Netz­wer­ke echauf­fie­ren. Aus mei­ner Sicht passt das ein­fach nicht zusam­men.

Wer­bung ist auch solch ein The­ma. Wir wis­sen, dass vie­les heut­zu­ta­ge nicht ohne Wer­bung funk­tio­nie­ren kann. Ich per­sön­lich mag es lie­ber, wenn ich Wer­bung bekom­me, die mich auch anspricht, also mei­nen Inter­es­sen­ge­bie­ten ent­spricht. Post­wer­bung wan­dert bei mir aus­nahms­los sofort in die Alt­pa­pier­ton­ne, digi­ta­le Wer­bung bestel­le ich mir teil­wei­se inten­tio­nal, ande­re bekom­me ich auf­grund mei­ner Such­be­grif­fe ange­zeigt. Die­se stört mich aber auch nicht so mas­siv, da ich ja nach pas­sen­den The­men gesucht habe. Natür­lich fin­det hier auch wie­der eine Daten­samm­lung statt, der ich aber wie­der aus dem Grund statt­ge­ge­ben habe, aus dem vie­le sich Deutsch­land- oder Pay­back-Kar­ten holen: Geld. Als Gegen­leis­tung für die kos­ten­freie Nut­zung von vie­len Web­ser­vices, gestat­te ich die­sen Unter­neh­men einen klei­nen Ein­blick in mein Pri­vat­le­ben. Und ich bin mir sicher, dass Daten­kra­ken wie Goog­le kein per­sön­li­ches Inter­es­se an mir haben, son­dern ein­fach nur eine Gegen­leis­tung für den durch mich ent­stan­de­nen Auf­wand haben wol­len, was durch­aus legi­tim ist. Jeder möch­te für sei­ne Arbeit bezahlt wer­den, im Regel­fall wenigs­tens. Nie­mand wird eine Straf­an­zei­ge bekom­men, weil er nach THC-hal­ti­gen Rausch­mit­teln gesucht hat, eine Suche nach Neo­na­zi­ver­bän­den wird nicht gleich in einem Besuch von Ver­fas­sungs­schüt­zern mün­den. Wenigs­tens nicht in Deutsch­land. Und soweit ich weiß, müs­sen Goog­le und Co. auch kei­ne Daten an US-ame­ri­ka­ni­sche Behör­den raus­ge­ben, solan­ge kei­ne wirk­li­che Begrün­dung vor­liegt. Eine Wei­ter­ga­be einer Such­be­griff­his­to­rie an poten­ti­el­le Arbeit­ge­ber steht vor­erst auch nicht auf dem Pro­gramm.

Natür­lich soll­te jedes Indi­vi­du­um selbst bestim­men kön­nen, wie viel es von sich preis gibt, über­mä­ßi­ge Geheim­nis­krä­me­rei ist aber aus mei­ner Sicht nicht mehr zeit­ge­mäß. Das Inter­net ist genau des­we­gen so erfolg­reich gewor­den, weil Infor­ma­tio­nen unkom­pli­ziert und kos­ten­güns­tig wei­ter­ge­ge­ben wer­den kön­nen. Vie­le Infor­ma­tio­nen, die wir heut­zu­ta­ge im Inter­net fin­den, waren vor weni­gen Jahr­zehn­ten für den Durch­schnitts­bür­ger noch uner­reich­bar. Den­ken wir doch mal an die Wiki­pe­dia. Wie vie­le fähi­ge Leu­te haben dort ihr Wis­sen zusam­men­ge­tra­gen oder Öffent­lich­keit zur Ver­fü­gung gestellt. Ein wirk­lich tol­les Pro­jekt, das das Poten­ti­al des Inter­nets her­vor­ra­gend auf­zeigt.

Die ursprüng­li­che Struk­tur die­ses Arti­kels muss­te ich beim Schrei­ben lei­der etwas über den Hau­fen wer­fen, der Arti­kel ist chao­ti­scher gewor­den als geplant. Das The­ma Daten­schutz wird gera­de in Deutsch­land häu­fig sehr emo­ti­ons­ge­la­den dis­ku­tiert, wovon ich mich auch nicht aus­neh­men kann. Ich möch­te an die­ser Stel­le des­we­gen noch mal klar­stel­len, dass ich den Daten­schutz nicht ver­ach­te oder als über­flüs­sig dar­stel­le, ich möch­te nur zur Rela­ti­vie­rung die­ses in Deutsch­land ziem­lich kon­tro­vers dis­ku­tier­ten The­mas anre­gen. Häu­fig habe ich ein­fach das Gefühl, dass die­ses The­ma zu ein­sei­tig behan­delt wird und der Daten­schutz über alles gestellt wird. Ich den­ke, dass vie­ler­orts die Wei­ter­ga­be von Daten sinn­voll, wenn nicht sogar unab­ding­bar ist. Wür­de sich die Mensch­heit gene­rell gegen die Wei­ter­ga­be von Daten sper­ren, wür­den wir wohl noch immer in Höh­len leben. Pay­back-Kar­ten und ande­re Bonus­sys­tems sind in Deutsch­land wei­test­ge­hend akzep­tiert, gegen die Wei­ter­ga­be selbst­be­stimmt ein­ge­ge­be­ner Daten im Inter­net wird aber Sturm gelau­fen. Das ist, aus mei­ner Sicht, ein­fach nicht logisch.

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Tut endlich was, ihr Social Networks

In Deutsch­land geht er wei­ter, der gna­den­lo­se Krieg zwi­schen den füh­ren­den Soci­al Net­works, der VZ-Platt­form und Face­book. Ver­lo­ren haben ihn aus mei­ner Sicht aber bereits bei­de.

Face­book, weil sie immer unver­schäm­ter und rück­sichts­lo­ser wer­den, was die Daten ihrer Kun­den, ihres Kapi­tals angeht. VZ, weil sie den Anschluss nicht schaf­fen und tech­nisch auf dem Niveau ihres Grün­dungs­jah­res her­um­düm­peln.

2006 mel­de­te ich mich bei Stu­di­VZ an, Face­book war damals kaum bekannt in Deutsch­land. Ich frag­te mich aber schon, wozu ich ein Netz­werk wie Stu­di­VZ brau­chen wür­de. Nach ein paar Mona­ten hat­te ich mein ers­tes Dut­zend an Freun­den zusam­men, da begann der Spaß dann so lang­sam. Über ein Jahr spä­ter sah das Stu­di­VZ noch immer genau so aus, wie an mei­nem Anmel­de­tag (ich reka­pi­tu­lie­re hier aus dem Gedächt­nis, Detail­feh­ler mögen mir ver­zie­hen wer­den). 2008 muss es dann gewe­sen sein, dass ich mei­nen Face­book-Account ange­legt habe. Im VZ hat sich bis dahin noch immer nichts getan, die tech­ni­sche Alte­rung schritt vor­an. Face­book hin­ge­gen war auf dem aktu­el­len Stand der Tech­nik, es gab einen inte­grier­ten Chat, Live­up­dates (was heu­te im VZ der Busch­funk ist) und noch vie­les mehr. Da ich unge­fähr zeit­gleich auch Twit­ter-Nut­zer wur­de, war Face­book für mich ein­fach per­fekt, weil ich mei­ne Twit­ter-Updates auch gleich mei­nen Freun­den bei Face­book zukom­men las­sen konn­te.

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Dann kam eine “gro­ße Offen­si­ve” bei den VZ-Netz­wer­ken. Sie führ­ten den Busch­funk als Kon­kur­renz zu Twit­ter und den Face­book-Live­up­dates ein. Im Gegen­satz zu Face­book wur­de hier­für aber nicht die Ober­flä­che über­ar­bei­tet, was drin­gend not­wen­dig gewe­sen wäre. Ent­spre­chend ist der Busch­funk de fac­to nicht nutz­bar. Mitt­ler­wei­le kann man zwar mehr als nur die sechs letz­ten Updates sehen, eine öffent­li­che Reak­ti­ons­mög­lich­keit ist aber wei­ter­hin nicht vor­ge­se­hen. Die sog. @-Replies, die dank Twit­ter zum Qua­si-Stan­dard gewor­den sind, scheint im VZ-Netz­werk noch kei­ner ver­stan­den zu haben. Spä­ter kam dann sogar die ers­te Öff­nung der VZ-Netz­wer­ke nach außen: sie lies­sen eine Anbin­dung von Twit­ter zu. Doof nur, dass nicht wirk­lich ersicht­lich ist, ob die Nach­richt nun von Twit­ter oder direkt aus dem Busch­funk abge­schickt wur­de. Wenigs­tens scheint mir das so bei den vie­len Rück­fra­gen, die mich zu dem The­ma erreich­ten. Der Plau­der­kas­ten, der eini­ge Zeit nach der Ein­füh­rung des Livechats bei Face­book ein­ge­führt wur­de, war anfangs auch nicht wirk­lich nutz­bar. Hier zeig­te sich wie­der, dass die Ent­schei­der der VZ-Grup­pe bemerkt haben, dass sie tech­no­lo­gisch ins Hin­ter­tref­fen gera­ten und schnell reagie­ren müs­sen, den nöti­gen Mumm aber nicht in der Hose hat­ten, die Ober­flä­che der Sei­te dafür anzu­pas­sen. Ich habe den Plau­der­kas­ten gehasst, weil er unkom­for­ta­bel war und ich in 95 % aller Fäl­le gar nicht mit­be­kom­men habe, dass mich jemand kon­tak­tiert. Der neue Plau­der­kas­ten sieht zwar deut­lich bes­ser aus (der Ein­fach­heit hal­ber wur­de er ein­fach aus dem Sei­ten­kon­text her­aus­ge­trennt, öff­net sich also in einem neu­en Fens­ter), auf sich auf­merk­sam macht er aber lei­der immer noch nicht. Ein wei­te­rer Nach­teil ist der, dass ich, um den Plau­der­kas­ten nut­zen zu kön­nen, non-stop im VZ ein­ge­loggt blei­ben muss, was ich nun mal ein­fach nicht tue. Ein API zur Anbin­dung von Chat­cli­ents, oder noch bes­ser: die Ein­rich­tung eines Jabber-Ser­vers, ist schon längst über­fäl­lig. Und dann ist da noch die Wer­bung. Natür­lich muss eine so gro­ße Platt­form wie die VZ-Netz­wer­ke Geld ver­die­nen. Da die Benut­zer nicht bereit sind, etwas zu bezah­len muss eben Wer­bung geschal­tet wer­den. Aber doch nicht so, wie die VZ-Netz­wer­ke das machen. Rie­sen­groß, bunt, blin­kend und zu allem Über­fluss auch noch hin­ter­grund­far­ben­ver­än­dernd (dafür lie­be ich die deut­sche Spra­che). Wäre ich Desi­gner der Platt­form, wür­de mir der stän­di­ge Aus­tausch der Hin­ter­grund­far­be zuguns­ten von Wer­bung ja tie­risch auf den Puf­fer gehen. Aber auch als Nut­zer nervt mich die­ses per­ma­nen­te Geblin­ke, ich füh­le mich wie auf einer Wer­be­ver­an­stal­tung. Wei­ter geht es mit vie­len inkon­sis­ten­ten Benen­nun­gen, der Benut­zer wird hier häu­fig in die Irre gelei­tet, auch wenn er sich natür­lich mitt­ler­wei­le dar­an gewöhnt hat. Ein Mensch, der wenig mit Com­pu­tern am Hut hat, dürf­te hier aber sei­ne Schwie­rig­kei­ten bekom­men. So fra­ge ich mich bspw., wie­so der Link “Mei­ne Fotos” heißt, wenn ich dort nicht nur mei­ne Fotos, son­dern auch noch die ande­rer Nut­zer sehe. Wäre “Fotos” hier nicht sinn­vol­ler und rich­ti­ger? Apro­pos Fotos: die Foto­al­ben­funk­ti­on des VZ ist für jeden, der sei­ne Bil­der wirk­lich prä­sen­tie­ren möch­te, nicht nutz­bar. Abge­se­hen von der brief­mar­ken­gro­ßen Auf­lö­sung, wird jedes Bild beim Upload auf die VZ-Ser­ver kaputt­kom­pri­miert. Mir als ambi­tio­nier­ten Hob­by­fo­to­gra­fen wür­de es ent­spre­chend nicht ein­fal­len, mei­ne Bil­der tat­säch­lich zur Prä­sen­ta­ti­on den VZ-Ser­vern zu über­las­sen. Schließ­lich fragt man sich schon, was den tol­len Bil­dern, die mit der meh­re­ren Hun­dert Euro teu­ren Aus­stat­tung gemacht wur­den, pas­siert ist.

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Face­book war um mein Anmel­de­da­tum her­um tech­nisch deut­lich wei­ter als die VZ-Netz­wer­ke. Außer­dem hat es damals, aus mei­ner Sicht, einen Sym­pa­thie­bo­nus bekom­men, weil die doo­fen VZ-Netz­wer­ke ja im End­ef­fekt nur Pla­gia­te von Face­book sind. Wie sich damals in der brei­ten Öffent­lich­keit her­aus­ge­stellt hat, haben die VZ-Grün­der ein­fach das Lay­out UND das Kon­zept von Face­book kopiert. Ein Skan­dal in mei­nen Augen, Face­book war damals image­tech­nisch der kla­re Sie­ger. Dazu kam noch, dass das VZ, wenn mich mei­ne Erin­ne­rung nicht täuscht, mas­si­ve Daten­schutz­pro­ble­me hat­te und die pas­sen­den Ein­stel­lun­gen ziem­lich unfreund­lich ver­steckt hat. Ein wei­te­rer Plus­punkt von Face­book. Ja, so ändern sich die Zei­ten. Mitt­ler­wei­le hat Face­book die däm­lichs­ten Daten­schutz­vor­ein­stel­lun­gen, die man sich über­haupt vor­stel­len kann, ver­steckt die­se noch wei­ter unten im Sys­tem als VZ sei­ner­zeit und macht den Dia­log so unver­ständ­lich, dass man sich nach Abschluss der Ein­stel­lun­gen nie sicher sein kann, ob die Daten nun für irgend­wen sicht­bar sind oder nicht. Wie ich von einer Farm­vil­le-Spie­le­rin hör­te, muss man sei­ne Mit­spie­ler zu sei­ner Freun­des­lis­te hin­zu­fü­gen. Wo hier der Sinn liegt fra­ge ich mich immer noch. Ich gebe doch Daten für mei­ne Freun­de frei, wie E‑Mail-Adres­se, Han­dy­num­mer, etc., die wild­frem­de, mit denen ich zocke, rein gar nichts ange­hen.

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Die Über­sichts­sei­te, die sich einem direkt nach dem Log­in prä­sen­tiert ist eher eine Unüber­sicht­lich­keits­sei­te. Ich bin mitt­ler­wei­le wirk­lich über­for­dert, da ich kei­ner­lei Struk­tur mehr in die­ser Sei­te erken­nen kann. Wer­bung und Livechat sind hier deut­lich sinn­vol­ler unter­ge­bracht. Die Wer­bung nervt nicht und der Livechat macht aus­rei­chend auf sich auf­merk­sam. Außer­dem waren die Jungs bei Face­book so freund­lich, eine ein­fa­che Mög­lich­keit anzu­bie­ten, mit der man sei­nen Face­book-Account zum Chat­ten auch in Mes­sen­gern wie Adi­um, Pidgin oder Empa­thy ver­wen­den kann. Trotz­dem bleibt die unüber­sicht­li­che Lan­ding­pa­ge, der äußerst frag­wür­di­ge Umgang mit den Kun­den­da­ten und die Unsi­cher­heit, was als nächs­tes ohne Rück­spra­che mit der Kund­schaft gesche­hen wird. Zum Daten­schutz: wie­so müs­sen mei­ne Freun­de aus­zug­wei­se in den Such­ergeb­nis­sen bei Goog­le auf­tau­chen? Wie­so wird mein Pro­fil­bild indi­ziert? Wie­so erhal­ten “Apps” Zugriff auf all mei­ne Daten und nicht nur auf den Namen? Wie­so ist es so kom­pli­ziert, einen Face­book-Account zu löschen?

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Mit Erschei­nen die­ses Arti­kels wer­de ich mei­ne Akti­vi­tä­ten in bei­den Netz­wer­ken mas­siv zurück­fah­ren. Auf­grund der unsag­bar häss­li­chen Ober­flä­che nut­ze ich das VZ ohne­hin schon eine Wei­le nur noch pas­siv, pushe aber fröh­lich mei­ne Twit­ter-Updates in den Busch­funk. Das hat gleich ein Ende. Auf der Face­book-Sei­te log­ge ich mich aber auch schon eine gan­ze Wei­le kaum noch ein, weil sie mich ein­fach nur noch nervt. Auch hier wer­de ich gleich Tabu­la rasa machen und alle nicht wirk­lich nöti­gen Ver­bin­dun­gen und Daten löschen. Ich wer­de mei­ne Pro­fi­le in bei­den Netz­wer­ken nicht voll­stän­dig löschen, mei­ne Akti­vi­tä­ten aber deut­lich ein­schrän­ken. Viel­leicht gebe ich ja dem einen oder ande­ren Leser die­ses Arti­kels noch einen Denk­an­stoss. Umso mehr Leu­te den “Netz­wer­ken” zei­gen, dass es so nicht wei­ter geht, des­to eher pas­siert viel­leicht was und die Lei­tung der Netz­wer­ke erin­nert sich dar­an, für wen sie die­ses Netz­werk eigent­lich mal gebaut haben. Bei­de Netz­wer­ke machen aus mei­nen Augen das Inter­net kaputt. Damit mei­ne ich nicht tech­nisch, son­dern mora­lisch. Und ich pro­phe­zeie dass, soll­te es so wei­ter gehen, bei­de Netz­wer­ke in weni­gen Jah­ren in der Unbe­deut­sam­keit ver­schwun­den sind. Der Wider­stand regt sich, immer lau­ter lese ich Fra­gen bei Twit­ter, wie man den Face­book-Account löscht oder sei­nen VZ-Account los wer­den kann. Alter­na­ti­ven zu bei­den Netz­wer­ken sind mir aber lei­der auch nicht bekannt. Na gut, dann eben ein Leben ohne Soci­al Net­work, muss auch gehen ;-).