STRATO — oder: die neue Bedeutung der Langsamkeit

Ich habe vor gerau­mer Zeit den Auf­trag bekom­men, eine Web­site samt Shop­sys­tem auf­zu­set­zen. Der Kun­de bezieht sei­nen Spei­cher­platz, etc. bei STRATO. Ich moch­te STRATO noch nie, aber ande­rer­seits fehlt mir mitt­ler­wei­le die Ener­gie zur Mis­sio­nie­rung, ich habe also nicht gemeckert. 

Heu­te fan­ge ich aber damit an. Wie­so? Das Sze­na­rio: Magen­to per SSH down­loa­den und ent­pa­cken. Eigent­lich kei­ne gro­ße Sache soll­te man mei­nen. Aber die Geschwin­dig­keit, in der das bei STRATO alles abläuft ist ein schlech­ter Witz. 

Um einen Ver­gleich zu bekom­men, habe ich zwei wei­te­re Anbie­ter dage­gen­ge­setzt. STRATO tritt hier gegen mei­nen eige­nen Ser­ver bei Hetz­ner an und gegen ein klei­nes Shared-Hos­ting-Paket des loka­len Anbie­ters Schot­ten­Host. Die Ent­pack­zei­ten habe ich mit dem Linux-Tool ‘time’ gemes­sen, die durch­schnitt­li­chen Down­load­ge­schwin­dig­kei­ten habe ich dem Tool ‘wget’ ent­nom­men, mit des­sen Hil­fe ich das Archiv (.tar.gz-Format) vom offi­zi­el­len Magen­to-Ser­ver geholt habe. 

Um auch das Preis-/Leis­tungs­ver­hält­nis in Rela­ti­on zu set­zen, fol­gen hier erst mal Links zu den jeweils genutz­ten Ange­bo­ten. Mein eige­ner Ser­ver ist hier natür­lich außer Kon­kur­renz, den­noch lis­te ich ihn mit auf. 

STRATO Power­Plus L: http://www.strato.de/hosting/powerplus/pakete/index.html
Schot­ten­Host Schot­ten­pa­ket XL: http://www.schottenhost.de/webhosting/leistungsvergleich/
Hetz­ner Root Ser­ver DS 5000: http://www.hetzner.de/de/hosting/produkte_rootserver_ds/ds5000/

Das Paket von STRATO ist mit sei­nen 14,99 € im Monat nicht gera­de güns­tig. Es wird erst güns­tig, wenn man wirk­lich die gesam­ten acht Domains ver­wen­det, die inklu­si­ve sind. Bei klei­ne­ren Pake­ten feh­len lei­der essen­ti­el­le Fea­tures wie bei­spiels­wei­se SSH, sodass mei­ne Emp­feh­lung für mei­nen Kun­den auf die­ses Paket gefal­len ist. Das Power­Plus (ohne L) hät­te zwar auch genügt, offi­zi­ell wird aber TYPO3 dann nicht unter­stützt, wel­ches ich auch ein­zu­set­zen pla­ne. Wäre das nicht der Fall gewe­sen, wäre STRATO sogar ein paar Cent güns­ti­ger gewe­sen, auch hier ins­be­son­de­re dann, wenn man alle Inklu­siv-Domains auch zu nut­zen gedenkt. In vie­len Ein­zel­fea­tures ist das Ange­bot von STRATO dem von Schot­ten­Host mas­siv über­le­gen, gar kei­ne Fra­ge. Aber mei­ner Mei­nung nach macht das das unheim­lich gro­ße Defi­zit an Geschwin­dig­keit nicht wett. Die Zusatz­fea­tures sind sicher­lich nett, aber wenn die Web­prä­senz sich nur schlep­pend bewegt, hat man davon auch nicht viel. 

Das mitt­ler­wei­le erfolg­reich instal­lier­te TYPO3 funk­tio­niert zwar auf den Ser­vern von STRATO, die Arbeit macht aber kei­nen Spaß. Allein der Log­in im Backend dau­ert rund fünf Sekun­den. Ein Klick auf einen Menü­un­ter­punkt im Backend wird erst ca. drei Sekun­den spä­ter mit dem erwar­te­ten Ergeb­nis belohnt. 

Um die immensen Dis­kre­pan­zen etwas plas­ti­scher dar­zu­stel­len, habe ich sowohl die Ent­pack­zei­ten, als auch die Down­load­zei­ten, die eben­falls jen­seits von Gut und Böse sind, in Bal­ken­dia­gram­me ver­packt. Ent­schul­digt die merk­wür­dig anmu­ten­den Per­spek­ti­ven, es sind mei­ne ers­ten 3D-Dia­gram­me mit Numbers ;-).

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