So wird die iTunes-Bibliothek aufgeräumt


Es wur­de mal Zeit, mei­ne iTu­nes-Biblio­thek etwas auf Vor­der­mann zu brin­gen. Zu vie­le lee­re Cover von impor­tier­ten, weni­ger bekann­ten CDs, zer­stü­ckel­te ID3-Tags aus sehr frü­hen (frü­her als 2002) Import-Ses­si­ons und was nicht noch so alles die iTu­nes-Biblio­thek unan­sehn­lich wer­den lässt. In die­sem Atem­zug hab ich auch gleich mal die Musik von mei­nem NAS run­ter­ge­sam­melt und in die Media­thek ein­flies­sen las­sen. Ein ganz schö­nes Cha­os mit den oben genann­ten Sym­pto­men, Dublet­ten und ande­rem Gesocks war das Resultat. 

Hän­disch auf­zu­räu­men war qua­si aus­ge­schlos­sen, mei­ne Media­thek umfasst mitt­ler­wei­le schlan­ke 6.800+ Objek­te. Nicht ganz wenig, reicht für über 21 Tage Dau­er­be­schal­lung. Allein die Anzei­ge der Dupli­ka­te trieb mich in den Wahn­sinn: etwa 1.000 Objek­te sind angeb­lich dop­pelt vor­han­den gewesen. 

So, und nun zur Lösung die­ser Pro­ble­me: es gibt ein paar net­te Zusatz­an­wen­dun­gen für iTu­nes, die einem das Leben erheb­lich erleich­tern. Ja, es mag sein, dass ande­re Media-Play­er sol­che Funk­tio­nen mit­brin­gen, ist mir aber egal ;-). Ich nut­ze iTu­nes, weil es zuver­läs­sig und (auf dem Mac) schnell ist. 

Schon vor einer Wei­le kauf­te ich die Anwen­dung Song Ser­geant (http://www.lairware.com/songsergeant/), die, trotz ihrer eigen­wil­li­gen Ober­flä­che, sehr gute Arbeit leis­tet. Sie fin­det zuver­läs­sig Dupli­ka­te, führt bei sol­chen Meta­da­ten zusam­men, erkennt ungleich­mä­ßig geschrie­be­ne Inter­pre­ten­na­men, ver­wais­te Ein­trä­ge und Datei­lei­chen. Mit weni­gen Maus­klicks und ein paar Minu­ten Geduld waren die­se Pro­ble­me alle­samt aus der Welt geschafft. Natür­lich soll­te man immer kon­trol­lie­ren, was die Anwen­dung dort als Dupli­kat oder ähn­li­ches klas­si­fi­ziert, bei mir waren die Anga­ben aber feh­ler­frei. Ein­zig doof ist, dass bei Lie­dern, die bspw. in einem Album des Inter­pre­ten und dann viel­leicht noch in einem Sound­track vor­kom­men, der Song Ser­geant auch der Mei­nung ist, dass es sich um ein Dupli­kat han­delt. Zäh­ne­knir­schend habe ich dann aber den Rat wahr­ge­nom­men, man­che Lie­der hat­te ich gleich drei oder vier Mal in der Media­thek. Die Anwen­dung kos­tet gera­de mal 20 US-$ (umge­rech­net ca. 15,- €). 

Jetzt ist da noch das Pro­blem mit den feh­len­den Covern oder unvoll­stän­di­gen Interpreten‑, Alben- oder Titel­na­men­an­ga­ben. Hier sprin­gen zwei Pro­gram­me aus dem Hau­se equi­nux (http://www.equinux.com/de/start/index.html) in die Bre­sche. CoverS­cout 3 habe ich vor einer Wei­le in einem Bund­le erwor­ben. Die Anwen­dung sucht einem recht kom­for­ta­bel feh­len­de Cover her­aus und fügt sie dem jewei­li­gen Album oder auch Ein­zel­stück auf Klick hin­zu. Schon mal nicht schlecht, nun habe ich deut­lich weni­ger lee­re Cover in mei­ner Media­thek. Lei­der ist hier eine Men­ge Kon­trol­le von­nö­ten, da die pro­gramm­in­tern gestar­te­te Web­su­che nicht immer die rich­ti­gen Cover her­aus­sucht. Aber immer noch deut­lich bes­ser, als die­se Suche über den Brow­ser zu machen, weil man sich die Ein­ga­be des Such­be­griffs erspart. Kos­ten­punkt die­ser Anwen­dung: 29,95 €.

Die zwei­te Anwen­dung, Song­Ge­nie 2, schickt sich an, die rest­li­chen Pro­ble­me zu behe­ben. Und das funk­tio­niert über­ra­schend gut. Zwar auch nicht 100%ig zuver­läs­sig, aber die Zeit­er­spar­nis ist hier noch grö­ßer als es schon bei der Ver­wen­dung von CoverS­cout der Fall ist. Song­Ge­nie wird als Shazam für iTu­nes bewor­ben. Selbst voll­stän­dig ID3-Tag-lose Lie­der mit merk­wür­di­gen Datei­na­men wer­den ziem­lich zuver­läs­sig erkannt. Die Anzahl der “kaput­ten” Ein­trä­ge in mei­ner Media­thek habe ich von eini­gen Hun­dert auf unter ein Dut­zend redu­zie­ren kön­nen. Und bei denen weiß nicht ein­mal ich, wel­che Lie­der das sein könn­ten :-D. Nach dem Start liest Song­Ge­nie die Media­thek ein und fängt schon mal an zu kate­go­ri­sie­ren. Lie­der mit defek­ten Titel­in­for­ma­tio­nen wer­den sepa­rat auf­ge­lis­tet. Bei mir waren das rund 700, jetzt sind es, wie gesagt, weni­ger als ein Dut­zend. Die Infor­ma­tio­nen wer­den mehr oder weni­ger auto­ma­tisch aus dem Inter­net geholt und zu den Lie­dern hin­zu­ge­fügt. Necki­scher­wei­se beschränkt sich Song­Ge­nie hier nicht nur auf Titel‑, Künst­ler- und Alben­na­men, son­dern ver­sucht auch gleich Song­tex­te für die Lie­der zu fin­den und spei­chert die­se in den Meta­in­for­ma­tio­nen der Datei­en. Sehr cool. Nun habe ich für bei­na­he alle Lie­der Lied­tex­te. Die Zuver­läs­sig­keit liegt durch­aus im grü­nen Bereich, auch wenn ich etwa zwei Stun­den manu­el­le Nach­ar­beit inves­tie­ren muss­te, da ulki­ger­wei­se bei Alben, die fast voll­stän­dig kor­rekt erkannt wur­den, ein oder zwei Titel kei­ne neu­en Infor­ma­tio­nen bekom­men haben. Eine zwei­te Erken­nung behob die­ses Pro­blem aber größ­ten­teils. Eini­ge Alben wur­den gar nicht erkannt, aber auch hier half eine neu ange­schubs­te Ana­ly­se der Tracks. All die­se Funk­tio­na­li­tät bekommt man für recht güns­ti­ge 24,95 €.

CoverS­cout rech­ne ich in mei­nen End­preis nicht ein, da ich es als Bonus in einem Bund­le erhal­ten habe, auf die Anwen­dung aber gar nicht mal so scharf war. Rech­net man trotz­dem alle Ein­zel­prei­se auf, kommt man auf einen End­preis von durch­aus ver­tret­ba­ren 70,- €. Für die­ses Geld bekommt man drei Anwen­dun­gen, die einem selbst bei sehr gro­ßen Media­the­ken unter die Arme grei­fen und für Ord­nung in sel­bi­ger sor­gen. Für alle drei Anwen­dun­gen kann ich nur eine abso­lu­te Kauf­emp­feh­lung aus­spre­chen. Alle drei haben ihre klei­nen Män­gel, ins­ge­samt tun sie aber das, was sie sol­len und das auch ziem­lich gut und ohne wenig Zutun des Nut­zers. Trotz alle­dem erneut abschlie­ßend der Hin­weis, dass alle drei Anwen­dun­gen nicht “intel­li­gent” sind, also durch­aus seman­ti­sche Feh­ler machen kön­nen. Manch­mal erfol­gen also fal­sche Zuord­nun­gen oder das “Mer­gen” von Tracks ist nicht das, was man möch­te. Adler­au­ge, sei wach­sam, dann kann auch nichts pas­sie­ren. Ich bin mit dem neu­en Zustand mei­ner Media­thek sehr zufrie­den und bereue kei­nen Cent, den ich dafür aus­ge­ge­ben habe. Der Zeit­auf­wand betrug rund fünf Stun­den. Ohne die ver­wen­de­ten Tools, davon abge­se­hen, dass ich das nie­mals gemacht hät­te, wären es sicher­lich 10 — 20 Mal so vie­le geworden.

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2 Antworten zu “So wird die iTunes-Bibliothek aufgeräumt”

  1. Ich habe groß­ar­ti­ge Erfah­run­gen mit Tun­eUp für iTu­nes gemacht. Hat mei­ne über die Jah­re gewach­se­ne und sehr unüber­sicht­lich gewor­de­ne MP3 Library/Sammlung mit einem Knopf­druck wie­der auf Vor­der­mann gebracht! Das Pro­gramm erkennt die Tracks nicht an den Namen, son­dern hört zu und gleicht über das Inter­net ab. Klas­se ein­fach 🙂 Hier gehts zum Pro­gramm: http://goo.gl/THhTc

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