Reisebericht: Boa Vista

Ange­neh­me Tem­pe­ra­tu­ren und Son­nen­ga­ran­tie Ende November/Anfang Dezem­ber? Gibt es, auf Boa Vis­ta, einer Insel in Kap Ver­de im Atlan­tik vor der Küs­te Sene­gals. Da ging es die­ses Jahr hin.

Auf nach Boa Vista

Nach eini­gen Recher­chen hat­ten wir uns auf Kap Ver­de ein­ge­schos­sen, da sich die­ses Archi­pel vul­ka­ni­schen Ursprungs durch ganz­jäh­rig hohe Tem­pe­ra­tu­ren aus­zeich­net, was noch mal um eini­ges höher ist, als es auf den kana­ri­schen Inseln der Fall ist, wo es im Früh­jahr die­sen Jah­res hin ging. Käl­ter als 24 Grad wird es dort eigent­lich nie, auch nachts sin­ken die Tem­pe­ra­tu­ren nicht unter 20 Grad und selbst die Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren lie­gen immer bei min­des­tens 22 Grad, und das mit­ten im Atlan­tik.

Gut, man ist rund zwei Flug­stun­den von den Kana­ren ent­fernt und zwar direkt in Rich­tung Süden. Noch mal zwei Stun­den wei­ter und man steht auf dem Äqua­tor. Das merkt man auch der Län­ge der Tage. Um die­se Jah­res­zeit sind die Tage rund 13 Stun­den lang.

Unse­re Ent­schei­dung für Boa Vis­ta und damit gegen Sal ist nach dem Lesen eini­ger Arti­kel über die Inseln gefal­len, da uns die Hotels dort ein­fach bes­ser gefal­len haben. Denn außer den Hotels gibt es gera­de auf Boa Vis­ta nicht viel.

Das Hotel: Riu Touareg

Das Riu Toua­reg ist ein moder­nes und erst kürz­lich deut­lich erwei­ter­tes Hotel. Es liegt total abge­schie­den an der Süd­küs­te der Insel und ver­fügt über einen wirk­lich gro­ßen und schö­nen Pri­vat­strand. Es han­delt sich bei die­sem Hotel um ein Fünf-Ster­ne-All-Inclu­si­ve-Hotel. Die fünf Ster­ne dürf­ten aller­dings Lan­des­ka­te­go­rie sein.

Die Anla­ge ist ziem­lich groß und sehr gepflegt. Es gibt wirk­lich viel Per­so­nal, das sich um alle Aspek­te des Betriebs küm­mert. Die einen geben Hand­tü­cher aus, ande­re schen­ken Geträn­ke aus, ande­re kochen, rei­ni­gen die Anla­ge und so wei­ter.

WLAN war zwar im Rei­se­preis inklu­si­ve, in 2016 auch mehr als ange­mes­sen, aber nur auf den öffent­li­chen Plät­zen ver­füg­bar. Die Geschwin­dig­keit war erwar­tungs­ge­mäß eher nied­rig. Lei­der han­del­te es sich um ein offe­nes WLAN, Daten­ver­kehr mit unver­schlüs­sel­ten Web­sites und Diens­ten wur­de also im Klar­text über­tra­gen. Ich habe mir das Spio­nie­ren aber ver­knif­fen ;-).

Essen

Die Qua­li­tät des Essens war durch die Bank weg hoch bis sehr hoch. Es gab eine rie­si­ge Viel­falt an Spei­sen, die mir per­sön­lich aber nach rund einer Woche trotz­dem irgend­wie lang­wei­lig wur­de.

Aus­ge­ge­ben wur­de das Essen haupt­säch­lich in einem gro­ßen Restau­rant, in dem alle Gäs­te essen konn­ten. Dane­ben gab es noch so genann­te The­men­re­stau­rants, in denen u.a. auch afri­ka­ni­sche bzw. kap­ver­di­sche Küche ange­bo­ten wur­de. Die­se Restau­rants waren reser­vie­rungs­pflich­tig, was aber nie ein Pro­blem dar­ge­stellt hat. So wur­de noch ein wenig Varia­ti­on in den Spei­se­plan gebracht. Wer woll­te, konn­te auch ita­lie­nisch oder japa­nisch essen.

Schlafen

Die Zim­mer waren groß und geräu­mig. Ein wenig hel­ler hät­ten sie sein kön­nen, aber auf der ande­ren Sei­te war man wäh­rend der hel­len Stun­den eh meist am Pool oder im Restau­rant. Das Rei­ni­gungs­per­so­nal arbei­te­te sehr gewis­sen­haft. Der Safe war im Rei­se­preis inbe­grif­fen. Lei­der gab es kein WLAN auf den Zim­mern.

Die Zim­mer lies­sen sich recht gut ver­dun­keln. Die Gän­ge vor den Zim­mern hall­ten stark, was die Laut­stär­ke von selbst lei­sen Din­gen wie der Betä­ti­gung eines Wisch­mops so ver­stärk­te, dass ich davon wach wur­de.

Unterhaltung und Entspannung

Den gan­zen Tag über gab es ver­schie­de­ne Sport­an­ge­bo­te, wie bspw. Was­ser­gym­nas­tik, an denen man anmel­de­frei teil­neh­men konn­te. Einen Spa gab es auch, den wir aber nicht genutzt haben. In regel­mä­ßi­gen Abstän­den gab es außer­dem ein Ani­ma­ti­ons­pro­gramm, eini­ge der Lie­der haben sich als regel­rech­te Ohr­wür­mer mani­fes­tiert, ich bin sie zwei Wochen spä­ter immer noch nicht los ;-). Das Abend­pro­gramm war ähn­lich, Gesang und Tanz stan­den auf dem Pro­gramm. Nicht mein Ding, aber sonst gut gemacht.

Die Pool­an­la­ge ist wun­der­schön und besteht aus meh­re­ren unter­schied­lich gro­ßen Pools, die Größ­ten­teils mit Salz­was­ser gefüllt sind. Im größ­ten Pool gibt es außer­dem eine Pool­bar, an der man sich, All-Inclu­si­ve halt, nach Her­zens­lust bedie­nen las­sen kann.

Die Lage

Das Hotel liegt mit­ten im Nir­gend­wo. Da das erwähn­te Abend­pro­gramm nicht unse­rem Geschmack ent­sprach, blieb uns aber nicht viel ande­res übrig, als die­sem bei­zu­woh­nen, wenn wir nicht auf das Zim­mer gehen woll­ten. Einen Hafen oder einen klei­nen Ort in der Nähe gab es ein­fach nicht. Ohne Auto kam man von dort auch nicht weg.

Die Insel

Boa Vis­ta ist ein tro­cke­ner Fels im Atlan­tik. Die Luft­feuch­tig­keit ist das gan­ze Jahr über mit über 70 % recht hoch, die Tem­pe­ra­tu­ren mit 24 — 30 Grad Cel­si­us sind es auch. Es fegt ganz­jäh­rig ein Wind über die Insel, der mal stär­ker, mal weni­ger stark aus­fällt. Wir hat­ten Pech, es war durch­ge­hend so win­dig, dass mein DJI Phan­tom 3 Stan­dard nur mit Mühe und Not in der Luft blieb. Wackel­freie Vide­os bei die­sem Wind zu machen war lei­der nur begrenzt mög­lich. In der Anla­ge selbst merk­te man davon aber am Boden nicht so viel.

Der Pri­vat­strand des Hotels ist zwar schön, war aber wegen des per­ma­nent star­ken See­gangs kaum nutz­bar. Der Wind blies einem den Sand nur so um die Bei­ne, was aber typisch für die Jah­res­zeit ist. Der Atlan­tik ist nun mal kei­ne Bade­wan­ne, wie eine TUI-Mit­ar­bei­te­rin ganz treff­lich for­mu­lier­te, außer­dem liegt Boa Vis­ta rund 500 km vor der Küs­te Afri­kas, also weit drau­ßen im Meer. Die rote Flag­ge war jeden Tag drau­ßen, die Wel­len waren teil­wei­se mehr als manns­hoch und der eine oder ande­re Baden­de krümm­te sich auch vor Schmer­zen, nach­dem er von solch einem Bre­cher getrof­fen wur­de. Also nichts für Schwimm­an­fän­ger.

Es gibt nur weni­ge Orte auf der Boa Vis­ta. Wer sich die­se aus der Luft anschaut wird sehen, was ich mei­ne. Der Tou­ris­mus dürf­te die größ­te Ein­nah­me­quel­le der gesam­ten Insel sein.

Grö­ße­re Tie­re gibt es auf der Insel kaum, von Nutz­tie­ren wie Zie­gen und Kühen ein­mal abge­se­hen. Aber dafür gibt es vie­le gro­ße Spin­nen­ar­ten, sehr zur Freu­de mei­ner Freun­din ;-).

Argiope lobata
Argio­pe loba­ta

Ausflüge

Aus­flü­ge wur­den reich­lich von der TUI ange­bo­ten. Ich stell­te aber fest, dass es über Dritt­an­bie­ter deut­lich güns­ti­ger geht. So buch­ten wir für gera­de mal 80 € eine Quad­tour für zwei Per­so­nen auf einem Quad, die vier Stun­den lang war. Wir buch­ten die Nord­tour, alle ande­ren die Süd­tour. Das führ­te dazu, dass wir die ein­zi­gen auf der Tour waren, wir beka­men also eine Pri­vat­tour.

Wir wur­den vom Anbie­ter vor der Hotel­tür abge­holt und dann zum Start­ort, rund 30 Minu­ten ent­fernt in der Nähe des Flug­ha­fens von Boa Vis­ta, gefah­ren. Dort ging es nach einer kur­zen Ein­füh­rung auf den Quads auch schon los. Ich fuhr unse­rem Gui­de hin­ter­her, der teil­wei­se ein ordent­li­ches Tem­po an den Tag leg­te. Alle 30 — 45 Minu­ten gab es eine Pau­se, die wir zum Bei­ne­ver­tre­ten, Foto­gra­fie­ren und Fil­men nutz­ten.

Wäh­rend der Stopps kamen natür­lich sofort Händ­ler her­bei­ge­strömt, die einem ihre Sou­ve­nirs andre­hen woll­ten. Ich hat­te lei­der nicht an so etwas gedacht und zu wenig Geld ein­ge­steckt. Fas­zi­nie­rend fand ich, dass selbst bei unse­rem Stop mit­ten in der Wüs­te kei­ne fünf Minu­ten spä­ter ein Händ­ler auf­tauch­te.

Wir fuh­ren auf unse­rem Weg auch an den Armen­vier­teln der Insel vor­bei, was einem einen ganz schö­nen Dämp­fer ver­passt hat. Längst nicht alle pro­fi­tie­ren von den rei­chen Euro­pä­ern, die dort ihren Urlaub ver­brin­gen. Es wird emp­foh­len, Schul­sa­chen zu spen­den, wenn man die­se Inseln besucht, was wir natür­lich auch getan haben.

Nach etwa 4,5 Stun­den waren wir wie­der am Aus­gangs­ort. Laut mei­ner Apple Watch habe ich in die­ser Zeit fast 1.000 kcal ver­brannt …

Fazit

Es war eine schö­ne Woche auf Boa Vis­ta, ich war aber auch froh, als sie vor­bei war. Den gan­zen Tag nur zwi­schen Bett, Pool und Restau­rant zu pen­deln ist nicht mei­ne Form des Urlaubs.

Die Orga­ni­sa­ti­on und das gan­ze Drum­her­um waren toll, nur vom Flug waren wir ent­täuscht. Wir haben fast 2.600 € für die­se Rei­se bezahlt und hät­ten bei die­sem Preis ein­fach erwar­tet, dass wenigs­tens Was­ser auf dem Flug inbe­grif­fen ist. War es aber nicht. Und das bei einer Flug­dau­er von rund sie­ben bzw. acht Stun­den (auf dem Rück­weg mach­ten wir Stopp auf Sal). Außer­dem sind die Sit­ze in den TUI-Flie­gern lei­der ziem­lich eng und bie­ten kaum Bein­frei­heit. Der Flug stand also im kras­sen Gegen­satz zum Hotel, was mei­ner Ansicht nach ein­fach nicht zusam­men­passt.

Dies war mei­ne ers­te Rei­se, auf der ich aus­schließ­lich mit dem iPho­ne foto­gra­fiert habe. Außer­dem habe ich den Groß­teil des Film­ma­te­ri­als eben­falls mit mei­nem iPho­ne erstellt. Und ich muss sagen, dass das sehr gut funk­tio­niert hat. Die Kame­ra des iPho­ne 7 Plus ist her­vor­ra­gend und dank des kurz zuvor erwor­be­nen DJI Osmo Mobi­le konn­te ich auch äußerst sta­bi­le und but­ter­wei­che Vide­os mit dem Smart­pho­ne dre­hen. Ich sich­te und schnei­de das Mate­ri­al aktu­ell noch und wer­de dann zu gege­be­ner Zeit einen Zusam­men­schnitt des Urlaubs bei You­Tube und natür­lich auch hier ver­öf­fent­li­chen.

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