Reisebericht – Belgien, Frankreich und Niederlande

Die wunderschöne Rennstrecke Spa-Francorchamps in Belgien wollte ich mir schon immer mal anschauen. Für solche Zwecke bietet der Betreiber die so genannten Jungfernfahrten für recht faire 119 € an. Man wird erst mal zwei Runden mit einem Renault Mégane R.S. 265 von einem erfahrenen Rennfahrer über die Strecke chauffiert, dann darf man zwei Runden in Kolonne selbst fahren. Das lief leider etwas anders, als ich mir das vorstellte, aber dazu später mehr.

Da ich nicht nur für zwei Stunden Rennstreckenaufenthalt die Anfahrt von rund 500 Kilometer auf mich nehmen wollte, habe ich mich gleich mal in der Umgebung umgeschaut und eine kleine Rundreise draus gemacht.

Die Anreise

Am 17.07.17, dem ersten Tag, ging es nach Stoumont in Belgien. Stoumont ist rund 15 Autominuten von Spa entfernt und etwa 40 Minuten von Lüttich (auch bekannt unter dem französischen Namen Liège), der nächstgelegenen Großstadt. In Stoumont bin ich gelandet, weil ich dort ein äußerst charmantes kleines B&B, das Les Tchéous, gefunden habe, wo ich mich für zwei Nächte einquartierte. Die Gegend eignet sich nicht nur als Sprungbrett nach Spa, sondern auch für ausgedehnte Wander- und Fahrradtouren. Und auch für sportlich ambitionierte Autofahrer hat die Gegend einiges zu bieten. Das Les Tchéous ist inhabergeführt von einem sehr charmanten Ehepaar, die einen sehr herzlich willkommen heissen. Der Mann der Inhaberin begleitet seine Gäste seiner eigenen Aussage nach auch gerne auf Fahrradtouren, da er selbst leidenschaftlicher Radfahrer ist. Also, ganz klare Empfehlung von mir an  dieser Stelle.

Lüttich

Den zweiten Tag verbrachte ich in Lüttich. Eine wirklich schöne Stadt, das Wetter liess mich auch nicht im Stich. Unterwegs war ich mit meinem iPhone 7 Plus und meiner nagelneuen Panasonic DMC-FZ2000. Eine Bridgekamera mit 1″-Sensor und Ultrazoom-Objektiv, die 4K-fähig und bildstabilisiert ist. Ich habe sie mittlerweile schon weiter veräußert, aber für das Geld (unter 1.000 €) produziert sie schon ordentliche Ergebnisse.

Lüttich hat eine schöne Altstadt und bietet gute Küche. Wer in der Gegend ist, sollte also unbedingt mal vorbei schauen.

Circuit de Spa-Francorchamps

Wie schon weiter oben geschildert, buchte ich das Schnupperpaket. Im Nachhinein kann ich das nur bedingt empfehlen. Ich hoffte darauf, wenigstens ein bisschen Gummi auf der Strecke lassen zu können, wurde aber enttäuscht. Die Runden im Renntaxi waren super. Mein Fahrer hätte locker mein Großvater sein können, wusste aber, was er tat und hat mich in hohem Tempo und äußerst souverän zwei Runden über die Strecke geschickt.

Kurz danach konnten wir mit unseren eigenen Fahrzeugen auf die Strecke. Wir fuhren Kolonne, ähnlich kenne ich es auch vom Bilster Berg. Dort wurde das, muss man fairerweise sagen, aber auch als Training verkauft. Ich hätte mir gewünscht, dass kleine Gruppen je nach Fahrzeugtyp gebildet werden und man wenigstens etwas zügiger fahren könnte. Vor mir fuhr ein Seat Mii. Mit vier Personen. Wie schnell so ein Auto unterwegs ist, kann man sich vielleicht vorstellen. Falls nicht, sollte das folgende Video Aufschluss geben.

Also ihr seht, langsam ist kaum der richtige Ausdruck dafür. Neben mir waren noch einige andere Leute mit PS-starken Fahrzeugen vor Ort, wir hätten sicherlich ein wenig mehr Spaß haben können, ohne gleich volles Brett fahren zu müssen.

Auf Anfrage sagte man mir, dass man natürlich Verständnis habe, für schnellere Fahrten ich doch aber zu den Track-Days wiederkommen solle. Mal schauen, vielleicht mache ich das ja in 2018.

Dünkirchen

Als kleinen Zwischenstopp nahm ich mir die Stadt Dünkirchen (franz. Dunkerque) in Frankreich vor. Auf der Fahrt dahin musste ich mal wieder feststellen, wie sehr ich die EU liebe. Von Land zu Land reisen zu können, ohne Grenzübergänge, einfach herrlich.

Auf Dünkirchen fiel meine Wahl, zugegebenermaßen, weil kurz zuvor der gleichnamige Film von Christopher Nolan in die Kinos kam. Diesen habe ich zwar immer noch nicht gesehen, aber irgendwas ist ja immer … Ich hatte leider keine Zeit, mir Museen oder ähnliches anzuschauen, bin aber mit der Kamera bewaffnet wenigstens ein bisschen durch die Stadt und am (an dem Tag sehr stürmischen) Strand entlang geschlendert.

Brügge

Sehen und sterben? So der Filmtitel. Ich lebe noch und fand Brügge wirklich schön. Dort fand meine dritte und letzte Übernachtung statt. Ich erkundete die Stadt zu Fuß. Viel spannendes weiß ich nicht zu berichten, die Stadt ist wirklich einen Besuch wert, die Architektur gefiel mir gut und kulinarisch wurde ich auch nicht enttäuscht.

Maastricht

Um den Hattrick vollzumalen, drei Länder an vier Tagen, machte ich noch einen Abstecher nach Maastricht. Ich suchte mir scheinbar den perfekten Tag dafür aus, weil André Rieu an dem Tag dort gastierte und die Innenstadt verstopft war und alle Restaurants dort nur das Rieu-Menü anboten. Da ich mich aber vor meiner Rückreise nach Deutschland nicht vollfressen wollte, wurden es dann Frikadellen. Frittierte Frikadellen. Ist Geschmacksache, sage ich mal.

Maastricht selbst gefiel mir gut, gerade der Stadtkern ist echt hübsch. Für viel mehr als diesen hatte ich leider auch keine Zeit, da noch über vier Stunden Rückfahrt auf mich warteten.

Fazit

Eine kleine Rundreise durch den Westen Europas zu machen war mal etwas anderes und hat mir gut gefallen. Mein Auto ist für so lange Strecken aufgrund des Fahrwerks und der Sitze nur begrenzt geeignet, aber ich habe es überlebt. Wer einfach mal ein paar Tage rauskommen möchte und etwas längere Autofahrten nicht scheut, dem sei so ein Roadtrip wärmstens ans Herz gelegt.

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