Nett is’ nix für’s Bett… oder warum nette Jungs bei Frauen nicht landen können

Den nach­fol­gen­den Text habe ich im welt­wei­ten Netz ohne Namens­nen­nung eines Autoren gefun­den. (EDIT: Dan­ke, Mar­co, für den Kom­men­tar. Autor die­ses Tex­tes ist wohl Mar­co Krahl.) Die­ser Text spie­gelt nicht unbe­dingt mei­ne eige­ne Mei­nung wie­der und soll nur rein unter­hal­te­ri­schen Wert haben:

Ein Freund erzähl­te mir kürz­lich, dass er sich mit einer wun­der­vol­len Frau ver­ab­re­det hat­te. Und Max, so ist sein Name, erwar­te­te einen eben­so wun­der­vol­len Abend. Mit einer Frau, hin­ter der er schon eine hal­be Ewig­keit her war. Deren Wagen er regel­mä­ßig in die Wasch­stra­ße fuhr und für die er im letz­ten Früh­jahr sogar die Woh­nung gestri­chen hat­te. Eine Frau, die noch nie mehr zuge­las­sen hat­te als eine flüch­ti­ge Umar­mung zur Begrü­ßung und zu der mein freund­schaft­li­cher Rat “Lass die Fin­ger von der, die macht dich nur unglück­lich” pass­te, wie die Faust aufs Auge.

Am Tag nach dem Date erzähl­te mir Max Ein­zel­hei­ten: Schi­ckes Restau­rant, Kino und Dis­co­be­such, danach fuhr er sie nach Hau­se, sie lud ihn noch zu einem Schlum­mer­trunk ein. Und wie’s halt immer so ist: Sie erzähl­ten die gan­ze Nacht hin­durch, und schließ­lich hat­te er soviel getrun­ken, dass es unver­ant­wort­lich gewe­sen wäre, sich noch ans Steu­er zu set­zen. So kam es, dass er bei ihr über­nach­te­te. “Es war fast per­fekt”, schwärm­te er mir vor. Nur eine Klei­nig­keit fehl­te zu sei­nem Glück: Sie hat­ten kei­nen Sex. Er schlief nicht ein­mal im glei­chen Bett mit ihr. Was war pas­siert? Die Ant­wort habe ich schon gege­ben: Nichts! Statt einer von Max lang­ersehn­ten Lie­bes­nacht erfuhr der arme Kerl die schlimms­te Krän­kung, die aus dem Mun­de einer Frau nur kom­men kann. Sie besteht aus vier klei­nen Wor­ten: Du — bist — echt — nett. Den fol­gen­den Satz beginnt Frau dann immer mit “Aber”. Dar­an schließt sich ein Lob­ge­sang auf den gera­de abser­vier­ten Mann an. Hört Mann den Nett-Satz, kann er sich sämt­li­che sexu­el­len Phan­ta­si­en mit ihr für immer abschmin­ken, gar nicht zu spre­chen von der Aus­sicht auf eine län­ge­re Bezie­hung.

Schlim­mer aber noch: Er wur­de degra­diert zu einem Mann zwei­ten Ran­ges, zu einem soge­nann­ten “guten Freund”. Das gleicht einer Ver­ban­nung, weil jeder Mann nach die­sem Satz genau weiß, dass er den ersehn­ten Sta­tus des Sexu­al- und Lebens­part­ners nie mehr errei­chen wird. Aber wie fängt das gan­ze Elend über­haupt an? Im Vor­feld des “Du-bist-nett”-Satzes ler­nen Frau und Mann sich ken­nen. Er ist ger­ne mit ihr zusam­men, und ihr geht’s genau­so. Mann denkt: “Wow, was für eine tol­le Frau.” Frau denkt: “Man, der ist echt nett.”

Auf­ge­passt! Bis zu die­sem Zeit­punkt ist das Attri­but “nett” noch posi­tiv zu wer­ten. Ein gedach­tes “nett” im Kopf einer Frau hat noch lan­ge nicht den Stel­len­wert, den es bekommt, wenn das ver­damm­te Wört­chen in der Gegen­wart des betrof­fe­nen Man­nes aus­ge­spro­chen wird. Noch gibt es also die Mög­lich­keit, dass ihre Mei­nung sich ändert und an die Stel­le des “nett” star­kes Herz­klop­fen tritt. Wenn das besag­te Wört­chen aber sei­ne Halb­wert­zeit ver­liert, hat der Mann ver­lo­ren. Wie man dar­an sieht, ist es also wich­tig, mehr als nur die letz­ten 24 Stun­den einer Nicht-Bezie­hung zu betrach­ten, um das männ­li­che Schei­tern nach­voll­zie­hen zu kön­nen. Noch wich­ti­ger ist aber die Cha­rak­te­ris­tik des ver­schmäh­ten Man­nes. Und dabei wird sich schnell her­aus­stel­len, dass es oft der glei­che Typ Mann ist, dem die “Net­tig­keit” immer wie­der an den Kopf geknallt wird.

Was sind die­se armen Würst­chen nun für Män­ner? Max z.B. ist dun­kel­haa­rig, über 1,85 Meter groß und wiegt min­des­tens 80 Kilo. Ergo: Am äuße­ren Erschei­nungs­bild kann’s nicht lie­gen. Es müs­sen also ande­re Eigen­schaf­ten sein, die einen net­ten Mann für immer ver­dam­men.

Eine klei­ne Umfra­ge in mei­nem weib­li­chen Freun­des­kreis gibt Auf­schluss: Das Weich­ei (so nen­nen Frau­en ihn ger­ne) gehört in das Leben einer jeden Frau. Und kei­ne möch­te auf ihr Weich­ei ver­zich­ten, denn Frau kann nie wis­sen, wann wie­der eine Sel­ter­skis­te geschleppt oder die Woh­nung reno­viert wer­den muss. Ja, das sind die Weich­ei­er: Hilfs­be­reit! Natür­lich ist jeder von uns mehr oder weni­ger hilfs­be­reit und höf­lich dem zar­ten Geschlecht gegen­über, aber man soll­te es nicht über­trei­ben. Es ist eben schon ein klei­ner Unter­schied, ob man einer Frau in den Man­tel hilft oder ihr drei Sel­ter­skis­ten in den vier­ten Stock rauf schleppt. Und der Unter­schied besteht nicht nur aus 54 Trep­pen­stu­fen und einem Gewicht von 27 Kilo Flüs­sig­keit.

Die­se bedin­gungs­lo­se Hilfs­be­reit­schaft ist wohl in der Kind­heit ver­wur­zelt. Ich kann mir gut vor­stel­len, wie Maxens Mut­ter ihrem Sohn immer wie­der ein­bläu­te, im Bus älte­ren Damen sei­nen Sitz­platz anzu­bie­ten. Seit­dem über­kommt den armen Max beim Anblick einer Frau schein­bar sofort die Asso­zia­ti­on des hilf­lo­sen Wesens. Nur hat er dabei ver­ges­sen, dass er mit der alten Frau aus dem Bus wahr­schein­lich nie ins Bett gehen wür­de. Jeden­falls hat der arme Max weder mit der alten Frau aus dem Bus noch mit sei­ner Ange­be­te­ten Sex. Statt des­sen spielt er ihr das Hünd­chen. Und sei­ne Flam­me genießt das. Schließ­lich ist so ein zwei­bei­ni­ges Hünd­chen sehr wohl­tu­end. Zum Bei­spiel, wenn das weib­li­che Ego mal etwas ange­kratzt ist: Wer wird nicht ger­ne ange­be­tet? Eine Gegen­leis­tung ist aller­dings nicht zu erwar­ten. Und Sex mit Max kommt schon gar nicht in Fra­ge. Schließ­lich ist Sex mit Tie­ren in Deutsch­land ver­bo­ten. Dabei ist das Weich­ei grund­sätz­lich kei­ne Vogel­scheu­che. Also durch­aus einer, mit dem sich Frau sehen las­sen kann. Sei­ne Geschlechts­ge­nos­sen mögen ihn, weil er für sie kei­ne Kon­kur­renz ist. Die Frau­en mögen ihn, weil er so ver­ständ­nis­voll ist und sie stun­den­lang mit ihm quat­schen kön­ne. Über ihre Bezie­hun­gen zu ande­ren Män­nern. Oder weil er so wit­zig ist. Oder im schlimms­ten Fall bei­des! Viel­leicht sehen sie ihn aus die­sem Grund auch als ase­xu­ell an. Wer möch­te schon mit sei­nem Psy­cho­the­ra­peu­ten schla­fen? Oder mit Typen wie Didi Hal­ler­vor­den ins Bett gehen? Der wich­tigs­te Weich­ei-Cha­rak­ter­zug ist aber, dass er aus weib­li­cher Sicht nicht eigent­lich männ­lich ist, und das macht ihn lang­wei­lig. Und lang­wei­lig ist in der Frau­en­spra­che das Syn­onym für nett.

Ein ande­rer Bekann­ter von mir, Kai, ist übri­gens genau das Gegen­teil von Max. Mit ihm wol­len die Frau­en immer ihre Matrat­ze tei­len. Eigent­lich kann ich mich an kei­ne Zeit erin­nern, in der Kai mal allei­ne geschla­fen hat. Mir völ­lig unver­ständ­lich, denn ich kann nicht sagen, dass er einen beson­ders net­ten Ein­druck macht. Klar kann er char­mant und wit­zig sein, aber nur, wenn’s dem Auf­riss dient. Und faul ist er oben­drein! Alle sei­ne ehe­ma­li­gen Freun­din­nen haben Ober­ar­me wie Arnold Schwar­zen­eg­ger, weil sie nicht nur ihre eige­nen Sel­ter­skis­ten in den vier­ten Stock schlep­pen muss­ten, son­dern auch noch sei­ne Bier­packs.

Tja, und der gute Max? Im Grun­de bleibt dem Mann nichts ande­res übrig, als selbst Hand an sich zu legen. Sprich: Weg mit dem Weich­ei-Image. Nun, ist es nicht leicht, sich zu ändern. Wenn man aber nur die Wahl zwi­schen einer Meta­mor­pho­se und Aske­se hat, soll­te einem die Ent­schei­dung nicht schwer fal­len. Da die Frau­en­welt offen­bar “unaus­steh­lich” mit “männ­lich” gleich­setzt und auf die har­ten Ker­le abfährt — sol­len sie haben! Zwei Punk­te sind dabei ganz wich­tig. Ers­tens: Man darf die Ange­be­te­te nie mer­ken las­sen, dass sie die ein­zi­ge wirk­lich wich­ti­ge Frau ist. Des­halb umgibt sich der klu­ge Mann immer mit ande­ren, natür­lich mög­lichst gut­aus­se­hen­den Frau­en. Nicht zuletzt um den Anschein zu erwe­cken auf dem Bezie­hungs­markt heiß­be­gehrt zu sein. Und zwei­tens muss unbe­dingt der Leit­spruch ver­in­ner­licht wer­den: “Willst du was gel­ten, mach dich sel­ten.” Sehr ein­drucks­voll kann die­ses Mot­to umge­setzt wer­den, wenn man sich ver­ab­re­det und dann das Date kurz­fris­tig unter einem faden­schei­ni­gen Grund wie­der absagt. Fatal wäre es, wenn die Frau den Ter­min can­celt, bevor es der Mann tun konn­te. Auch wenn man anschlie­ßend den gan­zen Abend vor dem Fern­se­her sitzt, sich die tau­sends­te Wie­der­ho­lung von “Enter­pri­se” anschaut und immer an sie den­ken muß: Hart blei­ben! Klin­gelt das Tele­fon und die Frau der Träu­me ist am ande­ren Ende, weiß man genau: Gewon­nen! Also, immer dran den­ken: Nie wie­der ver­ständ­nis­vol­le Gesprä­che, die sich über Stun­den zie­hen. Nie wie­der Ange­bo­te, beim Umzug zu hel­fen oder die kom­plet­te Woh­nung zu reno­vie­ren.

Und spe­zi­ell ein Rat­schlag für “Max”: Fahr sie nach dem nächs­ten Date nicht mehr bis an die Haus­tür, son­dern setz sie an der nächs­ten Bus­hal­te­stel­le ab. Und vor allem: Ruf sie nie wie­der an!

Beteilige dich an der Unterhaltung

2 Kommentare

  1. Grund­sätz­lich stim­me ich dir zu, nur der Punkt kurz­fris­tig das Date abzu­sa­gen kann bei man­chen der “Genick­bruch” bedeu­ten, sprich man wird als poten­zi­el­lem Part­ner abge­schos­sen oder wie man­che sagen; das war’s. 😅

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.