Kurztest Tamron AF70-300mm F/4–5.6 Di


Lan­ger Name, kur­zer Sinn: es han­delt sich bei die­sem Objek­tiv um ein Tele-Objek­tiv mit Makro-Funktion.

Die Vor­ge­schich­te: kurz nach­dem ich mir qua­si per Spon­tan­kauf mei­ne Nikon D40 gekauft habe wur­de mir klar, dass ich mit dem Kit-Objek­tiv (18–55mm) nicht glück­lich wer­den wür­de. Da ich aber schlau­er bin als die Indus­trie, soll­te es ein All­round-Objek­tiv wer­den, mit dem ich einen gro­ßen Brenn­wei­ten­be­reich abde­cken kann. Von sol­chen Neben­säch­lich­kei­ten wie Licht­stär­ke woll­te ich nichts hören, also wur­de es ein Sig­ma 18–200mm F/3.5–5.6. Und was war ich begeis­tert, kein Objek­tiv­wech­sel, drauf­hal­ten und glück­lich sein. Zumal die 200 mm ja für die meis­ten Anwen­dungs­zwe­cke auch genü­gen dürf­ten. Dach­te ich. Am hell­lich­ten Tage hat­te ich auch kei­ne Pro­ble­me, aber sobald es mal etwas dunk­ler wur­de oder auch nur das Motiv zu viel Licht absor­bier­te, gin­gen die Pro­ble­me los. Im Weit­win­kel­be­reich war die Licht­stär­ke ja noch in Ord­nung, aber im Tele­be­reich ein­fach nicht zu gebrau­chen. Wenn ich mich gera­de nicht ganz täu­sche, lag die 5.6er Blen­de schon bei 140 mm Brenn­wei­te an. Aber gut, ich will Sig­ma nicht schlecht machen, das gute Stück hat auch gera­de mal 160 € gekos­tet. Lei­der hat der Brenn­wei­ten­ring schon nach kur­zer Zeit an Fes­tig­keit ver­lo­ren, nach der Repa­ra­tur war er dann zu fest. Sehr scha­de. Trotz­dem muss­te ich ler­nen, dass Bil­lig­hei­mer eben lei­der auch im Bereich der Foto­gra­fie Bil­lig­hei­mer sind.

Mei­ne nächs­te Anschaf­fung war dann ein Por­trät-Makro von Tam­ron, ein SP AF 60mm F/2 Di II Macro 1:1. Und von dem Ding bin ich nach wie vor begeis­tert. Sicher­lich, 400 Tacken sind kein Schnäpp­chen, das Ding ist sein Geld aber mehr als nur wert. Die Licht­stär­ke von F/2 mag eini­ge viel­leicht kalt las­sen, ich bin aber hin und weg. Die mini­ma­le Tie­fen­schär­fe liegt im Macro-Bereich bei weni­gen Mil­li­me­tern, ein­fach himm­lisch. Dank der Fest­brenn­wei­te muss ich jetzt zwar ein paar Meter mehr lau­fen, aber jeder Gang macht schlank, also halb so schlimm. Nur kann man eini­ge Sze­nen mit einer Fest­brenn­wei­te, ins­be­son­de­re bei 60 mm, ein­fach nicht ein­fan­gen. Gera­de Innen­räu­me oder weit­läu­fi­ge Land­schaf­ten sind pro­ble­ma­tisch, aber auch weit ent­fern­te Objek­te blei­ben ein­fach zu weit entfernt.

Aus die­sem Grund bin ich nun zum Tam­ron AF70-300mm F/4–5.6 Di gekom­men. Für gera­de mal 140 € erhält der Käu­fer ein wirk­lich soli­de ver­ar­bei­te­tes, leich­tes, aber lei­der auch recht lau­tes und mit einem lang­sa­men Auto­fo­kus aus­ge­stat­te­tes Tele­ob­jek­tiv mit einer Maxi­mal­brenn­wei­te von 300 mm. Der Sprung von 200 auf 300 mm macht sich schon bemerk­bar, die maxi­ma­le Licht­stär­ke bei 200 mm von f/4.8 mag sich jetzt nicht wie ein Kauf­an­reiz anhö­ren, kann sich aber gera­de in kri­ti­schen Licht­si­tua­tio­nen bemerk­bar machen. Posi­tiv über­rascht bin ich von dem klei­nen Tie­fen­schär­fe­be­reich, ins­be­son­de­re im Tele-Makro-Bereich zwi­schen 180 und 300 mm. Trotz der recht klei­nen Maxi­malb­len­de von f/4.8 bis f/5.6 hat man hier einen Tie­fen­schär­fe­be­reich von wirk­lich nur weni­gen Millimetern.

Jetzt fol­gen eini­ge Bei­spiel­bil­der, die ich auch in der vol­len Auf­lö­sung von 6 MP her­un­ter­lad­bar sein soll­ten (sofern Pos­te­rous hier mit­spielt). Auf­grund des star­ken Win­des heu­te war es echt nicht leicht, gesto­chen schar­fe Bil­der ins­be­son­de­re im Ultr­ate­le-Bereich zu pro­du­zie­ren, aber seht selbst.

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195 mm, f/4.8, Tele-Makro

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Bild 1 195 mm, f/4.8; Bild 2 mit 300 mm, f/5.6 aufgenommen.

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195 mm, f/4.8, Tele-Makro. Schön ist hier die Tie­fen­schär­fe zu begut­ach­ten. Eigent­lich soll­te die­se auf der Blü­te lie­gen, dank des Winds war es dann aber der Stiel.

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300 mm, f/5.6, Tele-Makro. Auch hier kann man den wirk­lich schö­nen Tie­fen­schär­fe­ver­lauf des Objek­tivs sehen. Der Schnul­ler lag am Geh­weg­rand um. Nur, dass hier kei­ne Fra­gen aufkommen ;-).

Ich hät­te gern noch mehr Bil­der gezeigt, der Groß­teil ist auf­grund des Win­des aber recht unscharf gewor­den, der Auto­fo­kus des Objek­tivs ist dafür lei­der ein­fach zu langsam.

Fazit: ein wirk­lich schö­nes Objek­tiv zu einem äußerst attrak­ti­ven Preis, das sogar gleich ein Tele-Makro, wenn auch nur ein 1:2, mit­bringt. Gut geeig­net um bspw. Insek­ten zu foto­gra­fie­ren, was mit mei­nem 60mm häu­fig nichts wird, weil ich zu nah ran muss. Der Brenn­wei­ten­be­reich von 70 — 300 mm bringt eini­ges an Fle­xi­bi­li­tät mit sich, ins­be­son­de­re wegen der für den Preis recht hohen Licht­stär­ke. Das gerin­ge Gewicht tut sein übri­ges, damit man das gute Stück immer bei sich haben kann. Für den glei­chen Preis bekommt man die­se Lin­se auch für Bajo­nett­ver­schlüs­se der Her­stel­ler Canon, Sony und Pen­tax. Tam­ron hat mich bis­her begeis­tert und auch in Zukunft, wer­de ich im Zwei­fels­fal­le wohl Tam­ron den Vor­zug vor Sig­ma geben, sofern Tests nichts voll­stän­dig ande­res aussagen.


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