Fünf Tage mit Snow Leopard

Gleich am Frei­tag, 28.08., lief ich los und besorg­te mir bei Gra­vis für mei­nen iMac und mein Mac­Book jeweils eine Lizenz von Snow Leo­pard zum Stück­preis von rund 29 €. Nach die­sen fünf Tagen ein klei­nes Resü­mee mei­ner bis­he­ri­gen Erfah­run­gen:

Da die Instal­la­ti­on von Leo­pard auf mei­nem iMac jetzt seit rund 1,75 Jah­ren lief und ich auch vor­her nie eine wirk­li­che Neu­in­stal­la­ti­on durch­ge­führt habe, wur­de es schon Zeit. Ins­be­son­de­re der Start des Sys­tems dau­er­te mitt­ler­wei­le eine gan­ze Ecke, da ich auch viel unge­nutz­tes beim Start mit­ge­la­den habe. Tei­le der Instal­la­ti­on waren mitt­ler­wei­le rund vier Jah­re alt, also noch aus der Zeit mei­nes ers­ten Macs, auf dem Pan­ther (10.3) vor­in­stal­liert war. “Schnell” ein Back­up via Time Machi­ne gemacht, vor­her noch ein wenig aus­ge­mis­tet, der 28.08. konn­te kom­men.

Die Instal­la­ti­ons­par­ty ver­lief recht schmerz­frei. Ich habe par­al­lel sowohl den iMac als auch das Mac­Book mit dem neu­en Sys­tem bespielt. Die Apps, die ich regel­mä­ßig nut­ze, habe ich mir vor­her in einer sepa­ra­ten Datei notiert, damit ich nach der Instal­la­ti­on gar nicht erst groß­ar­tig grü­beln muss. Die Instal­la­ti­on selbst ver­lief wie zu erwar­ten war voll­stän­dig stress­frei. Das Sys­tem war nach rund 25 Minu­ten auf bei­den Gerä­ten auf­ge­spielt, nach wei­te­ren drei Minu­ten erfolg­te der ers­te Log­in. Kei­ne Pro­ble­me bis­her.

Nach der erfolg­rei­chen Instal­la­ti­on rich­te­te ich zuerst mei­nen Mobi­le­Me-Account ein, was schon mal dafür sorg­te, dass mei­ne Lese­zei­chen, Mail­ac­counts, Schlüs­sel­bun­de, etc. wie­der auf bei­den Maschi­nen vor­han­den waren. Wer noch kei­nen sol­chen Account hat, hier mei­ne ganz kla­re Emp­feh­lung. Wenn mal ein neu­er Mac kommt und man den kom­plett frisch machen möch­te, nimmt einem die­ser “Luxus” einen Groß­teil der Fit­zel­ar­beit. Alter­na­tiv kann man natür­lich auch ein­fach das Time-Machi­ne-Back­up wie­der ein­spie­len, was ich vor rund einem hal­ben Jahr mal getes­tet habe. Das lief ein­wand­frei, sämt­li­che Ein­stel­lun­gen, Trei­ber, etc. waren nach dem Abschluss der Instal­la­ti­on wie­der vor­han­den. Time Machi­ne rockt :-D.

Danach begann ich damit, mei­ne Apps zu “instal­lie­ren”, ich habe also ein­fach die aktu­el­len Ver­sio­nen sämt­li­cher Anwen­dun­gen run­ter­ge­la­den und ins Pro­gram­me-Ver­zeich­nis gezo­gen. Bei eini­gen Anwen­dun­gen muss­te ich noch das ent­spre­chen­de Unter­ver­zeich­nis aus ~/Library/Application Sup­port aus mei­nem Back­up holen. Läuft. Schnell noch die Seri­en­num­mern ein­ge­ge­ben, wo not­wen­dig, alles lief wie­der und die alten Daten waren wie­der vor­han­den.

Aus­nah­me bil­de­ten hier 1Password, Growl (nur auf dem iMac), Peri­an und Came­ras. 1Password lässt sich lei­der nur dann nativ unter Snow Leo­pard betrei­ben, wenn man das kos­ten­pflich­ti­ge Upgrade auf Ver­si­on 3 vor­nimmt, die bis­her erst in einer Beta vor­liegt. Na gut, da ich 1Password sei­ner­zeit im MacHe­ist-Bund­le erwor­ben habe, war ich bereit, die rund 20 $ (also ca. 14 €) zu inves­tie­ren. Die neue Ver­si­on läuft stress­frei und impor­tier­te brav alle Daten aus der Ver­si­on 2. Von Growl muss­te ich eine Beta­ver­si­on instal­lie­ren, da die aktu­el­le Final beim Auf­ruf des Pre­fe­rence Panes jedes Mal abstürz­te. Die Beta behob die­ses Pro­blem. Came­ras hin­ge­gen funk­tio­niert gar nicht, was scha­de, aber nicht lebens­wich­tig ist. Angeb­lich, laut Quel­len im welt­wei­ten Netz, soll Snow Leo­pard eine ent­spre­chen­de Funk­tio­na­li­tät bereits mit­brin­gen. Came­ras ist ein net­tes klei­nes Plugin, was Prä­fe­ren­zen für die jewei­li­ge Kame­ra fest­legt, da ich nicht jedes Mal, wenn ich mein iPho­ne anschlies­se auch iPho­to öff­nen möch­te. Beim Anschluss mei­ner DSLR hin­ge­gen ist das schon wahr­schein­li­cher. Peri­an lässt sich der­zeit auch noch nicht zum Lau­fen bewe­gen, aber ich hof­fe auf eine kur­ze Reak­ti­ons­zeit der Ent­wick­ler. Scha­de eigent­lich, die Ent­wick­ler-Ver­sio­nen von Snow Leo­pard gibt es ja schon eine gan­ze Wei­le.

Mein Dru­cker, ein netz­werk­fä­hi­ges Mul­ti­funk­ti­ons­ge­rät von HP, HP Laser­Jet M1522N, konn­te ohne Trei­ber­down­load sofort instal­liert wer­den und wur­de auch kor­rekt vom Sys­tem iden­ti­fi­ziert. Also drei Maus­klicks, fer­tig. Der Scan­ner funk­tio­niert lei­der nicht, also muss ich wohl den Trei­ber von HP doch wie­der instal­lie­ren. Scha­de.

Alle ande­ren Anwen­dun­gen funk­tio­nier­ten sofort und ein­wand­frei, obwohl für eini­ge der von mir ver­wen­de­ten Anwen­dun­gen noch Updates nach der Instal­la­ti­on her­aus­ka­men, die Pro­ble­me mit Snow Leo­pard behe­ben soll­ten, von denen ich aber auch nichts mit­be­kom­men habe. Cover­Su­tra und Text­Ma­te sind Bei­spie­le dafür. Die Anwen­dun­gen lie­fen, trotz­dem kamen vom Her­stel­ler Updates, in deren Chan­ge­log zu lesen war, dass sie Kom­pa­ti­bi­li­täts­pro­ble­me mit Snow Leo­pard behe­ben sol­len.

Pro Maschi­ne habe ich in etwa zwei Stun­den für die voll­stän­di­ge Wie­der­her­stel­lung inklu­si­ve Instal­la­ti­on gebraucht. Ein ziem­lich guter Wert, bedenkt man die Anzahl der Anwen­dun­gen, die ich bei mir instal­liert habe. Mobi­le­Me und Time Machi­ne waren dabei aber wirk­lich sehr hilf­reich, obwohl ich die auto­ma­ti­sche Wie­der­her­stel­lung, die Time Machi­ne anbie­tet, nicht genutzt habe.

Wit­zi­ges Detail übri­gens am Ran­de: PHP ist in Snow Leo­pard in der brand­ak­tu­el­len Ver­si­on 5.3.0 vor­in­stal­liert, Rails war nach einem “sudo gem update –sys­tem && sudo gem update” sofort eben­falls auf dem brand­ak­tu­el­len Stand. Für Web­de­ve­lo­per also ein wirk­lich sehr gut geeig­ne­tes Sys­tem.

Der ange­kün­dig­te Geschwin­dig­keits­schub ist gerin­ger aus­ge­fal­len, als ich es mir erhofft hat­te, aber trotz­dem mehr als nur spür­bar. Der eigent­li­che Neu­start geht eine gan­ze Ecke flot­ter von­stat­ten, wobei die Zeit mit einem frisch instal­lier­ten Leo­pard mei­nem Erin­ne­rungs­ver­mö­gen nach mit­hal­ten kann. Gegen Ubun­tu 9.04 wei­ter­hin kei­ne Chan­ce, Win­dows 7 min­des­tens eben­bür­tig. Bei­na­he sämt­li­che Anwen­dun­gen star­ten nun merk­lich schnel­ler und mei­ne vir­tu­el­len Maschi­nen mit VMware Fusi­on 2 brem­sen das Sys­tem nun nicht mehr so aus, wie das vor­her der Fall gewe­sen ist.

Sowohl der zeit­li­che als auch der finan­zi­el­le Auf­wand für das Update haben sich mehr als gelohnt. Ich bin ins­ge­samt sehr zufrie­den mit Snow Leo­pard und suche immer noch nach den neu­en Klein-Fea­tures, die Apple mit die­sem Update ein­ge­führt hat. Quick­Time X bei­spiels­wei­se ist nun wirk­lich toll, vor­her war Quick­Time immer etwas… stran­ge. Hab das Pro­gramm weder lie­ben noch has­sen gelernt, aber wirk­lich begeis­tert war ich davon nie. Die neue Mono­s­pace-Schrift Men­lo macht im Ter­mi­nal einen wirk­lich guten Ein­druck und lässt sich bes­ser lesen als das alte Cou­rier.

Wer noch nicht zuge­schla­gen hat, erhält hier­mit mei­ne ganz kla­re Emp­feh­lung. Die als Upgrade ver­kauf­te DVD ist übri­gens eine voll­wer­ti­ge Instal­la­ti­ons-DVD, die auch ohne vor­in­stal­lier­tes Leo­pard funk­tio­niert. Ein­zi­ger Wer­muts­trop­fen ist die feh­len­de Kom­pa­ti­bi­li­tät für Pre-Intel-Macs. Die­ser Schritt ist aber sicher­lich auch zu einem guten Teil für den Geschwin­dig­keits­schub ver­ant­wort­lich.

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