Fisheye entfernen leicht gemacht

Action­cams sind toll. Sie sind güns­tig, klein, leicht und dar­über hin­aus auch noch furcht­bar ein­fach zu bedie­nen. Das macht sie, neben dem Smart­pho­ne, zur per­fek­ten Immer-Drauf-Kame­ra.

Dass man eigent­lich immer den rich­ti­gen Bild­aus­schnitt ein­fängt liegt unter ande­rem dar­an, dass der Win­kel der Lin­se so groß ist, im Fal­le mei­ner Git2 liegt er bei 170 Grad. Was einer­seits wün­schens­wert ist, bringt auch unschö­ne Effek­te mit sich. An den Rän­dern, beson­ders links und rechts, wird das Bild recht stark ver­zerrt. Die­ser Effekt nennt sich Fishe­ye. Das stört nicht immer, manch­mal aber eben doch.

Entzerren leicht gemacht

Das schö­ne an digi­ta­lem Mate­ri­al ist ja, dass man es mit rela­tiv wenig Auf­wand modi­fi­zie­ren kann. Zu Zei­ten der ana­lo­gen Bild- und Video­be­ar­bei­tung war das doch dezent schwie­ri­ger. So gibt es im Bereich der Foto­gra­fie schon seit län­ge­rem Tools, die eine so genann­te Objek­tiv­kor­rek­tur anbie­ten. Die Objek­ti­ve wur­den zu die­sem Zweck ver­mes­sen und cha­rak­te­ris­ti­sche Ver­zer­run­gen auf­ge­zeich­net. Die Soft­ware kann dann anhand die­ser Infor­ma­tio­nen die­se aus dem Foto raus­rech­nen, was Ton­nen­bil­dung und die eben genann­ten Ver­zer­run­gen mit einem Klick ent­fernt.

Was mit Fotos geht, geht natür­lich auch bei Vide­os. Da dau­ert es natur­ge­mäß etwas län­ger, weil mit­un­ter 60 oder noch mehr Bil­der pro Sekun­de kor­ri­giert wer­den müs­sen. Ein Tool, über das ich bei mei­nen Recher­chen gestol­pert bin, heißt ProDRE­NA­LIN.

Dabei han­delt es sich um einen gan­zen Werk­zeug­satz, mit dem man sei­ne Vide­os opti­mie­ren kann. Die Kom­po­nen­te, auf die ich es abge­se­hen hat­te, ent­fernt den Fishe­ye genann­ten Effekt der Action­ka­me­ra-Lin­sen. Lei­der sind vie­le Tools nur unter Win­dows lauf­fä­hig, was den Ein­satz auf einem Mac ein wenig erschwert, aber von eini­gen Tei­len gibt es tat­säch­lich auch Mac-Vari­an­ten, die dann über Wine gestar­tet wer­den. Das geht natür­lich zu Las­ten der Per­form­anz, funk­tio­niert aber sonst recht gut.

Profile erstellen

Für GoPros Kame­ras gibt es bereits vor­ge­fer­tig­te Pro­fi­le, die im Gro­ben und Gan­zen auch mit mei­ner Git2 funk­tio­nie­ren. Wenn man es genau­er möch­te, kann man aber auch eige­ne Pro­fi­le erstel­len. Das geht lei­der nur unter Win­dows. Und ist auch nicht ganz ohne. Ich habe eini­ge vie­le Anläu­fe geschafft, bis ich mit dem Pro­fil zufrie­den war. Man sieht dem Mus­ter nach der Fer­tig­stel­lung an, ob das Fishe­ye kom­plett ver­schwun­den ist. Falls nicht, noch mal von vor­ne.

Für die Pro­fi­ler­stel­lung wird ein Ras­ter auf dem Bild­schirm ange­zeigt, das man so groß wie mög­lich auf dem Bild­schirm anzei­gen las­sen soll­te. Danach fährt man in der vor­ge­ge­be­nen Art und Wei­se den Bild­schirmin­halt mit der Kame­ra ab, impor­tiert das Video in das Werk­zeug und star­tet den Ana­ly­se­pro­zess. Danach steht das Pro­fil zum Spei­chern zur Ver­fü­gung. Nach­dem man einen sinn­vol­len Namen ver­ge­ben hat, soll­te das Pro­fil auch, spä­tes­tens nach einem Pro­gramm­neu­start, allen ande­ren Tools zur Ver­fü­gung ste­hen.

Fisheye adé

Der eigent­li­che Pro­zess dau­ert abhän­gig von der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Leis­tung und der Video­län­ge sowie -auf­lö­sung natür­lich unter­schied­lich lan­ge. Ver­wen­det man die Wine-Vari­an­te unter macOS dau­ert es ver­mut­lich auch län­ger als unter Win­dows direkt. Die Ergeb­nis­se sind aber recht ordent­lich. Es muss einem aber natür­lich klar sein, dass ein Teil des Bil­des durch die Kor­rek­tur fehlt.

Ich benut­ze die Soft­ware beson­ders dann, wenn ich noch Mate­ri­al aus ande­ren Kame­ras, wie mei­nem iPho­ne oder mei­nem Phan­tom 3 im glei­chen Film ver­wen­den möch­te, weil der stän­di­ge Wech­sel dann doch etwas stö­rend ist.

Fazit

Für wenig Geld bekommt man hier eine kom­for­ta­ble und ein­fach benutz­ba­re Soft­ware. Mit Erschei­nen die­ses Arti­kels gibt es auch schon eine neue Ver­si­on der Soft­ware, die aber nicht Grund­la­ge mei­nes Tests war.

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2 Kommentare

  1. Ange­nom­men ich nehm in 4k auf, wie Groß wäre der Ver­lust der Qua­li­tät nach Bear­bei­tung?

    1. Das kann ich dir lei­der nicht sagen, Tino. Ein­fach aus­pro­bie­ren.

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