Das Selbstbau-NAS — oder: wie man sich Arbeit macht


26091

Bei einem mei­ner Kun­den schmier­te vor eini­gen Mona­ten auf­grund eines Strom­aus­falls das NAS ab. Das Gerät, ein Plextor StorX PX-NAS2X500L, aus­ge­stat­tet mit zwei 500-GB-Fest­plat­ten im RAI­D1-Ver­bund war dabei gleich so freund­lich und ver­lor alle Daten. Glück­li­cher­wei­se habe ich erst weni­ge Wochen vor­her ein zusätz­li­ches Back­up des NAS-Inhalts auf eine exter­ne USB-Fest­plat­te ein­ge­rich­tet. Da besag­ter Kun­de sämt­li­che Daten auf dem Gerät gespei­chert hat, wäre sonst alles, aber wirk­lich alles an geschäft­li­chen Daten futsch gewe­sen. Glück im Unglück also, sozu­sa­gen. Mein Vor­gän­ger bei besag­tem Kun­den war so cle­ver und hat eine klei­ne USV in das Netz­werk gehängt. Schön mit­ge­dacht, nur wenig sinn­voll, die gesam­te IT (zwei Rech­ner, Farb­la­ser, Rou­ter, Swit­che, Bild­schir­me) an einen Aus­gang besag­ter USV zu hän­gen. Die hat erst gar nicht reagiert, als das Strom­netz nach­gab. Wie auch immer, nicht nur die Daten auf dem NAS waren futsch, auch das NAS selbst war hin­über. Das Gerät ging erst mal zur Garan­tie­re­pa­ra­tur zu Plextor zurück. Ich woll­te mich aber nicht mehr auf das Ding ver­las­sen und habe dem Kun­den eine Alter­na­ti­ve vor­ge­schla­gen, mit der ich selbst auch sehr gut fah­re. Ein Selbst­bau-NAS mit Free­NAS als Betriebssystem.

Diagnostics_disks

Obwohl ich eigent­lich kei­ne PCs mehr zusam­men­bau­en woll­te, woll­te ich dem Kun­den eini­ge Hun­dert Euro erspa­ren, da fer­ti­ge NAS für RAID5 im All­ge­mei­nen ziem­lich teu­er sind. Ein Selbst­bau-Sys­tem kriegt man für rund die Hälf­te, zumal die­se Din­ger meist auch noch deut­lich schnel­ler sind. Als Gehäu­se wähl­te ich ein Antec NSK-3480, bei dem es sich um ein sehr schö­nes, kom­pak­tes Mini­tower-Gehäu­se mit Ener­gie­spar­netz­teil und lei­sem Gehäu­se- und Netz­teil­lüf­ter han­delt. Als Main­board kommt ein ION-MB330 von Point of View zum Einsatz.

Nsk3400_q

Da ich selbst sehr gute Erfah­run­gen mit die­sem gemacht habe, habe ich mich für Wes­tern-Digi­tal-Fest­plat­ten aus der Green-Line-Rei­he ent­schie­den. Drei Stück mit à 1,5 TB soll­ten es sein. Die Hard­ware kam, alles zusam­men­ge­steckt, zusätz­li­che Füh­rungs­schie­nen für die drit­te Fest­plat­te ein­ge­baut. Fer­tig war das Sys­tem. Nun noch tem­po­rär ein DVD-Lauf­werk ange­schlos­sen, um Free­NAS auf dem USB-Stick zu instal­lie­ren. Instal­la­ti­on fer­tig, Grund­ein­rich­tung des Sys­tems vor­ge­nom­men, RAID5 kon­fi­gu­riert. Zeit­auf­wand unge­fähr eine Stun­de. Soweit kein Problem.

Beim Initia­li­sie­ren des Sys­tems pas­sier­te es dann aber: GEOM_RAID5 mel­de­te Feh­ler. GEOM Vinum gab beim Bau­en des RAID kei­ne Feh­ler­mel­dun­gen von sich, das Sys­tem fuhr aber nicht sau­ber her­un­ter. Ein SMART-Test der Daten­trä­ger beschei­nig­te meh­re­re Feh­ler. Nach­dem ich die schul­di­ge Fest­plat­te aus­fin­dig gemacht hat­te, ging sie an den Händ­ler zurück, der die­se auch anstands­los austauschte.

Mit der Ersatz­fest­plat­te ergab sich aber lei­der das glei­che Bild. Noch nicht ganz hoff­nungs­los schick­te ich die nächs­te Fest­plat­te ein, mit dem Ergeb­nis, dass die Fest­plat­te genau die glei­chen Sym­pto­me zeig­te. Mitt­ler­wei­le waren schon fast drei Wochen ver­gan­gen, der Kun­de war­te­te auf sein NAS und ich habe mitt­ler­wei­le rund 10 Stun­den Arbeits­zeit in die Kis­te gesteckt.

Dann sprach ich ganz bei­läu­fig über die Pro­ble­ma­tik mit einem Bekann­ten, der mir dann mit­teil­te, dass die aktu­el­le Rei­he die­ser Fest­plat­ten von Wes­tern Digi­tal unter UNI­Xo­iden wohl gern Ärger machen wür­de. Glück­li­cher­wei­se lies sich mein Händ­ler auf eine Rück­ga­be der drei Fest­plat­ten ein und ich bestell­te ersatz­wei­se neue Fest­plat­ten von Sea­gate aus der LP-Rei­he. Und sie­he da… seit ca. einer Stun­de baut sich das RAID5 ein­wand­frei auf. Die Fest­plat­ten schnur­ren wie die Kätzchen.

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Ich habe auf jeden Fall mei­nen Teil draus gelernt, das mache ich so schnell nicht wie­der. Wenn ich beden­ke, wie viel Frei­zeit ich in die­ses Pro­jekt gesteckt habe, Zeit, die ich nicht berech­nen kann, habe ich für einen Stun­den­satz von ca. 4,50 € gear­bei­tet. Nie wie­der, beim nächs­ten Mal muss der Kun­de halt in den sau­ren Apfel beis­sen und ein fer­ti­ges NAS von Buf­fa­lo, data robo­tics oder sonst­wem kau­fen. Ich fah­re wei­ter­hin sehr gut mit mei­nem Eigen­bau-NAS und den bei­den 1‑TB-WD-Green-Fest­plat­ten, aber für jemand ande­ren baue ich solch ein Sys­tem so schnell nicht wie­der, das steht fest.


2 Antworten zu “Das Selbstbau-NAS — oder: wie man sich Arbeit macht”

  1. <html><head></head><body style=“word-wrap: break-word; ‑web­kit-nbsp-mode: space; ‑web­kit-line-break: after-white-space; “><div>Spaß ist was ande­res, um es mal freund­lich aus­zu­drü­cken ;-).</div><div><br></div><div>Ist das eine neue Art von Spam oder ist die Web­adres­se Zufall? ;-)</div><div><br class=“Apple-interchange-newline”><blockquote type=“cite”> <div style=“width: 600px; font-size: 12px; font-fami­ly: Ari­al, Hel­ve­ti­ca, sans-serif; line-height: 18px;” class=“PosterousEmail”></div></div></body></html>

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