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Kaufverhalten der Apple-Nutzer

Ich fin­de, dass man an Apps wie Dai­sy­Disk merkt, dass das Kauf­ver­hal­ten und die Kauf­be­reit­schaft der Apple-Nut­zer­schaft sich mas­siv von der der Win­dows-Nut­zer abhebt. Das Tool kos­tet umge­rech­net unge­fähr 15,- € und tut eigent­lich nichts ande­res, als den Inhalt der Fest­plat­te zu ana­ly­sie­ren und die Bele­gung visu­ell dar­zu­stel­len. Als Win­dows-Anwen­dung wäre die­se App sicher­lich ein Laden­hü­ter. Linux, Ubun­tu bspw., bringt solch eine Anwen­dung gleich mit.

Aber das Pro­gramm sieht zum nie­der­kni­en aus und wird sicher­lich sei­ne Käu­fer fin­den. Sol­che Bei­spie­le zei­gen ein­fach nur, dass die Share­ware-Sze­ne in der Apple-Welt einen gigan­ti­schen Stel­len­wert besitzt und sich auch sol­che sehr sel­ten nutz­ba­ren Apps bestimmt gut ver­kau­fen, wenn sie ver­nünf­tig auf­ge­macht sind und die Web­site es ver­steht, das Pro­dukt gut zu ver­kau­fen. Das hat natür­lich den unschlag­ba­ren Vor­teil, dass auch die Soft­ware von sehr klei­nen Teams durch­aus Umsät­ze gene­rie­ren kann, weil die Mac-Nut­zer dar­an gewöhnt sind, Share­ware zu erwer­ben und ein­zu­set­zen. Kein Win­dows-Nut­zer, den ich ken­ne, kauft häu­fi­ger Share­ware.

Das Pro­gramm setzt Mac OS 10.5 vor­aus und steht zum Down­load unter http://www.daisydiskapp.com/ in einer 15-Tages-Ver­si­on kos­ten­frei zur Ver­fü­gung.

Auf den Hund gekom­men durch: http://www.aptgetupdate.de/2009/07/19/daisy-disk-test-verlosung/

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Apple Microsoft Windows

Wieso Apple nicht (!) zu teuer ist [Update]

Die meis­ten von euch ken­nen sie ver­mut­lich: die nicht enden wol­len­den Dis­kus­sio­nen, die in den Foren ein­schlä­gi­ger News­sei­ten (heise.de, golem.de und wie sie nicht alle hei­ßen) los­bre­chen, sobald das Wort Apple in einem Arti­kel fällt. Es geht immer wie­der um das glei­che The­ma: Apple sei zu teu­er. Design over func­tion. Über­teu­er­ter Schnick­schnack für ver­wöhn­te Papa-Mäd­chen.

Ich weiß, ich kann mit die­sem einen Arti­kel sicher­lich nicht sämt­li­che Vor­ur­tei­le für immer aus der Welt räu­men, aber viel­leicht liest die­sen Arti­kel ja der eine oder ande­re, der genau die­se Mei­nung ver­tritt und über­legt es sich dann anders.

Da äqui­va­len­te Desk­top-Rech­ner im Win­dows-Bereich eher schwie­rig zu fin­den sind, neh­me ich das Mac­Book als Ver­gleichs­kri­te­ri­um. Erst kürz­lich habe ich näm­lich (nicht, dass die Sei­te wirk­lich ernst­zu­neh­men sei) im Forum von WinFuture.de einen Dis­kus­si­ons­bei­trag eines Nut­zers gele­sen, der fel­sen­fest der Mei­nung war, dass man ein Note­book, das mit dem Mac­Book zu ver­glei­chen sei für um die 400,- EUR bekom­men wür­de. Oder sie ver­glei­chen ein rund 400,- € teu­re­res Note­book und regen sich über das im Ver­gleich dazu schlech­te Dis­play eines Mac­Book auf. Natür­lich kom­plet­ter Quatsch, da wer­den Äpfel (;-)) mit Bir­nen ver­gli­chen, aber sol­che geis­ti­gen Ergüs­se darf man häu­fi­ger lesen. Meis­tens wer­den sol­che Dis­kus­sio­nen aber auch von Men­schen los­ge­tre­ten, die in ihrem Leben noch nie einen Mac ver­wen­det haben und ein­fach nur aus­wen­dig gelern­te Phra­sen dre­schen.

Das aktu­el­le Mac­Book aus Alu kos­tet im Apple-Store mehr oder min­der unum­stöß­li­che 1.199,- €. Ein zuge­ge­ben recht stol­zer Preis für ein Note­book. Aber was bekommt man denn für die­ses Geld? Fol­gen­des:

  • Intel Core 2 Duo T8100 mit 2 x 2,0 GHz
  • 2 GB DDR3-Spei­cher (2 x 1 GB)
  • 160 GB SATA-Fest­plat­te
  • nVi­dia GeForce 9400M mit 256 MB Sha­red-Memo­ry (DDR3)
  • 13,3″-LED-Display mit einer Auf­lö­sung von 1.280x800 Pixeln
  • Slot-In-DVD-Bren­ner, 8‑fach
  • Giga­bit-Ether­net
  • Wire­less N
  • Blue­tooth 2.0
  • Gewicht: 2,04 kg

So viel zu den rein tech­ni­schen Leis­tungs­da­ten. Aber damit ist noch nicht alles erschla­gen:

  • Uni­bo­dy-Alu­mi­ni­um-Gehäu­se
  • sehr gut ver­ar­bei­te­te, leicht­gän­gi­ge Tas­ta­tur (selbst für 10-Fin­ger-Schrei­ber wie mich)
  • Sud­den Moti­on Sen­sor
  • inte­grier­te Web­cam inklu­si­ve Mikro­fon
  • für die Gerä­te­grö­ße sehr kräf­ti­ge Laut­spre­cher
  • mul­ti­touch- und ges­ten­fä­hi­ges, sehr gro­ßes Touch­pad aus Glas
  • digi­ta­ler Bild­schirm­aus­gang (Mini-Dis­play­Port)
  • vier bis sechs Stun­den Akku­lauf­zeit
  • magne­ti­scher Ver­schluss für das Netz­ka­bel, wel­ches ein Her­un­ter­reis­sen des Note­books ver­hin­dert
  • nahe­zu unhör­bar lei­se im Betrieb
  • opti­sche Lade­an­zei­ge des Note­books auch in aus­ge­schal­te­tem Zustand

Anhand die­ser Daten habe ich nun ver­sucht, beim Online-Ver­sand­händ­ler notebooksbilliger.de ein ver­gleich­ba­res Gerät eines ande­ren Her­stel­lers zu fin­den. Da vie­le Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer gern Sony als Ver­gleichs­kri­te­ri­um ver­wen­den, hab ich dort zuerst geschaut, mit fol­gen­dem Ergeb­nis:

Sony VAIO VGN-SR29VN/S
Preis: 1.099,- €

Aus­stat­tung: etwas schnel­le­rer Pro­zes­sor (P8600), DDR2-RAM, dafür dop­pelt so viel, grö­ße­re Fest­plat­te (+160 GB), nur Fast Ether­net (100 Mbit), 100 g leich­ter, Akku­lauf­zeit nur 3,5 Stun­den, erwei­ter­bar via ExpressCard/34, Rade­on Mobi­li­ty HD3470 mit 256 MB dedi­zier­tem Spei­cher, VGA- und HDMI-Bild­schirm­aus­gang, kein ges­ten­fä­hi­ges, mul­ti­touch­fä­hi­ges Touch­pad

Ergeb­nis: mehr Pro­zes­sor­power, dafür lang­sa­me­res RAM, grö­ße­re Plat­te, kür­ze­re Akku­lauf­zeit, 100,- € (~ 8 %) bil­li­ger. Unent­schie­den!

Sony VAIO VGN-Z11MN/B
Preis: 1.389,- €

Aus­stat­tung: etwas schnel­le­rer Pro­zes­sor (P8400), dop­pelt so gro­ßer Arbeits­spei­cher, grö­ße­re Fest­plat­te (+ 80 GB), nVi­dia GeForce 9300M GS mit maxi­mal 128 MB (-128 MB), 500 g leich­ter, VGA- und HDMI-Bild­schirm­aus­gang, Akku­lauf­zeit unge­fähr fünf Stun­den, erwei­ter­bar via ExpressCard/34, kein ges­ten­fä­hi­ges, mul­ti­touch­fä­hi­ges Touch­pad

Ergeb­nis: dezent mehr Pro­zes­sor­leis­tung, mehr RAM, grö­ße­re Plat­te, weni­ger Gra­fik­power, unge­fähr glei­che Akku­lauf­zeit, 190,- € (~ 10 %) teu­rer. Eben­falls unent­schie­den.

Dell wird natür­lich auch gern ange­führt, also hab ich mich da eben­falls umge­schaut. Der Dell XPS M1330 scheint das Kon­kur­renz­pro­dukt zu App­les Mac­Book zu sein.

Dell XPS M1330
Preis (in der von mir gewähl­ten Kon­fi­gu­ra­ti­on): 1.034,- € (zzgl. 29,- € Ver­sand)

Aus­stat­tung: gerin­ger auf­lö­sen­de Web­cam, weni­ger Gra­fik­leis­tung (8400M GS mit 128 MB), DDR2-Spei­cher, kein Blue­tooth, nur Wire­less G, nur Fast Ether­net, ca. 100 g leich­ter, 136,- € (~ 15 %) bil­li­ger, kein ges­ten­fä­hi­ges, mul­ti­touch­fä­hi­ges Touch­pad

Ergeb­nis: Die gebo­te­ne Leis­tung ist in fast allen Berei­chen schlech­ter, dafür ist das Gerät aber auch eini­ge Euro güns­ti­ger. Eben­falls (halb­wegs) unent­schie­den.

Bei den wei­te­ren Her­stel­lern von Note­books habe ich lei­der kei­ne ver­gleich­ba­ren Model­le gefun­den, also wel­che, die mit 13,3″-Display daher kom­men, denn weder die 12″- noch die 14″-Klasse kann mit den 13“ern ver­gli­chen wer­den. Aber die drei zum Ver­gleich her­an­ge­zo­ge­nen Model­le von Sony und Dell zei­gen schon, das das Mac­Book preis­lich schon mal nicht so schlecht posi­tio­niert ist. Es zieht bei eini­gen Leis­tungs­merk­ma­len den kür­ze­ren, zieht bei ande­ren aber schnur­stracks davon.

Wie­so ich so auf der Dis­play­dia­go­na­le rum­rei­te? Sony zum Bei­spiel bezeich­net die­se Gerä­te­klas­se als Sub­note­book. Sub­note­books sind im All­ge­mei­nen teu­rer als Gerä­te mit einer Dis­play­dia­go­na­le von 15,4″. Sie sind mobi­ler, brin­gen eine höhe­re Akku­lauf­zeit mit und spre­chen eigent­lich auch ein ganz ande­res Cli­en­tel an als die übli­chen 15″-Consumer-Geräte. Wer auf die Idee kommt, ein Gerät die­ser Klas­se mit einem Mac­Book zu ver­glei­chen, weiß sowie­so nicht wovon er redet. Die 15″-Panels sind in der Pro­duk­ti­on deut­lich bil­li­ger, die Akku­lauf­zeit die­ser Gerä­te­klas­se ist deut­lich gerin­ger (ich habe als Zweit­ge­rät ein Acer Exten­sa 5220 mit 15,4″ und einer Akku­lauf­zeit von zwei Stun­den) und gene­rell genü­gen sie ein­fach ande­ren Ansprü­chen. Ein Ver­gleich die­ser Gerä­te­klas­sen käme einem Ver­gleich zwi­schen Äpfel und Bir­nen gleich. “Was hat es denn mit die­sem merk­wür­di­gen Mul­ti­touch-Touch­pad auf sich, von dem der Kerl hier über­all redet?” mag sich der eine oder ande­re schon gefragt haben. Die­ses Touch­pad dient nicht nur dazu, den Maus­zei­ger über den Bild­schirm zu schub­sen, es kann noch viel mehr. So kann man bei­spiels­wei­se mit der Bewe­gung von zwei Fin­gern nach oben oder unten auf Web­sei­ten oder in Doku­men­ten hoch- und run­ter­s­crol­len. Wenn man gar vier Fin­ger gleich­zei­tig ver­wen­det, las­sen sich bei­spiels­wei­se alle Fens­ter gleich­zei­tig anzei­gen (Expo­sé). Außer­dem lässt sich, ähn­lich wie beim iPho­ne, mit einer ent­spre­chen­den Zwei-Fin­ger-Bewe­gung in Bil­der rein- und raus­zoo­men. Das gibt’s im PC-Bereich über­haupt nicht. Aber natür­lich bezahlt man beim Kauf eines Com­pu­ters nicht nur die Hard­ware, son­dern auch die Soft­ware. Sämt­li­chen oben auf­ge­zähl­ten Note­books von Dell und Sony liegt eine Win­dows-Vis­ta-Lizenz, ent­we­der Home Pre­mi­um oder Busi­ness, bei. Die­se hat einen Gegen­wert in Höhe von 80,- bis 100,- €, der vom Kauf­preis abzu­zie­hen wäre. Da man mei­nes Wis­sens nach in Deutsch­land das Recht hat, den Kauf eines Betriebs­sys­tems beim Com­pu­ter­kauf ganz klar abzu­leh­nen und sich die Dif­fe­renz aus­zah­len zu las­sen, ist das durch­aus legi­tim. Beim Kauf eines Mac­Book bekommt man der­zeit Mac OS X Leo­pard dazu sowie das iLi­fe-Paket in der Ver­si­on ’09. Das Betriebs­sys­tem hat einen Gegen­wert von 129,- €, iLi­fe ’09 kos­tet 79,- €, ins­ge­samt also 208,- €, der Gerä­te­preis redu­ziert sich somit auf 991,- €. Im Fol­gen­den möch­te ich einen klei­nen Blick dar­auf wer­fen, was durch Mac OS X und iLi­fe dem Mac tat­säch­lich an Soft­ware bei­liegt: Mac OS X basiert auf UNIX und kommt seit Leo­pard (10.5) in einer Ver­si­on daher, die im Gegen­satz zur 32-Bit-Ver­si­on von Win­dows Vis­ta, die den meis­ten Gerä­ten bei­liegt, mehr als 4 GB RAM adres­sie­ren kann (in der Pra­xis liegt die Gren­ze der Win­dows-Nut­zer zum Opfer fal­len eher bei ~ 3,25 GB). Direkt nach dem Ein­schal­ten eines nagel­neu­en Macs wird man dazu auf­ge­for­dert, ein Benut­zer­kon­to anzu­le­gen und kann mit­hil­fe der inte­grier­ten Web­cam gleich ein Benut­zer­pro­fil­fo­to auf­neh­men. Das Sys­tem ist danach sofort ein­satz­be­reit und kann neben dem, was man von Win­dows kennt, auch noch fol­gen­des:

  • PDF-Datei­en anzei­gen und aus jeder belie­bi­gen Anwen­dung her­aus erzeu­gen
  • voll­au­to­ma­ti­sche Back­ups erzeu­gen mit der Anwen­dung Time Machi­ne (exter­ne Fest­plat­te anschlies­sen, Fest­plat­te als Back­up-Medi­um bestä­ti­gen, fer­tig!)*
  • moder­ner, webstan­dard­kon­for­mer Brow­ser vor­in­stal­liert (Safa­ri 3)**
  • moder­ner Mail­cli­ent vor­in­stal­liert (Apple Mail)***
  • schnel­le Vor­schau von gän­gi­gen Medi­en­in­hal­ten (Bil­der, Vide­os, Audio)
  • Web­ser­ver mit PHP-Unter­stüt­zung vor­in­stal­liert (Apa­che 2)
  • Ruby on Rails vor­in­stal­liert
  • audio- und video­chat­fä­hi­ger Mul­ti­pro­to­koll-Mes­sen­ger vor­in­stal­liert
  • Java und Flash vor­in­stal­liert
  • gän­gi­ge Archiv-For­ma­te (ZIP, TAR, GZip, etc.) kön­nen ent­packt wer­den
  • CDs, DVDs und ISO-Datei­en bren­nen

* zu Win­dows Vis­ta gehört eben­falls eine Back­up-Soft­ware, die Ein­rich­tung ist aber deut­lich kom­pli­zier­ter als die von Time Machi­ne
** der Inter­net Explo­rer 7 ist kein moder­ner Brow­ser, er beherrscht die aktu­el­len Webstan­dards nur in gerin­gem Maße
*** Win­dows Mail ist bei­na­he genau so fea­ture­los wie sein Vor­gän­ger Out­look Express

iLi­fe besteht aus den Anwen­dun­gen iPho­to, iMo­vie, iDVD, Gara­ge­Band und iWeb. Bei iPho­to han­delt es sich um eine Foto­ver­wal­tungs­soft­ware, iMo­vie ist eine Video­schnitt­soft­ware, iDVD eine DVD-Mas­te­ring-Anwen­dung, Gara­ge­Band eine Anwen­dung zur Kom­po­si­ti­on und Auf­nah­me von Musik­stü­cken und iWeb dient der Erstel­lung ein­fa­cher Web­sei­ten. In der aktu­el­len Ver­si­on unter­stützt iPho­to die Aus­wer­tung von GPS-Daten in den EXIF-Infor­ma­tio­nen von Fotos und die Erken­nung von Gesich­tern auf Fotos. Außer­dem kann man direkt aus der Anwen­dung her­aus Bil­der zu Flickr und Face­book expor­tie­ren. Gara­ge­Band bringt als gro­ße Neue­rung unter ande­rem Lehr­vi­de­os für Kla­vier und Gitar­re mit. Alle Anwen­dun­gen grei­fen naht­los inein­an­der über, sodass man bei­spiels­wei­se direkt aus sei­nen Fotos einen Film erstel­len und die­sen auf DVD bren­nen kann.

Win­dows Vis­ta bringt eine ziem­lich gute Bild­ver­wal­tung mit, die aber vom Leis­tungs­um­fang her nicht an iPho­to her­an­reicht. Der Win­dows Movie Maker, der eben­falls im Lie­fer­um­fang von Win­dows Vis­ta ent­hal­ten ist, hilft einem bei der rudi­men­tä­ren Bear­bei­tung von Vide­os, kann aber leis­tungs­tech­nisch eben­falls nicht mit iMo­vie mit­hal­ten. Was die rest­li­chen drei Anwen­dun­gen angeht, gehen Käu­fer eines Win­dows-Com­pu­ters leer aus. Die Anwen­dun­gen, so man sie denn benö­tigt, wür­den noch mal eini­ge Euro extra kos­ten, sofern man nichts im Open-Source-Lager fin­det. Ich ver­an­schla­ge ein­fach mal auf Erfah­rungs­wer­ten basie­ren­de 150,- € für die genann­ten Anwen­dun­gen unter Win­dows. Die wür­den also beim Kauf eines Win­dows-Rech­ners noch mal oben drauf kom­men.

Für Soft­ware­ent­wick­ler sicher­lich sehr inter­es­sant ist auch die Tat­sa­che, dass man direkt nach der Instal­la­ti­on von Mac OS X einen lauf­fä­hi­gen Web­ser­ver, den Markt­füh­rer Apa­che 2, inklu­si­ve PHP-Unter­stüt­zung hat, den man per Maus­klick akti­vie­ren kann. Oder dass eine voll­stän­di­ge Ruby-on-Rails-Umge­bung bereits vor­in­stal­liert ist, die man nur noch mit einem “sudo gem update –sys­tem && sudo gem update” auf den aktu­el­len Stand brin­gen muss. MyS­QL ist bin­nen drei Minu­ten instal­liert. Fer­tig ist der Web­ent­wick­ler-Arbeits­platz. Auf der Betriebs­sys­tem-DVD befin­det sich außer­dem die Soft­ware­ent­wick­lungs­um­ge­bung Xcode, mit deren Hil­fe der Benut­zer nati­ve Anwen­dun­gen für Mac OS X pro­gram­mie­ren kann. Aber auch Java und Ruby on Rails beherrscht die Ent­wick­lungs­um­ge­bung, von der auch eine Ver­si­on exis­tiert (kos­ten­los via Apple Deve­lo­per Con­nec­tion bezieh­bar), mit der man Anwen­dun­gen für das iPho­ne pro­gram­mie­ren kann.

Sum­ma sum­ma­rum ist ein Mac also kei­nen Deut teu­rer als ein ver­gleich­ba­res Win­dows-Sys­tem, ver­wen­det man die bei­geleg­te Soft­ware in mehr oder weni­ger vol­lem Umfang ist er mit­un­ter sogar deut­lich bil­li­ger. Erst recht dann, wenn man die Arbeits­zeit ein­rech­net, die es in Anspruch nimmt, ein frisch gekauf­tes Win­dows-Note­book für den Pra­xis­ein­satz vor­zu­be­rei­ten. Das Lesen und Schrei­ben von PDF-Datei­en ist nichts exo­ti­sches, einen moder­nen Web­brow­ser und Mail­cli­ent benö­tigt fast jeder, Java und Flash soll­te auch auf jedem PC instal­liert sein. Setzt man einen nicht ganz unüb­li­chen Stun­den­satz von 70,- € an, sind wei­te­re 35,- bis 70,- € für die Instal­la­ti­on die­ser Soft­ware fäl­lig. Außer­dem erspart man sich die bei­na­he obli­ga­to­ri­sche Neu­in­stal­la­ti­on eines Win­dows-Note­books, wenn man nicht gera­de ein Gerät der Busi­ness-Klas­se kauft, um den gan­zen Müll los­zu­wer­den, den Her­stel­ler wie Medi­on, Acer und Kon­sor­ten vor instal­lie­ren. Natür­lich kann man all das auch selbst machen, wenn man sich damit aus­kennt, aber das kos­tet Frei­zeit. Und wenn man es eben nicht selbst machen kann, kos­tet es Geld…

Den Link zu die­sem Arti­kel pos­te ich ab sofort über­all dort, wo ich mal wie­der über Pole­mi­ker stol­pe­re, die der Mei­nung sind, dass Apple über­teu­ert und sowie­so total scheis­se sei 😉

Anmer­kun­gen oder Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge? Kri­tik? Ab in die Kom­men­ta­re damit. Dan­ke!

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Geschmacksfrage

Da der­zeit mal wie­der Semes­ter­fe­ri­en sind, ver­die­ne ich mir ein paar Euro dazu, in dem ich in Braun­schweig dozie­re. Der­zeit betreue ich einen Kurs mit dem span­nen­den Namen Netz 1, der haupt­säch­lich dar­in besteht, ein klei­nes Ser­ver-Cli­ent-Netz­werk mit Micro­soft-Betriebs­sys­te­men zu imple­men­tie­ren und zu war­ten. Kei­ne schwie­ri­ge Auf­ga­be, dar­um soll es aber hier auch nicht gehen.

Wie üblich in Win­dows-Krei­sen, ent­bren­nen immer wie­der hef­tigs­te Dis­kus­sio­nen dar­um, wel­ches das der­zeit bes­te Win­dows ist. Zwei mei­ner (vier) Teil­neh­mer stim­men ein­deu­tig für Win­dows XP, einer von denen nutzt pri­vat sogar noch Win­dows 2000. Glaubt man das? Ein neun Jah­re altes Betriebs­sys­tem. Ich mei­ne, lie­be Leser, hät­tet ihr im Jah­re 2004 noch Win­dows 95 genutzt? Oder anno 2000 Win­dows 3.0? Ver­mut­lich eher nicht. Gut, direkt ver­glei­chen kann man die­se Zustän­de nicht, zuge­ge­ben. Aber trotz­dem, ich wür­de nie im Leben heut­zu­ta­ge noch ein Betriebs­sys­tem nut­zen, das mitt­ler­wei­le fast 10 Jah­re auf dem Buckel hat, außer, ich wer­de dazu gezwun­gen. Die­se bei­den Teil­neh­mer nervt im Übri­gen die ach-so-bun­te “Teletub­by-Optik” von Win­dows XP, des­we­gen ist deren ers­te Amts­hand­lung nach einer fri­schen Win­dows-XP-Instal­la­ti­on, das “Design” auf das klas­si­sche Lay­out umzu­stel­len. Hin­ter­grund­bil­der sind bei den bei­den auch ver­pönt. Ich habe eine Zeit lang ähn­lich gehan­delt, zu Zei­ten, in denen ein Stan­dard-PC weit unter einem Giga­hertz Takt und um die 256 MB RAM hat­te. Da war das auch sinn­voll, da die “bun­te” XP-Optik und das Hin­ter­grund­bild unnö­tig RAM gefres­sen haben. In Zei­ten von einer Stan­dard-Aus­stat­tung von min­des­tens zwei Giga­byte RAM soll­te das aber als Grund nicht mehr durch­ge­hen. Es ist den bei­den ein­fach zu bunt. Das Betriebs­sys­tem soll funk­tio­nie­ren und nicht gut aus­se­hen. Da frag ich mich doch, wie­so die bei­den Win­dows-Sys­te­me nut­zen *scnr*. Auch bei Win­dows Vis­ta grei­fen die bei­den zum klas­si­schen Lay­out. Als ich dann vor weni­gen Tage demo­hal­ber die Beta 1 von Win­dows 7 auf mei­nem Dozen­ten-PC instal­lier­te, kam gleich als ers­te Fra­ge von den bei­den auf, wie man das Lay­out wie­der auf die klas­si­sche Vari­an­te umstel­len kön­ne. Also klas­si­sche “Farb­ge­stal­tung” (sprich: alles grau oder, wie im Fal­le eines mei­ner Teil­neh­mer, ein häss­li­cher Farb­ver­lauf in den Fens­ter­ti­teln) und natür­lich auch das klas­si­sche Start­me­nü, das ich schon immer gehasst habe. Das zwei­spal­ti­ge Start­me­nü von Win­dows XP und grö­ßer ist zwar auch nicht der Weis­heit letz­ter Schluss, aber immer­hin deut­lich bes­ser als das alte, ein­spal­ti­ge. Die neue “Start­leis­te” von Win­dows 7 fin­de ich recht gelun­gen, die Grund­idee hat Micro­soft sich dort erfolg­reich bei Apple abge­schaut. Aber auch das stieß bei den genann­ten Teil­neh­mern nicht auf Gegen­lie­be, sie woll­ten das sofort wie­der deak­ti­viert sehen.

Da fra­ge ich mich doch ernst­haft, wie­so eini­ge Men­schen so sehr auf das Alte behar­ren. Gera­de ITler soll­ten genau das nicht machen, unser Berufs­feld ist wohl mit dem stärks­ten Wan­del über­haupt unter­wor­fen und jeder, der ernst­haft erwägt, sich beruf­lich in der IT zu bewe­gen, soll­te sich nicht gegen Neue­run­gen sper­ren. Tut er es doch, ist er ganz schnell raus. Und ehr­lich gesagt bin ich Micro­soft dank­bar, dass eine Umstel­lung auf die klas­si­schen Vari­an­ten augen­schein­lich nicht mehr mög­lich ist. Viel­leicht habe ich es auch ein­fach nur über­se­hen. Aber wenn nicht: Dan­ke Micro­soft! Es wur­de defi­ni­tiv Zeit, dass die mitt­ler­wei­le 14 Jah­re alte Benut­zer­schnitt­stel­le aus­ran­giert wird. Ja, seit 14 Jah­ren exis­tiert die so genann­te klas­si­sche Vari­an­te mitt­ler­wei­le, näm­lich seit Win­dows 95. Ich mei­ne, ich wür­de mir heut­zu­ta­ge frei­wil­lig auch kei­ne VHS-Kas­set­ten mehr anschau­en. Ihr etwa?

Auch wenn es nicht ganz zum The­ma passt: ein ähn­li­ches Gespräch hat­te ich kürz­lich erst mit zwei Kom­mi­li­to­nen, die eben­falls um nichts in der Welt ihr Win­dows XP ver­las­sen wol­len. Als ich dann zur Spra­che brach­te, wie nerv­tö­tend ich es fin­de, dass man unter Win­dows Stan­dard­soft­ware wie einen PDF-Reader und ‑Dru­cker, einen Mes­sen­ger und ein Office-Paket erst auf­wän­dig nach­in­stal­lie­ren muss, sag­ten die bei­den, dass sie es lie­ber hät­ten, wenn sie ein mög­lichst nack­tes Betriebs­sys­tem nach der Instal­la­ti­on vor­fin­den wür­den. Obwohl sie danach genau die genann­ten Anwen­dun­gen sofort nach­in­stal­lie­ren. Ergibt das Sinn? Die genann­ten Anwen­dun­gen braucht ja nun fast jeder Anwen­der­typ, oder? Auch ein ver­nünf­ti­ger Brow­ser (der IE 7 ist _nicht_ ver­nünf­tig) fehlt dem Sys­tem. Bei Win­dows Vis­ta sieht das genau so aus, zuge­ge­ben, auch bei Win­dows 7 noch. Aber das war ja der Punkt: wenn ich ein frisch instal­lier­tes Ubun­tu oder Mac OS X neh­me, da habe ich fast alles, auch wenn das Office-Paket unter OS X nach 30 Tagen sei­nen Dienst ein­stellt, wenn man nicht die 79,- EUR an Apple dafür zahlt. Win­dows XP fehlt es aber noch an wei­te­ren ele­men­ta­ren Anwen­dun­gen: einer Bild­ver­wal­tung bei­spiels­wei­se. Wer schießt heut­zu­ta­ge kei­ne Fotos mit der Digi­tal­ka­me­ra? Und der Import­as­sis­tent unter XP ist kaum mehr als eine schlech­te Hil­fe. Vie­le Grün­de, die mich dazu ver­an­las­sen, heut­zu­ta­ge kein Win­dows XP mehr zu nut­zen. Das Sys­tem ist fast acht Jah­re alt, wer will das schon noch? Klar, es funk­tio­niert, aber mehr eben auch nicht. Ich den­ke, dass Win­dows XP sei­ne Daseins­be­rech­ti­gung abseits der Net­books mitt­ler­wei­le wirk­lich ver­lo­ren hat. Wenn Win­dows 7 in der fina­len Ver­si­on erscheint, wird Win­dows XP aber auch in die­sem Markt­seg­ment mut­maß­lich und hof­fent­lich end­lich vom Markt ver­schwin­den.

By the way: vor eini­ger Zeit hat ein Redak­teur von Zoomer.de sei­ne ers­ten Erfah­run­gen mit Win­dows Vis­ta publi­ziert. Da die Kom­men­ta­re auch dort sich über­schlu­gen, sah ich mich “genö­tigt”, ein paar Sachen klar­zu­stel­len, da vie­le der dort anwe­sen­den Kom­men­ta­to­ren wenn über­haupt mit Halb­wis­sen glänz­ten. Wit­zi­ger­wei­se war mein Kom­men­tar einen Tag spä­ter Top-The­ma. Um unnö­ti­ge Red­un­danz zu ver­mei­den, gehe ich nicht wei­ter auf die­sen Kom­men­tar ein, lest ein­fach selbst 😉

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Onlinefestplatte und Filesharing

Zufäl­lig bin ich durch eine kur­ze Erwäh­nung im, ich glau­be wenigs­tens, Linux Maga­zin dar­auf gestos­sen: Drop­box, ein wei­te­rer Online­fest­plat­ten­dienst. Also eigent­lich nix beson­de­res.

Toll fin­de ich aber an Drop­box die gesam­te Imple­men­tie­rung. Das Cli­ent­tool exis­tiert sowohl für Mac OS X, als auch für Linux und Win­dows. Für Ubun­tu gibt es sogar ein Repo­sito­ry, man muss das Paket also nicht mal per Hand instal­lie­ren oder updaten. Aber auch die Mac-OS-X- und Win­dows-Ver­si­on ist in Win­des­ei­le instal­liert und updated sich auto­ma­tisch.

Bei der Erst­in­stal­la­ti­on wird gleich ein Benut­zer­kon­to bei Drop­box erstellt und das Sys­tem, auf dem man instal­liert wird mit dem eige­nen Account ver­knüpft. Der hier­bei ange­leg­te kos­ten­freie Account bie­tet 2 GB Spei­cher­platz und unli­mi­tier­ten Daten­trans­fer. Für 9,99 $ im Monat oder 99 $ im Jahr kann der Spei­cher­platz auf 50 GB auf­ge­rüs­tet wer­den.

Die Soft­ware erzeugt bei der Instal­la­ti­on einen Ord­ner “My Drop­box” im Home-Ver­zeich­nis des aktu­el­len Benut­zers. Die­ser Ort kann aber auch ver­än­dert wer­den, sowohl bei als auch nach der Instal­la­ti­on, letz­te­res soll aber laut Bug­tra­cker im aktu­el­len Beta-Sta­di­um noch Pro­ble­me machen. Daten, die man in die­sen Ord­ner legt, wer­den stän­dig syn­chron gehal­ten und laut Anbie­ter “intel­li­gent” syn­chro­ni­siert, es wird also nur der binä­re Diff tat­säch­lich kopiert, um Band­brei­te zu spa­ren. Vor der Über­mitt­lung der Daten an den Ser­ver wer­den die­se mit­tels AES ver­schlüs­selt.

Was aber, wenn man gera­de kei­nen Rech­ner parat hat, auf dem man den Cli­ent instal­lie­ren kann? Kein Pro­blem, sämt­li­che Daten las­sen sich über das Web­in­ter­face des Ser­vices ein­se­hen, her­un­ter­la­den, löschen, etc. Soll­te man, egal ob via Cli­ent oder Web­ba­ckend, Daten ver­se­hent­lich gelöscht oder modi­fi­ziert haben, kann man auf die Ver­sio­nie­rung des Diens­tes zurück­grei­fen, die gelösch­ten Daten sind nicht unwi­der­ruf­lich ver­lo­ren, sie las­sen sich dank die­ses Fea­tures wie­der her­stel­len.

Der­zeit befin­det sich der Ser­vice, wie bereits erwähnt, noch im Beta­sta­di­um. Umfang­rei­che Daten­samm­lun­gen wür­de ich also nicht unbe­dingt ohne Red­un­danz hier able­gen wol­len. Bis­her habe ich kei­ne Daten­ver­lus­te zu bekla­gen, ich nut­ze den Ser­vice aber auch nicht sehr inten­siv. Ins­ge­samt macht der Dienst aber einen schon sehr aus­ge­reif­ten Ein­druck. Neben den bereits erwähn­ten Tari­fen (2 GB für lau, 50 GB für 9,99 $ monat­lich oder 99 $ p.a.) sol­len in der nächs­ten Zeit wei­te­re Tari­fe ent­ste­hen, die auch die Ansprü­che ande­rer Benut­zer­grup­pen erfül­len.

Bleibt noch zu erwäh­nen, dass man mit­tels des Public-Ver­zeich­nis­ses der Drop­box Daten auch Fremd­be­nut­zern zur Ver­fü­gung stel­len kann.

Dau­men hoch für die­sen tol­len Ser­vice und viel Erfolg wei­ter­hin dem gesam­ten Team von Drop­box. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­det ihr auf der Home­page des Pro­jekts. Ich habe test­hal­ber ins­ge­samt sechs ver­schie­de­ne Sys­te­me mit mei­nem Account ver­knüpft und konn­te bei ers­ten Tests kei­ner­lei Pro­ble­me fest­stel­len.

[UPDATE]

Mitt­ler­wei­le nut­ze ich die Sharing-Funk­ti­on tat­säch­lich pro­duk­tiv, eine wirk­li­che Erleich­te­rung zum Aus­tausch von Doku­men­ten, Quell­codes, etc. Ein­fach toll. Den Emp­feh­lungs­le­vel set­ze ich somit noch um einen nach oben ;-)

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Closed Source Windows

Wider der microsoftschen Übermacht

Erst kürz­lich muss­te ich wie­der mit Erschre­cken fest­stel­len, wel­che Durch­set­zung die Soft­ware aus Red­mond in unse­rem Land doch hat. Eine Freun­din von mir besucht der­zeit die Fach­ober­schu­le und muss­te für das Fach Infor­ma­tik ein Refe­rat zum The­ma Excel anfer­ti­gen. Excel… Wie­so nicht all­ge­mein Tabel­len­kal­ku­la­ti­on? Hier wer­den Schü­ler dazu gezwun­gen, sich Soft­ware zu kau­fen, die für einen nor­ma­len Schü­ler nahe­zu uner­schwing­lich ist. Auch 129,- EUR, die die SSL (Schü­ler, Stu­den­ten, Lehrer)-Version des Soft­ware­pa­kets kos­tet, sind für einen Schü­ler eine Men­ge Geld. Was dazu führt, dass vie­le (alle?) Schü­ler sich das Office-Paket auf nicht ganz lega­len Wegen besor­gen. Und Micro­soft beschwert sich über die zahl­rei­chen Raub­ko­pi­en. Dabei gibt es doch kos­ten­lo­se Vari­an­ten, wie das OpenOffice.org. Wie­so wer­den die­se in Schu­len nicht ein­ge­setzt? Das wür­de auch den Schu­len eine Men­ge Geld erspa­ren. Wenn man das Gan­ze noch wei­ter spinnt: wie­so wird kein Linux auf Schul­rech­nern ein­ge­setzt?

Fol­gen­de Ant­wort erwar­te ich zumeist dar­auf: weil in Betrie­ben nun mal auch das Micro­soft Office (und somit natür­lich auch Micro­soft Win­dows) ein­ge­setzt wird. Und war­um ist das so? Klar, das Office-Paket von Micro­soft ist schon seit ewig und drei Tagen auf dem Markt prä­sent und kann so ohne wei­te­res auch nicht aus den Betrie­ben raus­ra­tio­na­li­siert wer­den. Aber wor­an liegt das? Ganz ein­fach dar­an, dass in Schu­le und Leh­re durch­gän­gig die Office-Anwen­dun­gen aus dem Hau­se Micro­soft ver­wen­det wer­den. Und gera­de dann, wenn Ent­schei­der mit der Micro­soft-Soft­ware “groß gewor­den sind”, wird natür­lich nie­mand von denen auf die Idee kom­men, eine Alter­na­ti­ve ein­zu­füh­ren. Außer, es han­delt sich um über­zeug­te Open Source-Ver­fech­ter. Und die fin­den sich außer­halb des Infor­ma­tik­be­reichs wohl eher sel­ten. Gera­de einem BWLer bei­zu­bie­gen, dass kos­ten­lo­se Soft­ware auch gut sein kann, stel­le ich mir dezent schwie­rig vor.

Lei­der sieht die Situa­ti­on an mei­ner Fach­hoch­schu­le nicht bes­ser aus, obwohl ich im Fach­be­reich Infor­ma­tik bin. Wir haben nicht mal die Mög­lich­keit, beim Ein­schal­ten der Rech­ner in den Pool­räu­men oder im Rechen­zen­trum zu wäh­len, ob wir viel­leicht lie­ber mit Linux anstel­le von Win­dows arbei­ten wol­len. Auch eher unschön fand ich, dass wir für ein gewis­ses Labor eines gewis­sen Pro­fes­sors unbe­dingt das Micro­soft Visu­al Stu­dio nut­zen muss­ten. Begleit­ma­te­ria­li­en muss­ten unbe­dingt im Excel-For­mat vor­lie­gen. Und das Gan­ze muss­te natür­lich unter Micro­soft Win­dows erle­digt wer­den. “Argh”, sag ich da nur. Gera­de wir Infor­ma­ti­ker soll­ten doch die freie Wahl haben, wel­che Tools wir ver­wen­den. An einer (Fach-)Hochschule soll­te es das Ergeb­nis sein das zählt und nicht der Weg. Es heißt ja schließ­lich Wissen*schaft* und nicht Wis­sens­nut­zung. Gera­de im Bereich Softwareentwicklung/Programmierung gibt es eine wahn­sin­nig gro­ße Anzahl an Tools, auch im Open Source-Bereich. OK, wir müs­sen für die Micro­soft-Anwen­dun­gen nichts zah­len, aber die FH muss es. Was das an Stu­di­en­ge­büh­ren ein­spa­ren wür­de…

Wür­de in der Leh­re kon­se­quent ver­sucht wer­den, die Anwen­dun­gen aus Red­mond gegen kos­ten­freie oder ‑güns­ti­ge­re Alter­na­ti­ven aus­zu­tau­schen, wür­den die­se sich viel­leicht auch end­lich in Betrie­ben durch­set­zen. Die der­zei­ti­ge Gegen­ar­gu­men­ta­ti­on läuft größ­ten­teils dar­auf hin­aus, dass für die Umschu­lung der Mit­ar­bei­ter mehr Geld aus­ge­ge­ben wer­den müss­te, als die feh­len­den Lizenz­kos­ten ein­spa­ren wür­den. Das mag sicher­lich so rich­tig sein, wür­den Schu­len (und Fachhochschulen/Universitäten/Ausbildungsbetriebe) aber schon wäh­rend der Aus­bil­dung der Nach­wuchs­kräf­te sich kon­se­quent gegen Micro­soft stel­len, wäre in weni­gen Jah­ren die­ses Argu­ment obso­let.

Die bri­ti­sche Schul­be­hör­de bei­spiels­wei­se rät von einer Migra­ti­on auf Win­dows Vis­ta ab. Aus durch­aus nach­voll­zieh­ba­ren Grün­den. Das neue Betriebs­sys­tem aus dem Hau­se Micro­soft kommt mit mas­siv höhe­ren Hard­ware­an­for­de­run­gen daher. Für den Pri­vat­an­wen­der mag es ok sein, sich alle zwei bis drei Jah­re einen neu­en Rech­ner hin­zu­stel­len, für Behör­den oder Betrie­be hin­ge­gen steht die­se Opti­on im Nor­mal­fall nicht zur Debat­te. Davon abge­se­hen, wären genau die Benut­zer, die eine Umstel­lung vom Micro­soft Office auf das OpenOffice.org nur mit­hil­fe einer Schu­lung über­ste­hen wür­den, auch die­je­ni­gen, die eine Umschu­lung auf Win­dows Vis­ta bräuch­ten. Auch wenn sich nicht so viel geän­dert hat, aber die Unter­schie­de in der Ver­wen­dung vom OpenOffice.org und Micro­soft Office sind auch eher mar­gi­nal.

Um also Micro­soft im gro­ßen Maße Kon­kur­renz zu machen, müss­te schon in der Aus­bil­dung damit begon­nen wer­den, auf­zu­zei­gen, dass es auch durch­aus Alter­na­ti­ven zu der sicher­lich nicht schlech­ten, aber recht teu­ren und bestimmt nicht ulti­ma­ti­ven, Soft­ware aus Red­mond gibt. Vie­len, auch jun­gen Men­schen, sagen Begrif­fe wie “Linux” und “OpenOffice.org” rein gar nichts, was mei­ner Mei­nung nach grund­le­gend geän­dert wer­den soll­te. Zu Beginn mei­nes Stu­di­ums muss­te ich vie­len mei­ner Kom­mi­li­to­nen erst mal erklä­ren, dass es tat­säch­lich Alter­na­ti­ven zur Soft­ware von Micro­soft gibt. Und das, obwohl die­se eben­falls Infor­ma­tik stu­die­ren.

Deut­sche Schu­len soll­ten sich dem Bei­spiel der bri­ti­schen Schul­be­hör­de anschlie­ßen und prü­fen, ob es nicht sinn­vol­ler wäre, das Geld für eine “Auf­rüs­tung” auf Win­dows Vis­ta zu spa­ren und lie­ber in sinn­vol­le­re Maß­nah­men zu inves­tie­ren. Die Neue­run­gen in Vis­ta gegen­über XP recht­fer­ti­gen mei­ner Mei­nung nach kei­nen Aus­tausch der kom­plet­ten IT. Weder in einer Schu­le, noch in einem Betrieb…

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Erfahrungsbericht RaidSonic IcyBox IB-NAS4220‑B

Ich woll­te mei­nem strom­fres­sen­den und viel zu lau­ten File­ser­ver end­lich einen Tritt ver­pas­sen und ihn aus­ran­gie­ren. Also mache ich mich auf die Suche nach einer bes­se­ren Lösung, wie bei­spiels­wei­se einem NAS. Da ich das Ding unter ande­rem als Back­up­sys­tem nut­zen woll­te, soll­te es natür­lich zuver­läs­sig und auf den Dau­er­be­trieb aus­ge­legt sein. Nach eini­ger Recher­che und einem klei­nen Schock, was selbst klei­ne Sys­te­me so kos­ten kön­nen, bin ich auf die Icy­Box IB-NAS4220‑B von Raid­so­nic gestos­sen. Der Preis von gera­de mal 129,- € macht klar: es han­delt sich um eine Con­sum­er­lö­sung. Da mein Bud­get aber für eine pro­fes­sio­nel­le Lösung ein­fach nicht genügt, muss­te ich mich wohl damit abfin­den, dass ich ein Lowend-Gerät kau­fen muss.

Erst mal zu den posi­ti­ven Sei­ten des Geräts:

Es ver­fügt hard­ware­sei­tig über die Mög­lich­keit, bis zu zwei (SATAI/II-)Festplatten ein­zu­bau­en und die­se in diver­sen RAID-Modi lau­fen zu las­sen (RAID0, RAID1, JBOD), funk­tio­niert aber auch mit nur einer Fest­plat­te. Außer­dem besitzt es eine Giga­bit-Schnitt­stel­le. Der klei­ne, tem­pe­ra­tur­ge­steu­er­te 40 mm-Lüf­ter ist ange­nehm lei­se.

Es bringt eine Men­ge wich­ti­ger und sinn­vol­ler Ser­ver­diens­te bereits von Haus aus mit. Da wäre ein­mal natür­lich das all­ge­gen­wär­ti­ge und bei­na­he unver­zicht­ba­re SMB-Pro­to­koll, über das man zumin­dest die Win­dows-Cli­ents mit dem NAS kom­mu­ni­zie­ren lässt. Für unixoide Sys­te­me bie­tet sich NFS an, dazu aber spä­ter mehr. Wer gern von außer­halb sei­nes eige­nen Netz­werks auf sei­ne Daten zugrei­fen kann, kann hier­für FTP ver­wen­den, lei­der aber unver­schlüs­selt. Soll­te ich einen Kniff fin­den, wie sich der ver­wen­de­te ProFT­PD doch noch absi­chern lässt, wer­de ich das in die­sem oder einem ande­ren Arti­kel an die­ser Stel­le nach­rei­chen. Fer­ner kann man über eine vor­han­de­ne USB-Schnitt­stel­le auch einen Dru­cker anschlies­sen und das NAS als Druck­ser­ver fun­gie­ren las­sen. Wer noch kei­nen hat, kann das NAS sogar als DHCP-Ser­ver im Netz­werk fun­gie­ren las­sen.

Dar­über hin­aus bot mir die Box gleich von Anfang an einen Zugriff via Tel­net auf das instal­lier­te Linux an. Es han­delt sich hier­bei um eine recht stark abge­speck­te Dis­tri­bu­ti­on, ein Auf­ruf von “una­me ‑a” sagt mir, dass sich ein ARM-Pro­zes­sor in der Box befin­det und ein Ker­nel 2.6.15 dar­auf läuft.

Außer­dem befin­det sich auf der Box noch ein Bit­Tor­rent-Cli­ent, den man über das Web­in­ter­face mit den Tor­rents füt­tern kann. Wer möch­te, kann sein NAS auch als Media­ser­ver für Micro­soft-Sys­te­me (somit auch die Xbox 360) ver­wen­den, wofür eine Lizenz­ge­bühr in Höhe von 29,95 US-$ fäl­lig wird. Eine 30-Tage-Test­ver­si­on der ver­wen­de­ten Soft­ware Twon­ky­Me­dia befin­det sich aber im Lie­fer­um­fang. Für mich als Mac-User ganz toll: das Gerät kann Bon­jour und bie­tet sogar einen iTu­nes-Ser­ver an. Zur Nut­zung müs­sen die Musik­da­tei­en in der Frei­ga­be “public” im Ord­ner “music” lie­gen. Funk­tio­niert tadel­los.

Die Inbe­trieb­nah­me gestal­te­te sich recht ein­fach: Gehäu­se auf­schrau­ben, Fest­plat­te ein­bau­en (bei mir kommt eine Sea­gate Enter­pri­se Series mit SATAII-Inter­face und 500 GB Kapa­zi­tät zum Ein­satz), Gehäu­se zuschrau­ben, Netz­werk­ka­bel auf­ste­cken, fer­tig. Stan­dard­mä­ßig ver­sucht das Gerät, per DHCP eine IP-Adres­se im loka­len Netz­werk zu bekom­men und ist danach sofort via SMB sicht­bar. Ein tel­net auf die IP-Adres­se gewährt einem Zugriff über die Kon­so­le auf das Gerät. Jetzt muss nur noch über das (kom­for­ta­ble, aber recht ein­ge­schränk­te und rela­tiv trä­ge) Web­in­ter­face die Festplatte(n) for­ma­tiert wer­den. Zur Aus­wahl ste­hen hier ext2 (mit Ver­schlüs­se­lung AES 128 Bit, je nach RAID-Modus), ext3 und fat32. Die initia­le For­ma­tie­rung mei­ner 500 GB gro­ßen Fest­plat­te mit ext3 dau­er­te rund 20 Minu­ten. Wer Strom spa­ren möch­te, kann eine Spin­down-Time für sei­ne Festplatte(n) vor­ge­ben. Ich habe mei­ne auf 15 Minu­ten ein­ge­stellt.

Ich habe direkt im Anschluss an die Grund­in­stal­la­ti­on das aktu­el­le Firm­ware­up­date von der Her­stel­l­er­home­page ein­ge­spielt und die neu­en Anwen­dun­gen SSH-Ser­ver und Stream­rip­per instal­liert. Der Stream­rip­per schnei­det Inter­net­ra­dio­sen­dun­gen mit. Prä­di­kat: nütz­lich. Die Instal­la­ti­on gestal­te­te sich recht ein­fach: ein­fach über die Netz­werk­frei­ga­be “public”, wel­che stan­dard­mä­ßig ein­ge­rich­tet ist, die vom Her­stel­ler her­un­ter­ge­la­de­nen .tar.gz-Dateien in den app­li­ca­ti­ons-Ord­ner kopiert, NAS neu gestar­tet, fer­tig. Nach­dem ich dem Ding jetzt noch eine sta­ti­sche IP ver­passt habe, ent­spricht alles mei­nen Vor­stel­lun­gen.

Über das Web­front­end las­sen sich Benut­zer, Grup­pen und Frei­ga­ben ein­rich­ten. Für die Frei­ga­ben kann man dann ganz genau fest­le­gen, wel­che Benut­zer und/oder wel­che Grup­pen auf die Frei­ga­ben zugrei­fen dür­fen und ob die­se einen Benut­zer­na­men und ein Pass­wort benö­ti­gen. Wer es ganz genau haben möch­te, kann sogar nur ein­zel­ne IP-Adres­sen oder Adress­räu­me zulas­sen.

Sehr cle­ver: das Gerät hat an der Vor­der­sei­te einen wei­te­ren USB-Anschluss, an den man einen belie­bi­gen USB-Mas­sen­spei­cher (mit einem vom Sys­tem erkann­ten Datei­sys­tem) anschlie­ßen kann. Drückt man dann auf die “OneTouch-Backup”-Taste an der Vor­der­sei­te, wird ein gepack­tes Back­up des Daten­trä­ger­in­halts auf dem NAS gespei­chert.

Nun zu den nega­ti­ven Punk­ten:

Die Per­for­mance ist nicht mal ansatz­wei­se das, was man von einem Gerät mit Giga­bit-Netz­werk­schnitt­stel­le erwar­tet. Wenn ich von mei­nem Mac aus Daten vom NAS lese oder schrei­be, kom­me ich nicht über 20 MB pro Sekun­de hin­aus. Rein rech­ne­risch mög­lich wären 125 MB pro Sekun­de. Ver­mut­lich ist hier der klei­ne Pro­zes­sor ein Fla­schen­hals. Aber viel­leicht kann Raid­So­nic noch ein wenig tunen, indem sie die Firm­ware und somit auch das instal­lier­te Linux opti­mie­ren. Das Pro­dukt ist erst seit rund zwei Mona­ten erhält­lich, es kann (!) sich also noch um Kin­der­krank­hei­ten han­deln. Natür­lich schafft auch die Fest­plat­te bei sequen­ti­el­lem Zugriff die­se Traum­da­ten­ra­ten nicht. Ein Trans­fer­test von mei­nem Mac zu mei­nem Win­dows­rech­ner brach­te 50 — 60 MB pro Sekun­de, was ja auch gera­de mal in etwa der Hälf­te des­sen ent­spricht, was sich über Giga­bit-LAN über­tra­gen lies­se.

Wenn viel Daten­trans­fer statt­fin­det, reagiert das NAS weder über die Web­ober­flä­che noch über eine SSH-Ver­bin­dung in adäqua­tem Maße. Man kann es zwar noch bedie­nen, war­tet aber mit­un­ter schon mal 10 Sekun­den oder län­ger auf eine Reak­ti­on. Dies gilt ins­be­son­de­re für die Web­ober­flä­che.

Was mir auch noch auf­ge­fal­len ist: die Anga­ben der Web­ober­flä­che dif­fe­rie­ren hef­tigst von denen des Betriebs­sys­tems. Die Web­ober­flä­che sagt mir, dass ich noch etwas über 31 GB an frei­em Spei­cher auf dem Daten­trä­ger habe, ein Auf­ruf von df an der bash bezeugt mir aber gera­de noch 8 GB an frei­em Spei­cher­platz. Kei­ne Ahnung, wel­che der bei­den Anga­ben zutrifft. Mac OS X zeigt mir für die­se Frei­ga­be aber auch nur rund 8 GB an, wobei die­se Daten wohl vom Sys­tem selbst stam­men.

Anzu­mer­ken bleibt mir noch, dass, laut Recher­chen im Inter­net, gera­de Sam­sung-Fest­plat­ten nicht unbe­dingt son­der­lich gut mit die­sem Sys­tem zusam­men­ar­bei­ten. Die von mir ver­wen­de­te Sea­gate läuft tadel­los, mit Wes­tern Digi­tal-Fest­plat­ten habe ich auch schon posi­ti­ves im Inter­net gele­sen.

Fazit:

In der der­zei­ti­gen Fas­sung hat das Gerät lei­der noch eini­ge Män­gel, die aber der Her­stel­ler hof­fent­lich noch aus­mer­zen kann. Für das Geld bekommt man sehr viel und wenn die Daten­trans­fer­ra­te nicht das aus­schlag­ge­ben­de Kri­te­ri­um für den Kauf ist, kann man sicher­lich mit dem Gerät glück­lich wer­den. Im Betrieb (läuft bei mir seit rund 72 Stun­den im Dau­er­be­trieb) schlägt sich das Gerät recht wacker, Insta­bi­li­tä­ten, wie ich andern­orts gele­sen habe, hat sich das Gerät bis­her nicht erlaubt. Die ange­bo­te­nen Ser­ver­diens­te lau­fen aus­nahms­los anstän­dig, wobei ich fai­rer­wei­se sagen muss, dass ich den DHCP- und den Print­ser­ver bis­her nicht getes­tet habe, da in mei­ner Umge­bung kei­ne Not­wen­dig­keit dafür besteht.

Zum Abschluss noch zum ver­spro­che­nen Kom­men­tar zu NFS: wer unter Mac OS X einen NFS-Mount auf das NAS machen möch­te, muss zwin­gend den Schal­ter ‑P anhän­gen, da die Ver­bin­dung ansons­ten fehl­schlägt. Ein kom­plet­ter Befehl zum Moun­ten einer NFS-Frei­ga­be könn­te also bei­spiels­wei­se wie folgt lau­ten:

sudo mount_nfs ‑P NAS-IP-ADRESSE:/mnt/ide1/FREIGABENAME /Volumes/NFS_MOUNTPOINT

wobei NFS_MOUNTPOINT vor­her hän­disch anzu­le­gen ist. Erle­di­gen kann man das mit dem Befehl

sudo mkdir /Volumes/NFS_MOUNTPOINT

im Ter­mi­nal. Über die Anwen­dung “Ver­zeich­nis­diens­te” (zu fin­den im Fin­der unter Programme/Dienstprogramme) kann man eine sol­che NFS-Frei­ga­be bei jedem Sys­tem­start sehr bequem moun­ten las­sen. Auch hier ist der Schal­ter ‑P nicht zu ver­ges­sen. Zu beach­ten bei NFS-Mounts via Mac OS X ist auch, dass UNIX-Sys­te­me (wie Mac OS X eines ist), nicht mit Benut­zer- und Grup­pen­na­men son­dern deren IDs arbei­ten. Ein Benut­zer ulf auf dem Mac ent­spricht also mit­nich­ten dem Benut­zer ulf auf dem Linux-Sys­tem (in die­sem Fal­le dem NAS), was natür­lich zu Pro­ble­men füh­ren kann. Wäh­rend für eine Datei auf dem Mac alle Rech­te bei mir lie­gen, habe ich auf dem NAS kei­ner­lei Rech­te mehr, da die Benut­zer- und Grup­pen-ID auf dem NAS voll­kom­men unbe­kannt sind. Hier hel­fen nur Work­arounds, wie das anpas­sen der Benut­zer- und Grup­pen-IDs auf einem der bei­den Sys­te­me. Eine klei­ne Anlei­tung zu die­sem The­ma gibt es hier.

Eine sehr schö­ne Sei­te zu die­sem NAS fin­det ihr hier.

Und jetzt noch ein aller­letz­ter Hin­weis für die­je­ni­gen, die so wie ich Leo­pard ein­set­zen und gern das NAS als Back­up­vo­lu­me für Time­Ma­chi­ne ein­set­zen wür­den: stan­dard­mä­ßig erlaubt Time­Ma­chi­ne kei­ne Spei­che­rung von Back­ups auf Netz­lauf­wer­ken, das gilt natür­lich auch für das NAS. Grund dafür ist ein Pro­blem mit Air­Port Extre­me-Access Points, das zu Daten­ver­lust füh­ren kann. Vor­sichts­hal­ber hat Apple des­halb die Siche­rung über das Netz­werk deak­ti­viert. Hof­fent­lich reak­ti­vie­ren die Jungs das bei einem der nächs­ten Updates wie­der. Wer das jetzt schon tun möch­te, kann ein­fach fol­gen­den Befehl im Ter­mi­nal ein­ha­cken:

defaults wri­te com.apple.systempreferences TMShowUn­sup­por­ted­Net­work­Vo­lu­mes 1

Ein

defaults wri­te com.apple.systempreferences TMShowUn­sup­por­ted­Net­work­Vo­lu­mes 0

macht die Ein­stel­lung wie­der rück­gän­gig. Nach Ein­ga­be die­ses Befehls soll­te eine Netz­frei­ga­be (egal, ob über SMB oder NFS) nun auch in Time­Ma­chi­ne ange­zeigt wer­den. Bei mir hat die­ser Kniff tadel­los funk­tio­niert, gefun­den hab ich ihn bei apfel­quak.

Fra­gen oder Anre­gun­gen bit­te als Kom­men­tar hin­ter­las­sen. Dan­ke :-)

[UPDATE]

Da gera­de vor weni­gen Tagen eine Anfra­ge per E‑Mail kam, möch­te ich an die­ser Stel­le dar­auf hin­wei­sen, dass Apple mit einem der letz­ten Updates von Leo­pard die hier beschrie­be­nen Mög­lich­kei­ten eli­mi­niert hat. Eine Siche­rung per Time­Ma­chi­ne ist der­zeit wirk­lich nur mit einer Time­Cap­su­le oder eben einer lokal ange­schlos­se­nen exter­nen Fest­plat­te mög­lich.

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Apple Mac Open Source Windows

Das nenn ich prompte Reaktion

Vor weni­gen Wochen habe ich ver­sucht, das Enter­pri­se Linux Cent­OS 5.1 in einer vir­tu­el­len Maschi­ne unter Par­al­lels Desk­top 3.0 for Mac zu instal­lie­ren, erfolg­los. Der Sup­port hat mir zwar Schrit­te genannt, wie ich die Instal­la­ti­on erfolg­reich bewäl­ti­gen kann, das hät­te aber eine Abschal­tung sämt­li­cher Beschleu­ni­gungs­tech­ni­ken zur Fol­ge gehabt, was die Geschwin­dig­keit der VM auf unge­fähr 2 % der übli­chen Per­for­mance redu­ziert hat. Indis­ku­ta­bel. Mit dem erst vor weni­gen Tagen erschie­ne­nen Update läuft die Instal­la­ti­on nun end­lich sau­ber durch. Wer also schon mal ähn­li­ches pro­biert hat, seit dem neu­es­ten Update funk­tio­niert es. Gene­rell schei­nen alle Pro­ble­me beho­ben wor­den zu sein, über die ich mich beim Sup­port aus­ge­las­sen habe. Es ist mir so bspw. des öfte­ren mal pas­siert, dass Mac OS X (10.5.1 Leo­pard) kom­plett abge­schmiert ist, wenn ich eine VM mit Win­dows XP oder Vis­ta gestar­tet habe. Der Sup­port hat mir zwar auch hier­für Work­arounds genannt, wirk­lich gehol­fen haben die aber lei­der auch nicht. Mal star­te­te die VM, mal schmier­te der kom­plet­te Rech­ner ab. Auch die­ses Ver­hal­ten ist kom­plett seit der Aktua­li­sie­rung ver­schwun­den.

Dan­ke SWSoft/Parallels :-) Ich war ja nach dem Kauf schon etwas ver­är­gert, dass ich gera­de für ein so ver­bug­tes Pro­dukt so viel Geld aus­ge­ge­ben habe… Aber jetzt bin ich, vor­erst, zufrie­den ;-)

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Mac Open Source Technik Windows

Processing

Pro­ces­sing ist eine Pro­gram­mier­spra­che, mit deren Hil­fe man recht ein­fach kom­ple­xe Ani­ma­tio­nen und Bil­der erstel­len kann. Die Syn­tax basiert auf der von Java, auf des­sen Basis das Sys­tem auch ent­stan­den ist. Jeder, der die Java-Syn­tax beherrscht, kann auch in Pro­ces­sing pro­gram­mie­ren. Die Soft­ware hat bin­nen kür­zes­ter Zeit einen ziem­lich hohen Popu­la­ri­täts­grad in der Indus­trie und Leh­re erreicht und ist defi­ni­tiv einen genaue­ren Blick wert.

Die Soft­ware benö­tigt eine lauf­fä­hi­ge JRE (Java Run­ti­me Envi­ron­ment) und läuft unter Mac OS X, Linux und Win­dows. Ich stel­le euch hier die ver­schie­de­nen Ver­sio­nen zum Down­load zur Ver­fü­gung:

Mac OS X Ver­si­on 0135 BETA (18 MB)
Linux Ver­si­on 0135 BETA (46 MB)
Win­dows Ver­si­on 0135 BETA (18 MB)
Win­dows mit JRE Ver­si­on 0135 BETA (35 MB)

Anlei­tun­gen und Refe­ren­zen fin­det man auf der Home­page des Pro­jekts.

So, und nu viel Spaß damit :-)

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Closed Source Microsoft Windows

Vista, neuer Versuch

Nach mei­nen frü­he­ren Hass­ti­ra­den, habe ich nun Win­dows Vis­ta auf dafür eher geeig­ne­ter Hard­ware eine neue Chan­ce gege­ben. Obwohl ich recht zeit­nah zu mei­ner dama­li­gen Vis­ta-Kri­tik auch sag­te, ich wer­de in abseh­ba­rer Zeit kein Geld mehr in die Spie­le­fä­hig­keit mei­nes PCs inves­tie­ren, habe ich mich nun auf­grund der doch ziem­lich nied­ri­gen Hard­ware­prei­se dazu hin­reis­sen las­sen. Ich mei­ne, 126,- EUR für 4 * 1 GB DDRII 800 MHz-Spei­cher ist ja nun wirk­lich mehr als güns­tig. Dazu habe ich noch das Board samt CPU getauscht, nun wer­kelt ein AMD Athlon64 X2 4.600+ in mei­nem Rech­ner. Da ich somit auch einen Archi­tek­tur­wech­sel von AGP zu PCIe voll­zo­gen habe, muss­te natür­lich auch mei­ne damals sünd­haft teu­re GeForce 7800GS 512 MB wei­chen. Das Aus­tausch­mo­dell ist eine GeForce 8800GTS 320 MB aus dem Hau­se Spark­le, die güns­tigs­te Kar­te aus der 8800GTS-Rei­he von nVi­dia. Eigent­lich soll­te es erst, der Spar­sam­keit hal­ber, eine Rade­on 2600XT 512 MB wer­den, die Kar­te war mir aller­dings viel zu lang­sam, die Frame­ra­ten lagen kaum ober­halb derer, die ich noch von mei­nem alten Sys­tem kann­te. Zu guter­letzt habe ich mei­ner alten 160 GB SATAI-Fest­plat­te noch einen Mit­be­woh­ner spen­diert, eine Sea­gate 320 GB SATAII mit 16 MB Cache. Die Auf­rüs­tung, die ja fast einem kom­plett neu­en Sys­tem ent­spricht, hat nur etwas über 500,- EUR gekos­tet, wovon ich einen Teil schon wie­der über den Ver­kauf mei­ner alten Sachen zurück bekom­men hab. Der Geschwin­dig­keits­schub aber ist echt enorm. Was die moder­nen Zwei­kern­pro­zes­so­ren leis­ten, gera­de in Ver­bin­dung auch mit dem deut­lich schnel­le­ren Spei­cher, ist wirk­lich enorm.

Auf die­sem Sys­tem läuft nun Win­dows Vis­ta Busi­ness 64-Bit. 64-Bit vor allem des­we­gen, weil die 32-Bit-Ver­si­on nur 3,25 von den 4 GB RAM tat­säch­lich adres­siert. Da aber auch für mei­ne gesam­te Hard­ware 64-Bit-Trei­ber exis­tie­ren, stand der Instal­la­ti­on die­ser Fas­sung eigent­lich nichts im Wege. Sämt­li­che Anwen­dun­gen und Spie­le, die ich bis­her getes­tet habe, lau­fen tadel­los.

Die Respon­si­veness von Vis­ta auf die­sem Sys­tem ist deut­lich bes­ser als ich es damals unter mei­nem alten Sys­tem erlebt habe. Manch­mal aber, ohne dass ich sehen könn­te wie­so, bricht die Per­for­mance doch mas­siv ein. Rich­tig ner­vig ist die Tat­sa­che, dass via Inter­net Explo­rer 7 her­un­ter­ge­la­de­ne Datei­en vor der Aus­füh­rung kom­plett vom Sys­tem durch­leuch­tet wer­den, es könn­ten sich ja Viren oder Spy­wa­re dar­in befin­den. Ja, ok, das Ver­hal­ten ist deak­ti­vier­bar, aber weiß ein nor­ma­ler Anwen­der das? Auf jeden Fall ist das Sys­tem wäh­rend die­ser Prü­fung qua­si nicht benutz­bar, es liegt brach. Prä­di­kat: nerv­tö­tend

Wie schon bei mei­nen letz­ten Ver­su­chen mit Vis­ta gab es Pro­ble­me mit der X‑Fi-Rei­he von Crea­ti­ve Labs. Natür­lich gibt es mitt­ler­wei­le fer­ti­ge Trei­ber für die Kar­te, die auch gut funk­tio­nie­ren, Crea­ti­ve Labs hat es aber noch immer nicht in den Griff bekom­men, die Unter­stüt­zung für EAX4 so ins Sys­tem zu inte­grie­ren, dass es auch von mei­nen Spie­len ver­wen­det wer­den kann. Die meis­ten Titel weh­ren sich, wenn man ihnen mit­teilt, dass sie doch bit­te EAX zu ver­wen­den haben. Die Mel­dun­gen lau­ten im All­ge­mei­nen ähn­lich wie “Ihre Sound­kar­te ist nicht EAX-kom­pa­ti­bel”. Als Lösung für die­ses Pro­blem bie­tet Crea­ti­ve Labs den Sound­wrap­per Alche­my an. Lei­der erkennt die Soft­ware schon mal gar keins mei­ner Spie­le von allein, ich muss die Instal­la­ti­ons­ver­zeich­nis­se per Hand in die Lis­te ein­tra­gen. Nach Zuwei­sen des Wrap­pers zum jewei­li­gen Spiel kann ich auch EAX in den Sound­ein­stel­lun­gen des Titels akti­vie­ren, habe als Dan­ke­schön dafür aber nach Been­den des Spiels einen Blue­s­creen, auf den ein Neu­start folgt und Vis­ta das Pro­blem auf den armen Gra­fik­kar­ten­trei­ber schiebt. Wenn ich aber die Crea­ti­ve­kar­te aus­baue oder Alche­my deak­ti­vie­re, bekom­me ich kei­ner­lei der­ar­ti­ge Pro­ble­me nach dem Been­den eines der Spie­le. Ich mai­le nun schon seit Tagen mit dem Sup­port von Crea­ti­ve Labs, viel­leicht fin­den wir ja noch eine Lösung…

Ins­ge­samt ist mein Zufrie­den­heits­le­vel in Sachen Vis­ta um eini­ge Mar­ken nach oben geklet­tert, es bedarf aber noch eini­ger Ver­bes­se­rung sei­tens Micro­soft. Die UAC springt imho etwas zu häu­fig ein (ich nut­ze auch Linux und Mac OS X, ken­ne das Ver­hal­ten also, aber bei die­sen Sys­te­men ist die Abfra­ge­rei nicht so pene­trant), die teil­wei­se wirk­lich lan­gen War­te­zei­ten beim Auf­ru­fen von aus dem Inter­net her­un­ter­ge­la­de­nen aus­führ­ba­ren Datei­en soll­ten deut­lich ver­kürzt wer­den und das aus uner­find­li­chen Grün­den star­ten­de Rödeln auf der Fest­plat­te soll­te eben­falls mini­miert wer­den.