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Actioncam Software

Fisheye entfernen leicht gemacht

Action­cams sind toll. Sie sind güns­tig, klein, leicht und dar­über hin­aus auch noch furcht­bar ein­fach zu bedie­nen. Das macht sie, neben dem Smart­pho­ne, zur per­fek­ten Immer-Drauf-Kame­ra.

Dass man eigent­lich immer den rich­ti­gen Bild­aus­schnitt ein­fängt liegt unter ande­rem dar­an, dass der Win­kel der Lin­se so groß ist, im Fal­le mei­ner Git2 liegt er bei 170 Grad. Was einer­seits wün­schens­wert ist, bringt auch unschö­ne Effek­te mit sich. An den Rän­dern, beson­ders links und rechts, wird das Bild recht stark ver­zerrt. Die­ser Effekt nennt sich Fishe­ye. Das stört nicht immer, manch­mal aber eben doch.

Entzerren leicht gemacht

Das schö­ne an digi­ta­lem Mate­ri­al ist ja, dass man es mit rela­tiv wenig Auf­wand modi­fi­zie­ren kann. Zu Zei­ten der ana­lo­gen Bild- und Video­be­ar­bei­tung war das doch dezent schwie­ri­ger. So gibt es im Bereich der Foto­gra­fie schon seit län­ge­rem Tools, die eine so genann­te Objek­tiv­kor­rek­tur anbie­ten. Die Objek­ti­ve wur­den zu die­sem Zweck ver­mes­sen und cha­rak­te­ris­ti­sche Ver­zer­run­gen auf­ge­zeich­net. Die Soft­ware kann dann anhand die­ser Infor­ma­tio­nen die­se aus dem Foto raus­rech­nen, was Ton­nen­bil­dung und die eben genann­ten Ver­zer­run­gen mit einem Klick ent­fernt.

Was mit Fotos geht, geht natür­lich auch bei Vide­os. Da dau­ert es natur­ge­mäß etwas län­ger, weil mit­un­ter 60 oder noch mehr Bil­der pro Sekun­de kor­ri­giert wer­den müs­sen. Ein Tool, über das ich bei mei­nen Recher­chen gestol­pert bin, heißt ProDRE­NA­LIN.

Dabei han­delt es sich um einen gan­zen Werk­zeug­satz, mit dem man sei­ne Vide­os opti­mie­ren kann. Die Kom­po­nen­te, auf die ich es abge­se­hen hat­te, ent­fernt den Fishe­ye genann­ten Effekt der Action­ka­me­ra-Lin­sen. Lei­der sind vie­le Tools nur unter Win­dows lauf­fä­hig, was den Ein­satz auf einem Mac ein wenig erschwert, aber von eini­gen Tei­len gibt es tat­säch­lich auch Mac-Vari­an­ten, die dann über Wine gestar­tet wer­den. Das geht natür­lich zu Las­ten der Per­form­anz, funk­tio­niert aber sonst recht gut.

Profile erstellen

Für GoPros Kame­ras gibt es bereits vor­ge­fer­tig­te Pro­fi­le, die im Gro­ben und Gan­zen auch mit mei­ner Git2 funk­tio­nie­ren. Wenn man es genau­er möch­te, kann man aber auch eige­ne Pro­fi­le erstel­len. Das geht lei­der nur unter Win­dows. Und ist auch nicht ganz ohne. Ich habe eini­ge vie­le Anläu­fe geschafft, bis ich mit dem Pro­fil zufrie­den war. Man sieht dem Mus­ter nach der Fer­tig­stel­lung an, ob das Fishe­ye kom­plett ver­schwun­den ist. Falls nicht, noch mal von vor­ne.

Für die Pro­fi­ler­stel­lung wird ein Ras­ter auf dem Bild­schirm ange­zeigt, das man so groß wie mög­lich auf dem Bild­schirm anzei­gen las­sen soll­te. Danach fährt man in der vor­ge­ge­be­nen Art und Wei­se den Bild­schir­min­halt mit der Kame­ra ab, impor­tiert das Video in das Werk­zeug und star­tet den Ana­ly­se­pro­zess. Danach steht das Pro­fil zum Spei­chern zur Ver­fü­gung. Nach­dem man einen sinn­vol­len Namen ver­ge­ben hat, soll­te das Pro­fil auch, spä­tes­tens nach einem Pro­gramm­neu­start, allen ande­ren Tools zur Ver­fü­gung ste­hen.

Fisheye adé

Der eigent­li­che Pro­zess dau­ert abhän­gig von der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Leis­tung und der Video­län­ge sowie ‑auf­lö­sung natür­lich unter­schied­lich lan­ge. Ver­wen­det man die Wine-Vari­an­te unter macOS dau­ert es ver­mut­lich auch län­ger als unter Win­dows direkt. Die Ergeb­nis­se sind aber recht ordent­lich. Es muss einem aber natür­lich klar sein, dass ein Teil des Bil­des durch die Kor­rek­tur fehlt.

Ich benut­ze die Soft­ware beson­ders dann, wenn ich noch Mate­ri­al aus ande­ren Kame­ras, wie mei­nem iPho­ne oder mei­nem Phan­tom 3 im glei­chen Film ver­wen­den möch­te, weil der stän­di­ge Wech­sel dann doch etwas stö­rend ist.

Fazit

Für wenig Geld bekommt man hier eine kom­for­ta­ble und ein­fach benutz­ba­re Soft­ware. Mit Erschei­nen die­ses Arti­kels gibt es auch schon eine neue Ver­si­on der Soft­ware, die aber nicht Grund­la­ge mei­nes Tests war.

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Linux Open Source Software Technik

netcup vServer — gut und günstig

Bis ich mei­ne Selbst­stän­dig­keit an den Nagel gehängt habe, hat­te ich die für mei­ne Arbeit not­wen­di­gen Root-Ser­ver immer bei Hetz­ner. Die Ser­ver dort sind für den Preis wirk­lich gut, der Ser­vice stimmt auch. Als ich dann aber in eine Fest­an­stel­lung über­ging, benö­tig­te ich natür­lich kei­nen gan­zen Root-Ser­ver mehr. Ich ent­schied mich für einen vSer­ver, der güns­tig sein soll­te, aber auch genü­gend Fest­plat­ten­platz bie­ten soll­te, damit ich mei­ne pri­va­te own­Cloud-Instanz dar­auf betrei­ben kann. 50 — 100 GB muss­ten es min­des­tens sein. Außer­dem brauch­te er genü­gend RAM, damit ich auch mei­ne pri­va­ten und gewerb­li­chen Web­sites dort able­gen konn­te.

Probieren geht über studieren

Bei mei­nen Recher­chen stieß ich auf rie­si­ge Preis­dif­fe­ren­zen, sogar Hetz­ner war mir eigent­lich zu teu­er. Schluss­end­lich wur­de ich dann bei net­cup fün­dig. Dort bekam ich Anfang 2014 für unter 15 € zwei CPU-Ker­ne, 6 GB RAM und 150 GB Fest­plat­ten­platz, wenn mich mein Gedächt­nis nicht trügt. Ein tol­ler Preis und für mei­nen Anwen­dungs­fall anfangs auch voll­kom­men aus­rei­chend. Im Nach­hin­ein hat sich die Anzahl der CPU-Ker­ne als pro­ble­ma­tisch erwie­sen, da die own­Cloud beim Resi­zen von Fotos doch ganz schön Last pro­du­ziert. Das habe ich eine Zeit lang recht häu­fig gemacht. Auch mein Foto-CMS Koken benö­tigt ein wenig CPU-Zeit, wenn neue Fotos hin­zu­kom­men.

Vor rund einem Jahr habe ich die­sen vSer­ver dann durch ein aktu­el­le­res Ange­bot des glei­chen Anbie­ters abge­löst. Die­ses Ange­bot beinhal­tet vier CPU-Ker­ne, 12 GB RAM und 240 GB SSD-Spei­cher. Und die­se Maschi­ne genügt mir nach wie vor. Seit etwa über einem Jahr lie­fert sie zuver­läs­sig alle Web­sites aus und hos­tet auch die eine oder ande­re own­Cloud-Instanz ohne zu kla­gen. Auch die­ser vSer­ver kos­tet gera­de mal etwa 15 €.

Auf einmal war er weg …

Zeit­gleich mit dem ers­ten vSer­ver bei net­cup mie­te­te ich einen wei­te­ren, klei­ne­ren vSer­ver für Spie­le­rei­en. Der hat­te nur einen CPU-Kern, 60 GB HDD und 1 GB RAM. Kos­te­te aber auch nur 6 € monat­lich.

Mein Anfang mit net­cup war etwas hake­lig. Lei­der bra­chen bei­de vSer­ver mir immer wie­der mal weg und das teil­wei­se für meh­re­re Minu­ten. Ich wur­de zwar brav über Pro­ble­me per E‑Mail infor­miert, toll war das aber trotz­dem nicht.

Seit nun über einem Jahr mit dem neu­en vSer­ver habe ich die­se Pro­ble­me aber nicht wie­der erlebt. Ich moni­to­re mei­ne Sys­te­me mit dem Uptime­Ro­bot und bekom­me es recht schnell mit, wenn Ser­vices weg bre­chen. Aber wie gesagt, seit über einem Jahr kei­ne Kla­gen.

Zuverlässige und günstige vServer

Die gibt es tat­säch­lich bei net­cup. Ich kann den Anbie­ter vor­be­halt­los emp­feh­len. Die übli­chen Mecha­nis­men zum neu­auf­set­zen und repa­rie­ren gibt es hier natür­lich. Zugriff über eine VNC-Kon­so­le ist mög­lich. Als Basis­tech­no­lo­gie wird KVM ein­ge­setzt. Die Per­for­mance ist durch die Bank weg gut und für klei­ne­re Web­ser­ver mehr als aus­rei­chend.

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Actioncam Smartphone Software

Quik — Videos zum Takt erstellen

Bei Quik han­delt es sich um eine cle­ve­re klei­ne App von GoPro, mit deren Hil­fe der Anwen­der im Hand­um­dre­hen tol­le Vide­os mit Musik­un­ter­ma­lung schaf­fen kann. Das Quell­ma­te­ri­al für die­se Vide­os kann (im Fal­le von iOS) aus der iCloud-Foto­me­dia­thek oder auch aus ande­ren Quel­len wie bspw. der Drop­box kom­men. Und als Quell­ma­te­ri­al kön­nen sowohl Fotos als auch Vide­os die­nen.

Der Trick dabei ist, dass die App die hin­ter­leg­te Musik genau kennt und den Schnitt des Vide­os auf den Takt legt. Dadurch gewin­nen die Vide­os an Dyna­mik, weil zum Takt ein Sze­nen­wech­sel ein­ge­lei­tet wird. Außer­dem beherrscht sie noch diver­se schi­cke Fil­ter und Over­lays, die das Video nahe­zu pro­fes­sio­nell wir­ken las­sen. Klar muss einem aber sein, dass auf die­se Art und Wei­se kei­ne Spiel­fil­me, son­dern eher Musik­vi­deo-arti­ge Vide­os erstellt und geschnit­ten wer­den.

Wer die Wahl hat …

Im ers­ten Schritt wählt man das zu ver­wen­den­de Mate­ri­al aus. Wie zuvor erwähnt kann die­ses aus ver­schie­de­nen Quel­len kom­men. Als iOS-Benut­zer ver­wen­de ich die iCloud-Foto­me­dia­thek, wo ich vor­her die Daten ent­we­der manu­ell abge­legt habe oder wo sie ohne­hin schon lagen, da ich die Auf­nah­men mit mei­nem iPho­ne gemacht habe. Die App ver­ar­bei­tet sowohl Vide­os als auch Fotos. Eine Men­gen­be­schrän­kung konn­te ich bis­her nicht fest­stel­len.

Nach Abschluss der Aus­wahl, die­se kann im Nach­hin­ein noch ver­än­dert wer­den, prä­sen­tiert einem die App den Edi­tier-Bild­schirm, der auch gleich eine Vor­schau des zu erstel­len­den Vide­os samt Musik­un­ter­ma­lung bie­tet. Über einen Druck auf einen der vie­len Fil­ter­na­men kann die­ser geän­dert und in der Vor­schau begut­ach­tet wer­den. Je nach Leis­tung des Geräts und der Men­ge der Daten dau­ert das Umschal­ten mehr oder weni­ger lan­ge.

Quik - Startbildschirm

 

Quik bringt eine große Musikauswahl mit

Auch hier ist die Aus­wahl ziem­lich groß. Nach einem Druck auf den Noten­schlüs­sel kann die Musik ver­än­dert wer­den. Quik emp­fiehlt pas­send zu Stil eini­ge Musik­stü­cke. Sagt einem kei­nes die­ser zu, kann man aber auch aus der Media­thek frei wäh­len. Sogar eige­ne Musik kann hin­ter­legt wer­den.

Wie ein­gangs schon erwähnt, tak­tet Quik den Schnitt des Vide­os anhand der Musik. Dazu ana­ly­siert Quik das Lied kur­zer­hand, wenn es aus der eige­nen Media­thek stammt und legt von vor­ne los. Das dau­ert auf mei­nem iPho­ne 6 Plus nur weni­ge Sekun­den.

 

Sortierung

Passt einem die Sor­tie­rung der Medi­en nicht, kann die­se noch nach­träg­lich geän­dert wer­den. Lei­der hat das letz­te Update die­se Mög­lich­keit schlech­ter gemacht, das Sor­tie­ren fiel mir jetzt deut­lich schwe­rer. Die Beschwer­den in den Rezen­sio­nen häu­fen sich, was mich hof­fen lässt, dass die Ent­wick­ler hier noch mal nach­le­gen wer­den.

Quik - Sortieransicht

Einstellungen

In den Ein­stel­lun­gen kann man nun noch wäh­len, ob das Video qua­dra­tisch oder klas­sisch, also im Quer­for­mat, erstellt wer­den soll. Außer­dem lässt sich die Län­ge ver­än­dern. Die­se rich­tet sich nach dem Ein­satz­zweck, Vide­os für Insta­gram sind in der Regel recht kurz, und dem ver­wen­de­ten Lied. Quik schlägt hier emp­foh­le­ne Län­gen vor, damit die Musik nicht abrupt unter­bro­chen wird. Eben­falls sehr cle­ver und toll gelöst.

Videoschnitt leicht gemacht

Ist man mit sei­nem Ergeb­nis zufrie­den, kann das Video nun geteilt wer­den. Zur Aus­wahl ste­hen neben Insta­gram, Twit­ter und Face­book auch ver­schie­de­ne Mes­sen­ger. Ein Ver­sand per E‑Mail ist eben­falls mög­lich. Wie­so You­Tube nicht ange­bo­ten wird, ver­ste­he ich zwar nicht, aber über das Spei­chern in der Fotos-App unter iOS kann der Upload zu Goo­g­les Video­platt­form noch nach­träg­lich erfol­gen. Alter­na­tiv kann das Video auch zu GoPros Quik-Ser­vice hoch­ge­la­den und über einen Link geteilt wer­den. Viel­leicht fin­det GoPro das bes­ser, als die Vide­os bei You­Tube abzu­le­gen.

Beeindruckend und begeisternd

Ich fin­de die Ergeb­nis­se, die die­se App pro­du­ziert abso­lut beein­dru­ckend. Jeder, dem ich die Vide­os bis­her gezeigt habe, war vom Schlag weg begeis­tert. Das Erstel­len geht ein­fach und intui­tiv von der Hand und die App ist sogar kos­ten­los. Das Video, das ich mit dem Mate­ri­al erstellt habe, habe ich hier in den Arti­kel ein­ge­bet­tet. Die Erstel­lung hat mich kei­ne fünf Minu­ten gekos­tet und das Ergeb­nis kann sich sehr wohl sehen las­sen, wie ich fin­de.

Abso­lu­te Emp­feh­lung von mir für die­se App. Etwas bes­se­res in dem Bereich gibt es der­zeit aus mei­ner Sicht nicht.

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Google Open Source Software Technik

Ich wollte Android mal wirklich ausprobieren

Und das tat ich dann auch. Mir stand als Fir­men­te­le­fon ein Black­ber­ry Z10 zur Ver­fü­gung. Das Gerät ging mir eigent­lich den gan­zen Tag nur auf die Ner­ven. Die, aus mei­ner Sicht, umständ­li­che Bedie­nung war die Haupt­schul­di­ge Ursa­che. Tech­nisch war an dem Gerät sonst nichts aus­zu­set­zen, aber ich woll­te mit der Bedie­nung ein­fach nicht zurecht kom­men. Ich habe es rund neun Mona­te lang wirk­lich pro­biert, man kann mir also nicht vor­wer­fen, sofort die Flin­te ins Korn gewor­fen zu haben.

Da ich mich pri­vat mit der Android-Ent­wick­lung befas­sen und sowie­so mal inten­siv ein Android-Gerät aus­pro­bie­ren woll­te, kauf­te ich mir auf eige­ne Kap­pe einen Andro­iden. Mei­ne Anfor­de­run­gen an das Gerät waren ein gerin­ger Preis, immer­hin ist das ja immer eines der Haupt­ar­gu­men­te pro Android, und ein mög­lichst unver­än­der­tes Android-Betriebs­sys­tem. Moto­ro­la bot mir bei­des in Kom­bi­na­ti­on in Form des Moto­ro­la Moto E an. Für gera­de mal 99 € soll­te ich ein aktu­el­les Smart­pho­ne mit 4,3″-Display und Android 4.4.4 bekom­men. Gese­hen, bestellt. Auf den ers­ten Blick war ich mehr als posi­tiv über­rascht dar­über, was mir hier für 99 € gebo­ten wird. Im Ver­lau­fe der kom­men­den Wochen stell­te sich dann aber lei­der her­aus, dass 4 GB Mas­sen­spei­cher und 1 GB RAM für die täg­li­che Arbeit doch etwas knapp bemes­sen sind. Nach nicht mal einem Dut­zend instal­lier­ter Apps war der inter­ne Spei­cher voll, und dank der Anwen­dun­gen, die ich für den Fir­men­be­trieb brau­che, genüg­te auch der Arbeits­spei­cher (schein­bar) nicht. Das Sys­tem ruckel­te und zuckel­te an allen Ecken und Enden. Das frü­her viel gerühm­te Fea­ture von Android, dass man Apps und Daten ein­fach auf eine güns­tig dazu gekauf­te Micro-SD kopie­ren konn­te, wur­de mei­nen Recher­chen nach mit Android 4.0 ent­fernt. Nur mit ger­oo­te­ten, also „geknack­ten“ Tele­fo­nen ist dies nach wie vor mög­lich. Scha­de, so blieb mei­ne 16 GB gro­ße Micro-SD fast voll­stän­dig leer. Den­noch, für Ein­stei­ger hal­te ich das Tele­fon für sehr geeig­net, zumal Moto­ro­la auch ein Update auf Android 5 Lol­li­pop ver­spro­chen hat. Das Release scheint aller­dings auf sich war­ten zu las­sen, vor über zwei Mona­ten hat Goog­le Ver­si­on 5.0 nun ver­öf­fent­licht. Auf dem Moto E ist lei­der nach wie vor kein Update in Sicht. Gebt mal bit­te Gas, Moto­ro­la ;-).

Da das Moto E also für mei­ne Ansprü­che etwas unter­di­men­sio­niert war, muss­te etwas grö­ße­res her. Hier bot sich das Moto­ro­la Moto G zwei­te Genera­ti­on an. Aus­ge­stat­tet mit einem 5″-Display, 8 GB inter­nem Spei­cher, aber lei­der eben­falls nur 1 GB RAM, erschien mir das schon eher nach dem Gerät, das ich such­te. Und für einen Kampf­preis von gera­de ein­mal 171 € über­leg­te ich nicht lan­ge. Der Ein­druck, den ich auf dem Moto E hat­te, dass 1 GB RAM nicht genügt, erwies sich als unwahr. Ich ver­mu­te mitt­ler­wei­le, dass die CPU in dem Moto E ein­fach zu schwach­brüs­tig war. Das Moto G kommt zwar gele­gent­lich auch mal ins Schwit­zen, ist aber ins­ge­samt deut­lich per­for­man­ter. Nur sel­ten bin ich von dem Gerät genervt, weil es mich meh­re­re Sekun­den war­ten lässt. Der inter­ne Spei­cher von 8 GB genügt eben­falls. Ein net­tes Zusatz­fea­ture: das Tele­fon ist Dual-SIM-fähig. Ich habe also neben mei­ner Fir­men­kar­te noch die Mög­lich­keit, eine wei­te­re SIM-Kar­te in das Gerät zu ste­cken. Ich per­sön­lich brau­che das bis­her nicht, aber viel­leicht kommt das ja noch … Auch für die­ses Gerät hat Moto­ro­la ein „zeit­na­hes“ Update auf Lol­li­pop ver­spro­chen. Angeb­lich wird der­zeit in Polen getes­tet, in Deutsch­land gibt es das Update lei­der immer noch nicht.

Die Akku­lauf­zeit bei­der Gerä­te war übri­gens über­ra­schend gut, in der Regel hat­te ich am Ende eines nor­ma­len Tages noch 40 % oder mehr Akku­la­dung übrig.

Nun zur Soft­ware: die viel­ge­rühm­ten Anpas­sungs­fä­hig­kei­ten von Android schau­te ich mir zuerst an. Ich tes­te­te also diver­se Laun­cher, instal­lier­te Icon-Packs, Noti­fier, Lock­screens und wie sie nicht alle hei­ßen. Eine net­te Mög­lich­keit, sei­ne Frei­zeit zu ver­brin­gen. Nach geschätz­ten vier Stun­den hat­te ich mich dann auf eine Kom­bi­na­ti­on ein­ge­schos­sen: Yahoo Avia­te, die Moons­hi­ne-Icons, AcDis­play als Lock­screen (ein Deri­va­te von Moto­ro­las Moto-X-exklu­si­vem Acti­ve­Dis­play) sowie Heads-up noti­fi­ca­ti­ons. Als alter­na­ti­ve Tas­ta­tur hol­te ich mir die ziem­lich bekann­te Swift­Key-Tas­ta­tur. So macht die Bedie­nung von Android tat­säch­lich Spaß, was ich vom Werks-Android nur begrenzt behaup­ten konn­te. Der Goog­le-eige­ne Laun­cher war zwar auch nicht schlecht, der von Yahoo gefällt mir aber deut­lich bes­ser. Das voll­stän­di­ge Feh­len eines ver­nünf­ti­gen Lock-Screens und das Noti­fi­ca­ti­on-Ver­hal­ten von Android 4.4 mach­ten auf mich als iOS-8-User einen ziem­lich merk­wür­di­gen Ein­druck. Auch die Goog­le-eige­ne Tas­ta­tur ist nicht son­der­lich kom­for­ta­bel. Aber so geht es. Ich bin trotz­dem schon unheim­lich auf Android 5.0 gespannt, da ich eigent­lich lie­ber mit Bord­mit­teln von Betriebs­sys­te­men arbei­te, da „Mods“ erfah­rungs­ge­mäß auch Pro­ble­me mit sich brin­gen. Viel­leicht schafft Goog­le es ja, dass man auch im Aus­lie­fe­rungs­zu­stand ver­nünf­tig damit arbei­ten kann.

Es gibt trotz­dem noch eini­ge Din­ge, die mich echt stö­ren. Die für den Fir­men­be­trieb ein­ge­setz­te PIM-Lösung kann zwar Noti­fi­ca­ti­ons ver­sen­den, scheint aber kei­ne Bad­ges zu unter­stüt­zen. Ich sehe also an der E‑Mail-Kom­po­nen­te nie, wie vie­le unge­le­se­ne E‑Mails ich habe. Sel­bi­ges gilt für die Kalen­der­kom­po­nen­te. Viel­leicht nicht direkt die Schuld von Android, ner­vig ist es trotz­dem. Auf iOS-Gerä­ten lässt sich die von uns ver­wen­de­te Lösung direkt in die nati­ven Apps (Mail, Kon­tak­te, etc.) inte­grie­ren. Das scheint mit dem ach-so-offe­nen Android aus irgend­ei­nem Grun­de nicht zu gehen, ver­mu­te ich mal.

Dann ist es so, dass ich eini­ge Apps tat­säch­lich auf die SD-Kar­te ver­schie­ben konn­te. Ich glau­be, dass es aus­schließ­lich Apps aus dem Ama­zon-App-Store waren, kann es aber auch nicht beschwö­ren. Es geht aber defi­ni­tiv nicht mit allen Apps von Ama­zon. Die Logik dahin­ter erschließt sich mir nicht. Und das mir als IT-Pro­fi, der seit rund 16 Jah­ren in dem Bereich tätig ist. Ich fra­ge mich, was ein Laie davon hal­ten wür­de …

Als ich über die Unter­schie­de zwi­schen ART und Dal­vik las und erfuhr, wie man umschal­tet, woll­te ich das doch gleich mal aus­pro­bie­ren. Das funk­tio­nier­te auch pro­blem­frei. Läs­tig ist aber, dass das Opti­mie­ren der Apps jetzt bei jedem Neu­start erfolgt. Den Sinn dahin­ter ver­ste­he ich nicht.

Mei­ne Ver­su­che, Cal­DAV-Kalen­der und Card­DAV-Adress­bü­cher anzu­bin­den, schei­ter­ten. Dafür ist eine Zusatz­soft­ware erfor­der­lich. Das ach-so-offe­ne Android erschwert einem hier den Weg, offe­ne Pro­to­kol­le für die­se Din­ge zu ver­wen­den. Mut­maß­lich, um die Goog­le-eige­nen Diens­te zu pushen. So muss­ten mei­ne own­Cloud-Anbin­dun­gen über Zusatz­soft­ware erle­digt wer­den.

Immer wie­der nach dem Ent­sper­ren oder auch einem Neu­start habe ich Absturz­mel­dun­gen auf dem Bild­schirm, bei denen ich mich fra­ge, wie­so mir die über­haupt ein­ge­blen­det wer­den. Wenn im Hin­ter­grund Diens­te lau­fen, die abstür­zen, wäh­rend ich das Tele­fon nicht ver­wen­de, dann sol­len die doch ein­fach neu­ge­star­tet wer­den. Das inter­es­siert mich nach dem Ent­sper­ren doch kein Stück.

Fazit: Android ist nicht schlecht, aber das War­ten auf ein Update, das mitt­ler­wei­le zwei Mona­te am Markt ist, nervt mich jetzt schon. Ob ich 5.1 bekom­men wer­de, weiß ich jetzt noch nicht. Die Absturz­mel­dun­gen erge­ben kei­nen Sinn und das Ver­hal­ten bzgl. der SD-Kar­te ist ein­fach nur inkon­sis­tent. Ich wer­de die­ses Tele­fon nun noch eini­ge Mona­te im Ein­satz las­sen. Im Gro­ben und Gan­zen kann ich recht gut damit arbei­ten. Den­noch ver­ste­he ich nicht, wie sich eine so gro­ße Fan­ge­mein­de um das Betriebs­sys­tem her­um hat auf­bau­en kön­nen.

iOS mag zwar recht geschlos­sen sein, dafür aber funk­tio­niert es (in der Regel) ein­fach. Die Inkon­sis­ten­zen, die ich auf mei­nem Android-Gerät erle­ben muss, habe ich auf mei­nem iPho­ne nicht. Wer ger­ne bas­telt, ist mit Android recht gut bera­ten. Bei mir ebb­te der Bas­tel­trieb aber nach weni­gen Tagen ab. Ich habe jetzt eine Kom­bi­na­ti­on, mit der ich pro­duk­tiv arbei­ten kann. Bevor ich an die­ser wie­der etwas ändern wer­de, wer­den sicher­lich eini­ge Mona­te ins Land gehen. Ob das nötig ist, mag man sich jetzt fra­gen. Mei­ne Ant­wort dar­auf ist ein bestimm­tes Jein. Man kann es, also wird man es ver­mut­lich auch tun, aber ich wäre auch nicht böse, wenn es nicht gin­ge …

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Git GitHub Software

Eigenes GitHub für 4,49 € monatlich

OK, es ist natür­lich kein rich­tig Git­Hub, son­dern der Open-Source-Klon Git­Lab, den man kos­ten­frei auf eige­ner Hard­ware betrei­ben kann. Sofern man einen Ent­wick­lungs­ser­ver für ein klei­nes Team von Ent­wick­lern sucht, kann man sich mit wenig Auf­wand eine eige­ne Maschi­ne dafür her­rich­ten. Die Restrik­tio­nen, die Git­Hub bei den kos­ten­pflich­ti­gen Accounts auf­er­legt, gel­ten hier natür­lich nicht. Ein­zig und allein die ver­füg­ba­re Hard­ware, bzw. hier die vir­tua­li­sier­te Hard­ware, bil­det die Gren­ze nach oben. Wer aber mit einem klei­nen Team von sagen wir 10 Mann an Pro­jek­ten arbei­tet, dürf­te mit der von mir vor­ge­schla­ge­nen Lösung gut zurecht kom­men.

Wenn als das ange­spro­che­ne Team mit fünf pri­va­ten Repo­si­to­rys aus­kommt, zahlt nur 7 US-$ monat­lich, also etwas über 5 € beim der­zei­ti­gen Wech­sel­kurs, für 10 Repo­si­to­rys blät­ter man dann etwa 8,50 € hin, und so wei­ter. Arbei­tet man mit unter­schied­li­chen Teams an unter­schied­li­chen Pro­jek­ten, auf die unter­schied­li­che Zugriffs­rech­te ver­ge­ben wer­den sol­len, wird es aber schnell teu­er. Dafür bie­tet Git­Hub die Orga­niz­a­ti­on Plans an. Die star­ten bei 25 $ im Monat, also etwa 18 €. Brau­chen die­se Teams mehr als 10 Repo­si­to­rys, lan­det man schon bei 50 $. Außer­dem lie­gen die Daten in den USA, was viel­leicht auch nicht immer erwünscht ist.  Ich möch­te Git­Hub jetzt aber auch nicht schlecht machen, die Platt­form selbst ist geni­al. Aber eben nicht für jeden geeig­net.

Zurück zu mei­nem Pro­jekt: ich habe ein Pro­dukt der Fir­ma net­cup GmbH ver­wen­det, um mei­nen eige­nen Ser­ver auf­zu­set­zen. Die bie­ten eine klei­ne Instanz für gera­de mal 4,49 € monat­lich an. Dabei han­delt es sich um einen auf KVM basie­ren­den vSer­ver, der zwar nur einen Atom-Kern und 1 GB RAM hat, dafür aber immer­hin 60 GB Fest­plat­ten­platz anbie­tet. Für eine nicht sehr inten­siv genutz­te Instanz von Git­Lab aus­rei­chend. Git­Lab selbst emp­fiehlt min­des­tens 768 MB RAM, wir lie­gen mit die­ser Maschi­ne also ober­halb der emp­foh­le­nen Min­dest­men­ge.

Bei mir hat es nur weni­ge Stun­den gedau­ert, bis ich Zugriff auf mei­nen vir­tu­el­len Ser­ver hat­te. Ach­tung: die Instanz wird jähr­lich im Vor­aus berech­net, es fal­len also rund 60 € auf einen Schlag an. Man kann trotz­dem monat­lich kün­di­gen und bekommt dann sein über­be­zahl­tes Geld zurück. Wer nach spä­tes­tens einem Monat sagt, dass er unzu­frie­den ist, bekommt sein Geld voll­stän­dig erstat­tet. Eine fai­re Sache, wie ich fin­de.

Mit den erhal­te­nen Zugangs­da­ten mel­det man sich nun im VCP-Web­in­ter­face an und instal­liert sei­ne nagel­neue VM am Bes­ten gleich frisch neu. Die vor­in­stal­lier­te Ver­si­on beinhal­tet vie­les, das wir gar nicht benö­ti­gen, also weg damit. Ich emp­feh­le, ein Debi­an 7.0 Whee­zy zu instal­lie­ren. Das Sys­tem ist sta­bil und rela­tiv schlank. Danach geht es an die Instal­la­ti­on.

Die Anlei­tung, die das Git­Lab-Pro­jekt geschrie­ben hat, ist sehr ein­fach und ver­ständ­lich, wenn man schon das eine oder ande­re Mal mit der Kon­so­le zu tun gehabt hat. Die Anlei­tung befin­det sich hier:

https://gitlab.com/gitlab-org/gitlab-ce/blob/master/doc/install/installation.md

Nach der Instal­la­ti­on kann man sich bereits mit dem ange­leg­ten Stan­dard-Admin anmel­den, des­sen Daten man natür­lich umge­hend ändern soll­te. Stan­dard­be­nut­zer­na­men und natür­lich erst recht ‑kenn­wör­ter soll­te nie­mals unver­än­dert blei­ben.

Dann ist die Git­Lab-Instanz bereits ein­satz­be­reit. Die Bedie­nung der Web-GUI ist intui­tiv, jeder Schritt wird recht gut erklärt. Updates erle­digt man am Bes­ten unter Zuhil­fe­nah­me des Upgrade-Scripts. Sofern man die Stan­dard­in­stal­la­ti­on durch­führt und kei­ne Varia­blen anpasst, dürf­te das stress­frei durch­lau­fen.

Für Fra­gen dürft ihr natür­lich ger­ne die Kom­men­tar­funk­ti­on ver­wen­den.

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Die Raubkopier-Problematik

Viel­leicht kennt ihr das auch, ihr seid etwas bewan­der­ter in der The­ma­tik Com­pu­ter und wer­det von Zeit zu Zeit immer wie­der gefragt “Woher bekom­me ich eigent­lich Pro­gramm XY?”. Mei­ne Stan­dard­ant­wort lau­tet mitt­ler­wei­le “Bei amazon.de oder auf der Her­stel­l­er­home­page.” Zumeist die Stan­dard­re­ak­ti­on dar­auf ist “Ja, aber da kos­tet das doch Geld.”. Ach, wirk­lich? Natür­lich kos­tet das Geld. Glei­ches pas­siert natür­lich auch gern bei Fil­men, Musik, Com­pu­ter­spie­len und wei­te­ren digi­ta­len Inhal­ten. Die Men­ta­li­tät vie­ler, für digi­ta­le Inhal­te, egal wel­cher Art, kein Geld zah­len zu wol­len kotzt mich mitt­ler­wei­le rich­tig an. Liegt viel­leicht auch dar­an, dass ich wenigs­tens bei Soft­ware mitt­ler­wei­le halb­wegs abschät­zen kann, wie viel Zeit es kos­tet, die­se zu ent­wi­ckeln. Dass man dafür Geld haben möch­te ist doch voll­kom­men ver­ständ­lich, oder?

Auf­merk­sam bin ich gera­de wie­der auf das The­ma gewor­den, weil ich heu­te gele­sen habe, dass mitt­ler­wei­le Raub­ko­pien von rund 5.000 iPho­ne-Appli­ka­tio­nen auf ein­schlä­gi­gen Sei­ten im Netz kur­sie­ren. Es war natür­lich nur eine Fra­ge der Zeit, bis auch die­se Platt­form von den Raub­ko­pie­rern belegt wird. Aber mal ehr­lich: ist es nötig bei Prei­sen, die im Nor­mal­fall zwi­schen 0,79 € und 3,99 € lie­gen, Raub­ko­pien zu ver­wen­den? Kann jemand, der ein iPho­ne besitzt wirk­lich so arm sein, dass er sich kei­ne 79 Cent leis­ten kann? Dann soll­te er viel­leicht kein iPho­ne ver­wen­den, und das Geld in wich­ti­ge­re Sachen inves­tie­ren.

Wenn man mal einen Blick auf die Raub­ko­pie­rer­sze­ne im PC-Bereich wirft, sieht man, was das für Früch­te trägt: es wer­den Anti-Kopier­schutz­maß­nah­men ent­wor­fen, die im Zwei­fels­fal­le das hal­be Betriebs­sys­tem aus­knip­sen. Wenn sich die­ses Pro­blem auch auf der Apple-Platt­form mani­fes­tiert, wird Apple zum Schutz der Ent­wick­ler irgend­wann ernst machen und die Platt­form kom­plett dicht machen müs­sen. Und das wäre wirk­lich ärger­lich. Zu ver­dan­ken hät­ten wir es dann dem aso­zia­len Teil der Bevöl­ke­rung, der der Mei­nung ist, dass es voll­kom­men ok sei, Soft­ware zu kopie­ren.

Ver­steht mich nicht falsch: es gibt tat­säch­lich Bevöl­ke­rungs­grup­pen, bei denen ich abso­lu­tes Ver­ständ­nis dafür habe, dass die Soft­ware raub­ko­pie­ren. Schü­ler bei­spiels­wei­se, Arbeits­lo­se mit Hartz IV. Denen fehlt das Geld wirk­lich, um es in digi­ta­le Inhal­te zu ste­cken. In den meis­ten Fäl­len wenigs­tens. Aber jeder, der einer gere­gel­ten oder selbst­stän­di­gen Tätig­keit nach­geht, soll­te sich den Kauf eines Films, eines Musik­al­bums oder eines Spiels wohl gera­de noch so erlau­ben kön­nen. Lei­der sitzt die Ein­stel­lung in den Köp­fen vie­ler Leu­te so tief, für digi­ta­le Inhal­te ein­fach kein Geld bezah­len zu wol­len, dass mir immer abso­lu­tes Unver­ständ­nis ent­ge­gen­ge­bracht wird, wenn ich die Fra­ge in den Raum wer­fe, ob es nicht mög­lich ist, 9,99 € für ein Album zu bezah­len oder 30,- € für ein Com­pu­ter­spiel (die rich­ti­gen Quel­len, bei­spiels­wei­se eBay UK, vor­aus­ge­setzt). “Wie­so, ich kann es doch auch kos­ten­los krie­gen.” Furcht­bar. Bei die­sen Beträ­gen zu Raub­ko­pien zu grei­fen ent­zieht sich mei­ner Ver­ständ­nis. Wenn ein Stu­dent für eine Anwen­dung für eine Vor­le­sung braucht, die selbst in der Stu­den­ten­ver­si­on, so die­se über­haupt exis­tiert, meh­re­re Hun­dert Euro kos­tet und die­se kopiert, dann kann ich das ver­ste­hen. Nicht ver­ste­hen kann ich die Her­stel­ler an die­ser Stel­le, da denen klar sein soll­te, dass nur weni­ge Stu­den­ten meh­re­re Hun­dert Euro für Soft­ware locker machen kön­nen. Für vie­les fin­det man mitt­ler­wei­le kos­ten­lo­se Alter­na­ti­ven, bei Anwen­dun­gen wie 3ds Max wird es hin­ge­gen eher schwer. Klar, da gäbe es Blen­der, aber wenn für ein Labor expli­zit das 3ds Max gefor­dert wird, kann ich durch­aus nach­voll­zie­hen, dass bestimmt 99 % der Stu­den­ten zu Raub­ko­pien grei­fen, was nicht heißt, dass ich es befür­wor­te, aber ver­ste­hen kann ich es.

Vie­len scheint abso­lut nicht klar zu sein, dass gera­de klei­ne Soft­ware­stu­di­os, Musi­ker und Fil­me­ma­cher auf das Geld aus den Ver­käu­fen ange­wie­sen sind. Natür­lich ver­die­nen meist auch ande­re ordent­lich mit, was aber nichts dar­an ändert, dass die­sen Künst­lern das Geld nach­her fehlt, um wei­ter zu machen, was die krea­ti­ve Viel­falt am Markt stark ein­schränkt und bei­spiels­wei­se im Musik­be­reich zu Aus­wüch­sen wie “Deutsch­land sucht den Super­star” führt. Indi­vi­du­el­le Krea­ti­vi­tät zahlt sich irgend­wann nicht mehr aus und wird ein­ge­stampft, was irgend­wann zu einem noch schlim­me­ren Ein­heits­brei führt, als wir ihn jetzt schon haben. Noch gibt es unab­hän­gi­ge, die mit ihrer Krea­ti­vi­tät Geld ver­die­nen wol­len, noch… Wenn sich in den Köp­fen der Leu­ten nicht bald etwas ändert, wer­den wir noch Ewig­kei­ten auf die digi­ta­le Revo­lu­ti­on war­ten müs­sen und kost­spie­li­ge Inno­va­tio­nen wie digi­ta­les Kino und voll­di­gi­ta­les Fern­se­hen wer­den erst in sehr fer­ner Zukunft rea­li­siert, weil immer das Damo­kles­schwert der Raub­ko­pie­rer über sol­chen Inves­ti­tio­nen schwebt. Denn sobald Medi­en in Nul­len und Ein­sen gelie­fert wer­den, wird das Kopie­ren leich­ter und die Kopien qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger.

Dass den gro­ßen Kino­ket­ten die Besu­cher aus­blei­ben, ist auf­grund der stark anwach­sen­den Raub­ko­pie­rer­sze­ne kein Wun­der. Teil­wei­se tra­gen die­se natür­lich auch selbst die Schuld dar­an, rund 8,- € für eine Kino­kar­te fin­de ich schon ganz schön frech, zumal Pop­corn und Getränk meist wei­te­re 5,- bis 7,- € Auf­preis ver­ur­sa­chen. Wenn ein Kino­be­such bis zu 15,- € pro Per­son kos­tet, über­le­gen es sich natür­lich vie­le, die Fil­me lie­ber her­un­ter zu laden und auf dem hei­mi­schen Groß­bild-TV zu genie­ßen, da man sich dort auch der 30-minü­ti­gen-Wer­be­be­rie­se­lung ent­zie­hen kann. Nach­voll­zieh­bar, aber dumm. Denn auch hier blei­ben indi­vi­du­el­le Krea­ti­ve auf der Stre­cke, die gro­ßen Stu­di­os kön­nen sol­che Aus­fäl­le zumeist kom­pen­sie­ren.

Ich könn­te jetzt noch vie­le wei­te­re Bei­spie­le auf­füh­ren, möch­te es aber dabei belas­sen. Mein Resü­mee: Die net­te Ein­blen­dung vor einem jeden Kino­film, dass Raub­ko­pien auch Dieb­stahl am eige­nen Geld­beu­tel sind, stimmt abso­lut. Aber nicht nur das, es schränkt auch die media­le Viel­falt ein, Neu­pro­duk­tio­nen kön­nen häu­fig nur noch von gro­ßen Stu­di­os betrie­ben wer­den, Inno­va­tio­nen blei­ben zu oft auf der Stre­cke. Also lie­be Leu­te, schaut doch mal in eure Geld­beu­tel und prüft, ob ihr nicht viel­leicht doch 20,- bis 30,- € im Monat für digi­ta­le Inhal­te auf­brin­gen könnt. Kein arbei­ten­der Mensch hat im All­ge­mei­nen die Zeit, sich 10 Fil­me, 40 neue iPho­ne-Anwen­dun­gen und 20 neue Video­spie­le im Monat rein­zu­zie­hen. Ein wenig mehr Selek­ti­on beim Kon­sum und schon kön­nen jede Men­ge Ori­gi­na­le die hei­mi­schen Rega­le und Fest­plat­ten zie­ren. Außer­dem hat man das Gefühl, etwas gutes getan zu haben. So geht es mir wenigs­tens…