Apple Watch — eine Rezension

Ich hader­te lan­ge mit mir, ob ich wirk­lich über 300 € für eine Smart Watch aus­ge­ben woll­te, die ohne iPho­ne qua­si zu nichts nut­ze ist und mir eigent­lich auch nichts bie­tet, was mein iPho­ne nicht schon lan­ge kann. Ich schau­te mir sogar eine Andro­id-basier­te Smart­watch, die Moto 360, an, gab sie aber letzt­end­lich zurück.

Als Apple nun im Sep­tem­ber die neue Genera­ti­on vor­stell­te, schlug ich doch zu. Und ich muss sagen, dass es eine gute Ent­schei­dung gewe­sen ist.

Weniger Aufmerksamkeitsbindung

Gefühlt schen­ke ich den Push-Noti­fi­ca­ti­ons auf mei­nem Gerät weni­ger Auf­merk­sam­keit. Ein kur­zer Blick aufs Hand­ge­lenk genügt und ich weiß, was los ist und ob es Zeit hat, bis ich reagie­re. Falls nicht, ant­wor­te ich ent­we­der kurz über die vor­ge­fer­tig­ten Ant­wor­ten der Uhr, dik­tie­re Siri eine Ant­wort oder hole eben doch das iPho­ne aus der Tasche. Letz­te­res ist aber wirk­lich deut­lich sel­te­ner der Fall gewor­den, als es bis dato gewe­sen ist.

Ich füh­le mich irgend­wie ent­schleu­nigt, seit ich die Uhr habe.

Atemübungen, Schrittzähler — Fitness ist wichtiger geworden

So blöd es klingt, aber die Benach­rich­ti­gun­gen der Uhr, dass man mal wie­der auf­ste­hen oder eine Atem­übung machen sol­le, sind tat­säch­lich hilf­reich. Wenn man zu tief in die Arbeit ver­sun­ken ist, merkt man häu­fig gar nicht, wie die Zeit ver­geht. Die Watch sagt mir, wenn es so weit ist. Und ich hal­te mich meis­tens auch dran, wenn ich nicht gera­de in einer Bespre­chung sit­ze.

Außer­dem bin ich tat­säch­lich moti­vier­ter, die täg­li­chen Fit­ness­zie­le, Bewe­gen, Trai­nie­ren und Ste­hen, zu errei­chen. Weil mich die Uhr über den Tag ver­teilt immer wie­der dar­an erin­nert, mache ich das auch tat­säch­lich. Und ärge­re mich, wenn ich eines der Zie­le dann trotz des Vor­ha­bens dann doch nicht errei­che. Meist läuft es am Fol­ge­tag dann bes­ser. Ich den­ke schon, dass ich mei­ne Gesamt­fit­ness über die Zeit dank der Uhr tat­säch­lich ver­bes­sern wer­de. Aber das wird die Zeit zei­gen.

Inter­es­sant ist viel­leicht dies­be­züg­lich noch, dass die Apple Watch unter allen Arm­band­ge­rä­ten in einer Stu­die am Bes­ten abschnitt, was die Genau­ig­keit der ermit­tel­ten Daten angeht.

Individualisierung der Watch

Im ers­ten Schritt kann man die Uhr natür­lich über das Zif­fer­blatt anpas­sen. Aktu­ell ver­wen­de ich eines, das ein ana­lo­ges Zif­fer­blatt mit Datums­an­zei­ge in der Mit­te anzeigt, oben links die Län­ge mei­ner Ein­kaufs­lis­te von Bring zeigt und oben rechts die aktu­el­le Tem­pe­ra­tur. Unten sehe ich einen Über­blick, wie weit ich mit mei­nen Fit­ness­zie­len bin. So habe ich die für mich aktu­ell wich­tigs­ten Infos im Über­blick. Soll­ten sich mei­ne Prio­ri­tä­ten ver­schie­ben, kann ich das natür­lich jeder­zeit anpas­sen.

Dank­ba­rer­wei­se lässt sich auch die Aus­rich­tung der Uhr ver­än­dern. Mich nerv­te die Digi­tal Crown auf der rech­ten Sei­te, da ich die Uhr am lin­ken Arm tra­ge und ich durch eine nach oben geknick­te Hand immer wie­der die Crown betä­tig­te. Ich habe die Uhr jetzt umge­dreht und damit auch die­ses Pro­blem nicht mehr. Die Ein­stel­lung fin­det man in der Ein­stel­lun­gen-App.

Die zwei­te Art und Wei­se, die Uhr zu indi­vi­dua­li­sie­ren liegt natür­lich in den Arm­bän­dern. Ich habe die Apple Watch Sport und damit natür­lich das aus Sili­kon gefer­tig­te Sport­arm­band von Apple. Das ist auch nicht häss­lich oder so, aber trotz­dem habe ich mich nach wei­te­ren Bän­dern umge­schaut. Die von Apple ange­bo­te­nen Arm­bän­der sind mir ein­fach zu teu­er, muss ich geste­hen. Die fin­di­gen Chi­ne­sen haben ziem­lich ähn­lich, wenn nicht gleich aus­se­hen­de Klo­ne im Ange­bot, von denen ich mir eini­ge gekauft habe.

Nylonarmband

Für das Nylon­arm­band, für das Apple 59 € haben möch­te, habe ich bei mei­nem Lieb­lingschi­ne­sen Ali­Ex­press sagen­haf­te 12,40 € inklu­si­ve Ver­sand bezahlt. Ich bin mit der Ver­ar­bei­tung recht zufrie­den, wenn auch das Adap­ter­stück nicht 100%ig passt. Aber es steht nur so wenig über, dass ich dar­über hin­weg­se­hen kann. Allein schon ob des güns­ti­gen Prei­ses.

Klassisches Armband

Für das aus Leder gefer­tig­te Arm­band möch­te Apple 159 € haben. Bei Ali­Ex­press habe ich 8,13 € berap­pen müs­sen.

Modernes Armband

Das moder­ne Arm­band kos­tet bei Apple 259 €. Ich habe meins für 16,02 € gekauft.

Milanaise Armband

159 € bei Apple, 7,92 € in Chi­na. Das Arm­band habe ich aber tat­säch­lich nach einem Tag in die Schub­la­de gepackt. Der Magnet­ver­schluss beweg­te sich unter mei­nem Sak­ko zu sehr, sodass es zu locker wur­de und die Uhr selbst stän­dig nach unten rutsch­te und sich damit auf der Unter­sei­te mei­nes Hand­ge­lenks befand. Ob das beim Ori­gi­nal von Apple auch so ist, ver­mag ich nicht zu sagen.

Fazit

Nach rund sechs Wochen der Nut­zung möch­te ich nicht mehr auf das klei­ne Gerät ver­zich­ten. Ein Weg­fall des iPho­ne wür­de mir mehr weh tun, aber lieb­ge­won­nen habe ich die Uhr. Wer sowie­so iOS im Ein­satz hat und einen Fit­ness­tra­cker und All­tags­or­ga­ni­zer sucht, ist aus mei­ner Sicht mit der Apple Watch gut bera­ten. Ob es die Series 2 mit GPS und was­ser­dich­tem Gehäu­se sein muss, muss man noch ent­schei­den. Ich habe mich mit der Series 1 begnügt. Die 349 € für die Uhr samt Sport­arm­band waren aus mei­ner Sicht gut ange­legt.

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