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Hardware Test

Kurztest Christmann TEO|4|ALL

Kompakter Bürorechner: Christmann TEO|4|ALL

Für einen Kun­den bestell­te ich einen Kom­pakt­rech­ner TEO|4|ALL der Fa. Christ­mann aus dem nie­der­säch­si­schen Ilse­de bei Pei­ne. Über­haupt auf­merk­sam gewor­den bin ich auf die­se Fir­ma und deren Hard­ware durch eine Zusam­men­ar­beit mei­nes Arbeit­ge­bers mit eben­die­ser Fir­ma.
Bei dem von mir bestell­ten Gerät han­delt es sich um das Ein­stiegs­mo­dell, den TEO|4|ALL, wel­cher mit einem Intel Atom der neu­es­ten Genera­ti­on (N2800) aus­ge­stat­tet ist. Der Pro­zes­sor ver­fügt über zwei Ker­ne, 1 MB Cache und kann Hyper Threa­ding, ver­fügt somit also über vier logi­sche Ker­ne. Als Main­board kommt das DN2800MT im ITX-Form­fak­tor von Intel zum Ein­satz. Auf die­sem steckt ein vier Giga­byte gro­ßer DDR3-Bau­stein. USB 3.0 wird hier lei­der nicht gebo­ten, dafür aber zwei Hochstrom-USB‑2.0‑Ports, die sich auf der Rück­sei­te des Geräts befin­den und bspw. dem schnel­le­ren Laden von Smart­pho­nes und Tablets die­nen kön­nen. Von den vier inter­nen USB‑2.0‑Anschlüssen des Intel-Main­boards führt Christ­mann zwei auf der Vor­der­sei­te raus. Für den Anschluss von Bild­schir­men steht ein VGA- und ein HDMI-Anschluss zur Ver­fü­gung. Außer­dem ist ein Giga­bit-Netz­werk­con­trol­ler von Intel auf dem Board ver­baut.
Was nach dem Ein­schal­ten des Geräts als ers­tes auf­fällt ist, dass kein Geräusch von dem Gerät kommt. Es ist kom­plett laut­los. Also wirk­lich kom­plett. Im gesam­ten Sys­tem ist kein Lüf­ter ver­baut. Das Netz­teil ist extern und eben­falls lüf­t­er­los. Nach eini­gen Stun­den des Tes­tens war die Unter­sei­te des Gehäu­ses nur hand­warm, Ther­mik­pro­ble­me wür­de ich somit nicht erwar­ten.
Christ­mann bie­tet den Rech­ner in ins­ge­samt 10 ver­schie­de­nen Far­ben, unter ande­rem auch aus­ge­fal­le­ne Rech­ner­far­ben wie Hell­ro­sa und Schwe­fel­gelb) an. In der Stan­dard­va­ri­an­te ver­zich­tet Christ­mann auf den Ein­bau eines opti­schen Lauf­werks. Heut­zu­ta­ge sehe ich das als unpro­ble­ma­tisch an. Wer den­noch nicht dar­auf ver­zich­ten möch­te, kann ein Tray-DVD-Bren­ner für 39,90 € ein­bau­en las­sen. Hier hät­te ich mir viel­leicht ein Slot-In-Lauf­werk gewünscht, da ich den Trays bei star­ker Bean­spru­chung nicht ver­traue.
Recht mini­ma­lis­tisch ist der stan­dard­mä­ßig ver­bau­te Mas­sen­spei­cher: eine 60 GiB gro­ße SSD von Intel. Für den Betrieb als nor­ma­len Office-PC dürf­te der Spei­cher aber genü­gen. Gegen Auf­preis las­sen sich aber natür­lich auch grö­ße­re SSDs und auch Fest­plat­ten ver­bau­en. Auch eine Kom­bi­na­ti­on aus bei­dem ist mög­lich, das Gehäu­se bie­tet genug Platz für zwei 2,5″-Laufwerke.
Nun aber zum eigent­lich inter­es­san­tes­ten Teil: die Per­for­mance. Ich habe auf dem TEO|4|ALL Ubun­tu 12.04, Win­dows XP, 7 und 8 aus­pro­biert. Gemein war allen vier Betriebs­sys­te­men, dass sich die Instal­la­ti­on ganz schön zog. Gemes­sen natür­lich an PCs mit voll­wer­ti­gen Desk­top-CPUs wie einem Intel Core i. Für einen Atom-basier­ten Rech­ner war die War­te­zeit äußerst kurz. Wäh­rend der Arbeit mit allen vier Betriebs­sys­te­men konn­te ich kei­ne nen­nens­wer­ten oder stö­ren­den Ver­zö­ge­run­gen fest­stel­len. Das ist sicher­lich mit­un­ter dem ver­bau­ten DDR3-Spei­cher und der recht schnel­len SSD geschul­det. Aber auch die vier logi­schen Ker­ne der CPU dürf­ten ihren Teil dazu bei­tra­gen. Ich war auf jeden Fall posi­tiv über­rascht, da ich bei einem Atom mit weni­ger Leis­tung gerech­net habe.
Pro­ble­ma­tisch erwies sich lei­der der Betrieb von 64-bit­ti­gen Betriebs­sys­te­men, da Intel für die­se (noch?) kei­ne Gra­fik­kar­ten­trei­ber anbie­tet. Weder unter Win­dows 7 noch unter Win­dows 8 gelang es mir, den Gra­fik­chip mit vol­ler Auf­lö­sung zu betrei­ben. Die 32-Bit-Trei­ber lies­sen sich nicht instal­lie­ren. Da in dem Sys­tem 4 GB RAM ver­baut sind, ist dies durch­aus ärger­lich, da man so rund 700 MB RAM ver­schenkt. Außer­dem sind 64-bit­ti­ge Win­dow­se ten­den­zi­ell siche­rer.
Wer für sein Home Office oder auch für sein Büro und sei­ne Mit­ar­bei­ter kom­pak­te und lei­se Rech­ner sucht, die mit einer maxi­ma­len Wat­ta­ge von 23 Watt auch noch äußerst strom­spa­rend sind, ist mit dem TEO|4|ALL aus mei­ner Sicht sehr gut bera­ten. Mit einem Ein­stiegs­preis von 349,– € ist er außer­dem recht güns­tig, wenn auch ein Betriebs­sys­tem zusätz­lich erwor­ben wer­den muss. Wer ger­ne drei Jah­re Garan­tie mit Vor­ab-Aus­tausch haben möch­te, kann die­se Opti­on für einen Auf­preis von 60,– € erwer­ben, stan­dard­mä­ßig bie­tet Christ­mann eine zwei Jah­re lan­ge Garan­tie mit Bring-In-Ser­vice an.