Reisebericht – Belgien, Frankreich und Niederlande

Die wunderschöne Rennstrecke Spa-Francorchamps in Belgien wollte ich mir schon immer mal anschauen. Für solche Zwecke bietet der Betreiber die so genannten Jungfernfahrten für recht faire 119 € an. Man wird erst mal zwei Runden mit einem Renault Mégane R.S. 265 von einem erfahrenen Rennfahrer über die Strecke chauffiert, dann darf man zwei Runden in Kolonne selbst fahren. Das lief leider etwas anders, als ich mir das vorstellte, aber dazu später mehr.

Da ich nicht nur für zwei Stunden Rennstreckenaufenthalt die Anfahrt von rund 500 Kilometer auf mich nehmen wollte, habe ich mich gleich mal in der Umgebung umgeschaut und eine kleine Rundreise draus gemacht.

Die Anreise

Am 17.07.17, dem ersten Tag, ging es nach Stoumont in Belgien. Stoumont ist rund 15 Autominuten von Spa entfernt und etwa 40 Minuten von Lüttich (auch bekannt unter dem französischen Namen Liège), der nächstgelegenen Großstadt. In Stoumont bin ich gelandet, weil ich dort ein äußerst charmantes kleines B&B, das Les Tchéous, gefunden habe, wo ich mich für zwei Nächte einquartierte. Die Gegend eignet sich nicht nur als Sprungbrett nach Spa, sondern auch für ausgedehnte Wander- und Fahrradtouren. Und auch für sportlich ambitionierte Autofahrer hat die Gegend einiges zu bieten. Das Les Tchéous ist inhabergeführt von einem sehr charmanten Ehepaar, die einen sehr herzlich willkommen heissen. Der Mann der Inhaberin begleitet seine Gäste seiner eigenen Aussage nach auch gerne auf Fahrradtouren, da er selbst leidenschaftlicher Radfahrer ist. Also, ganz klare Empfehlung von mir an  dieser Stelle.

Lüttich

Den zweiten Tag verbrachte ich in Lüttich. Eine wirklich schöne Stadt, das Wetter liess mich auch nicht im Stich. Unterwegs war ich mit meinem iPhone 7 Plus und meiner nagelneuen Panasonic DMC-FZ2000. Eine Bridgekamera mit 1″-Sensor und Ultrazoom-Objektiv, die 4K-fähig und bildstabilisiert ist. Ich habe sie mittlerweile schon weiter veräußert, aber für das Geld (unter 1.000 €) produziert sie schon ordentliche Ergebnisse.

Lüttich hat eine schöne Altstadt und bietet gute Küche. Wer in der Gegend ist, sollte also unbedingt mal vorbei schauen.

Circuit de Spa-Francorchamps

Wie schon weiter oben geschildert, buchte ich das Schnupperpaket. Im Nachhinein kann ich das nur bedingt empfehlen. Ich hoffte darauf, wenigstens ein bisschen Gummi auf der Strecke lassen zu können, wurde aber enttäuscht. Die Runden im Renntaxi waren super. Mein Fahrer hätte locker mein Großvater sein können, wusste aber, was er tat und hat mich in hohem Tempo und äußerst souverän zwei Runden über die Strecke geschickt.

Kurz danach konnten wir mit unseren eigenen Fahrzeugen auf die Strecke. Wir fuhren Kolonne, ähnlich kenne ich es auch vom Bilster Berg. Dort wurde das, muss man fairerweise sagen, aber auch als Training verkauft. Ich hätte mir gewünscht, dass kleine Gruppen je nach Fahrzeugtyp gebildet werden und man wenigstens etwas zügiger fahren könnte. Vor mir fuhr ein Seat Mii. Mit vier Personen. Wie schnell so ein Auto unterwegs ist, kann man sich vielleicht vorstellen. Falls nicht, sollte das folgende Video Aufschluss geben.

Also ihr seht, langsam ist kaum der richtige Ausdruck dafür. Neben mir waren noch einige andere Leute mit PS-starken Fahrzeugen vor Ort, wir hätten sicherlich ein wenig mehr Spaß haben können, ohne gleich volles Brett fahren zu müssen.

Auf Anfrage sagte man mir, dass man natürlich Verständnis habe, für schnellere Fahrten ich doch aber zu den Track-Days wiederkommen solle. Mal schauen, vielleicht mache ich das ja in 2018.

Dünkirchen

Als kleinen Zwischenstopp nahm ich mir die Stadt Dünkirchen (franz. Dunkerque) in Frankreich vor. Auf der Fahrt dahin musste ich mal wieder feststellen, wie sehr ich die EU liebe. Von Land zu Land reisen zu können, ohne Grenzübergänge, einfach herrlich.

Auf Dünkirchen fiel meine Wahl, zugegebenermaßen, weil kurz zuvor der gleichnamige Film von Christopher Nolan in die Kinos kam. Diesen habe ich zwar immer noch nicht gesehen, aber irgendwas ist ja immer … Ich hatte leider keine Zeit, mir Museen oder ähnliches anzuschauen, bin aber mit der Kamera bewaffnet wenigstens ein bisschen durch die Stadt und am (an dem Tag sehr stürmischen) Strand entlang geschlendert.

Brügge

Sehen und sterben? So der Filmtitel. Ich lebe noch und fand Brügge wirklich schön. Dort fand meine dritte und letzte Übernachtung statt. Ich erkundete die Stadt zu Fuß. Viel spannendes weiß ich nicht zu berichten, die Stadt ist wirklich einen Besuch wert, die Architektur gefiel mir gut und kulinarisch wurde ich auch nicht enttäuscht.

Maastricht

Um den Hattrick vollzumalen, drei Länder an vier Tagen, machte ich noch einen Abstecher nach Maastricht. Ich suchte mir scheinbar den perfekten Tag dafür aus, weil André Rieu an dem Tag dort gastierte und die Innenstadt verstopft war und alle Restaurants dort nur das Rieu-Menü anboten. Da ich mich aber vor meiner Rückreise nach Deutschland nicht vollfressen wollte, wurden es dann Frikadellen. Frittierte Frikadellen. Ist Geschmacksache, sage ich mal.

Maastricht selbst gefiel mir gut, gerade der Stadtkern ist echt hübsch. Für viel mehr als diesen hatte ich leider auch keine Zeit, da noch über vier Stunden Rückfahrt auf mich warteten.

Fazit

Eine kleine Rundreise durch den Westen Europas zu machen war mal etwas anderes und hat mir gut gefallen. Mein Auto ist für so lange Strecken aufgrund des Fahrwerks und der Sitze nur begrenzt geeignet, aber ich habe es überlebt. Wer einfach mal ein paar Tage rauskommen möchte und etwas längere Autofahrten nicht scheut, dem sei so ein Roadtrip wärmstens ans Herz gelegt.

Der Nachfolger meiner Git2 wurde die Firefly 8S

Ich mag sie nach wie vor, meine Git2 von GitUp. Aber das Rad der Technik dreht sich unaufhaltsam weiter und da ich immer mehr in Richtung 4K gehe, sollten so langsam auch meine Actioncams mitziehen können.  Meine Wahl fiel auf die FireFly 8S.

Von der Git2 besitze ich fünf Stück. Bei einer hatte ich das Problem, dass nach einem Akkuwechsel die Einstellungen verloren gingen. Der Support riet mir, das Gehäuse zu öffnen und an einer Schraube zu drehen. Habe ich gemacht, half leider gar nichts. Dafür ging mir eine der Gehäuseschrauben verloren. Sie fiel auf den Boden, ich habe sie leider nicht wiederfinden können. Die zweite Gehäuseschraube ging verloren, weil ich sie ins Portemonnaie packte um eventuell im Baumarkt Ersatz zu finden. Was soll’s, das Gehäuse bleibt auch ohne die beiden Schrauben verschlossen, es gibt ja noch zwei weitere.

Bei einer anderen Git2 ist mir der Mini-USB-Anschluss von der Platine abgefallen. Hier wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als die Aussparung im Gehäuse mit Heißkleber oder ähnlichem zu verplomben. Ärgerlich ist dabei natürlich, dass ich den Akku jetzt nicht mehr in der Kamera laden kann, ich muss ihn jedes Mal entfernen.

Die anderen drei Exemplare laufen weiterhin ohne Probleme, trotz der recht hohen Beanspruchungen, denen ich sie teilweise aussetze. Die Kameras befinden sich nämlich häufig an meinem Fahrzeug, wenn ich damit auf der Rennstrecke meine Runden fahre, was Fahrtwind von bis zu 200 km/h bedeutet. Da ein wasserdichtes Gehäuse die Bildqualität negativ beeinflusst, setze ich die Kameras ohne dieses auf entsprechende Saugnäpfe am Fahrzeug. Belastung muss auch die Kamera am Heck aushalten, da sie sich recht nah am Auspuff befindet. Dieses Exemplar wird auch merklich warm und ich bin der Meinung, dass das auch das Modell ist, das seinen USB-Anschluss verloren hat. Wäre nicht weiter verwunderlich. Das ist aber auch einer der Gründe, wieso ich ungerne mehr als 100 € für diese kleinen Dinger ausgebe. Wenn die mal Schaden leidet, ist das halb so schlimm. Und für 100 € waren die Git2 bisher wirklich unschlagbar. Bisher.

Mein neuer Favorit heißt: FireFly 8S

Die FireFly 8S von HawkEye, die in direkter Konkurrenz zur Andoer C5, zur EKEN H8 Plus und zur ThiEye T5 steht, hat den Wettbewerb gewonnen. Ausschlaggebend war natürlich wieder der Preis, aber auch die Qualität der Bildstabilisierung hat mir besser gefallen als bei der direkten Konkurrenz. Insgesamt nehmen sich aber alle genannten Kameras laut den Tests meines Lieblings-Actioncam-Blogs elProducente.com nichts.

Wichtig für mich war auch, dass die Abmessungen und das Gewicht der Kamera in etwa der der Git2 und somit der Hero 4 von GoPro entspricht. Das bedeutet nämlich für mich, dass mein gesamtes Zubehör, von Ladegeräten mal abgesehen, weiter funktioniert und auch mein Rollei-Gimbal weiterhin im Einsatz bleiben kann.

Die Bildstabilisierung funktioniert bis zu 1080p bei 50 Bildern (PAL) pro Sekunde einwandfrei und nimmt wirklich einiges an Wacklern aus dem Video. Angeblich sogar, ohne die verwendete Sensorfläche zu reduzieren. Wirklich flüssig wird es natürlich erst mit einem Gimbal. Leider steht die EIS (Electronic Image Stabilization) nicht bei den höheren Auflösungen zur Verfügung. Dafür nimmt sie aber auch natives 4K (also kein interpolierter Mist) mit 25 Bildern (PAL) pro Sekunde auf. Bei 1080p kann man bis zu 100 Bilder (PAL) pro Sekunde aufnehmen, was gerade für sehr schnellen Actionsport toll ist. Viel mehr geht derzeit technisch auch nicht, nur die Yi 4K+ kann 4K mit 60 fps aufnehmen, kostet aber auch rund das Dreifache.

Es gibt zwei Versionen: 90 und 170 Grad

Wer nicht auf den für Actioncams typischen Fisheye-Look steht, hat auch bei der FireFly 8S die Möglichkeit, zwischen einer 170-Grad- und einer 90-Grad-Version zu wählen. Preislich macht sich das kaum bemerkbar. Die Wahl sollte aus meiner Sicht hauptsächlich auf der Basis erfolgen, welche Art von Aufnahmen man machen möchte. Wer die Actioncam für den Urlaubsfilm verwenden möchte, sollte aus meiner Sicht zur 90-Grad-Version greifen. Actionsportarten wie Mountainbiking, Ski oder Skateboarding lassen sich besser mit der 170-Grad-Variante aufnehmen, würde ich sagen.

Dieses, äh, interessante Video, in dem die beiden Brennweiten verglichen werden habe ich gefunden.

Zubehör en masse liegt schon bei

Es fehlt eigentlich kaum was in dem großzügig bemessenen Zubehörpaket der Kamera. Ein wasserdichtes Gehäuse (leider nur bis 20 Meter), Kabel, Klebepads, Fahrradmontagekit und diverse Clips sowie Adapter werden beigelegt. Bei einer Akkulaufzeit von etwas über einer Stunde sollte man über weitere Akkus und vielleicht auch ein Ladegerät nachdenken. Aus meiner Sicht sinnvolles und nicht beigelegtes Zubehör sowie Links und Gutscheincodes direkt zur Kamera findet ihr weiter unten.

Am Marketing müssen die Chinesen noch arbeiten

Puh, an den Webauftritten müssen sie noch feilen, die meisten chinesischen Unternehmen. Yi macht das mittlerweile ziemlich gut, aber wenn man sich den YouTube-Kanal des Herstellers anschaut, wird einem schon ein wenig anders. Offizielle Tutorial-Videos sind dermaßen dilettantisch aufgemacht, da möchte man am liebsten eine Schulung anbieten.

Die Website ist leider auch nicht wirklich viel besser.

Die Bedienbarkeit der Kameras ist in Ordnung, was ja auch erst einmal das wichtigste ist.

Ein würdiger Nachfolger

Die erste Firefly 8S mit 170-Grad-Linse habe ich bereits, eine zweite mit 90-Grad-Objektiv folgt in den nächsten Tagen. Die beiden beschädigten Git2 werde ich wohl behalten, dafür aber zugunsten der beiden Firefly 8S zwei der Kameras abgeben. Die hohe Auflösung brauche ich nicht immer und ich bin auch nicht motiviert, alle fünf Stück durch Firefly 8S auszutauschen.

Ich bin weiterhin gespannt, was der Actioncam-Markt bieten wird.

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Ersatzakku bei GearBest

Zwei Ersatzakkus nebst Ladegerät bei GearBest

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Reisebericht: Zypern

Unser erster Urlaub in diesem Jahr hatte Zypern als Ziel. Zypern liegt im östlichen Mittelmeer, unweit der Küste Syriens und Libanons. Geografisch gehört Zypern damit zu Asien, politisch allerdings gehört der Süden, wo wir waren, zur EU, der Norden zur Türkei. Schwierig ist dabei, dass die „Türkische Republik Nord-Zypern“ nur von der Türkei völkerrechtlich anerkannt wird.

Anreise und Unterkunft

Wir buchten unsere Reise mal wieder über Bucher Reisen, mit denen wir in der Vergangenheit auch gute Erfahrungen machten. Geflogen wurden wir von Condor, Hannover – Larnaka in rund vier Stunden. Der Flughafen von Larnaka ist groß und modern.

Da wir die Insel auf eigene Faust erkunden wollten, entschieden wir uns für einen Mietwagen. Leider war ich bei der Buchung etwas unaufmerksam, wir buchten den Wagen über CarDelMar bei Goldcar, einem spanischen Anbieter.  Dazu aber später mehr.

Unser Hotel war ein Vier-Sterne-Hotel, das Napa Plaza, in der Partymetropole Agia Napa im Südosten der Insel. Zweiter Punkt in Sachen Unaufmerksamkeit. Ich hätte damit rechnen können, dass es in einer Partystadt laut wird. Außerdem befinden sich in dieser Ecke der Insel nur wenige Sehenswürdigkeiten. Da wir nicht zum Feiern nach Zypern flogen, eine denkbar blöde Ortswahl.

Das Hotel an und für sich war aber sehr gepflegt, modern und schön. Die vier Sterne hatte es in jedem Falle verdient. Wir buchten Halbpension, es gab also Frühstück und Abendessen. Das Frühstück nahmen wir eigentlich immer wahr, das Abendessen liessen wir zugunsten anderer Restaurants auch mal ausfallen. Das Abendessen war themenbezogen, also nicht-zyprisch, von einer Ausnahme mal abgesehen. Lecker war es dennoch, die Küche war wirklich gut.

Nachts war es leider so laut, dass wir in den ersten beiden Nächten kaum ein Augen zugetan haben. Da nach der zweiten Nacht unsere Geduld ein Ende fand, beschwerten wir uns und erhielten dann auch recht unkompliziert ein anderes Zimmer. Der Schallpegel, den die benachbarte 360-Bar emittierte, gelange dort nicht in dem Maße hin, sodass ein halbwegs erholsamer Schlaf wieder möglich war. Leider ließen sich aber beide Zimmer nur schlecht abdunkeln, trotz Schlafmaske und Ohrenstöpsel war eine durchgeschlafene Nacht also leider die Ausnahme.

Der Mietwagen

Mit dem Fahrzeug an sich war alles in Ordnung. Wir hatten einen Mazda Denio oder, wie er hierzulande heißt, 2. Dankenswerterweise bekamen wir ein Automatikfahrzeug, denn auf Zypern gilt als ehemalige britische Kolonie Linksverkehr. Anfangs doch sehr gewöhnungsbedürftig, gewöhnt man sich nach einigen Tagen daran, auf der rechten Seite einzusteigen und auf der linken Seite zu fahren.

Überrumpelt wurden wir aber bei der Unterzeichnung des Vertrags. Wir wurden vor die Wahl gestellt, für rund 150 € (und damit dem 2,5-fachen des Mietpreises) eine Zusatzversicherung abzuschließen, oder aber eine Sicherheitszahlung (Deposit) in Höhe von 1.100 € zu hinterlegen. Ich hatte über meinen Anbieter bereits eine Zusatzversicherung abgeschlossen, benötigte also keine. Zähneknirschend akzeptierte ich den Deposit, der auf meiner Kreditkarte nur blockiert werden sollte. Zwei Tage später aber fand ich eine Abbuchung über 1.100 € auf meinem Konto vor.

Die nächste unschöne Überraschung kam dann beim Ausfüllen des Schadensberichts. Der war leer, obwohl das Fahrzeug viele Schrammen und einige Beulen hatte. Hier wurden also bereits vorhandene Schäden einfach unterschlagen. Ich bin dann mit der freundlichen Mitarbeiterin und Taschenlampe um das Fahrzeug und habe jede Macke minutiös aufschreiben lassen.

Nie wieder Goldcar

Als ich dann wenige Tage später die Mietwagenstation googelte, kamen leider viele solcher Berichte zutage. Die Masche mit dem Deposit wird wohl immer durchgezogen. In meinem Vertrag las ich dann, dass das Geld bis zu 45 Tage einbehalten werden könne. Goldcar holt sich also auf diesem Wege einen kostenfreien Kredit in Höhe von 1.100 € von jedem Kunden. Bei britischen Kunden sind es wohl sogar 1.100 £, wie ich den Bewertungen entnahm. Eine Rezension verlautbarte, dass das Geld nach über 45 Tagen noch immer nicht zurückgebucht worden sei.

Entsprechend habe ich direkt nach meiner Rückkehr sowohl beim Vermittler als auch bei der Onlineplattform, die ich für die Buchung verwendete Beschwerde eingereicht. Die Rückgabe gestaltete sich glücklicherweise komplikationsfrei, vermutlich aber nur, weil ich mich beim Verleih bereits erfahren zeigte und alle noch so kleinen Schäden notieren liess.

Also, bloß nicht bei Goldcar am Flughafen Larnaka einen Wagen buchen.

Mein Geld bekam ich übrigens zwei Tage vor Ablauf der Frist wieder. Also fristgerecht, rein rechtlich also vollkommen in Ordnung. Kundenfreundlich? Eher nicht.

Zypern

Zypern selbst ist wirklich schön. Sie versprüht den trockenen Charme der meisten Mittelmeerinseln. Schon im Mai ist sie ziemlich trocken, wenn auch man noch die Reste der Frühlingsblüte erkennen kann. Wir sind ins Landesinnere, ins Gebirge gefahren, wo sich dann, auch wieder recht typisch für Mittelmeerinseln, ein ganz anderes Bild bot, als es an der Küste bzw. im Flachland der Fall war.

In den Küstengebieten ist es warm, meist weht eine Brise und es ist relativ trocken. Hier und da wachsen noch farbenfrohe Blumen. Fährt man ins Landesinnere, bietet sich ein ähnliches Bild, aber bei höheren Temperaturen. Wir fuhren in die letzte geteilte Hauptstadt der Welt, Nicosia, die zu einem Teil im Süden liegt und zum anderen im Norden. Als EU-Bürger kann man die Grenzposten und die zwischen den Stadtteilen liegende UNO-Schutzzone problemfrei mit Personalausweis passieren.

Die geteilte Hauptstadt

Der Kontrast zwischen diesen beiden Stadtteilen ist faszinierend. Im Norden fühlt man sich auch gleich wie in der Türkei. Mittags fing der Muezzin an, die Gläubigen zum Gebet aufzurufen, die Straßen sind verwinkelt und eng. Und es ist heiß. Überall Basare und Markthallen.

Der Süden ist deutlich geräumiger und kühler, der Wind kann hier ungehinderter wehen. Das war wenigstens der Eindruck, der sich uns offenbarte, als wir die Grenze jeweils überquerten.

Der Zufall wollte es, dass sich ein Bekannter von mir in Nordzypern aufhielt. Er wollte dort studieren, musste dann aber leider feststellen, dass der dort erworbene Abschluss ausschließlich in Nordzypern und der Türkei anerkannt wird. Aber da ich ohnehin schon mal da war, stattete ich ihm einen Besuch ab. Wir trafen uns also im Norden, den er nicht verlassen konnte, und verbrachten einige Stunden zusammen. Er ist ambitionierter Hobbyfotograf, da kam auch der Kontakt her. Wir fotografierten also eine Weile gemeinsam in der Hauptstadt, bevor wir uns wieder in Richtung Süden auf den Heimweg machten.

Das Gebirge

Ich denke, dass ich nicht lüge, wenn ich sage, dass mein liebste Ausflug der ins Gebirge gewesen ist. Dort gibt es einige sehenswerte Wasserfälle, von denen wir auch drei ansteuerten. Das Klima ist dort deutlich gemäßigter, alles ist grün und feucht. Wer auch nur ein wenig für mehr oder weniger unberührte Natur und urige Bergdörfer übrig hat, sollte unbedingt dort hin fahren. Von Ayia Napa aus leider zwei Autostunden entfernt, war es den Aufwand aber dennoch mehr als wert.

Wir wanderten vom oberen Aussichtspunkt zum Myllomeri-Wasserfall, was rund 30 Minuten dauerte und streckenweise auch mit ordentlichen Gefälle einherging. Aber den Aufwand war es wert. Leider konnte ich meine Drohne nicht steigen lassen, ohne Angst haben zu müssen, in einem Baum hängen zu bleiben, Luftaufnahmen gibt es hier also keine. Der Rückweg war dann noch etwas anstrengender, weil wir die Steigung ja schließlich wieder hoch mussten. Aber alles in allem, eine sehr lohnenswerte Wanderung.

Weniger empfehlenswert sind hingegen die Green Valley Water Falls, die recht offensiv am Straßenrand ausgeschildert werden, weswegen wir uns auch zu einem Besuch hinreissen liessen. 5 € Eintritt kostet der Spaß. Der Weg zu den Wasserfällen ist nett gemacht, man gibt sich hier schon Mühe. Aber er ist kurz und 5 € pro Person aus meiner Sicht nicht wert.

Fazit

Zypern ist auf jeden Fall eine Reise wert. Alles in allem empfanden wir die Insel als recht sauber und gepflegt, die Infrastruktur ist in einem guten Zustand. Das Preisniveau ist der Region angemessen, in den Touristenregionen zahlt man natürlich deutlich mehr als außerhalb dieser.

Reisebericht: Boa Vista

Angenehme Temperaturen und Sonnengarantie Ende November/Anfang Dezember? Gibt es, auf Boa Vista, einer Insel in Kap Verde im Atlantik vor der Küste Senegals. Da ging es dieses Jahr hin.

Auf nach Boa Vista

Nach einigen Recherchen hatten wir uns auf Kap Verde eingeschossen, da sich dieses Archipel vulkanischen Ursprungs durch ganzjährig hohe Temperaturen auszeichnet, was noch mal um einiges höher ist, als es auf den kanarischen Inseln der Fall ist, wo es im Frühjahr diesen Jahres hin ging. Kälter als 24 Grad wird es dort eigentlich nie, auch nachts sinken die Temperaturen nicht unter 20 Grad und selbst die Wassertemperaturen liegen immer bei mindestens 22 Grad, und das mitten im Atlantik.

Gut, man ist rund zwei Flugstunden von den Kanaren entfernt und zwar direkt in Richtung Süden. Noch mal zwei Stunden weiter und man steht auf dem Äquator. Das merkt man auch der Länge der Tage. Um diese Jahreszeit sind die Tage rund 13 Stunden lang.

Unsere Entscheidung für Boa Vista und damit gegen Sal ist nach dem Lesen einiger Artikel über die Inseln gefallen, da uns die Hotels dort einfach besser gefallen haben. Denn außer den Hotels gibt es gerade auf Boa Vista nicht viel.

Das Hotel: Riu Touareg

Das Riu Touareg ist ein modernes und erst kürzlich deutlich erweitertes Hotel. Es liegt total abgeschieden an der Südküste der Insel und verfügt über einen wirklich großen und schönen Privatstrand. Es handelt sich bei diesem Hotel um ein Fünf-Sterne-All-Inclusive-Hotel. Die fünf Sterne dürften allerdings Landeskategorie sein.

Die Anlage ist ziemlich groß und sehr gepflegt. Es gibt wirklich viel Personal, das sich um alle Aspekte des Betriebs kümmert. Die einen geben Handtücher aus, andere schenken Getränke aus, andere kochen, reinigen die Anlage und so weiter.

WLAN war zwar im Reisepreis inklusive, in 2016 auch mehr als angemessen, aber nur auf den öffentlichen Plätzen verfügbar. Die Geschwindigkeit war erwartungsgemäß eher niedrig. Leider handelte es sich um ein offenes WLAN, Datenverkehr mit unverschlüsselten Websites und Diensten wurde also im Klartext übertragen. Ich habe mir das Spionieren aber verkniffen ;-).

Essen

Die Qualität des Essens war durch die Bank weg hoch bis sehr hoch. Es gab eine riesige Vielfalt an Speisen, die mir persönlich aber nach rund einer Woche trotzdem irgendwie langweilig wurde.

Ausgegeben wurde das Essen hauptsächlich in einem großen Restaurant, in dem alle Gäste essen konnten. Daneben gab es noch so genannte Themenrestaurants, in denen u.a. auch afrikanische bzw. kapverdische Küche angeboten wurde. Diese Restaurants waren reservierungspflichtig, was aber nie ein Problem dargestellt hat. So wurde noch ein wenig Variation in den Speiseplan gebracht. Wer wollte, konnte auch italienisch oder japanisch essen.

Schlafen

Die Zimmer waren groß und geräumig. Ein wenig heller hätten sie sein können, aber auf der anderen Seite war man während der hellen Stunden eh meist am Pool oder im Restaurant. Das Reinigungspersonal arbeitete sehr gewissenhaft. Der Safe war im Reisepreis inbegriffen. Leider gab es kein WLAN auf den Zimmern.

Die Zimmer liessen sich recht gut verdunkeln. Die Gänge vor den Zimmern hallten stark, was die Lautstärke von selbst leisen Dingen wie der Betätigung eines Wischmops so verstärkte, dass ich davon wach wurde.

Unterhaltung und Entspannung

Den ganzen Tag über gab es verschiedene Sportangebote, wie bspw. Wassergymnastik, an denen man anmeldefrei teilnehmen konnte. Einen Spa gab es auch, den wir aber nicht genutzt haben. In regelmäßigen Abständen gab es außerdem ein Animationsprogramm, einige der Lieder haben sich als regelrechte Ohrwürmer manifestiert, ich bin sie zwei Wochen später immer noch nicht los ;-). Das Abendprogramm war ähnlich, Gesang und Tanz standen auf dem Programm. Nicht mein Ding, aber sonst gut gemacht.

Die Poolanlage ist wunderschön und besteht aus mehreren unterschiedlich großen Pools, die Größtenteils mit Salzwasser gefüllt sind. Im größten Pool gibt es außerdem eine Poolbar, an der man sich, All-Inclusive halt, nach Herzenslust bedienen lassen kann.

Die Lage

Das Hotel liegt mitten im Nirgendwo. Da das erwähnte Abendprogramm nicht unserem Geschmack entsprach, blieb uns aber nicht viel anderes übrig, als diesem beizuwohnen, wenn wir nicht auf das Zimmer gehen wollten. Einen Hafen oder einen kleinen Ort in der Nähe gab es einfach nicht. Ohne Auto kam man von dort auch nicht weg.

Die Insel

Boa Vista ist ein trockener Fels im Atlantik. Die Luftfeuchtigkeit ist das ganze Jahr über mit über 70 % recht hoch, die Temperaturen mit 24 – 30 Grad Celsius sind es auch. Es fegt ganzjährig ein Wind über die Insel, der mal stärker, mal weniger stark ausfällt. Wir hatten Pech, es war durchgehend so windig, dass mein DJI Phantom 3 Standard nur mit Mühe und Not in der Luft blieb. Wackelfreie Videos bei diesem Wind zu machen war leider nur begrenzt möglich. In der Anlage selbst merkte man davon aber am Boden nicht so viel.

Der Privatstrand des Hotels ist zwar schön, war aber wegen des permanent starken Seegangs kaum nutzbar. Der Wind blies einem den Sand nur so um die Beine, was aber typisch für die Jahreszeit ist. Der Atlantik ist nun mal keine Badewanne, wie eine TUI-Mitarbeiterin ganz trefflich formulierte, außerdem liegt Boa Vista rund 500 km vor der Küste Afrikas, also weit draußen im Meer. Die rote Flagge war jeden Tag draußen, die Wellen waren teilweise mehr als mannshoch und der eine oder andere Badende krümmte sich auch vor Schmerzen, nachdem er von solch einem Brecher getroffen wurde. Also nichts für Schwimmanfänger.

Es gibt nur wenige Orte auf der Boa Vista. Wer sich diese aus der Luft anschaut wird sehen, was ich meine. Der Tourismus dürfte die größte Einnahmequelle der gesamten Insel sein.

Größere Tiere gibt es auf der Insel kaum, von Nutztieren wie Ziegen und Kühen einmal abgesehen. Aber dafür gibt es viele große Spinnenarten, sehr zur Freude meiner Freundin ;-).

Argiope lobata

Ausflüge

Ausflüge wurden reichlich von der TUI angeboten. Ich stellte aber fest, dass es über Drittanbieter deutlich günstiger geht. So buchten wir für gerade mal 80 € eine Quadtour für zwei Personen auf einem Quad, die vier Stunden lang war. Wir buchten die Nordtour, alle anderen die Südtour. Das führte dazu, dass wir die einzigen auf der Tour waren, wir bekamen also eine Privattour.

Wir wurden vom Anbieter vor der Hoteltür abgeholt und dann zum Startort, rund 30 Minuten entfernt in der Nähe des Flughafens von Boa Vista, gefahren. Dort ging es nach einer kurzen Einführung auf den Quads auch schon los. Ich fuhr unserem Guide hinterher, der teilweise ein ordentliches Tempo an den Tag legte. Alle 30 – 45 Minuten gab es eine Pause, die wir zum Beinevertreten, Fotografieren und Filmen nutzten.

Während der Stopps kamen natürlich sofort Händler herbeigeströmt, die einem ihre Souvenirs andrehen wollten. Ich hatte leider nicht an so etwas gedacht und zu wenig Geld eingesteckt. Faszinierend fand ich, dass selbst bei unserem Stop mitten in der Wüste keine fünf Minuten später ein Händler auftauchte.

Wir fuhren auf unserem Weg auch an den Armenvierteln der Insel vorbei, was einem einen ganz schönen Dämpfer verpasst hat. Längst nicht alle profitieren von den reichen Europäern, die dort ihren Urlaub verbringen. Es wird empfohlen, Schulsachen zu spenden, wenn man diese Inseln besucht, was wir natürlich auch getan haben.

Nach etwa 4,5 Stunden waren wir wieder am Ausgangsort. Laut meiner Apple Watch habe ich in dieser Zeit fast 1.000 kcal verbrannt …

Fazit

Es war eine schöne Woche auf Boa Vista, ich war aber auch froh, als sie vorbei war. Den ganzen Tag nur zwischen Bett, Pool und Restaurant zu pendeln ist nicht meine Form des Urlaubs.

Die Organisation und das ganze Drumherum waren toll, nur vom Flug waren wir enttäuscht. Wir haben fast 2.600 € für diese Reise bezahlt und hätten bei diesem Preis einfach erwartet, dass wenigstens Wasser auf dem Flug inbegriffen ist. War es aber nicht. Und das bei einer Flugdauer von rund sieben bzw. acht Stunden (auf dem Rückweg machten wir Stopp auf Sal). Außerdem sind die Sitze in den TUI-Fliegern leider ziemlich eng und bieten kaum Beinfreiheit. Der Flug stand also im krassen Gegensatz zum Hotel, was meiner Ansicht nach einfach nicht zusammenpasst.

Dies war meine erste Reise, auf der ich ausschließlich mit dem iPhone fotografiert habe. Außerdem habe ich den Großteil des Filmmaterials ebenfalls mit meinem iPhone erstellt. Und ich muss sagen, dass das sehr gut funktioniert hat. Die Kamera des iPhone 7 Plus ist hervorragend und dank des kurz zuvor erworbenen DJI Osmo Mobile konnte ich auch äußerst stabile und butterweiche Videos mit dem Smartphone drehen. Ich sichte und schneide das Material aktuell noch und werde dann zu gegebener Zeit einen Zusammenschnitt des Urlaubs bei YouTube und natürlich auch hier veröffentlichen.

Fisheye entfernen leicht gemacht

Actioncams sind toll. Sie sind günstig, klein, leicht und darüber hinaus auch noch furchtbar einfach zu bedienen. Das macht sie, neben dem Smartphone, zur perfekten Immer-Drauf-Kamera.

Dass man eigentlich immer den richtigen Bildausschnitt einfängt liegt unter anderem daran, dass der Winkel der Linse so groß ist, im Falle meiner Git2 liegt er bei 170 Grad. Was einerseits wünschenswert ist, bringt auch unschöne Effekte mit sich. An den Rändern, besonders links und rechts, wird das Bild recht stark verzerrt. Dieser Effekt nennt sich Fisheye. Das stört nicht immer, manchmal aber eben doch.

Entzerren leicht gemacht

Das schöne an digitalem Material ist ja, dass man es mit relativ wenig Aufwand modifizieren kann. Zu Zeiten der analogen Bild- und Videobearbeitung war das doch dezent schwieriger. So gibt es im Bereich der Fotografie schon seit längerem Tools, die eine so genannte Objektivkorrektur anbieten. Die Objektive wurden zu diesem Zweck vermessen und charakteristische Verzerrungen aufgezeichnet. Die Software kann dann anhand dieser Informationen diese aus dem Foto rausrechnen, was Tonnenbildung und die eben genannten Verzerrungen mit einem Klick entfernt.

Was mit Fotos geht, geht natürlich auch bei Videos. Da dauert es naturgemäß etwas länger, weil mitunter 60 oder noch mehr Bilder pro Sekunde korrigiert werden müssen. Ein Tool, über das ich bei meinen Recherchen gestolpert bin, heißt ProDRENALIN.

Dabei handelt es sich um einen ganzen Werkzeugsatz, mit dem man seine Videos optimieren kann. Die Komponente, auf die ich es abgesehen hatte, entfernt den Fisheye genannten Effekt der Actionkamera-Linsen. Leider sind viele Tools nur unter Windows lauffähig, was den Einsatz auf einem Mac ein wenig erschwert, aber von einigen Teilen gibt es tatsächlich auch Mac-Varianten, die dann über Wine gestartet werden. Das geht natürlich zu Lasten der Performanz, funktioniert aber sonst recht gut.

Profile erstellen

Für GoPros Kameras gibt es bereits vorgefertigte Profile, die im Groben und Ganzen auch mit meiner Git2 funktionieren. Wenn man es genauer möchte, kann man aber auch eigene Profile erstellen. Das geht leider nur unter Windows. Und ist auch nicht ganz ohne. Ich habe einige viele Anläufe geschafft, bis ich mit dem Profil zufrieden war. Man sieht dem Muster nach der Fertigstellung an, ob das Fisheye komplett verschwunden ist. Falls nicht, noch mal von vorne.

Für die Profilerstellung wird ein Raster auf dem Bildschirm angezeigt, das man so groß wie möglich auf dem Bildschirm anzeigen lassen sollte. Danach fährt man in der vorgegebenen Art und Weise den Bildschirminhalt mit der Kamera ab, importiert das Video in das Werkzeug und startet den Analyseprozess. Danach steht das Profil zum Speichern zur Verfügung. Nachdem man einen sinnvollen Namen vergeben hat, sollte das Profil auch, spätestens nach einem Programmneustart, allen anderen Tools zur Verfügung stehen.

Fisheye adé

Der eigentliche Prozess dauert abhängig von der zur Verfügung stehenden Leistung und der Videolänge sowie -auflösung natürlich unterschiedlich lange. Verwendet man die Wine-Variante unter macOS dauert es vermutlich auch länger als unter Windows direkt. Die Ergebnisse sind aber recht ordentlich. Es muss einem aber natürlich klar sein, dass ein Teil des Bildes durch die Korrektur fehlt.

Ich benutze die Software besonders dann, wenn ich noch Material aus anderen Kameras, wie meinem iPhone oder meinem Phantom 3 im gleichen Film verwenden möchte, weil der ständige Wechsel dann doch etwas störend ist.

Fazit

Für wenig Geld bekommt man hier eine komfortable und einfach benutzbare Software. Mit Erscheinen dieses Artikels gibt es auch schon eine neue Version der Software, die aber nicht Grundlage meines Tests war.

Apple Watch – eine Rezension

Ich haderte lange mit mir, ob ich wirklich über 300 € für eine Smart Watch ausgeben wollte, die ohne iPhone quasi zu nichts nutze ist und mir eigentlich auch nichts bietet, was mein iPhone nicht schon lange kann. Ich schaute mir sogar eine Android-basierte Smartwatch, die Moto 360, an, gab sie aber letztendlich zurück.

Als Apple nun im September die neue Generation vorstellte, schlug ich doch zu. Und ich muss sagen, dass es eine gute Entscheidung gewesen ist.

Weniger Aufmerksamkeitsbindung

Gefühlt schenke ich den Push-Notifications auf meinem Gerät weniger Aufmerksamkeit. Ein kurzer Blick aufs Handgelenk genügt und ich weiß, was los ist und ob es Zeit hat, bis ich reagiere. Falls nicht, antworte ich entweder kurz über die vorgefertigten Antworten der Uhr, diktiere Siri eine Antwort oder hole eben doch das iPhone aus der Tasche. Letzteres ist aber wirklich deutlich seltener der Fall geworden, als es bis dato gewesen ist.

Ich fühle mich irgendwie entschleunigt, seit ich die Uhr habe.

Atemübungen, Schrittzähler – Fitness ist wichtiger geworden

So blöd es klingt, aber die Benachrichtigungen der Uhr, dass man mal wieder aufstehen oder eine Atemübung machen solle, sind tatsächlich hilfreich. Wenn man zu tief in die Arbeit versunken ist, merkt man häufig gar nicht, wie die Zeit vergeht. Die Watch sagt mir, wenn es so weit ist. Und ich halte mich meistens auch dran, wenn ich nicht gerade in einer Besprechung sitze.

Außerdem bin ich tatsächlich motivierter, die täglichen Fitnessziele, Bewegen, Trainieren und Stehen, zu erreichen. Weil mich die Uhr über den Tag verteilt immer wieder daran erinnert, mache ich das auch tatsächlich. Und ärgere mich, wenn ich eines der Ziele dann trotz des Vorhabens dann doch nicht erreiche. Meist läuft es am Folgetag dann besser. Ich denke schon, dass ich meine Gesamtfitness über die Zeit dank der Uhr tatsächlich verbessern werde. Aber das wird die Zeit zeigen.

Interessant ist vielleicht diesbezüglich noch, dass die Apple Watch unter allen Armbandgeräten in einer Studie am Besten abschnitt, was die Genauigkeit der ermittelten Daten angeht.

Individualisierung der Watch

Im ersten Schritt kann man die Uhr natürlich über das Zifferblatt anpassen. Aktuell verwende ich eines, das ein analoges Zifferblatt mit Datumsanzeige in der Mitte anzeigt, oben links die Länge meiner Einkaufsliste von Bring zeigt und oben rechts die aktuelle Temperatur. Unten sehe ich einen Überblick, wie weit ich mit meinen Fitnesszielen bin. So habe ich die für mich aktuell wichtigsten Infos im Überblick. Sollten sich meine Prioritäten verschieben, kann ich das natürlich jederzeit anpassen.

Dankbarerweise lässt sich auch die Ausrichtung der Uhr verändern. Mich nervte die Digital Crown auf der rechten Seite, da ich die Uhr am linken Arm trage und ich durch eine nach oben geknickte Hand immer wieder die Crown betätigte. Ich habe die Uhr jetzt umgedreht und damit auch dieses Problem nicht mehr. Die Einstellung findet man in der Einstellungen-App.

Die zweite Art und Weise, die Uhr zu individualisieren liegt natürlich in den Armbändern. Ich habe die Apple Watch Sport und damit natürlich das aus Silikon gefertigte Sportarmband von Apple. Das ist auch nicht hässlich oder so, aber trotzdem habe ich mich nach weiteren Bändern umgeschaut. Die von Apple angebotenen Armbänder sind mir einfach zu teuer, muss ich gestehen. Die findigen Chinesen haben ziemlich ähnlich, wenn nicht gleich aussehende Klone im Angebot, von denen ich mir einige gekauft habe.

Nylonarmband

Für das Nylonarmband, für das Apple 59 € haben möchte, habe ich bei meinem Lieblingschinesen AliExpress sagenhafte 12,40 € inklusive Versand bezahlt. Ich bin mit der Verarbeitung recht zufrieden, wenn auch das Adapterstück nicht 100%ig passt. Aber es steht nur so wenig über, dass ich darüber hinwegsehen kann. Allein schon ob des günstigen Preises.

Klassisches Armband

Für das aus Leder gefertigte Armband möchte Apple 159 € haben. Bei AliExpress habe ich 8,13 € berappen müssen.

Modernes Armband

Das moderne Armband kostet bei Apple 259 €. Ich habe meins für 16,02 € gekauft.

Milanaise Armband

159 € bei Apple, 7,92 € in China. Das Armband habe ich aber tatsächlich nach einem Tag in die Schublade gepackt. Der Magnetverschluss bewegte sich unter meinem Sakko zu sehr, sodass es zu locker wurde und die Uhr selbst ständig nach unten rutschte und sich damit auf der Unterseite meines Handgelenks befand. Ob das beim Original von Apple auch so ist, vermag ich nicht zu sagen.

Fazit

Nach rund sechs Wochen der Nutzung möchte ich nicht mehr auf das kleine Gerät verzichten. Ein Wegfall des iPhone würde mir mehr weh tun, aber liebgewonnen habe ich die Uhr. Wer sowieso iOS im Einsatz hat und einen Fitnesstracker und Alltagsorganizer sucht, ist aus meiner Sicht mit der Apple Watch gut beraten. Ob es die Series 2 mit GPS und wasserdichtem Gehäuse sein muss, muss man noch entscheiden. Ich habe mich mit der Series 1 begnügt. Die 349 € für die Uhr samt Sportarmband waren aus meiner Sicht gut angelegt.

netcup vServer – gut und günstig

Bis ich meine Selbstständigkeit an den Nagel gehängt habe, hatte ich die für meine Arbeit notwendigen Root-Server immer bei Hetzner. Die Server dort sind für den Preis wirklich gut, der Service stimmt auch. Als ich dann aber in eine Festanstellung überging, benötigte ich natürlich keinen ganzen Root-Server mehr. Ich entschied mich für einen vServer, der günstig sein sollte, aber auch genügend Festplattenplatz bieten sollte, damit ich meine private ownCloud-Instanz darauf betreiben kann. 50 – 100 GB mussten es mindestens sein. Außerdem brauchte er genügend RAM, damit ich auch meine privaten und gewerblichen Websites dort ablegen konnte.

Probieren geht über studieren

Bei meinen Recherchen stieß ich auf riesige Preisdifferenzen, sogar Hetzner war mir eigentlich zu teuer. Schlussendlich wurde ich dann bei netcup fündig. Dort bekam ich Anfang 2014 für unter 15 € zwei CPU-Kerne, 6 GB RAM und 150 GB Festplattenplatz, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt. Ein toller Preis und für meinen Anwendungsfall anfangs auch vollkommen ausreichend. Im Nachhinein hat sich die Anzahl der CPU-Kerne als problematisch erwiesen, da die ownCloud beim Resizen von Fotos doch ganz schön Last produziert. Das habe ich eine Zeit lang recht häufig gemacht. Auch mein Foto-CMS Koken benötigt ein wenig CPU-Zeit, wenn neue Fotos hinzukommen.

Vor rund einem Jahr habe ich diesen vServer dann durch ein aktuelleres Angebot des gleichen Anbieters abgelöst. Dieses Angebot beinhaltet vier CPU-Kerne, 12 GB RAM und 240 GB SSD-Speicher. Und diese Maschine genügt mir nach wie vor. Seit etwa über einem Jahr liefert sie zuverlässig alle Websites aus und hostet auch die eine oder andere ownCloud-Instanz ohne zu klagen. Auch dieser vServer kostet gerade mal etwa 15 €.

Auf einmal war er weg …

Zeitgleich mit dem ersten vServer bei netcup mietete ich einen weiteren, kleineren vServer für Spielereien. Der hatte nur einen CPU-Kern, 60 GB HDD und 1 GB RAM. Kostete aber auch nur 6 € monatlich.

Mein Anfang mit netcup war etwas hakelig. Leider brachen beide vServer mir immer wieder mal weg und das teilweise für mehrere Minuten. Ich wurde zwar brav über Probleme per E-Mail informiert, toll war das aber trotzdem nicht.

Seit nun über einem Jahr mit dem neuen vServer habe ich diese Probleme aber nicht wieder erlebt. Ich monitore meine Systeme mit dem UptimeRobot und bekomme es recht schnell mit, wenn Services weg brechen. Aber wie gesagt, seit über einem Jahr keine Klagen.

Zuverlässige und günstige vServer

Die gibt es tatsächlich bei netcup. Ich kann den Anbieter vorbehaltlos empfehlen. Die üblichen Mechanismen zum neuaufsetzen und reparieren gibt es hier natürlich. Zugriff über eine VNC-Konsole ist möglich. Als Basistechnologie wird KVM eingesetzt. Die Performance ist durch die Bank weg gut und für kleinere Webserver mehr als ausreichend.

Quik – Videos zum Takt erstellen

Bei Quik handelt es sich um eine clevere kleine App von GoPro, mit deren Hilfe der Anwender im Handumdrehen tolle Videos mit Musikuntermalung schaffen kann. Das Quellmaterial für diese Videos kann (im Falle von iOS) aus der iCloud-Fotomediathek oder auch aus anderen Quellen wie bspw. der Dropbox kommen. Und als Quellmaterial können sowohl Fotos als auch Videos dienen.

Der Trick dabei ist, dass die App die hinterlegte Musik genau kennt und den Schnitt des Videos auf den Takt legt. Dadurch gewinnen die Videos an Dynamik, weil zum Takt ein Szenenwechsel eingeleitet wird. Außerdem beherrscht sie noch diverse schicke Filter und Overlays, die das Video nahezu professionell wirken lassen. Klar muss einem aber sein, dass auf diese Art und Weise keine Spielfilme, sondern eher Musikvideo-artige Videos erstellt und geschnitten werden.

Wer die Wahl hat …

Im ersten Schritt wählt man das zu verwendende Material aus. Wie zuvor erwähnt kann dieses aus verschiedenen Quellen kommen. Als iOS-Benutzer verwende ich die iCloud-Fotomediathek, wo ich vorher die Daten entweder manuell abgelegt habe oder wo sie ohnehin schon lagen, da ich die Aufnahmen mit meinem iPhone gemacht habe. Die App verarbeitet sowohl Videos als auch Fotos. Eine Mengenbeschränkung konnte ich bisher nicht feststellen.

Nach Abschluss der Auswahl, diese kann im Nachhinein noch verändert werden, präsentiert einem die App den Editier-Bildschirm, der auch gleich eine Vorschau des zu erstellenden Videos samt Musikuntermalung bietet. Über einen Druck auf einen der vielen Filternamen kann dieser geändert und in der Vorschau begutachtet werden. Je nach Leistung des Geräts und der Menge der Daten dauert das Umschalten mehr oder weniger lange.

 

Quik bringt eine große Musikauswahl mit

Auch hier ist die Auswahl ziemlich groß. Nach einem Druck auf den Notenschlüssel kann die Musik verändert werden. Quik empfiehlt passend zu Stil einige Musikstücke. Sagt einem keines dieser zu, kann man aber auch aus der Mediathek frei wählen. Sogar eigene Musik kann hinterlegt werden.

Wie eingangs schon erwähnt, taktet Quik den Schnitt des Videos anhand der Musik. Dazu analysiert Quik das Lied kurzerhand, wenn es aus der eigenen Mediathek stammt und legt von vorne los. Das dauert auf meinem iPhone 6 Plus nur wenige Sekunden.

 

Sortierung

Passt einem die Sortierung der Medien nicht, kann diese noch nachträglich geändert werden. Leider hat das letzte Update diese Möglichkeit schlechter gemacht, das Sortieren fiel mir jetzt deutlich schwerer. Die Beschwerden in den Rezensionen häufen sich, was mich hoffen lässt, dass die Entwickler hier noch mal nachlegen werden.

Einstellungen

In den Einstellungen kann man nun noch wählen, ob das Video quadratisch oder klassisch, also im Querformat, erstellt werden soll. Außerdem lässt sich die Länge verändern. Diese richtet sich nach dem Einsatzzweck, Videos für Instagram sind in der Regel recht kurz, und dem verwendeten Lied. Quik schlägt hier empfohlene Längen vor, damit die Musik nicht abrupt unterbrochen wird. Ebenfalls sehr clever und toll gelöst.

Videoschnitt leicht gemacht

Ist man mit seinem Ergebnis zufrieden, kann das Video nun geteilt werden. Zur Auswahl stehen neben Instagram, Twitter und Facebook auch verschiedene Messenger. Ein Versand per E-Mail ist ebenfalls möglich. Wieso YouTube nicht angeboten wird, verstehe ich zwar nicht, aber über das Speichern in der Fotos-App unter iOS kann der Upload zu Googles Videoplattform noch nachträglich erfolgen. Alternativ kann das Video auch zu GoPros Quik-Service hochgeladen und über einen Link geteilt werden. Vielleicht findet GoPro das besser, als die Videos bei YouTube abzulegen.

Beeindruckend und begeisternd

Ich finde die Ergebnisse, die diese App produziert absolut beeindruckend. Jeder, dem ich die Videos bisher gezeigt habe, war vom Schlag weg begeistert. Das Erstellen geht einfach und intuitiv von der Hand und die App ist sogar kostenlos. Das Video, das ich mit dem Material erstellt habe, habe ich hier in den Artikel eingebettet. Die Erstellung hat mich keine fünf Minuten gekostet und das Ergebnis kann sich sehr wohl sehen lassen, wie ich finde.

Absolute Empfehlung von mir für diese App. Etwas besseres in dem Bereich gibt es derzeit aus meiner Sicht nicht.

Reisebericht Gran Canaria

Unser erster Urlaub dieses Jahr fand zu viert statt und hatte als Ziel die kanarische Insel Gran Canaria. Unsere Freunde waren schon einmal dort, meine Freundin auch, bei ihr ist es aber schon einige Jahre her gewesen. Bei meiner Kanarenkreuzfahrt im vergangenen Jahr habe ich Gran Canaria auch schon mal kurz betreten, aus dem Busfenster aber nur die östliche Küste gesehen, die sich vor allem durch viel Müll und trostlose Felsen auszeichnet. Egal, der Preis stimmte und das Klima wohl auch, also wurde im Januar für den April gebucht.

Geht ja gut los …

Die erste Hiobsbotschaft, allen Verständnisses zum Trotze, erreichte uns, als wir erfuhren, dass genau am Tag unserer Abreise das Bodenpersonal am Flughafen in Hannover zu streiken beginnen wollte. Wir wurden von der Reisegesellschaft darum gebeten, vier Stunden vor Abflug am Flughafen einzutreffen. Also mitten in der Nacht. Und vier Stunden am Flughafen totzuschlagen macht echt keinen Spaß. Aber trotz allem startete unser Flieger pünktlich und setzte uns ebenso pünktlich auf Gran Canaria wieder ab. Von dort aus ging es mit dem bereits reservierten Mietwagen direkt zum Hotel.

Günstig ist nicht unbedingt schlecht

Unser Hotel war einfach, das WLAN furchtbar langsam und die Parkplatzsituation vor Ort liess auch zu wünschen übrig. Dafür entschädigte das äußerst freundliche Personal, die Strandnähe und zu guter letzt auch die erstaunlich gute Küche, mit der ich bei dem Preis nicht gerechnet hatte. Das Essen war echt lecker.

Die Betten waren ok, die Vorhänge genügten, um das Zimmer wenigstens halbwegs abzudunkeln und wir hatten einen schön großen Balkon. Leider waren die Bewohner des benachbarten Zimmers ziemlich laut, aber auch damit arrangiert man sich ja irgendwann.

Gran Canaria – ein trockener Fels im Atlantik

Gran Canaria ist vor allem eins: trocken. Im Norden, wie auf den kanarischen Inseln üblich, fällt relativ viel Regen. Im Landesinneren, in den Bergen, noch deutlich mehr. Dafür gibt es im Süden gar keinen Regen. Wo der Mensch nicht bewässert, wächst bis auf einige genügsame Bodendecker rein gar nichts.

Was dort aber wächst sind Bettenburgen. Massenweise. Der Großteil scheint in den ’70ern und ’80ern gebaut worden zu sein. Und wurde scheinbar seitdem auch nicht mehr angefasst. Es gibt einige schönere Hotels und damit auch Gegenden, aber der Großteil ist einfach unsäglich hässlich.

Unsäglich hässlich ist auch die Ostküste, wie schon erwähnt, wo haufenweise Müll am Straßenrand liegt. Der Norden besteht eigentlich nur aus Industrie und die Westküste besteht aus schroffen Felswänden.

Die Schönheit liegt in der Mitte

Im Landesinneren hingegen bietet sich, auch dank der höheren Niederschläge, ein ganz anderes Bild. Kennengelernt haben wir diesen Teil der Insel während eines organisierten Ausflugs, der „Gran Canaria Highlights“ genannten Tour. Und die kann ich jedem Gran-Canaria-Urlauber wärmstens empfehlen.

Wir wurden morgens von einem Kleinbus vor der Hoteltüre abgeholt. Nachdem sich alle Busse an einem Sammelpunkt getroffen hatten, ging es in die Berge. Unser Fahrzeug war das erste in der Kolonne und unser Fahrer war nebenbei auch noch der Kameramann. Das wiederum sorgte dafür, dass er immer wieder seine Position in der Kolonne gewechselt hat und das mit teilweise ziemlich waghalsigen Fahrmanövern. Ich hatte meinen Spaß, der eine oder andere wurde aber leicht grün um die Nase.

Unser Reiseleiter war gebürtiger Düsseldorfer, der seit einigen Jahren auf Gran Canaria lebte und seinen Lebensunterhalt scheinbar im Tourismus verdient. Seine Art und Weise das Gesehene und Geschehene zu kommentieren war wirklich ziemlich unterhaltsam.

Im Landesinneren bietet sich ein ziemlich abwechslungsreiches Bild. Vor einigen Jahren gab es einen verheerenden Waldbrand, der das Bild ziemlich umgestaltet hat. Es gibt Stauseen, Farnwälder, kleine Bergstädte und noch einiges mehr, was man entdecken kann. Während der Tour wurden ausreichend viele Pausen gemacht, zur Stärkung, zum Fotografieren oder einfach nur zum Sightseeing.

Diese Tour kriegt eine klare Empfehlung von mir und ist jeden Cent wert.

Stargazing mit Gautier

Mein absolutes Highlight ist aber die Stargazing-Tour mit Gautier gewesen. Auch er bot uns den vollen Service und holte uns mit seinem Transporter direkt vor der Tür unseres Hotels ab. Nachdem wir noch ein weiteres Pärchen eingesammelt hatten, ging es wieder in die Berge.

Dort packten wir auf einer Lichtung sein Refraktorteleskop aus und begannen, uns Sterne, Sternhaufen aber auch nahe Planeten genauer anzuschauen. Ich nutzte die Gelegenheit außerdem, einige Nachtfotos zu machen. Irgendwann zog der Himmel dann zu. Gautier packte uns und sein Teleskop kurzerhand noch mal in sein Auto und fuhr noch mal einige Höhenmeter weiter, wo wir erneut mit dem Teleskop den Sternenhimmel inspizierten.

Noch klarere Empfehlung: machen!

Delfine!!!

Wer schon immer mal die Möglichkeit wahrnehmen wollte, Delfine in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, kann das auf Gran Canaria machen. Wir sind zu dritt losgezogen und wurden wieder mit dem Bus abgeholt. Der fuhr uns direkt zum Hafen, wo wir auf ein Boot wechselten, das uns aufs Meer rausbringen sollte.

Auf dem offenen Meer gingen dann die „Delfinjäger“ an die Arbeit und suchten nach Spuren der Tiere. Wir steuerten auf ein Delfinrudel zu und bekamen viele Tiere zu Gesicht. Das ging so eine ganze Weile, bis wir die Tiere wieder in Ruhe liessen. Auf dem Rückweg bekamen wir dann noch einen Buckelwal zu Gesicht, der Verwendung seines Blaslochs machte. Ein tolles Schauspiel.

Auf dem Rückweg zur Insel machten wir dann noch einen kleinen Badestop, wo alle ins Wasser hüpfen durften, deren Magen noch nicht rebellierte und die die Kälte ignorierten. Im April darf man noch keine 22 Grad im Atlantik erwarten …

Parque de los Cocodrilos

Meine Freundin liebt Krokodile, also mussten wir natürlich dem Parque de los Cocodrilos einen Besuch abstatten. Dort gibt es nicht nur Krokodile, sondern auch viele andere Tiere. Der Rundgang dauerte rund vier Stunden, wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht trügt. Es gab neben den üblichen Tiergehegen auch noch die eine oder andere Show und auch die Möglichkeit, einen Wüstenfuchs und ein Babykrokodil aus nächster Nähe zu begutachten und auch zu streicheln.

Der Park hat sich den Tierschutz auf die Fahnen geschrieben und wohl für die eine oder andere Repopulation gesorgt. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber trotzdem hatten wir eine Menge Spaß.

Las Dunas de Maspalomas

Eines der Wahrzeichen der Insel sind sicherlich die Dünen von Maspalomas. Schaut man nur in Richtung Meer, bekommt man den Eindruck, mitten in einer Wüste zu sein. Direkt am Meer befindet sich auch ein unheimlich langer und recht wenig besuchter Strand. In Richtung des Landesinneren sieht man einige schicke Hotels, die sich erfreulicherweise von den restlichen Bettenburgen ein wenig abheben.

Kulinarisches

An der Touristenpromenade findet man in der Regel leckeres Essen zu einem guten Kurs. Man wird also nicht mit dem Müll für Touristen abgespeist. Besser, aber auch teurer, wird das Essen aber natürlich abseits dieser Bereiche. Wir sind zu zweit ein paar Kilometer gefahren und haben uns dort in ein lauschiges Restaurant direkt an einer Bucht gesetzt und eine Paella bestellt. Man, war die lecker. Aber wie gesagt, auch das Essen in den Touristenbereichen ist mehr als nur essbar und preislich auch wirklich attraktiv.

Schön war’s, aber ein zweites Mal wird es trotzdem nicht geben

So viel sehenswertes gibt es auf der Insel einfach nicht, als dass ich ein zweites Mal dort hin fliegen würde. Es war ein schöner Urlaub, aber Teneriffa oder La Palma sind die schöneren kanarischen Inseln. Baden kann man auf Teneriffa auch hervorragend, auf La Palma ist das nicht ganz so einfach, aber natürlich auch möglich. Gran Canaria ist aktuell das scheinbar günstigste Ziel, wenn man zur kalten Jahreszeit in Deutschland in wärmere Gefilde möchte und auch das günstigste Ziel unter den Kanaren. Wer also auf’s Geld achten muss, kann Gran Canaria getrost in die engere Auswahl ziehen. Wenn ein paar Euro mehr in der Urlaubskasse liegen, empfehle ich aber Teneriffa oder La Palma.

DJI Phantom 3 Standard – ein Nachtrag

Vor einer Weile schrieb ich über meine Suche nach einem Quadcopter und deren Ausgang.

Phantom = tolle Technik, aber unpraktisch

Nach wie vor bin ich hochzufrieden mit der Bild- und Videoqualität des Phantom 3 Standard von DJI. Aber der Hersteller hat seitdem nachgelegt. Vor einigen Monaten mit dem Phantom 4 und, vor wenigen Wochen, mit dem Mavic Pro. Die erste Maschine war „nur“ ein Upgrade dessen, was DJI vorher mit dem Phantom 3 am Markt hatte. Ein weiteres Novum war, dass das Gerät in den ersten Wochen exklusiv über den Apple Store vertrieben wurde. Und er war teuer: 1.599 € rief DJI anfangs noch ab, mittlerweile ist der Preis auf 1.399 € gesunken.

Natürlich war das nicht alles, der Phantom 4 ist in allen Belangen besser gewesen als sein Vorgänger, der Phantom 3. So hat man umfangreiche Sensorik verbaut, die dafür sorgte, dass Crashs nahezu unmöglich geworden sind. Eine Änderung, die ich sehr begrüße. Denn genau das ist mir beim Ausprobieren der Intelligent Flight Modes passiert. Kein schlimmer Crash, der Copter ist nur in Berührung mit ein paar Bäumen gekommen, aber dennoch, es hätte in die Hose gehen können. Wie (einige) der Intelligent Flight Modes in der Praxis aussehen, hab ich in diesem Video festgehalten (inkl. des mir immer noch unerklärlichen Verhaltens gegen Ende des Videos).

Praktisch ist irgendwie anders

Ein großer Nachteil der Phantom-Baureihe ist deren Portabilität. Die Geräte sind relativ groß, was die Mitnahme gerade bei Flugreisen deutlich erschwert. Mit einem Gewicht von rund 1,25 kg sind sie auch nicht gerade leicht, zumal mein Rucksack, der speziell für den Phantom gebaut wurde, das Gewicht noch mal deutlich nach oben treibt (auf etwa 3,7 kg, inkl. Fernbedienung). Die Fernbedienungen der Phantom-Reihe sind auch relativ groß. Alles in allem muss ich sagen, dass ich mir mehrfach überlege, ob ich die Drohne jetzt wirklich mitnehmen möchte oder nicht. Nicht nur wegen des Gewichts, sondern auch wegen der Inbetriebnahme. In meinem Rucksack ist nicht genug Platz, um den Phantom mit montierten Propellern zu transportieren, das muss also immer vor Ort geschehen. Und den Gimbal-Schutz zu entfernen artet auch immer in einer Fummelorgie aus. Von der Befestigung desselben nach dem Flugeinsatz möchte ich gar nicht reden. Alles eine Sache der Gewöhnung, aber bequem ist anders.

Es geht ja doch, Drohnen werden portabel

Am 19.09. veröffentlichte GoPro die Karma. Eine verhältnismäßig kleine Drohne, die über einen ausbaubaren Gimbal verfügt. Man kann seine GoPro also ohne die Drohne mit einem Gimbal verwenden und danach den Gimbal einfach wieder in die Drohne einbauen. Klasse Konzept, aber auch mit rund 1.200 € nicht gerade günstig, wenn man bedenkt, dass es eben doch „nur“ eine Actioncam ist, die man da bekommt. Und selbst im eingeklappten Zustand braucht man doch noch einen speziellen Rucksack von GoPro, der nicht gerade wenig aufträgt. Trotzdem, das Gerät ist deutlich schlanker und portabler als mein Phantom 3.

Vollkommen ausgeflippt bin (nicht nur) ich dann, als DJI am 27.09. den Mavic Pro vorstellte. Dieses Baby ist zusammenfaltbar, passt in eine Hand, wiegt unter 800 g und hat trotzdem all die Technologie, die kurz zuvor mit dem Phantom 4 eingeführt wurde. Und damit auch eine Kamera, die eben nicht den Fisheye-Effekt, den Actioncams nun mal mit sich bringen, aufweist, was sie für „ernsthaftere“ Anwendungsfälle einsetzbar macht. Nicht falsch verstehen, Actioncams und ihre Attribute haben ihre Daseinsberechtigung, keine Frage, aber bei Luftaufnahmen bevorzuge ich dann doch noch ein weniger verzerrtes Bild.

Meine neue Traumdrone: der Mavic Pro

Fest steht, sobald ich das Geld erübrigen kann, wird der Mavic Pro bestellt und wird mich ab dann auf all meinen Reisen begleiten. Im Fly-More-Paket kostet die Maschine schlappe 1.499 €, ein Haufen Kohle, keine Frage, aber dafür bekommt man auch eine ganze Menge. Vor allem aber eine Drohne, die man wirklich immer und überall hin mitnehmen kann …