Ulfs Blog

Dies ist mein Blog || This is my blog

  • Facebook- und VZ-Netzwerke-Chat im Messenger verwenden

    • 24 Jul 2010
    • 0 Responses
    •  views
    • IM Instant Messenger Linux Windows XMPP facebook mac os vz
    • Edit
    • Delete
    • Tags
    • Autopost

    Es geht schon eine ganze Weile, dass man den Facebook-Chat ohne merkwürdige Plugins für den favorisierten Messenger über ebendiesen einbinden kann. Vor rund vier Wochen haben dann auch die VZ-Netzwerke nachgezogen, also, wie immer, mit gehöriger Verzögerung. Auch, wenn mein Unmut gegenüber beiden Plattformen nach wie vor nicht verflogen ist, pflege ich nach wie vor den Kontakt zu vielen über diese beiden Plattformen. Der integrierte Chat beider eignet sich hervorragend für diesen Zweck, beide Plattformen ohne Unterbrechung im Browser geöffnet zu haben nervt aber nach wie vor. Außerdem bekommt man kaum mit, wenn eine neue Nachricht eingegangen ist. Die Einbindung in den bevorzugten Instant-Messaging-Client bietet sich also an. Beide Plattformen nutzen für diesen Zweck das offene Protokoll XMPP.

    Ich verwende den Mac-only-Messenger Adium, aber auch andere Multiprotokoll-Messenger wie iChat, Pidgin, Miranda und welche es sonst noch so geben mag unterstützen XMPP.

    Wer den Facebook-Chat einbinden möchte, sollte die zu diesem Zwecke erstellte Hilfe-Seite von Facebook besuchen. In Kurzform: legt einen neuen Account in eurem Messenger an und wählt XMPP als zu verwendendes Protokoll. Der Benutzername ist in euren Account-Einstellungen zu sehen, das Kennwort ist das, welches ihr auch für den Login auf der Website verwendet. Der Servername lautet chat.facebook.com. Benutzer- und Servername lassen sich auch kombiniert in der Form benutzername@chat.facebook.com eingeben. Leider unterstützt der Facebook-Server keine verschlüsselte Datenübertragung, was ich jetzt aber einfach mal als "typisch Facebook" abhake ;-).

    Der Chat der VZ-Netzwerke ist ähnlich einfach einzubinden. Das Login-Verfahren von StudiVZ und MeinVZ unterscheidet sich aber von dem des SchülerVZ. In Kurzform findet man die notwendigen Informationen im Entwickler-Blog der VZ-Netzwerke. Als Benutzername ist hier die Login-E-Mail-Adresse zu verwenden, nur dass anstelle des @ in der eigenen E-Mail-Adresse die passende Escape-Sequenz \40 verwendet wird. An die eigene E-Mail-Adresse wird dann beim StudiVZ und MeinVZ noch @vz.net (dieses Mal wird das @-Symbol ausgeschrieben) gehängt, beim SchülerVZ ist es @schulervz.net. Noch verwendet der Server der VZ-Gruppe kein gültiges Zertifikat, sodass man die Verbindung manuell bestätigen muss. Außerdem gibt es wohl mit einigen Clients wie bspw. Pidgin noch Probleme. Bei einem Test stellte sich heraus, dass die Probleme unter anderem so aussahen, dass die VZ-Kontakte nicht in der Kontaktliste von Pidgin auftauchten, eine Kontaktaufnahme von der anderen Seite funktionierte aber tadellos. Mir ist außerdem aufgefallen, dass, obwohl ich den Plauderkasten ausgestellt habe, die Kontaktaufnahme über XMPP trotzdem funktionierte. Aber gut, es ist ja noch die Beta-Phase…

    An und für sich finde ich es wirklich gut, dass man bei beiden Netzwerken nun auf die Website verzichten und den Chat trotzdem nutzen kann. Wer mehrere IM-Protokolle verwendet, wird ohnehin auf einen Messenger setzen, der sich nicht auf ein Protokoll beschränkt. Wer das bisher noch nicht getan haben sollte, dem empfehle ich für Mac OS eindeutig Adium (ja, iChat ist nicht schlecht, aber die Unterteilung der Kontaktlisten nervt mich persönlich), unter Windows würde ich vermutlich zu Miranda, obwohl es unsagbar hässlich ist, oder Pidgin greifen und unter Linux zu Empathy (oder eben auch Pidgin), mit dem es aber bei den VZ-Netzwerken auch noch Probleme geben soll.

    • Tweet
  • Meine Gedanken zum Thema Datenschutz

    • 11 Jun 2010
    • 0 Responses
    •  views
    • datenschutz facebook google privacy
    • Edit
    • Delete
    • Tags
    • Autopost

    Unser aller Freund, Mark Zuckerberg, Chef von Facebook, gab vor gar nicht so langer Zeit bekannt, dass das Zeitalter der Privatsphäre vorbei sei. Ich habe mir zu dieser Aussage ein paar Gedanken gemacht, die ich an dieser Stelle kurz niederschreiben möchte.

    Wenn wir der aktuellen Zeit ins Auge sehen, hat der Mann gar nicht so unrecht damit. Wir geben immer mehr von uns preis, ob freiwillig oder unfreiwillig. Unfreiwillig beim Einkaufen im Internet, beim Bezahlen mit der Kreditkarte, beim Einwohnermeldeamt, bei der Steuererklärung, beim Benutzen von Bankautomaten oder beim Tanken. Überall werden wir überwacht, sei es rein digital oder in Verbindung mit Bilderfassungsgeräten wie Kameras. Freiwillig geben wir Daten preis, wenn wir uns bewerben, an Gewinnspielen teilnehmen, uns bei Internetseiten (mit ungefälschten Daten) anmelden, an sozialen Netzwerken teilnehmen oder uns im Netz auf Partnersuche begeben. Der Unterschied ist aus meiner Sicht hauptsächlich psychologischer Natur, denn häufig ist es so, dass umso ehrlicher und ausführlicher wir bei der Preisgabe unserer Daten sind, desto besser ist es für uns (bei Bewerbungen bspw. oder bei Gewinnspielen, der Gewinn soll ja auch ankommen).

    Zu welchem Zweck dienen Social Networks? Kontaktaufbau und Pflege. Wie entstehen Kontakte? Entweder, der Kontakt bestand bereits analog oder er kommt digital über vielleicht ähnliche Interessensgebiete zustande. Damit eines von beidem funktioniert, müssen die Daten im Profil aber auch stimmen. Mit falschem Namen wird man nicht gefunden, mit falschen oder gar keinen Angaben zu Hobbys, etc. wird einen kein Gleichgesinnter anschreiben können. Wenn man nun die beiden Platzhirsche in Deutschland, die VZ-Netzwerke und Facebook, nimmt und gegenüber stellt, fällt auf, dass die VZ-Netzwerke typisch Deutsch sind: recht verschlossen und veraltet. Facebook ist das Gegenteil. Ist es denn nun gut, dass Facebook-Profile auch von Google erfasst werden können? Oder ist das Vorbild der VZ-Netzwerke mit der vollständig geschlossenen Community vorzuziehen? Das ist natürlich wieder eine Geschmacksfrage, aber wenn man Social Networks als das nimmt, was sie eigentlich sein sollen, sollte es schon möglich sein, dass mich jemand auch einfach per Google findet. Hat man keinen Account bei den VZ-Netzwerken, kann man auch nicht deren Datenbestand durchsuchen. Und nur einen Account holen um einen Menschen zu suchen, von dem man nicht mal weiß, ob er tatsächlich dort angemeldet ist? Mir persönlich wäre das zu viel Aufwand. Zumal ich bei Facebook auch bestimmen kann, dass mein Profil nicht von Google indiziert wird. Diesen Weg halte ich für deutlich sinnvoller. Nicht müssen, aber können. (Und nein, mein Groll auf Facebook besteht weiterhin.)

    Und sonst? Wir haben das Privileg in einer "freien Welt" zu leben. Wir können fast alles tun und lassen, sofern wir gewisse Grenzen nicht überschreiten. Ich könnte jetzt durch die Strassen laufen und dabei rufen "Es gibt keinen Gott!" und ich würde nicht gleich festgenommen oder von der wütenden Meute gesteinigt werden, in Nahost oder den USA könnte das schon wieder anders ausgehen. Aber gut, bei diesem Thema… Aber überlegen wir doch mal, wie viele Daten allein schon unser Staat über uns sammelt. Nach meiner Gewerbeanmeldung im Jahre 2001 hat es keine zwei Monate gedauert, bis die ersten Werbeschreiben von Büroartikellieferanten bei mir eintrudelten. Wohl gemerkt mit meinem vollen Namen und in der Schreibweise, die nur auf meinem Personalausweis und in meiner Gewerbeanmeldung steht, den kennt also niemand, da ich ihn nirgendwo angebe. Es war also klar, wer hier von wem die Adressdaten bekommen hat. Oder die Datenweitergabe an die GEZ. Konteneinsicht bei Hartz-IV-Empfängern. An Bankautomaten, Flughäfen, Tankstellen, Supermärkten, Raststätten, Bahnhöfen… ihr merkt schon, worauf ich hinaus will, hängen überall Überwachungskameras. Was mit dem Material, das aufgenommen wird passiert? Keine Ahnung. Es wird wohl eine Art Aufbewahrungspflicht geben.

    Wenn wir uns die Deutschlandcard, Payback-Karten und sonstige Bonussystemkarten holen, geben wir freiwillig Daten weiter, für die wir dann ein paar Cent im Monat bekommen. Geld regiert nun mal die Welt. Unserem Staat haben wir wohl zu verdanken, dass solche Daten nicht regulär gesammelt werden dürfen, obwohl er selbst ähnliche Praktiken betreibt.

    Datenschutz ist wichtig. Oder? Ist er das? Prinzipiell halte ich die Weitergabe von Daten nicht für verwerflich. Informationsfluss ist der Grund, wieso die Welt heutzutage relativ friedlich ist. Umso kommunikativer eine Region ist, desto friedlicher ist sie, scheint mir wenigstens so. Nur durch die Weitergabe von Informationen kann Wissen konserviert werden. Ich bewundere Unternehmen, die ganz offen über Geschäftserfolg oder -misserfolg, über technische Kniffe aus ihrem Alltag oder andere Tipps in ihren Blogs schreiben. In Deutschland sucht man nach solchen Unternehmen natürlich lange, in den USA aber hat sich dieses Verhalten anscheinend etabliert. Ich persönlich würde hier ähnlich vorgehen und tue es auch immer wieder, wenn ich technisches an dieser Stelle blogge. Viele dieser Artikel sind nämlich durch Wissen entstanden, was ich mir im Rahmen von Kundenprojekten angeeignet habe. Der Deutsche würde im Allgemeinen raten, diese "Geheimnisse" zu bewahren, aber die Zeit der Geheimniskrämerei ist vorbei. Ich bin mir sicher, würden nicht viele Menschen weiterhin so denken, dass sie alles geheim halten wollen, wäre die Menschheit schon zwei Jahrhunderte weiter. Vielleicht hätten wir dann wirklich fliegende Vehikel, die keine fossilen Brennstoffe benötigen. Wer der Meinung ist, durch die Bekanntgabe eines Konzepts der Konkurrenz die Mittel zu liefern, um einen auszustechen, dem ist aber sowieso nicht mehr zu helfen. Oder kann ein 5-Sterne-Koch seinen Laden dicht machen, weil er seine Rezepte in einem Kochbuch bekannt gibt? Eher nicht. Wird ein Universitätsprofessor durch einen Studenten ersetzt, weil er diesem sein Wissen weitergegeben hat? Wird ein Fotograf arbeitslos, weil er über seine Kniffe und Tricks schreibt? Wohl auch nicht. Aber diese Informationen helfen anderen, anders oder ähnlich geartete Probleme zu lösen.

    Natürlich gibt es aber auch Informationen, die niemanden etwas angehen. Familieninterna, sexuelle Vorlieben, psychologische Probleme, all dies sind Informationen, die weiterhin nicht in der Öffentlichkeit breitgetreten werden sollten. Schundblätter wie die BILD aber verdienen damit ihr Geld, weil der Durchschnittsbürger es scheinbar furchtbar interessant findet darüber zu lesen, dass Promi XY mal wieder seine Frau betrogen hat. Realitysoaps wie Big Brother oder Germany's Next Top Model sind absolute "Verkaufsschlager", hier erhalten wir wieder eine Menge Einblicke in das Privatleben anderer. Häufig sind es aber genau die Leute, die sich ihre Freizeit mit diesem Mist vertreiben, die sich über die staatliche Überwachung oder die Offenheit sozialer Netzwerke echauffieren. Aus meiner Sicht passt das einfach nicht zusammen.

    Werbung ist auch solch ein Thema. Wir wissen, dass vieles heutzutage nicht ohne Werbung funktionieren kann. Ich persönlich mag es lieber, wenn ich Werbung bekomme, die mich auch anspricht, also meinen Interessengebieten entspricht. Postwerbung wandert bei mir ausnahmslos sofort in die Altpapiertonne, digitale Werbung bestelle ich mir teilweise intentional, andere bekomme ich aufgrund meiner Suchbegriffe angezeigt. Diese stört mich aber auch nicht so massiv, da ich ja nach passenden Themen gesucht habe. Natürlich findet hier auch wieder eine Datensammlung statt, der ich aber wieder aus dem Grund stattgegeben habe, aus dem viele sich Deutschland- oder Payback-Karten holen: Geld. Als Gegenleistung für die kostenfreie Nutzung von vielen Webservices, gestatte ich diesen Unternehmen einen kleinen Einblick in mein Privatleben. Und ich bin mir sicher, dass Datenkraken wie Google kein persönliches Interesse an mir haben, sondern einfach nur eine Gegenleistung für den durch mich entstandenen Aufwand haben wollen, was durchaus legitim ist. Jeder möchte für seine Arbeit bezahlt werden, im Regelfall wenigstens. Niemand wird eine Strafanzeige bekommen, weil er nach THC-haltigen Rauschmitteln gesucht hat, eine Suche nach Neonaziverbänden wird nicht gleich in einem Besuch von Verfassungsschützern münden. Wenigstens nicht in Deutschland. Und soweit ich weiß, müssen Google und Co. auch keine Daten an US-amerikanische Behörden rausgeben, solange keine wirkliche Begründung vorliegt. Eine Weitergabe einer Suchbegriffhistorie an potentielle Arbeitgeber steht vorerst auch nicht auf dem Programm.

    Natürlich sollte jedes Individuum selbst bestimmen können, wie viel es von sich preis gibt, übermäßige Geheimniskrämerei ist aber aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß. Das Internet ist genau deswegen so erfolgreich geworden, weil Informationen unkompliziert und kostengünstig weitergegeben werden können. Viele Informationen, die wir heutzutage im Internet finden, waren vor wenigen Jahrzehnten für den Durchschnittsbürger noch unerreichbar. Denken wir doch mal an die Wikipedia. Wie viele fähige Leute haben dort ihr Wissen zusammengetragen oder Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Ein wirklich tolles Projekt, das das Potential des Internets hervorragend aufzeigt.

    Die ursprüngliche Struktur dieses Artikels musste ich beim Schreiben leider etwas über den Haufen werfen, der Artikel ist chaotischer geworden als geplant. Das Thema Datenschutz wird gerade in Deutschland häufig sehr emotionsgeladen diskutiert, wovon ich mich auch nicht ausnehmen kann. Ich möchte an dieser Stelle deswegen noch mal klarstellen, dass ich den Datenschutz nicht verachte oder als überflüssig darstelle, ich möchte nur zur Relativierung dieses in Deutschland ziemlich kontrovers diskutierten Themas anregen. Häufig habe ich einfach das Gefühl, dass dieses Thema zu einseitig behandelt wird und der Datenschutz über alles gestellt wird. Ich denke, dass vielerorts die Weitergabe von Daten sinnvoll, wenn nicht sogar unabdingbar ist. Würde sich die Menschheit generell gegen die Weitergabe von Daten sperren, würden wir wohl noch immer in Höhlen leben. Payback-Karten und andere Bonussystems sind in Deutschland weitestgehend akzeptiert, gegen die Weitergabe selbstbestimmt eingegebener Daten im Internet wird aber Sturm gelaufen. Das ist, aus meiner Sicht, einfach nicht logisch.

    • Tweet
  • Tut endlich was, ihr Social Networks

    • 13 May 2010
    • 11 Responses
    •  views
    • facebook meinvz studivz vz widerstand
    • Edit
    • Delete
    • Tags
    • Autopost

    In Deutschland geht er weiter, der gnadenlose Krieg zwischen den führenden Social Networks, der VZ-Plattform und Facebook. Verloren haben ihn aus meiner Sicht aber bereits beide.

    Facebook, weil sie immer unverschämter und rücksichtsloser werden, was die Daten ihrer Kunden, ihres Kapitals angeht. VZ, weil sie den Anschluss nicht schaffen und technisch auf dem Niveau ihres Gründungsjahres herumdümpeln.

    2006 meldete ich mich bei StudiVZ an, Facebook war damals kaum bekannt in Deutschland. Ich fragte mich aber schon, wozu ich ein Netzwerk wie StudiVZ brauchen würde. Nach ein paar Monaten hatte ich mein erstes Dutzend an Freunden zusammen, da begann der Spaß dann so langsam. Über ein Jahr später sah das StudiVZ noch immer genau so aus, wie an meinem Anmeldetag (ich rekapituliere hier aus dem Gedächtnis, Detailfehler mögen mir verziehen werden). 2008 muss es dann gewesen sein, dass ich meinen Facebook-Account angelegt habe. Im VZ hat sich bis dahin noch immer nichts getan, die technische Alterung schritt voran. Facebook hingegen war auf dem aktuellen Stand der Technik, es gab einen integrierten Chat, Liveupdates (was heute im VZ der Buschfunk ist) und noch vieles mehr. Da ich ungefähr zeitgleich auch Twitter-Nutzer wurde, war Facebook für mich einfach perfekt, weil ich meine Twitter-Updates auch gleich meinen Freunden bei Facebook zukommen lassen konnte.

    Bildschirmfoto_2010-05-13_um_12

    Dann kam eine "große Offensive" bei den VZ-Netzwerken. Sie führten den Buschfunk als Konkurrenz zu Twitter und den Facebook-Liveupdates ein. Im Gegensatz zu Facebook wurde hierfür aber nicht die Oberfläche überarbeitet, was dringend notwendig gewesen wäre. Entsprechend ist der Buschfunk de facto nicht nutzbar. Mittlerweile kann man zwar mehr als nur die sechs letzten Updates sehen, eine öffentliche Reaktionsmöglichkeit ist aber weiterhin nicht vorgesehen. Die sog. @-Replies, die dank Twitter zum Quasi-Standard geworden sind, scheint im VZ-Netzwerk noch keiner verstanden zu haben. Später kam dann sogar die erste Öffnung der VZ-Netzwerke nach außen: sie liessen eine Anbindung von Twitter zu. Doof nur, dass nicht wirklich ersichtlich ist, ob die Nachricht nun von Twitter oder direkt aus dem Buschfunk abgeschickt wurde. Wenigstens scheint mir das so bei den vielen Rückfragen, die mich zu dem Thema erreichten. Der Plauderkasten, der einige Zeit nach der Einführung des Livechats bei Facebook eingeführt wurde, war anfangs auch nicht wirklich nutzbar. Hier zeigte sich wieder, dass die Entscheider der VZ-Gruppe bemerkt haben, dass sie technologisch ins Hintertreffen geraten und schnell reagieren müssen, den nötigen Mumm aber nicht in der Hose hatten, die Oberfläche der Seite dafür anzupassen. Ich habe den Plauderkasten gehasst, weil er unkomfortabel war und ich in 95 % aller Fälle gar nicht mitbekommen habe, dass mich jemand kontaktiert. Der neue Plauderkasten sieht zwar deutlich besser aus (der Einfachheit halber wurde er einfach aus dem Seitenkontext herausgetrennt, öffnet sich also in einem neuen Fenster), auf sich aufmerksam macht er aber leider immer noch nicht. Ein weiterer Nachteil ist der, dass ich, um den Plauderkasten nutzen zu können, non-stop im VZ eingeloggt bleiben muss, was ich nun mal einfach nicht tue. Ein API zur Anbindung von Chatclients, oder noch besser: die Einrichtung eines Jabber-Servers, ist schon längst überfällig. Und dann ist da noch die Werbung. Natürlich muss eine so große Plattform wie die VZ-Netzwerke Geld verdienen. Da die Benutzer nicht bereit sind, etwas zu bezahlen muss eben Werbung geschaltet werden. Aber doch nicht so, wie die VZ-Netzwerke das machen. Riesengroß, bunt, blinkend und zu allem Überfluss auch noch hintergrundfarbenverändernd (dafür liebe ich die deutsche Sprache). Wäre ich Designer der Plattform, würde mir der ständige Austausch der Hintergrundfarbe zugunsten von Werbung ja tierisch auf den Puffer gehen. Aber auch als Nutzer nervt mich dieses permanente Geblinke, ich fühle mich wie auf einer Werbeveranstaltung. Weiter geht es mit vielen inkonsistenten Benennungen, der Benutzer wird hier häufig in die Irre geleitet, auch wenn er sich natürlich mittlerweile daran gewöhnt hat. Ein Mensch, der wenig mit Computern am Hut hat, dürfte hier aber seine Schwierigkeiten bekommen. So frage ich mich bspw., wieso der Link "Meine Fotos" heißt, wenn ich dort nicht nur meine Fotos, sondern auch noch die anderer Nutzer sehe. Wäre "Fotos" hier nicht sinnvoller und richtiger? Apropos Fotos: die Fotoalbenfunktion des VZ ist für jeden, der seine Bilder wirklich präsentieren möchte, nicht nutzbar. Abgesehen von der briefmarkengroßen Auflösung, wird jedes Bild beim Upload auf die VZ-Server kaputtkomprimiert. Mir als ambitionierten Hobbyfotografen würde es entsprechend nicht einfallen, meine Bilder tatsächlich zur Präsentation den VZ-Servern zu überlassen. Schließlich fragt man sich schon, was den tollen Bildern, die mit der mehreren Hundert Euro teuren Ausstattung gemacht wurden, passiert ist.

    Bildschirmfoto_2010-05-13_um_12

    Facebook war um mein Anmeldedatum herum technisch deutlich weiter als die VZ-Netzwerke. Außerdem hat es damals, aus meiner Sicht, einen Sympathiebonus bekommen, weil die doofen VZ-Netzwerke ja im Endeffekt nur Plagiate von Facebook sind. Wie sich damals in der breiten Öffentlichkeit herausgestellt hat, haben die VZ-Gründer einfach das Layout UND das Konzept von Facebook kopiert. Ein Skandal in meinen Augen, Facebook war damals imagetechnisch der klare Sieger. Dazu kam noch, dass das VZ, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, massive Datenschutzprobleme hatte und die passenden Einstellungen ziemlich unfreundlich versteckt hat. Ein weiterer Pluspunkt von Facebook. Ja, so ändern sich die Zeiten. Mittlerweile hat Facebook die dämlichsten Datenschutzvoreinstellungen, die man sich überhaupt vorstellen kann, versteckt diese noch weiter unten im System als VZ seinerzeit und macht den Dialog so unverständlich, dass man sich nach Abschluss der Einstellungen nie sicher sein kann, ob die Daten nun für irgendwen sichtbar sind oder nicht. Wie ich von einer Farmville-Spielerin hörte, muss man seine Mitspieler zu seiner Freundesliste hinzufügen. Wo hier der Sinn liegt frage ich mich immer noch. Ich gebe doch Daten für meine Freunde frei, wie E-Mail-Adresse, Handynummer, etc., die wildfremde, mit denen ich zocke, rein gar nichts angehen.

    Bildschirmfoto_2010-05-13_um_12

    Die Übersichtsseite, die sich einem direkt nach dem Login präsentiert ist eher eine Unübersichtlichkeitsseite. Ich bin mittlerweile wirklich überfordert, da ich keinerlei Struktur mehr in dieser Seite erkennen kann. Werbung und Livechat sind hier deutlich sinnvoller untergebracht. Die Werbung nervt nicht und der Livechat macht ausreichend auf sich aufmerksam. Außerdem waren die Jungs bei Facebook so freundlich, eine einfache Möglichkeit anzubieten, mit der man seinen Facebook-Account zum Chatten auch in Messengern wie Adium, Pidgin oder Empathy verwenden kann. Trotzdem bleibt die unübersichtliche Landingpage, der äußerst fragwürdige Umgang mit den Kundendaten und die Unsicherheit, was als nächstes ohne Rücksprache mit der Kundschaft geschehen wird. Zum Datenschutz: wieso müssen meine Freunde auszugweise in den Suchergebnissen bei Google auftauchen? Wieso wird mein Profilbild indiziert? Wieso erhalten "Apps" Zugriff auf all meine Daten und nicht nur auf den Namen? Wieso ist es so kompliziert, einen Facebook-Account zu löschen?

    Bildschirmfoto_2010-05-13_um_12

    Mit Erscheinen dieses Artikels werde ich meine Aktivitäten in beiden Netzwerken massiv zurückfahren. Aufgrund der unsagbar hässlichen Oberfläche nutze ich das VZ ohnehin schon eine Weile nur noch passiv, pushe aber fröhlich meine Twitter-Updates in den Buschfunk. Das hat gleich ein Ende. Auf der Facebook-Seite logge ich mich aber auch schon eine ganze Weile kaum noch ein, weil sie mich einfach nur noch nervt. Auch hier werde ich gleich Tabula rasa machen und alle nicht wirklich nötigen Verbindungen und Daten löschen. Ich werde meine Profile in beiden Netzwerken nicht vollständig löschen, meine Aktivitäten aber deutlich einschränken. Vielleicht gebe ich ja dem einen oder anderen Leser dieses Artikels noch einen Denkanstoss. Umso mehr Leute den "Netzwerken" zeigen, dass es so nicht weiter geht, desto eher passiert vielleicht was und die Leitung der Netzwerke erinnert sich daran, für wen sie dieses Netzwerk eigentlich mal gebaut haben. Beide Netzwerke machen aus meinen Augen das Internet kaputt. Damit meine ich nicht technisch, sondern moralisch. Und ich prophezeie dass, sollte es so weiter gehen, beide Netzwerke in wenigen Jahren in der Unbedeutsamkeit verschwunden sind. Der Widerstand regt sich, immer lauter lese ich Fragen bei Twitter, wie man den Facebook-Account löscht oder seinen VZ-Account los werden kann. Alternativen zu beiden Netzwerken sind mir aber leider auch nicht bekannt. Na gut, dann eben ein Leben ohne Social Network, muss auch gehen ;-).

    • Tweet
  • About

    This is my blog. I post about my thoughts here. If you're interested in them, please subscribe to my feed(s).
    Das hier ist mein Blog. Ich schreibe hier über das, was in meinem Kopf so vor geht. Interessant? Abonnieren!

    Follow me: http://twitter.com/ulfklose
    See my tumble log: http://tumblelog.ulfklose.de/
    My Flickr galleries: http://flickr.com/photos/ulfklose
    My business site: http://www.klose-it.de/
    My business blog: http://blog.klose-it.de/

    308191 Views
  • Archive

    • 2012 (1)
      • March (1)
    • 2011 (8)
      • December (1)
      • November (1)
      • August (1)
      • April (2)
      • March (1)
      • February (2)
    • 2010 (37)
      • December (3)
      • November (3)
      • October (3)
      • August (1)
      • July (4)
      • June (8)
      • May (3)
      • April (4)
      • March (1)
      • February (5)
      • January (2)
    • 2009 (45)
      • December (3)
      • November (4)
      • October (4)
      • September (4)
      • August (9)
      • July (21)

    Get Updates

    Subscribe via RSS
    TwitterLinkedInFlickrYoutubeTumblr