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  • iOS 4 sammelt Daten und was man dagegen tun kann

    • 21 Apr 2011
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    Für alle, die das gestern nicht mitbekommen haben: Apples iOS-Geräte (iPhone, iPad 3G, also nur die mit Mobilfunk-Chip) sammeln seit iOS 4 (also seit ungefähr 10 Monaten) die Positionsdaten des Geräts. Diese befinden sich in einer leider viel zu leicht zugänglichen Datei und werden bei jedem Backup gesichert. Bekommt man ein neues iPhone und spielt das Backup auf diesem wieder ein, werden die Daten ebenfalls übernommen. Entdeckt haben das zwei Sicherheitsexperten, die früher mal für Apple gearbeitet haben. Mac-Benutzer können sich unter http://petewarden.github.com/iPhoneTracker/ ein kleines Programm herunter laden, das diese Daten visualisiert (was ich selbst ja eigentlich ziemlich cool finde :-D). Voraussetzung dafür ist, dass das Backup nicht verschlüsselt ist.

    Wer sein Backup also verschlüsselt, ist auf der sicheren Seite. Die Experten konnten keinerlei Hinweise darauf finden, dass Apple diese Positionsdaten ausgelesen oder verschickt hat. Sie liegen einfach nur auf dem Gerät und auf eurem Computer.

    Mittlerweile scheint sich herauskristallisiert zu haben, wofür Apple diese Daten sammelt: iAds. Das mit iOS4 eingeführte Werbenetzwerk von Apple. Wer das Sammeln dieser Daten für die Zukunft verhindern möchte, ruft in seinem iOS-Gerät einfach die Adresse http://oo.apple.com auf. Das ist für jedes iOS-4-Gerät zu wiederholen. Damit hat die Sammelei ein Ende.

    Um dem Ganzen ein wenig die Dramatik zu nehmen: die Datei liegt stümperhaft unsicher auf eurem Gerät und der Festplatte eures Computers. Aber niemand, außer euch, hat Zugriff auf diese Datei. Außer, es hat jemand Zugriff auf euer Telefon oder euren Computer. Nur dann können Dritte an diese Daten. Der Datenbestand wurde bisher in keiner Form an Apple oder Dritte verschickt oder für diese geöffnet. Es ist also alles halb so schlimm, als uns die Regenbogenpresse es gerade weis machen möchte. Das Telefon oder Tablet spioniert euch nicht aus und schickt auch keine Bewegungsreports an das CIA.

    Die Tatsache, dass Apple diese Daten ohne Einwilligung und Information des Gerätebesitzers einholt, ist eine Frechheit, keine Frage, aber eure Daten sind (bisher) sicher und niemand kann diese einsehen. Trotzdem hat Apple dieses Jahr wohl gute Chancen auf den Big-Brother-Award ;–).

    Sofortmaßnahmen: oo.apple.com im Browser eures Geräts aufrufen und das Backup verschlüsseln. Die Verschlüsselung eines Backups könnt ihr direkt in iTunes konfigurieren, indem ihr den entsprechenden Haken bei eurem iOS-Gerät setzt und ein Kennwort vergebt. Damit ist zwar die Datei auf dem Gerät weiterhin unverschlüsselt, aber wenigstens die Kopie auf dem Rechner ist gegen Fremdzugriffe wirkungsvoll geschützt.

    Ohne die Timestamps finde ich das eigentlich ziemlich witzig und veröffentliche deswegen auch einen Screenshot mit den Orten, an denen ich mich seit Juni 2010 aufgehalten habe ;–).

    Mein Bewegungsprofil

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  • Meine Gedanken zum Thema Datenschutz

    • 11 Jun 2010
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    • datenschutz facebook google privacy
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    Unser aller Freund, Mark Zuckerberg, Chef von Facebook, gab vor gar nicht so langer Zeit bekannt, dass das Zeitalter der Privatsphäre vorbei sei. Ich habe mir zu dieser Aussage ein paar Gedanken gemacht, die ich an dieser Stelle kurz niederschreiben möchte.

    Wenn wir der aktuellen Zeit ins Auge sehen, hat der Mann gar nicht so unrecht damit. Wir geben immer mehr von uns preis, ob freiwillig oder unfreiwillig. Unfreiwillig beim Einkaufen im Internet, beim Bezahlen mit der Kreditkarte, beim Einwohnermeldeamt, bei der Steuererklärung, beim Benutzen von Bankautomaten oder beim Tanken. Überall werden wir überwacht, sei es rein digital oder in Verbindung mit Bilderfassungsgeräten wie Kameras. Freiwillig geben wir Daten preis, wenn wir uns bewerben, an Gewinnspielen teilnehmen, uns bei Internetseiten (mit ungefälschten Daten) anmelden, an sozialen Netzwerken teilnehmen oder uns im Netz auf Partnersuche begeben. Der Unterschied ist aus meiner Sicht hauptsächlich psychologischer Natur, denn häufig ist es so, dass umso ehrlicher und ausführlicher wir bei der Preisgabe unserer Daten sind, desto besser ist es für uns (bei Bewerbungen bspw. oder bei Gewinnspielen, der Gewinn soll ja auch ankommen).

    Zu welchem Zweck dienen Social Networks? Kontaktaufbau und Pflege. Wie entstehen Kontakte? Entweder, der Kontakt bestand bereits analog oder er kommt digital über vielleicht ähnliche Interessensgebiete zustande. Damit eines von beidem funktioniert, müssen die Daten im Profil aber auch stimmen. Mit falschem Namen wird man nicht gefunden, mit falschen oder gar keinen Angaben zu Hobbys, etc. wird einen kein Gleichgesinnter anschreiben können. Wenn man nun die beiden Platzhirsche in Deutschland, die VZ-Netzwerke und Facebook, nimmt und gegenüber stellt, fällt auf, dass die VZ-Netzwerke typisch Deutsch sind: recht verschlossen und veraltet. Facebook ist das Gegenteil. Ist es denn nun gut, dass Facebook-Profile auch von Google erfasst werden können? Oder ist das Vorbild der VZ-Netzwerke mit der vollständig geschlossenen Community vorzuziehen? Das ist natürlich wieder eine Geschmacksfrage, aber wenn man Social Networks als das nimmt, was sie eigentlich sein sollen, sollte es schon möglich sein, dass mich jemand auch einfach per Google findet. Hat man keinen Account bei den VZ-Netzwerken, kann man auch nicht deren Datenbestand durchsuchen. Und nur einen Account holen um einen Menschen zu suchen, von dem man nicht mal weiß, ob er tatsächlich dort angemeldet ist? Mir persönlich wäre das zu viel Aufwand. Zumal ich bei Facebook auch bestimmen kann, dass mein Profil nicht von Google indiziert wird. Diesen Weg halte ich für deutlich sinnvoller. Nicht müssen, aber können. (Und nein, mein Groll auf Facebook besteht weiterhin.)

    Und sonst? Wir haben das Privileg in einer "freien Welt" zu leben. Wir können fast alles tun und lassen, sofern wir gewisse Grenzen nicht überschreiten. Ich könnte jetzt durch die Strassen laufen und dabei rufen "Es gibt keinen Gott!" und ich würde nicht gleich festgenommen oder von der wütenden Meute gesteinigt werden, in Nahost oder den USA könnte das schon wieder anders ausgehen. Aber gut, bei diesem Thema… Aber überlegen wir doch mal, wie viele Daten allein schon unser Staat über uns sammelt. Nach meiner Gewerbeanmeldung im Jahre 2001 hat es keine zwei Monate gedauert, bis die ersten Werbeschreiben von Büroartikellieferanten bei mir eintrudelten. Wohl gemerkt mit meinem vollen Namen und in der Schreibweise, die nur auf meinem Personalausweis und in meiner Gewerbeanmeldung steht, den kennt also niemand, da ich ihn nirgendwo angebe. Es war also klar, wer hier von wem die Adressdaten bekommen hat. Oder die Datenweitergabe an die GEZ. Konteneinsicht bei Hartz-IV-Empfängern. An Bankautomaten, Flughäfen, Tankstellen, Supermärkten, Raststätten, Bahnhöfen… ihr merkt schon, worauf ich hinaus will, hängen überall Überwachungskameras. Was mit dem Material, das aufgenommen wird passiert? Keine Ahnung. Es wird wohl eine Art Aufbewahrungspflicht geben.

    Wenn wir uns die Deutschlandcard, Payback-Karten und sonstige Bonussystemkarten holen, geben wir freiwillig Daten weiter, für die wir dann ein paar Cent im Monat bekommen. Geld regiert nun mal die Welt. Unserem Staat haben wir wohl zu verdanken, dass solche Daten nicht regulär gesammelt werden dürfen, obwohl er selbst ähnliche Praktiken betreibt.

    Datenschutz ist wichtig. Oder? Ist er das? Prinzipiell halte ich die Weitergabe von Daten nicht für verwerflich. Informationsfluss ist der Grund, wieso die Welt heutzutage relativ friedlich ist. Umso kommunikativer eine Region ist, desto friedlicher ist sie, scheint mir wenigstens so. Nur durch die Weitergabe von Informationen kann Wissen konserviert werden. Ich bewundere Unternehmen, die ganz offen über Geschäftserfolg oder -misserfolg, über technische Kniffe aus ihrem Alltag oder andere Tipps in ihren Blogs schreiben. In Deutschland sucht man nach solchen Unternehmen natürlich lange, in den USA aber hat sich dieses Verhalten anscheinend etabliert. Ich persönlich würde hier ähnlich vorgehen und tue es auch immer wieder, wenn ich technisches an dieser Stelle blogge. Viele dieser Artikel sind nämlich durch Wissen entstanden, was ich mir im Rahmen von Kundenprojekten angeeignet habe. Der Deutsche würde im Allgemeinen raten, diese "Geheimnisse" zu bewahren, aber die Zeit der Geheimniskrämerei ist vorbei. Ich bin mir sicher, würden nicht viele Menschen weiterhin so denken, dass sie alles geheim halten wollen, wäre die Menschheit schon zwei Jahrhunderte weiter. Vielleicht hätten wir dann wirklich fliegende Vehikel, die keine fossilen Brennstoffe benötigen. Wer der Meinung ist, durch die Bekanntgabe eines Konzepts der Konkurrenz die Mittel zu liefern, um einen auszustechen, dem ist aber sowieso nicht mehr zu helfen. Oder kann ein 5-Sterne-Koch seinen Laden dicht machen, weil er seine Rezepte in einem Kochbuch bekannt gibt? Eher nicht. Wird ein Universitätsprofessor durch einen Studenten ersetzt, weil er diesem sein Wissen weitergegeben hat? Wird ein Fotograf arbeitslos, weil er über seine Kniffe und Tricks schreibt? Wohl auch nicht. Aber diese Informationen helfen anderen, anders oder ähnlich geartete Probleme zu lösen.

    Natürlich gibt es aber auch Informationen, die niemanden etwas angehen. Familieninterna, sexuelle Vorlieben, psychologische Probleme, all dies sind Informationen, die weiterhin nicht in der Öffentlichkeit breitgetreten werden sollten. Schundblätter wie die BILD aber verdienen damit ihr Geld, weil der Durchschnittsbürger es scheinbar furchtbar interessant findet darüber zu lesen, dass Promi XY mal wieder seine Frau betrogen hat. Realitysoaps wie Big Brother oder Germany's Next Top Model sind absolute "Verkaufsschlager", hier erhalten wir wieder eine Menge Einblicke in das Privatleben anderer. Häufig sind es aber genau die Leute, die sich ihre Freizeit mit diesem Mist vertreiben, die sich über die staatliche Überwachung oder die Offenheit sozialer Netzwerke echauffieren. Aus meiner Sicht passt das einfach nicht zusammen.

    Werbung ist auch solch ein Thema. Wir wissen, dass vieles heutzutage nicht ohne Werbung funktionieren kann. Ich persönlich mag es lieber, wenn ich Werbung bekomme, die mich auch anspricht, also meinen Interessengebieten entspricht. Postwerbung wandert bei mir ausnahmslos sofort in die Altpapiertonne, digitale Werbung bestelle ich mir teilweise intentional, andere bekomme ich aufgrund meiner Suchbegriffe angezeigt. Diese stört mich aber auch nicht so massiv, da ich ja nach passenden Themen gesucht habe. Natürlich findet hier auch wieder eine Datensammlung statt, der ich aber wieder aus dem Grund stattgegeben habe, aus dem viele sich Deutschland- oder Payback-Karten holen: Geld. Als Gegenleistung für die kostenfreie Nutzung von vielen Webservices, gestatte ich diesen Unternehmen einen kleinen Einblick in mein Privatleben. Und ich bin mir sicher, dass Datenkraken wie Google kein persönliches Interesse an mir haben, sondern einfach nur eine Gegenleistung für den durch mich entstandenen Aufwand haben wollen, was durchaus legitim ist. Jeder möchte für seine Arbeit bezahlt werden, im Regelfall wenigstens. Niemand wird eine Strafanzeige bekommen, weil er nach THC-haltigen Rauschmitteln gesucht hat, eine Suche nach Neonaziverbänden wird nicht gleich in einem Besuch von Verfassungsschützern münden. Wenigstens nicht in Deutschland. Und soweit ich weiß, müssen Google und Co. auch keine Daten an US-amerikanische Behörden rausgeben, solange keine wirkliche Begründung vorliegt. Eine Weitergabe einer Suchbegriffhistorie an potentielle Arbeitgeber steht vorerst auch nicht auf dem Programm.

    Natürlich sollte jedes Individuum selbst bestimmen können, wie viel es von sich preis gibt, übermäßige Geheimniskrämerei ist aber aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß. Das Internet ist genau deswegen so erfolgreich geworden, weil Informationen unkompliziert und kostengünstig weitergegeben werden können. Viele Informationen, die wir heutzutage im Internet finden, waren vor wenigen Jahrzehnten für den Durchschnittsbürger noch unerreichbar. Denken wir doch mal an die Wikipedia. Wie viele fähige Leute haben dort ihr Wissen zusammengetragen oder Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Ein wirklich tolles Projekt, das das Potential des Internets hervorragend aufzeigt.

    Die ursprüngliche Struktur dieses Artikels musste ich beim Schreiben leider etwas über den Haufen werfen, der Artikel ist chaotischer geworden als geplant. Das Thema Datenschutz wird gerade in Deutschland häufig sehr emotionsgeladen diskutiert, wovon ich mich auch nicht ausnehmen kann. Ich möchte an dieser Stelle deswegen noch mal klarstellen, dass ich den Datenschutz nicht verachte oder als überflüssig darstelle, ich möchte nur zur Relativierung dieses in Deutschland ziemlich kontrovers diskutierten Themas anregen. Häufig habe ich einfach das Gefühl, dass dieses Thema zu einseitig behandelt wird und der Datenschutz über alles gestellt wird. Ich denke, dass vielerorts die Weitergabe von Daten sinnvoll, wenn nicht sogar unabdingbar ist. Würde sich die Menschheit generell gegen die Weitergabe von Daten sperren, würden wir wohl noch immer in Höhlen leben. Payback-Karten und andere Bonussystems sind in Deutschland weitestgehend akzeptiert, gegen die Weitergabe selbstbestimmt eingegebener Daten im Internet wird aber Sturm gelaufen. Das ist, aus meiner Sicht, einfach nicht logisch.

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  • Pro und Contra: Google

    • 12 Dec 2009
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    Da sich in letzter Zeit die Diskussionen [1] wieder häufen, möchte ich an dieser Stelle meinen Standpunkt zusammenfassend darlegen.

    Google ist derzeit das Unternehmen, das mutmaßlich die meisten Daten hält. Übertroffen werden dürfte Google nur noch durch die NSA und andere Geheimdienste. Google ist ein Gigant und wird, sicherlich nicht umsonst, auch die Datenkrake genannt. Würde Google nicht so agieren wie Google es tut, wären sie heute nicht da, wo sie sind. Aus einem Suchmaschinenanbieter ist ein globaler Informationsdienst geworden, der neben der reinen Websuche auch in vielen anderen Bereichen mitspielt und auch dort zumeist marktführend ist. Wer kann schon von sich behaupten, Google Maps und YouTube links liegen zu lassen, weil sie zu Google gehören?

    Anders sieht das natürlich bei Spezialdiensten wie Google Analytics, Google Mail, Google Wave und Google Apps [2] aus. Das sind Dienste, bei denen man seine persönlichen Daten wissentlich der Krake ausliefert. All diese Dienste sind wenigstens in der Basisfassung kostenfrei. Also ist es, meiner Meinung nach, nur gut und billig, dass Google die Daten seiner Nutzer auswertet und damit Geld verdient. Soweit ich informiert bin, korrigiert mich bitte, sollte ich falsch liegen, verkauft Google aber keine Datensätze an irgendwelche Kunden, sondern blendet nur benutzerspezifische Werbung ein, auf die man nicht mal klicken muss. Außerdem kann man, ein wenig Fachwissen vorausgesetzt, diese Werbung sogar ausblenden. Das wird Google sicherlich nicht daran hindern, ein wenig Data Mining zu betreiben um den Benutzer zu kategorisieren, entfernt aber das Gefühl der Überwachung.

    Auf der anderen Seite: wenn man sich bei einem ur-deutschen Freemail-Anbieter (das Thema, das am häufigsten Stein des Anstosses bildet) wie GMX, web.de oder Freemail anbietet, muss man dort seine persönlichen Daten im Klartext angeben. Dazu gehört Vor- und Nachname, Postadresse, ggf. Geburtsdatum und vielleicht sogar noch weitere Daten, die eine eindeutige (!) Identifikation des Individuums ermöglicht. Registriert man sich bei Google, muss man genau zwei Daten angeben, nämlich den Vor- und den Nachnamen. Mich gibt es in Deutschland relativ häufig, weltweit sicherlich noch häufiger, eine eindeutige Identifikation ist nur mit diesen Daten gar nicht möglich.

    Aufgrund meiner Tätigkeit als Freiberufler sind alle meine Daten frei im Netz abrufbar. Wer möchte, findet binnen Sekunden nur über meinen vollständigen Namen Postadresse, Telefon- und Handynummer, E-Mail-Adresse(n), Social-Network-Sites und Steuernummer heraus. Ja, ich habe mich selbst gegooglet und bin innerhalb kürzester Zeit auf sehr viele persönliche Daten von mir gestossen. In meinem Falle ist das aber auch erwünscht, immerhin möchte ich, dass potentielle Kunden mich finden und kontaktieren können und zu diesem Zweck sind Telefonnummer und E-Mail-Adresse sowie Internetseiten keine schlechte Sache.

    Wer darauf nicht angewiesen ist, mag nicht so begeistert davon sein, wenn man Informationen über ihn im Netz findet. Um dies zu vermeiden sollte man folgende Sachen nicht tun:

    1. Social-Network-Profile anlegen (MeinVZ, Xing, etc.)
    2. an Gewinnspielen teilnehmen (die Quelle für vollständige Adressdatensätze überhaupt)
    3. in Online-Shops bestellen
    4. an öffentlichen Wettbewerben teilnehmen
    5. sich in Internet-Foren (oder dem Newsnet) beteiligen
    6. Instant Messaging betreiben (egal ob ICQ, Skype oder sonstige)
    7. Online-Spiele (egal welcher Art) spielen
    8. digitale Zahlungsmedien nutzen
    9. E-Mail-Adressen bei Freemailern registrieren (auch hier lassen sich, gerade bei deutschen Anbietern, äußerst leicht und bequem vollständige Datensätze formen, zumal auch noch eine Nutzerstatistik vorliegt)

    Und sicher noch viele weitere, die mir gerade nicht einfallen. Wenn man diese Regeln befolgt, ist eine Identifikation im Netz beinahe ausgeschlossen.

    Wenn man aber auch nur etwas von dem tut, was ich in der Aufzählung beschrieben habe, ist man im Netz auffindbar. Mehr oder weniger leicht, klar, aber man ist nicht mehr anonym. In der heutigen Welt vollständig anonym zu bleiben, ist ohnehin sehr schwierig.

    Ich frage mich nur, was daran so schlimm ist, wenn jemand Daten über einen herausfinden kann. Wirklich private Dinge gehören eh nicht ins Netz. Wer so exhibitionistisch veranlagt ist, dass er selbst seine sexuellen Vorlieben ins Netz stellen muss, bitte, aber genau so etwas sollte man nicht tun. Ich selbst habe keine Probleme damit, wenn jemand meine E-Mail-Adresse herausfindet oder meine Telefonnummer in Erfahrung bringt. Da ich keine wunderschöne Frau bin, ist die Gefahr des Stalkings eher gering und, wie bereits weiter oben erwähnt, WILL ich ja gefunden werden. Wenn jemand einen IT-Dienstleister in meiner Region übers Internet sucht, soll er meine Daten ja finden. Meine Bilder bei Flickr sollen gefunden werden. Erstens möchte ich ehrliche Kritik, um besser zu werden und zweitens ist es mir mittlerweile schon zwei Mal passiert, dass jemand eines meiner Fotos für ein Projekt verwerten möchte. Noch habe ich dafür kein Geld bekommen, aber vielleicht kommt das ja noch.

    Wenn man, was ich nicht tue, Open-Source-Software programmiert, gibt man der Höflichkeit halber zumeist seinen vollständigen Namen preis. Schlecht? Nein, im Gegenteil. Sieht ein großes Unternehmen nämlich, welch tolle Arbeit man leistet, kann dies durchaus auf einen Auftrag (in welcher Form auch immer) hinauslaufen. Und was soll auch so schlimm daran sein, wenn jemand in Erfahrung bringen kann, dass Hans Müller-Schmidt am OpenOffice.org mitgewirkt hat?

    Ich schweife ab. Ich nutze geschäftlich Google Apps, privat nutze ich ein Gmail-Konto. Und ich liebe es. Vor rund einem halben Jahr habe ich meinen kompletten Mailverkehr (ich berichtete bereits an dieser Stelle darüber) auf Google umgestellt. Vorher, lange vorher, hatte ich Freemail-Accounts von deutschen Anbietern. Kein IMAP, keine Verschlüsselung, wenig Speicherplatz, Werbung per E-Mail noch und nöcher. Davon hatte ich irgendwann die Nase voll und registrierte eigene Domains und übergab das Handling meiner E-Mails an einen Webhoster. Ich habe einige von denen durch, alle hatten ihre Vor- und Nachteile. Aber auch hier lagen meine E-Mails bei einem Fremdanbieter, ich hatte keine Kontrolle über meine Daten. Diese Anbieter waren allesamt längst nicht so groß wie Google. Diese Anbieter verfügten über meine vollständigen Adress- und Bankdaten. Meinen E-Mail-Verkehr mit meiner Person in Verbindung zu bringen war also nicht schwierig. Irgendwann holte ich mir dann einen virtuellen Server und hostete meine E-Mails dann selbst. Kein leichtes Unterfangen, die SIcherheitsproblematik lag vollständig auf meiner Seite. Da ich kein ausgemachter Sicherheitsexperte bin, würde es mich nicht wundern, wenn jemand von außen an meine E-Mails gekommen wäre. Bemerkt habe ich davon nie etwas, aber vollständig ausschließen möchte ich es nicht. Da ich, immer wieder aus anderen Gründen, immer wieder meinen Hoster wechseln musste, war ich jedes Mal in der undankbaren Lage, sämtliche Mails, was irgendwann, da ich keine E-Mails mehr lösche, auf mehrere Gigabyte (!) hinauslief, auf einen anderen Server zu transferieren. Ein nicht zu rechtfertigender Zeitaufwand. Der Vorteil aber lag aber ganz klar darin, dass ich auf einem eigenen Server genügend Platz für all meine Mails hatte. Bei den Freemail-Anbietern nur gegen Bezahlung zu realisieren und bei einem Webhosting-Paket häufig (wenigstens damals) auch nicht ganz billig. Ich hätte mindestens drei bis vier Gigabyte Speicher buchen müssen. Wie alle deutschen Anbieter haben sowohl die Freemail- als auch die Webhosting-Anbieter häufig auf das Thema Security "geschissen". SSL-verschlüsselte Verbindungen waren eher die Ausnahme. IMAP musste auch ewig lange auf sich warten lassen. Ich solle mich nicht so anstellen, meine Daten würde schon keiner klauen wollen. So in etwa lautete die Aussage eines Hosters. Selbst heute aber (siehe web.de) sind solche Features keine Selbstverständlichkeit.

    Außer, man geht zu Google. Bei Gmail und Google Apps habe ich SSL-verschlüsselte Verbindungen zu IMAP- und SMTP-Servern (ohne Verschlüsselung scheitert die Verbindung), den fortschrittlichsten Webmailer, den ich jemals gesehen habe, einen SPAM-Filter, der nahezu nichts durchlässt (eine Mail in zwei Monaten in meinem Falle) und wahnsinnige 7,3 GB (Tendenz steigend) Speicherplatz. Kritiker werden jetzt natürlich argumentieren, dass Google einem genau deswegen so viel Speicherplatz bietet, damit über Jahre hinweg keine Informationen gelöscht werden und Google somit nach einigen Jahren quasi alles über einen weiß. Ich bin kein Data-Mining-Experte, bis auf eine Veranstaltung an meiner Hochschule habe ich bisher wenig mit dem Thema zu tun gehabt (die meisten Kritiker können vermutlich nicht mal das von sich behaupten), aber trotzdem... was hat Google davon? Kontextabhängige Werbung in den Webclients kann man auch schon nach 50 - 100 ein- und ausgegangenen Mails äußerst präzise einblenden. Mit Informationen verdient Google sein Geld, (u.a.) weil Google ein Weltmeister darin ist, Werbung in den Nutzerkontext einzubringen. Aber Google verscherbelt keine Datensätze, so wie das der eine oder andere kleine Freemail-Anbieter sicherlich tut. Wenigstens habe ich davon noch nichts gehört. Google hat sich dem Safe-Harbor-Abkommen [3] verpflichtet, womit Dienstleistungen wie Gmail, etc. EU-weit gültigen Datenschutzrichtlinien unterliegen, welche, AFAIK, die weltweit schärfsten sind. Ich bin auch kein Jurist, trotzdem müssen sich Unternehmen strikt daran halten, wenn sie eine Unterschrift bei diesem Abkommen leisten. Wie gesagt, Google ist kein Geheimdienst. Google kann sicherlich einige Informationen auswerten, die man preisgibt, in dem man deren Services nutzt, aber auch nicht mehr, als dies bei anderen Anbietern der Fall ist. Und, wie gesagt, eine quasi-anonyme Anmeldung für die Google-Dienste ist möglich, da die wirklich nur den Vor- und Nachnamen haben wollen. Diese Angaben kann man fälschen. Und wer wirklich so paranoid ist und denkt, dass einem im Internet alle ans Leder wollen, wird ohnehin keine vertraulichen Informationen unverschlüsselt übers Netz verschicken. Und mit verschlüsselten Daten kann nicht mal Google (mutmaße ich einfach mal) etwas anfangen.

    Zum Abschluss möchte ich noch eine Fallstudie erwähnen, in der ein deutscher Anbieter von u.a. E-Mail-Lösungen das Handling seiner Kunden-Mails über den Ozean in die USA outgesourced hat. Die Firma top concepts GmbH [4] hat in Deutschland verzweifelt nach Unternehmen gesucht, die sich auf das Thema E-Mail spezialisiert haben. Vergeblich. Die Wahl ist auf den US-amerikanischen Anbieter Rackspace [5] gefallen. Auch dieser hat sich dem bereits zuvor erwähnten Safe-Harbor-Abkommen unterworfen, was scheinbar vollkommen genügt, um deutschen Datenschutzrichtlinien zu genügen. Selbst die Datensicherung der Kunden-E-Mails erfolgt im Ausland. Laut einem Artikel in der iX 11/2009 werden sämtliche Mails in eine weitere Cloud, nämlich die Amazon S3 gesichert. Auch dies scheint mittlerweile unbedenklich zu sein. Von daher sehe ich auch bei einem professionellen Einsatz von Google-Lösungen wie Google Apps keinerlei Probleme oder Risiken. Die Basis-Variante von Google Apps ist übrigens kostenfrei. Wer mehr Leistung braucht, ist mit 40 € jährlich pro Benutzerkonto dabei.

    Vorhin erreichte mich noch per Live Messenger (welcher Anbieter steckt da gleich hinter?) folgendes Zitat:

    Google kann, im Gegensatz zu GMX auf wesentlich größere Datenberge zurückgreifen. und mit denen ist es möglich, auch wenn sie pseudoanonymisiert sind, auf einzelne Nutzer zu schließen. Ich vertraue mich nur keinen Unternehmen an wo "der Chef" sagt: "If you have something that you don't want anyone to know, maybe you shouldn't be doing it in the first place."

    Weder der Autor des Zitats, noch der Google-"Chef" haben mit dieser Aussage vollständig unrecht. Aber nur, weil die Geschäftsleitung von GMX (respektive United Internet) solche Aussagen nicht von sich gibt (ist nicht wirklich europäisch, solche Zitate abzugeben), heißt es doch noch lange nicht, dass die dort ähnlich denken, oder? Ich möchte auf meine eingangs erstellte Liste verweisen... Denn auch die deutschen Freemailer müssen an den Freemail-Kunden verdienen. Und das werden wohl auch die durch Werbung tun. Nur gibt Google ganz offen zu, dass sie es tun, worauf man vermutlich bei einem deutschen Anbieter lange warten kann. Liebe Landsleute, öffnet doch endlich die Augen und hört auf alles zu verteufeln, was ihr nicht versteht.


    Weitere Links zu dem Thema, sowohl Pro als auch Contra:

    https://www.datenschutzzentrum.de/material/tb/tb29/kap10.htm

    http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl16/umdrucke/4500/umdruck-16-4515.pdf

    http://www.google.com/privacypolicy.html

    [1] http://blog.koehntopp.de/archives/2665-Das-Google-Missverstaendnis.html
    [2] http://www.google.com/apps/intl/de/business/index.html
    [3] http://de.wikipedia.org/wiki/Safe_Harbor
    [4] http://www.topconcepts.de/de
    [5] http://www.rackspace.com/index.php

     

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